Verein

Vorsitzender:
Winfried Stein

Killingerstr. 38
91056 Erlangen
Tel. (09131) 440118

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Homepage: www.vfm-nbg.de

 

Veranstaltungsort:

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg - Eingang Kornmarkt

 

Sitzungen:

in den Monaten November sowie Januar bis April am 2. Sonntag des Monats, 10 Uhr;

 

in den Monaten Mai bis Oktober am 2. Mittwoch im Monat, 19 Uhr;

Aktuell

aktuell:

 

Vorschau 4. Quartal 2017:

8. Oktober, 10 Uhr

Dr. Gerhard Graab, Mannheim: Ludwig VI. und Johann Casimir und die Reformation in der Kurpfalz.

 

12. November, 10 Uhr

Wegen Verhinderung des Referenten muss der angekündigte Vortrag über "Luthers Geld" leider ausfallen. Ersatzweise wird eine weitere Bestimmungsübung zu Münzen aus der vereinseigenen Studiensammlung Kurt Wetzel angeboten.

 

10. Dezember, 12 Uhr im Gasthof Kirchberger in Fürth-Ortsteil Sack:

Vorweihnachtliches Beisammensein mit Jubilarenehrung und Kurzvortrag von Winfried Stein, Erlangen: Gedenkmünzen auf Luther und die Reformation 1917-2017.

 

Achtung ! November sowie Januar bis April am 2. Sonntag des Monats, 10 Uhr;

Programm

Schwerpunktthema 2017

500 Jahre Reformation  und Luthergedenken  

Programm 2017

Sonntag, 8. Januar 2017, 10.00 Uhr

Dr. Hermann Maué, Nürnberg

Die Medaille des Hans Schwarz auf Albrecht Dürer

Der bis zu seiner Pensionierung Anfang 2008 im Germanischen Nationalmuseum als Leiter des Münzkabinetts tätige Numismatiker Dr. Hermann Maué, zuletzt auch 2. Vorsitzender unseres Vereins, beschäftigt sich in diesem Vortrag mit einer der berühmtesten Medaillen auf den Nürnberger Künstler.

 

Sonntag, 12. Februar 2017, 10.00 Uhr  

Dr. Gerd Dethlefs, Münster

Die Pfaffenfeindmünzen des Herzogs Christian von Braunschweig 1622

Dr. Gerd Dethlefs ist Referent für westfälische Landesgeschichte am LWL-Museum für Kunst und Kultur / Westfälisches Landesmuseum Münster und Vorsitzender des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete. Von 2004-2007 war er auch Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft. Der Vortrag handelt u.a. von religiöser Propaganda bzw. Polemik auf Münzen als Ausfluss von Religionskonflikten.

 

Sonntag, 12. März 2017, 10.00 Uhr

Jahreshauptversammlung

Einladung und Tagesordnung erfolgen gesondert.

 

28.-30. April 2017

Exkursion nach Erfurt zum 14. Deutschen und 25. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde

Statt eines eigenen Vortrags im April besteht die Gelegenheit zur Teilnahme an der Veranstaltung in Erfurt mit Vorträgen, Ausstellungsbesuch und Besichtigungen von Gedenkstätten, die ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums steht und unser Schwerpunktthema 2017 vertieft.  

 

Mittwoch, 10. Mai 2017, 19.00 Uhr

Dr. Frank Berger, Frankfurt a.M.

Der Weg des Silbers. Von Potosi nach Frankfurt.

Dr. Frank Berger ist Leiter des Münzkabinetts am Historischen Museum in Frankfurt a.M. und seit 2016 als Nachfolger von Dr. Helmut Schubert auch Vorsitzender der Frankfurter Numismatischen Gesellschaft. Seine neueste Veröffentlichung portraitiert Frankfurt historisch als Stadt der Banken und des Edelmetallhandels. Der Vortrag ergänzt die Darstellung „Der Schatz der Atocha – die spanische Flotte des Jahres 1622“ von Robert Eberlein am 8.7.2015 in Nürnberg.

 

Mittwoch, 14. Juni 2017, 19.00 Uhr

Brigitte Metzner, Nürnberg

Der römische Gott Mars im Spiegel der Münzen

Unser Mitglied, Frau Brigitte Metzner, unterrichtete langjährig im Lehrberuf gesellschaftswissenschaftliche Fächer und Informatik. Als Historikerin wurde sie bekannt durch ihre Forschung zur Nürnberger Sozialgeschichte im 18. Jahr-hundert. Zusätzlich hatte sie klassische Archäologie in Nürnberg und Würzburg studiert, daher gilt ihr Interesse in der Antike dem Bereich der Numismatik.

 

Mittwoch, 12. Juli 2017, 19.00 Uhr

Dr. Matthias Nuding, Nürnberg

Medaillen auf Jubiläen der Confessio Augustana und des Augsburger Religionsfriedens

Der Historiker Dr. Matthias Nuding ist seit 2009 Leiter des Historischen Archivs und des Münzkabinetts im GNM. Als Beitrag zum Schwerpunktthema Reformation werden vor allem Medaillen aus dem Bestand des Münzkabinetts im GNM vorgestellt und erläutert.

 

Mittwoch, 13. September 2017, 19.00 Uhr

Ottokar Panzer, Erlangen

500 Jahre Reformation im Spiegel von Münzen und Medaillen

Unser Mitglied, Ottokar Panzer, ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen und der Reformationsthematik regional und über die langjährigen Sammelgebiete Grafschaft Mansfeld und Anhalt-Bernburg verbunden. Im Vorfeld des Reformationsjubiläums hat er sich diesem Sammelgebiet unmittelbar gewidmet.

 

Sonntag, 8. Oktober 2017, 10:00 Uhr

Dr. Gerhard Graab, Mannheim

Ludwig VI. und Johann Casimir und die Reformation in der Kurpfalz.

Dr. Gerhard Graab ist Vorsitzender der Münzfreunde Mannheim-Ludwigshafen. Der Vortrag beleuchtet die Zeit des ausgehenden 16. Jahrhunderts und die Religionswechsel in der Kurpfalz und illustriert dies anhand von Münzen und Medaillen.

 

Sonntag, 12. November 2017, 10.00 Uhr

Heinz Meyer, Heusenstamm

Luthers Geld

Unser Ehrenmitglied, der Bankier Heinz Meyer, war bis 1986 Leiter der im Münzhandel sehr erfolgreichen Kupfer-Bank in Nürnberg und hatte sich mit der Stiftung des Jugendförderpreises Numismatik um den Nachwuchs verdient gemacht (siehe auch Festschrift zum Vereinsjubiläum 2007, S. 123ff). Der Vortrag beschäftigt sich numismatisch mit der Lutherzeit.

 

Sonntag, 10. Dezember 2017, 12.00 Uhr

Vorweihnachtliches Beisammensein im Gasthof Kirchberger in Fürth - Ortsteil Sack, Sacker Hauptstraße 9  mit Kurzvortrag

Winfried Stein, Erlangen

Gedenkmünzen auf Luther und die Reformation

Die Zusammenkunft in der Adventszeit bildet traditionell den festlichen Rahmen zur Ehrung langjähriger Mitglieder. Die Einladungen erfolgen gesondert. Der Gegenstand des Kurzvortrags, die Betrachtung der neueren Gedenkmünzen, bildet den Abschluss des diesjährigen Schwerpunktthemas 500 Jahre Reformation und Luthergedenken.

 

Gäste sind stets willkommen!                           

 

Programm 2016

Programm 2016

im Oktober bis März am 2. Sonntag des Monats, 10 Uhr, im Germ. National-Museum, Eingang Kornmarkt

Sonntag, 10. Januar, Michael Herrmann, München: Die Münzprägung der Herzöge von Andechs-Meranien 1180-1248

Sonntag, 14. Februar, Marco Müller, Berg: Was passiert mit meiner Sammlung?

Sonntag, 13. März, Jahreshauptversammlung

 

April bis Oktober am 2. Mittwoch im Monat, 19 Uhr

Mittwoch,  13. April, Dr. Wolfgang Becker, München: Der Pfalzgraf bei Rhein als Verfassungsorgan und seine Darstellung auf Münzen

Mittwoch, 11. Mai, Dr. Rainer Albert, Speyer: 31 v. Chr. Der Kampf um die Welt – Die Rolle der Götter in der augusteischen Münzprägung

Mittwoch, 8. Juni, Winfried Stein, Erlangen: Vom Sechsteltaler zum 50-Pfennig-Stück. Ein Nominal auf Zeitreise von 1822-1990

Mittwoch, 13. Juli, Dr. Matthias Nuding, Nürnberg u. weitere Mitglieder: Fortsetzung der Bestimmungsübung antiker Münzen aus der  Studiensammlung  Kurt  Wetzel 

Mittwoch, 14. September, Dr. Hermann Maué, Nürnberg: Die Medaille auf die blühende Aloe im Volckamerschen Garten zu Nürnberg und weitere Aloe-Medaillen

Mittwoch, 12. Oktober, Dr. Gerhard Schön, München: Die Kippermünzstätten in Brandenburg-Franken 1620-1622

 

November bis März am 2. Sonntag des Monats, 10 Uhr, im Germ. National-Museum, Eingang Kornmarkt

Sonntag, 13.  November 2016: Kaiser Karl IV. - Führung  durch  die  Ausstellung Treffpunkt: 10.00 Uhr, Eingangshalle des GNM

 

Gäste sind stets willkommen!    

Berichte

Nachbesprechungen 2017

„2017 - Medaillen auf Jubiläen der Confessio Augustana und des Augsburger Reigionsfriedens“

12. Juli: „Medaillen auf Jubiläen der Confessio Augustana und des Augsburger Reigionsfriedens“ war das Thema des Vortrags von Dr. Mattias Nuding vom GNM. Der Einleitung in das Thema, das einen Beitrag zum diesjährigen Schwerpunkt „500 Jahre Reformation“ bildete, dienten allgemeine Überlegungen über das Begehen von Gedenktagen und Jubiläen sowie eine historische Einordnung des Augsburger Bekenntnisses von 1530 und des Reichs- und Religionsfriedens von 1555. Aus der Masse der numismatischen Objekte, die zu den Jahrhundertfeiern dieser Ereignisse entstanden waren, wurde eine umfangreiche Auswahl von Beispielen aus den Jahren 1630, 1730, 1755 und 1830- zumeist Medaillen aus der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums - mit Blick auf ihre Motive und Inhalte vorgestellt. Die einschlägigen Stücke auf Jubiläen des Augsburger Bekenntnisses, der bis heute bedeutsamen theologischen Grundsatzschrift der lutherischen Reichsstände, beschränkten sich erwartungsgemäß auf evangelische Territorien wie Sachsen oder Nürnberg, während die Friedensthematik etwas weniger konfessionell gebunden war. Seltener als Medaillen wurden zu solchen Anlässen auch Münzen geprägt. In gestalterischer Hinsicht bildete sich von Anfang an ein Nebeneinander historischer Bilder und religiöser Inhalte heraus, wobei bestimmte Motive und Textbausteine sich zu einem immer wieder herangezogenen Repertoire verfestigten. Der zahlenmäßige Höhepunkt der Beispiele lag im 18. Jh., das mit vermehrten Anleihen in der klassischen Ikonographie und einer Zunahme an barockem Bildpathos zu neuen Ausdrucksmitteln fand. Mit der Zeit gewannen die Protagonisten der Reformation, v. a. Martin Luther, als (stilisiertes) Motiv an Gewicht. Im 19. Jh. trat die religiöse Rezeption der Reformationsereignisse (etwa durch Symbole, Allegorien, Sprüche oder Bibelverse versinnbildlicht) zugunsten einer zunehmend historischen Perspektive (Personen, Wappen, Schauplätze, Schlüsselszenen) ein Stück weit in den Hintergrund. M.N.

„2017 - Der römische Gott Mars im Spiegel der Münzen“

14. Juni: Brigitte Metzner, Nürnberg, sprach zum Thema „Der römische Gott Mars im Spiegel der Münzen“. Es zeigte sich, dass drei Bildmotive - etruskisch, griechisch, römisch - erscheinen und diese in der Spätantike noch durch die orientalische Herrscherdarstellung für Asia Minor bereichert werden. Zur Zeit der römischen Republik finden sich der unbärtige und der bärtige Marskopf auf der Aversseite, seit der Kaiserzeit erscheinen Ganzkörperdarstellungen auf der Reversseite. Bevorzugt wurde der etruskische Waffentänzer als Motiv verwendet. Aber auch griechische Einflüsse, vor allem aus dem thebanischen Sagenkreis (Mars und Venus als Ehepaar), prägen die Bildmotive. Mars trägt ein Tropaeum, d.h. ein Siegesdenkmal, oder wie ein römischer Feldherr gewappnet und gerüstet trägt er eine kleine Siegesgöttin, auch einen Olivenzweig, der ihn als Stadtgründer ausweist. Er kann seinen Fuß auf einen Helm des Gegners stellen, im orientalischen Siegesgestus. Normalerweise wird die Kaisertitulatur auf der Reversseite weitergeführt. Die Legende mit ca. 14 römischen Beinamen für den Gott Mars muss nicht auf ein spezielles Bildmotiv beschränkt sein, ebenso werden die Bildmotive auf verschiedenen Nominalen verwendet. Die mythologische Darstellung »Mars nähert sich der Vestalin Rhea Silvia« war sehr beliebt und wurde auf Münzen geprägt, wenn auch die Darstellung der lupa romana mit den Zwillingen Romulus und Remus häufiger gewählt wurde. Mit der Einführung des Christentums schwand der Einfluss der römischen Gottheiten. B.M.

„2017 - Der Weg des Silbers. Von Potosi nach Frankfurt“

10. Mai: Dr. Frank Berger aus Frankfurt sprach zum Thema „Der Weg des Silbers. Von Potosi nach Frankfurt“. Ausgangspunkt des Vortrags war die Tatsache, dass ab ca. 1560 der Geldumlauf in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet von spanischen Philippstalern dominiert wurde. Beleg dafür ist ihr Vorkommen in Schatzfunden und in Steuerabrechnungen der Stadt Frankfurt. Hierfür haben Nildot Klüßendorf und Konrad Schneider alle Belege zusammengestellt. Auch bei der Gründung der Frankfurter Börse im Jahre 1585 spielte spanisches Geld eine Rolle. Die amtlich genehmigte Münzvergleichung bewertete sie mit 82 Kreuzern gegenüber dem Reichstaler von 74 Kreuzern. Der Vortrag begann an der Quelle des Silbers, am Ende eines der Stollen im berühmten Cerro Rico von Potosi. Das hier abgebaute Silber wurde in der Moneda von Potosi grob vermünzt und mit Schiffen nach Spanien gebracht. Hier und in den spanischen Niederlanden wurde es anschließend zu Philippstalern verprägt und gelangte umgehend nach Deutschland. Das Silber von Potosi fand über Einschmelzung und Neuprägungen seinen Weg weiter in die Albertustaler, in die Kronentaler, ja sogar in die Guldenprägungen der süddeutschen Staaten ab 1837. F.B

„2017 - Teilnahme am 14. Deutschen und 25. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen in Erfurt“

28.-30. April- Statt eines eigenen Vortrags im April wurde im Jahresprogramm entsprechend dem Schwerpunktthema „500 Jahre Reformation und Luthergedenken“ eine Teilnahme am 14. Deutschen und 25. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen in Erfurt mit ebendiesem Thema empfohlen. Drei Vereinsmitglieder und drei Angehörige nahmen an der Veranstaltung teil.

„2017 - Jahreshauptversammlung“

12. März 2017: Die Jahreshauptversammlung begann mit einem Gedenken an unser am 25. Januar 2017 verstorbenes Ehrenmitglied Josef Hackl. Der Verein, aber auch viele Sammlerkollegen sind ihm zu großem Dank verpflichtet für seine vorbildlichen Publikationen zur Brandenburg-fränkischen Numismatik und zum Medaillenwerk von Kauko Räsänen. Josef Hackl war ein Numismatiker aus Leidenschaft. Seine freundliche Art und sein großes numismatisches Wissen machten ihn bei den Vereinsmitgliedern nicht nur sehr beliebt, sondern auch zu einer Autorität, die uns fehlen wird.

Das Vortragsprogramm 2016 wurde in ausgewogener Weise mit je vier Beiträgen von Gastreferenten und von eigenen Mitgliedern gestaltet, wobei die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden konnte. Die Zahl der Mitglieder liegt nach zwei Todesfällen, vier Austritten und zwei Neueintritten bei 62 Personen. Zur Mitgliedergewinnung wurde beschlossen, die Mitgliedertreffen in der Zeitung anzukündigen und eine Geldsumme für eine verbesserte Präsenz im Internet bereitzustellen. Nach den positiven Kassenberichten wurden Vorstand und Schatzmeister entlastet. Der Jahresbeitrag bleibt konstant bei 40 bzw. 20€. WS.

„2017 - 500 Jahre Reformation und Luthergedenken“

12. Februar 2017: Als Auftakt zum diesjährigen Schwerpunktthema des Vortragsprogramms des Vereins für Münzkunde Nürnberg e.V. „2017 - 500 Jahre Reformation und Luthergedenken“ sprach Dr. Gerd Dethlefs aus Münster zum Thema „Die Pfaffenfeindmünzen des Herzogs Christian von Braunschweig 1622.“ In dieser Frühphase des Dreißigjährigen Krieges zeugen diese bekannten Münzen von religiöser Propaganda bzw. Polemik als Ausfluss von Religions- und Machtkonflikten. Der Vortrag wurde bereits im NNB Nr. 3/2000, 5.92- 112,  veröffentlicht.

„2017 - Die Medaille des Hans Schwarz auf Albrecht Dürer“

8. Januar 2017: „Die Medaille des Hans Schwarz auf Albrecht Dürer“ lautete das Thema des Vortrags von Dr. Hermann Maué. Über keine andere Medaille der deutschen Renaissance ist so viel geforscht und geschrieben worden wie über die Dürermedaille des Hans Schwarz, ist doch diese Medaille das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des bedeutendsten deutschen Künstlers und des gefragtesten deutschen Medailleurs aus dem beginnenden 16. Jahrhundert. Zugleich ist die Dürermedaille wohl die ausdrucksstärkste Arbeit des Hans Schwarz. Seine Medaille ist neben der späteren des Matthes Gebel das einzige zu Lebzeiten entstandene Bildnis Albrecht Dürers von fremder Hand. Die Schwarz-Medaille zeigt den Maler im Alter von 48 Jahren in strengem Profil, wie wir ihn von seinen Selbstbildnissen kennen. Der Vortrag stellte Interpretationen, Schlüsse und vor allem auch mehr oder weniger begründete Vermutungen aus der umfangreichen Literatur zur Dürermedaille zusammen. Schon die große Breite der sich häufig gegenseitig ausschließenden Thesen gibt einen Hinweis darauf, dass die meisten mehr oder weniger spekulativ sind. Uneinig ist sich die Forschung zum Beispiel darüber, in welcher Weise und ob überhaupt Albrecht Dürer auf sein Medaillenporträt Einfluss genommen hat. Außerdem gab ein Eintrag im Tagebuch Dürers während seiner Reise in die Niederlande Anlass zu weiteren, weitreichenden Spekulationen. In Antwerpen hielt er fest, dass er Hans Schwarz für sein Angesicht 2 Gulden überwiesen hat. Die Frage, was Dürer mit „mein Angesicht“ gemeint hat, wurde sehr unterschiedlich beantwortet Vermutet wurde, dass Schwarz eine Entwurfszeichnung der Medaille, das hölzerne Modell oder einige Medaillen an Dürer geschickt habe. Zu all dem schweigt die Quelle jedoch. Es erschien daher sinnvoll, Interpretationen, die auf reiner Fantasie beruhen, von dem Wenigen, das durch Quellen gesichert ist, abzugrenzen. H.M.

Nachbesprechungen 2016

vorweihnachtlicher Abend

 9. Dezember 2016. Der traditionelle vorweihnachtliche Abend mit festlichem Essen und den Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder fand mit 24 Erwachsenen und zwei Kindern wiederum im Gasthof Kirchberger in Fürth-Sack statt. Höhepunkt war die Ehrung von Hans Kraus für 50-jährige Mitgliedschaft. Dabei wurden die großen Verdienste des Jubilars für den Verein besonders gewürdigt. Richard Bednarek und Helmut Scheitler wurden für 40-jährige Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ein weiteres neues Ehrenmitglied, Peter Schwarzbach, war leider verhindert. Dr. Klaus Ruschhaupt wurde für 25-jährige Mitgliedschaft die vergoldete Ehrennadel verliehen. Wie im vergangenen Jahr sollte die Veranstaltung wiederum mit dem Dezembervortrag kombiniert werden. Allerdings ließ eine lautstarke Parallelveranstaltung im Nachbarraum die Durchführung des angekündigten Kurzvortrags über die vereinseigene Sammlung nicht zu, weshalb das Thema auf später verschoben werden musste. WS.

Bayerisch-Tschechische Landesausstellung „Karl IV.“

13. November: Anstelle eines Vortrags erfolgte ein Besuch der ersten gemeinsamen Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung „Karl IV.“ im GNM aus Anlass des 700. Geburtstags des böhmischen Königs und römisch-deutschen Kaisers aus dem Hause Luxemburg. Der Rundgang erfolgte unter sachkundiger Führung von Frau Claudia Guter aus München. Die Ausstellung überzeugte durch die große Menge hochwertiger Originale aus Prag und anderswoher, von denen viele noch niemals außerhalb ihres Aufbewahrungsortes ausgestellt wurden. Allerdings ist die Anzahl zeitgenössischer numismatischer Objekte mit zwei sehr übersichtlich: 1. Ein Ecu d'or (Goldener Schild) Karls IV. aus der Münzstätte Antwerpen (?) nach 1355 aus dem Besitz des Staatlichen Museums Schwerin. Dass solche Münzen - wie die Beschriftung verkündet - anlässlich des Reichstags in Metz 1366/67 unters Volk geworfen worden seien, um die Freigebigkeit des Kaisers zu unterstreichen, darf jedoch bezweifelt werden. Als Auswurfmünzen wurden in der Regel kleinere Silbermünzen verwendet, wohin gehend Goldmünzen eher als Donative an hochgestellte Personen gelangten. Das 2. Objekt sind einige nicht näher beschriebene Silbermünzen aus dem 1998 entdeckten Jüdischen Schatz von Erfurt, der im Jahr 1349 anlässlich eines Pogroms in der Nähe der Alten Synagoge verborgen wurde. Für die Teilnehmer des 14. Deutschen Münzsammlertreffens Ende April 2017 in Erfurt besteht jedoch die Gelegenheit, den dort in der Alten Synagoge ausgestellten Schatz mit u.a. 3141 Silbermünzen näher zu besichtigen. Die Nürnberger Ausstellung ist bis zum 5. März 2017 geöffnet.  WS.

„Die Kippermünzstätten in Brandenburg-Bayreuth 1620-1622“

12. Oktober: Dr. Gerhard Schön, München, sprach zum Thema: „Die Kippermünzstätten in Brandenburg-Bayreuth 1620-1622“. Unser Vereinsmitglied hat sich mit seiner Dissertation über die Münz-und Geldgeschichte der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth im 17. und 18. Jh. wissenschaftlich mit der fränkischen Numismatik beschäftigt und gegenüber Carl Friedrich Geberts Publikation von 1901 wesentliche neue Erkenntnisse gewonnen. Unter Markgraf Christian (1603-1655) existierten während der Kipperzeit bis zu 14 Münzstätten in dem kleinen Fürstentum. In alphabetischer Reihenfolge waren dies: Baiersdorf, Bayreuth, Creußen, Dachsbach, Erlangen, Hof, Kulmbach, Neustadt am Kulm, Neustadt an der Aisch, Pegnitz, Rehau, Schauenstein, Weißenstadt und Wunsiedel. Ein wichtiges und aussagefähiges Dokument ist das Kulmbacher Schlagschatzbuch, erstellt nach einem 1623 abgeschlossenen Bericht des markgräflichen Beamten Hans Georg Hennigk, der die aus dem Betrieb aller markgräflichen Kippermünzstätten gezogenen Einnahmen und die daraus getätigten Ausgaben verbucht hatte. Eine umfassende Darstellung befindet sich im Katalog der Sammlung Grüber, 267. Künker-Auktion, September 2015, S. 114-143.

„Die Medaille auf die blühende Aloe im Volkamerschen Garten zu Nürnberg und weitere Aloe-Medaillen“

14. September 2016. „Die Medaille auf die blühende Aloe im Volkamerschen Garten zu Nürnberg und weitere Aloe-Medaillen“ lautete das Thema des Vortrags von Dr. Hermann Maué. Seit dem späten Mittelalter legten Patrizier und vermögende Kaufleute in Nürnberg außerhalb der Stadtmauer weitläufige Lustgärten an. Als 1726 im Garten des Johann Magnus Volkamer eine Amerikanische Aloe ihren fast neun Meter hohen Blütenstamm mit mehr als acht Tausend Blüten austrieb, war das ein außergewöhnliches Ereignis, das den Gartenbesitzer veranlasste, die blühende Pflanze in einem Kupferstich und in einer Medaille bekannt zu machen und für die Nachwelt festzuhalten. Der bedeutende Nürnberger Arzt und Botaniker Christoph Jakob Trew publizierte eine detaillierte Beschreibung der Pflanze und dokumentierte von Tag zu Tag exakt deren Wachstum. Allerdings war die Nürnberger Medaille nicht die erste auf eine blühende Amerikanische Aloe. Als im Jahre 1700 im Garten des Leipziger Kaufmanns Caspar Bose eine Aloe zur Blüte kam, gab er als erster eine Medaille auf dieses Ereignis in Auftrag mit exakter Angabe der Höhe des Blütenstamms, der Anzahl der Verzweigungen und der einzelnen Blüten. Diese Medaille setzte über dreißig Jahre gewissermaßen einen Wettbewerb in Gang, in dem es darum ging, welche Aloe die größte Höhe erreichte und die meisten Blüten hervorbrachte. Es folgten bereits 1701 und dann 1720 und 1732 gleich mehrere Medaillen der Herzöge von Braunschweig, in deren Gewächshäusern in Salzdahlum Aloen blühten. 1713 erschien eine Medaille des dänischen Königs Friedrich IV. auf eine blühende Aloe im Garten von Schloss Gottorf. Friedrich hatte gerade erst die Herzöge von Holstein-Gottorf von ihrem Schloss vertrieben. 1710 blühte im Schlossgarten von Friedrichsthal in Gotha eine Aloe, die Christian Wermuth auf einer Medaille festhielt. Als Folge einer Verletzung hatte sie gleich zehn Stämme hervorgebracht. Aber nicht nur Medaillen, auch Holz- und Kupferstiche geben blühende Aloen wieder, und zeitgenössische Berichte schildern die Begeisterung der Betrachter dieses außergewöhnlichen Blühvorgangs. HM

"Bestimmungsübung griechisch-antiker Münzen aus der vereinseigenen Studiensammlung Kurt Wetzel"

13. Juli 2016: An diesem Abend wurde die im Jahr 2015 begonnene Bestimmungsübung griechisch-antiker Münzen aus der vereinseigenen Studiensammlung Kurt Wetzel fortgesetzt. Unter der Leitung von Dr. Matthias Nuding betätigten sich 10 Mitglieder des Vereins in kleinen Gruppen unter Verwendung numismatischer Fachliteratur aus der Bibliothek des Münzkabinetts des Germanischen Nationalmuseums bei der Beschreibung und Bestimmung der Münzen. Dabei zeigte sich erneut, dass die alles entscheidende Frage „echt oder falsch?“ oftmals nicht eindeutig beantwortet werden kann.

„Vom Sechsteltaler zum 50-Pfennig-Stück. Ein Nominal auf Zeitreise von 1822-1990"

9. Juni 2016: Winfried Stein, Erlangen, sprach zum Thema „Vom Sechsteltaler zum 50-Pfennig-Stück. Ein Nominal auf Zeitreise von 1822-1990". Die Zeitreise beginnt mit dem preußischen Sechstelta1er, der kleinsten vom Silbergehalt her vollwertigen Kurantmünze, die zu ihrer Zeit noch eine durchaus nennenswerte Kaufkraft besaß. Unter den drei Königen Friedrich Wilhelm III., Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. gab es insgesamt 8 verschiedene Münztypen, wobei der sogenannte „Hundesechstel" von 1822 eine unbeabsichtigte Besonderheit darstellt. Nach der Einführung der Markwährung im Kaiserreich wird die Zeitreise dieses Nominals ab 1875 mit dem 50-Pfennig-Stück fortgesetzt. Auch diese Münze mit vier verschiedenen Typen enthält immer noch 2,5 g Feinsilber, wodurch eine relative Geldwertstabilität gegeben war. Der Übergang zur Scheidemünze erfolgte zwangsläufig mit zunehmender Inflation nach dem 1. Weltkrieg ab dem Jahr 1919. Von da an spiegelt dieses Nominal mit 12 verschiedenen Münztypen und 3 Geldscheinemissionen die wechselvolle neuere deutsche Geschichte mit ihren Umbrüchen einschließlich der Zeit der Teilung wider. Der mehr oder weniger schnell voranschreitende Kaufkraftverlust erweist sich dabei als ein konstantes Merkmal dieser Entwicklung.

"31 v. Chr. Der Kampf um die Welt - Die Rolle der Götter in der augusteischen Münzprägung."

11. Mai: Dr. Rainer Albert aus Speyer sprach zum Thema: „31 v. Chr. Der Kampf um die Welt - Die Rolle der Götter in der augusteischen Münzprägung.“ Unmittelbar nach dem Tode Caesars 44 v. Chr. meldete in Rom M. Antonius seinen Anspruch auf die Nachfolge und das Erbe Caesars an. Doch vor ihm im Testament stand dessen Großneffe und Adoptivsohn C. Iulius Caesar (Octavianus), eisern entschlossen, die Machtstellung Caesars zu übernehmen. Als Legitimation konnte er zunächst nur die Rache für den Mord an seinem Adoptivvater nennen. Der darüber entbrennende Machtkampf bis zu seinem Höhe- und Endpunkt, der Schlacht von Actium im Jahre 31 v. Chr., zugleich Ende der Römischen Republik und Beginn des Prinzipats, wurde auch stark im ideologisch-religiösen Bereich ausgetragen und entschieden, was sich in den numismatischen Zeugnissen gut verfolgen lässt, wie der Referent an einer Reihe signifikanter Beispiele demonstrierte. WS.

"Der Pfalzgraf bei Rhein als Verfassungsorgan und seine Darstellung auf Münzen"

13. April: „Der Pfalzgraf bei Rhein als Verfassungsorgan und seine Darstellung auf Münzen“ war das Thema des Vortrags von Dr. Wolfgang Becker aus München. Über den Inhalt des sehr anschaulich bebilderten Vortrags wurde bereits in NNB 10/2015, S. 409, berichtet.

"Jahreshauptversammlung 2016"

Die mit 19 Mitgliedern gut besuchte Jahreshauptversammlung begann mit einem Gedenken an unser am 23. Februar 2016 verstorbenes Ehrenmitglied Dieter Fischer, der seit 1971 dem Münzverein angehörte. Der Verein, aber auch alle Nürnberg- und Franken-Sammler bzw. -Interessenten sind Dieter Fischer zu großem Dank verpflichtet für die vorbildlichen Publikationen zu den Nürnberger und brandenburgisch-fränkischen Medaillen. Dieter Fischer war als Sammler, Forscher und Händler ein Vollblutnumismatiker. Seine freundliche Art und sein großes numismatisches Wissen machten ihn bei den Vereinsmitgliedern nicht nur sehr beliebt, sondern auch zu einer Autorität, die uns fehlen wird. W.S.

Erfreulich war, dass das Vortragsprogramm 2015 mit sieben Beiträgen eigener Mitglieder gestaltet werden konnte. Weniger erfreulich dagegen der Teilnehmerrückgang bei den Veranstaltungen. Die Zahl der Mitglieder liegt nach zwei Todesfällen und einem Neueintritt bei 67 Personen. Nach den positiven Kassenberichten wurden Vorstand und Schatzmeister entlastet. Bei den Neuwahlen gab es einen Wechsel beim Schatzmeister. Georg Stegbauer, der nicht erneut kandidierte, wurde nach neunjähriger Amtszeit mit dem Dank der Mitglieder verabschiedet. Neuer Schatzmeister ist Jens Fischer. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Für das Amt des Schriftführers konnte wiederum kein Kandidat gefunden werden, Der Jahresbeitrag bleibt konstant bei 40 bzw. 20€. Die diesjährige Tagesfahrt soll im Herbst nach Augsburg zum Süddeutschen Münzsammlertreffen gehen. Neu ist eine eigene Internetseite des Vereins unter der Adresse www.vfm-nbg.de. W.S.

"Was passiert mit meiner Sammlung? - Lebenswerke schützen"

14. Februar: Marco Müller, Spezialist für Lösungen zum Schutz von Sammlungen bei Betreuung und für Regelungen im Todesfall sowie selbst Sammler, referierte in einer gut besuchten Veranstaltung in der Reihe praktische Numismatik über: „Was passiert mit meiner Sammlung? - Lebenswerke schützen“. Der Vortrag beschäftigte sich mit den möglichen Gefahren für Sammlungen in Hinblick auf gerichtliche Betreuungsverfahren und wie mit Betreuungsverfügungen und Vorsorge-/Generalvollmachten Lösungen geschaffen werden können, um Sammlungen auch dann zu schützen, wenn der Sammler selbst nicht mehr handeln und auf seine Sammlung aufpassen kann. Neben den allgemeinen Regelungen berichtete der Referent über wichtige Punkte, welche hierbei speziell für Sammlungen beachtet werden sollten, wie z.B. Vorkehrungen zu einem etwaig notwendig werdenden Verkauf der Sammlung bzw. Sammlungsteilen, um Kosten der persönlichen Pflege finanzieren zu können. Auch auf das Thema Testament und Testamentsvollstreckung wurde eingegangen, um die Sammlung im Rahmen der Erbauseinandersetzung zu schützen und insbesondere einen unsachgemäßen Verkauf durch die Erben zu vermeiden. Im letzten Teil wurden die rechtlichen Vorgaben bei der Bewertung von Sammlungen im Rahmen der Erbschaftsteuer behandelt. Auch hierbei herrscht in vielerlei Hinsicht große Unsicherheit. Neben der Erläuterung der steuerrechtlichen Bewertungsvorschriften und einer Vielzahl von Bewertungseinflüssen wurde darauf hingewiesen, dass das Steuerrecht die Anfertigung von Gutachten nicht zwingend vorsieht Der Vortrag schloss mit einer Fragerunde, bei der es Gelegenheit gab, nochmals auf spezielle Einzelheiten einzugehen.

M.M.

"Die Münzprägung der Herzöge von Andechs-Meranien 1180-1248"

10. Januar 2016. Michael Herrmann. Historiker und Mitglied der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, sprach über „Die Münzprägung der Herzöge von Andechs-Meranien 1180-1248“, ein Thema aus seiner Dissertation zur Wirtschaftsgeschichte dieses Adelsgeschlechts. Über den Inhalt wurde bereits im NNB Nr. 4/2015, S. 148, berichtet.

Nachbesprechungen 2015

"Reichenberg - die Historie einer Stadt in seltenen Medaillen"

13. Dezember 2015: Der traditionelle vorweihnachtliche Abend mit festlichem Essen und den Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder wurde erstmals mit dem Dezembervortrag kombiniert. "Reichenberg - die Historie einer Stadt in seltenen Medaillen" lautete das Thema unseres Mitglieds Susanna Kißkalt, die in der nordböhmischen Stadt geboren wurde. Bis 1945 war Reichenberg eine rein deutschsprachige Stadt, mit ca. 70.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Böhmen nach Prag. Es gibt ca. 150 Medaillen mit Bezug zu Reichenberg, von denen die Referentin ca. 50 besitzt. Das älteste Stück ist eine vermutlich posthum nach 1600 entstandene Gussmedaille von Gerhard Heinrich auf Melchior von Redern, der 1591 von Kaiser Rudolf II. mit der Herrschaft über Friedland und Reichenberg belehnt wurde. Auf eine Verbindung zu Nürnberg verweist eine Medaille von 1613 auf Bartholomeo Vialis, der in Nürnberg zusammen mit Martin Peller eine Handelsgesellschaft gründete, die für den Tuchhandel zwischen Reichenberg und Nürnberg bedeutsam war. Im medaillenfreudigen 19. Jh. gab es eine Fülle von Prägungen zu den üblichen Anlässen: Sänger, Schützen, Turner, Stadtjubiläum, Gründungsjubiläen, Rathausneubau sowie Ausstellungs- und Preismedaillen. Die Zeit der Tschechoslowakischen Republik 1918 bis 1938 war mit einer Handelskammermedaille vertreten, die nicht mehr wie bisher in Wien, sondern in Gablonz geprägt wurde. Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich wurde Reichenberg die Hauptstadt des Sudetenlandes. Dazu wurden mehrere Goetzmedaillen und eine wiederum geänderte Medaille der Industrie- und Handelskammer gezeigt. Nach 1945 hieß die jetzt tschechische Stadt Liberec. Medaillen erschienen u. a. zu Handelsbankjubiläum, Briefmarkenausstellung, Verdienstmedaillen von Wirtschaftsbetrieben bis hin zu den Olympischen Winterspielen 2009, die im Gebiet des 1010 m hohen Jeschken bei Reichenberg stattfanden. Der Heimatkreis Reichenberg brachte im Rahmen seiner Kulturarbeit einige Gedenkmedaillen heraus. Die wichtigste ist Johann von Liebig gewidmet, dem Inhaber der größten Reichenberger Tuchmacherfabrik um 1900. Diese sog. Liebig-Denkmünze wird seit 1962 jährlich „für hervorragende Leistungen im Bereich der Kultur, der Wirtschaft und der Politik“ als höchste Auszeichnung an eine verdiente Person verliehen. Mit dem Vortrag bestätigte sich erneut, dass - richtig eingeordnet - Medaillen zur Chronik einer bewegten Stadtgeschichte werden können. WS.

"Götterdarstellungen auf antiken griechischen Münzen"

13. Mai: Ein Mitglied unseres Vereins sprach zum Thema: "Götterdarstellungen auf antiken griechischen Münzen". Der Schilderung des antiken Schriftstellers Hesiod folgend wurde der Ursprung des Götterglaubens dargelegt. Auf Münzen wurden dargestellt der Göttervater Zeus, häufig auf einem Thron mit seinen Symbolen Adler und Donnerkeil, aber auch in verwandelter Gestalt als Stier oder Schwan, seine streng blickende sittsame Ehefrau Hera, seine Zwillingskinder Artemis und Apollon, die waffenstarrende Athena, die schönste Göttin Aphrodite mit Ehemann Hephaistos, ihrem Geliebten, Kriegsgott Ares, die siegbringende Nike, der den Lebensfreuden zugewandte Dionysos, Helios als lebensspendende Sonne und der sieggewaltige Zeussohn Herakles. In einer Auswahl der unterschiedlichen Stilformen vorgestellt, konnte nur ein Anteil des vielgestaltigen Götterhimmels erfasst werden.

„Studiensammlung Kurt Wetzel“

8. April: Ende 2013 war der Verein in den Besitz von knapp 550 Münzen der griechischen und römischen Antike gelangt, die ein vor längerer Zeit verstorbener Nürnberger Sammler zusammengetragen hatte. Diese kleine „Studiensammlung Kurt Wetzel“ sollte als Anschauungsmaterial für Vereinsmitglieder, für Ausstellungen und zu didaktischen Zwecken dienen (vgl. NNB 4/2014, S. 151). In einer von Dr. Matthias Nuding geleiteten ersten Bestimmungsübung nahmen 16 Freunde der antiken Numismatik in kleinen Gruppen einen Teil der griechischen Gepräge unter die Lupe. Wie sich dabei abzeichnete, enthält die Studiensammlung neben echten Münzen aus dem Altertum auch reiches Anschauungsmaterial für das Phänomen der modernen Nachbildung solcher Objekte. Eine große Zahl der bisher begutachteten Stücke erwies sich jedenfalls als unecht oder zweifelhaft, vielfach handelt es sich um mehr oder weniger plumpe Touristenfälschungen des 20. Jhs. Die Bestimmungsübung bot damit nicht nur Einblicke in die facettenreiche Geldprägung der antiken griechischen Staatenwelt, sondern schärfte auch den Blick für die Unterscheidung zwischen echten und falschen Münzen. Dadurch rückte sie ein Stück weit in den Kontext des Themenfeldes Original-Kopie-Fälschung, das in jüngerer Zeit verstärkt das Interesse der kunst- und kulturhistorischen Forschung findet. M.N.

 

Jahreshauptversammlung 2015

Die Jahreshauptversammlung 2015 bot wie immer Gelegenheit zu eingehender Betrachtung der Vereinssituation. Das Vortragsprogramm im Jahr 2014 wurde mit je fünf Beiträgen von Mitgliedern und Gastreferenten erfolgreich gestaltet. Die Zahl der Mitglieder hat sich von 68 auf 67 Personen reduziert, da drei Todesfällen nur zwei Neuaufnahmen gegenüberstanden. Von unseren beiden Mitgliedern Dieter Fischer und Dr. Hermann Mauè wurde eine wichtige Neuerscheinung publiziert: „Medaillen und Schaumünzen auf Ereignisse in der Reichsstadt Nürnberg 1521-1806“. Das Buch wurde als Mehrjahresgabe allen Vereinsmitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt. Die neuen Mitgliedsausweise der DNG wurden verteilt und sehr positiv aufgenommen. Nach den erfreulichen Kassenberichten wurden Vorstand und Schatzmeister entlastet. Der Jahresbeitrag bleibt konstant bei 40 bzw. 20 €. Als Ziel der diesjährigen Tagesfahrt wurde Augsburg vorgeschlagen. W.S.

11. Januar 2015: „Da sah ich köstliche Dinge - Albrecht Dürers Reise in die Niederlande 1520-1521" lautete das Thema des Vortrags von Klaus Giesen aus Damme. Über diesen spannenden Vortrag wurde im NNB schon mehrmals berichtet.

 

Nachbesprechungen 2014

 

Vorweihnachtlicher Abend

 

Vorweihnachtlicher Abend am 12. Dezember 2014:

Der traditionelle vorweihnachtliche Abend mit festlichem Essen und den Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder fand mit 28 Erwachsenen und vier Kindern wiederum im Gasthof Kirchberger in Fürth-Sack statt. Höhepunkt war die Ehrung von Wolfgang Merklein für 50-jährige Mitgliedschaft, der sich dabei mit einigen Erinnerungen aus seiner reichhaltigen Lebenserfahrung bedankte. Heinz Hinterland wurde für 40-jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Lotte Kraus, Helmut Dietl und Horst Dietl wurden für 25-jährige Mitgliedschaft die vergoldete Ehrennadel verliehen. Die Silberne Nadel erhielten Hans Illmer und Dr. Gerhard Schön für 10-jährige Mitgliedschaft.

 

„Nürnberger Medaillen von 2000 bis 2014"

14. Dezember: „Nürnberger Medaillen von 2000 bis 2014" lautete das Thema des Vortrags unseres 2. Vorsitzenden Manfred Kißkalt. Das umfassende dreibändige Nürnberger Medaillenwerk von H. J. Erlanger und D. Fischer endet im Jahr 1981. Manfred Kißkalt hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle ihm bekannt gewordenen Nürnberger Medaillen im Hinblick auf eine mögliche Fortsetzung dieser Publikation zu verzeichnen. Aus dieser Dokumentation präsentierte er bereits im Jahr 2012 eine reiche Auswahl der Prägungen bis zum Jahr 2000, jetzt folgte wegen der Fülle des Materials der zweite Teil des Vortrags mit den Medaillen von 2000 bis 2014. Früher besaß Nürnberg mit Firmen wie L. Chr. Lauer oder C. Baimberger leistungsfähige Medaillenverlage. Diese Tradition wurde von der Fa. Medaillen-Kunst Fürth bis zu ihrem Verkauf 1993 an die Münze Wien fortgesetzt. Heute werden Medaillen mit Nürnberger Motiven zumeist in der Fa. Noble House in Hilpoltstein geprägt, wobei das Medaillengeschäft insgesamt von der Tendenz eher rückläufig ist.

 

„Die Münzprägung Kurfürst Friedrich des Weisen von Sachsen in Nürnberg"

9. November. Dr. Sina Westphal, Historikerin und Archivarin aus Koblenz, sprach über „Die Münzprägung Kurfürst Friedrich des Weisen von Sachsen in Nürnberg". Zwischen 1506 und 1522 fertigten Nürnberger Münzmeister (wohl in der reichs-städtischen Münze) im Auftrag Friedrichs des Weisen kursächsische Münzen und Medaillen. Drei Nürnberger Münzmeister, Hans Krug d. Ä., Konrad Ebner und Hans Kraft, waren für den sächsischen Kurfürsten tätig. Krug, Ebner und Kraft arbeiteten jeweils für einen gewissen Zeitraum (Krug immerhin für drei Jahre) zeitgleich für die reichs-städtische Münze und Kurfürst Friedrich von Sachsen. Hauptgrund für die Prägung in Nürnberg dürften die überlegenen Fähigkeiten der Nürnberger Handwerker gewesen sein. Geprägt wurden u.a. Schreckenberger (Groschen), Achtel-, Viertel-und Halbgulden, Guldengroschen, doppelte Guldengroschen und doppelte Goldgulden. Bei den mehrfachen Geprägen ist der Übergang zur Medaille oder Schaumünze fließend. Ein Großteil der in Nürnberg im Auftrag Kurfürst Friedrichs gefertigten Gepräge waren aber ausdrücklich für den Umlauf gedacht. Einzelheiten sind der regen Korrespondenz zwischen Anton Tucher, Nürnberger Ratsherr und Vorderster Losunger (zuständig für die Losung, also die Steuer) und Friedrich dem Weisen zu entnehmen, die von Frau Westphal im Rahmen ihrer Dissertation ediert und analysiert wurde. So sollte ein Großteil der in Nürnberg aus sächsischem Silber geprägten Münzen in Sachsen in Umlauf gebracht werden. In Nürnberg wurden diese Münzen nicht geduldet, da der Rat der Reichsstadt (noch) am Goldgulden festhielt und Großsilbergepräge ablehnte. Großer Wert wurde auf ein repräsentatives Porträt und den Titel des Generalstatthalters LOCVM TENENS GENERA-LIS gelegt, wobei auch Stempelvorlagen Lucas Cranachs (1508) verwendet wurden. Bemerkenswert ist ein 1522 unter großer Geheimhaltung geprägter neuer Münztyp, dessen Rückseite nicht mehr den Reichsadler mit dem Königstitel aufwies, sondern ein Kreuz mit der Devise VERBVM DOMINI MANET IN ETERNVM, ein klares Bekenntnis zur Reformation. W.S.

„Antike griechische Münzen aus der Inselwelt der Sporaden und Kyldaden"

8. Oktober: Ein Mitglied unseres Vereins sprach zum Thema: „Antike griechische Münzen aus der Inselwelt der Sporaden und Kyldaden". Die mehr als zweitausend Inseln im ägäischen Meer sind Teil einer alten Kulturlandschaft. Schon in der Antike wurden sie einander zugeordnet als die Sporaden, die Verstreuten, und die Kykladen, die im Kreise liegenden, mit Delos als Mittelpunkt. Schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt, entwickelte sich die Kykladenkultur. Abhängig von ihrer Wirtschaftskraft erfolgte die Münzprägung in Gold (Elektron), Silber und Bronze z.T. schon ab dem 6. Jh. v. Chr. Die Münzen der Apolloninsel Delos sind gekennzeichnet durch unterschiedliche Darstellungen des Musikinstruments Leier oder Lyra. An einer Münze der Sporadeninsel Kalymna konnte die Entwicklung aus einem leeren Schildkrötenpanzer, zwei Bögen, einem Querholz und Darmsaiten verdeutlicht werden. Naxos, die Mutter der gleichnamigen Pflanzstadt auf Sizilien, wählte als Sinnbild für seine reichhaltige Prägung den Kantharos, ein Tongefäß mit zwei Henkeln. Paros wies auf seinen Münzen auf den reichen Bestand an Ziegen hin. Die durch reiche Erzvorkommen begünstigte Insel Siphnos verehrte ebenfalls Apollon und schmückte seine Münzen mit diesem Gott. Die ungewöhnliche Abbildung von liegenden Fröschen auf den Münzen von Seriphos, nur wenige Originale sind bekannt, beruht auf der Sage, dass Zeus ihnen die Stimme genommen haben soll. Ungewöhnlich ist die Darstellung von Köpfen des Zeus und Apollon mit Widdergehörnen auf Münzen von Tenos. Weintrauben, Amphoren und Dionysosbüsten weisen auf den Weinanbau auf vielen anderen Inseln hin, Fische auf den reichen Fischfang. Als eine der großen Inseln ist Rhodos durch Bilder der namensgebenden Rose und des Sonnengottes Helios bekannt. Samos wies auf seine militärische Stärke durch Löwen und Stiere auf seinen auch goldenen Münzen hin, Chios bevorzugte das Fabelwesen der Sphinx. Auf den Prägungen von Lesbos, vielfach in Elektron, finden wir einen bunten Strauß der dort verehrten Götter. Die abschließend angesprochene Problematik des Beginns der Münzprägung am Beispiel des Phanes-Staters - keine Inselmünze -eröffnete eine lebhafte Diskussion.

„Kaiserslautern und sein Geld"

10. September: „Kaiserslautern und sein Geld" lautete das Thema des Vortrags von Klaus Kurt H. Schiffmann aus Lampertheim. Der Papiergeldexperte präsentierte die Kaiserslauterner Notgeldausgaben während und nach dem 1. Weltkrieg, die sich in die üblichen Phasen gliedern: Notmünzen von 1917 und 1918, Großgeldausgaben ab 1918 und Inflationsgeldscheine bis zur Währungsstabilisierung von 1923. 19 Unternehmen brachten ei-gene Geldausgaben heraus, wobei die z.T. sehr kurzen Einlöse- bzw. Umtauschfristen erstaunten. Soweit bewegt sich das Thema im bekannten Rahmen. Etwas Besonderes sind dagegen die Notgeldscheine von 1870. Noch vor Beginn der Kampfhandlungen emittierte die in der bayerischen Pfalz gelegene Stadt Kaiserslautern mit Datum vom 31.7.1870 Kriegsausgaben zu 1, 2 und 5 Gulden. Es handelte sich um eine Vorsorgemaßnahme, da die Stadt in der Nähe zum französischen Grenzgebiet sich Sorgen machte, wie die Produktion aufrecht erhalten werden könne, falls der Geldumlauf kriegsbedingt ins Stocken geraten sollte. Nach anfänglichem Bangen - französischer Angriff auf Saarbrücken am 2.8.1870 - entspannte sich die Situation jedoch rasch durch Verlagerung der Front auf französisches Gebiet. So wurde z.B. von den 64.000 geplanten 1-Gulden-Scheinen nur etwa ein Drittel in Anspruch genommen. - Nicht geklärt werden konnte die Frage nach der Existenz von 25 angeblich in Nürnberg geprägten Kaiserslauterner Notgeldabschlägen in Silber. W.S.

„Das preußische Münzwesen vor und nach dem Wiener Vertrag von 1857"

9. Juli: „Das preußische Münzwesen vor und nach dem Wiener Vertrag von 1857" war das Thema des Vortrags von Winfried Stein aus Erlangen. Durch die Verträge von Dresden 1838 und Wien 1857 wurde das Münzwesen Preußens sowie der übrigen Vertragsstaaten mit dem Ziel der Vereinheitlichung des Geldverkehrs innerhalb des Deutschen Bundes im Rahmen einer reinen Silberwährung geregelt. Es wurden alle Nominale der preußischen Kurant- und Scheidemünzen vorgestellt und ihre Unterschiede vor und nach 1857 mit dem Übergang von der alten Kölner Mark auf das Zollpfund als Bezugsgröße erläutert. Vereinsgoldmünzen als halbe und ganze Kronen als Nachfolger der Friedrichs d'ors gab es erst ab 1858. Sie waren reine Handelsmünzen mit wechselndem Kurs zum Taler. Auch das Papiergeld wurde kurz gestreift. In einer abschließenden Bewertung wurde dargestellt, dass den unbestreitbaren Stärken des preußischen Münzwesens auch deutliche Schwächen gegenüberstanden. Preußen verfügte über eine solide Silberwährung, es waren ausreichend Kurantmünzen im Umlauf. Preußische Münzen, insbesondere der Taler, erfreuten sich einer breiten Akzeptanz und kursierten weit über das eigene Staatsgebiet hinaus. Die Münzen verfügten über eine hohe Prägequalität hinsichtlich Feingehalt und Gewicht, was insbesondere auf die sehr leistungsfähige Münzstätte Berlin zurückzuführen war. Andererseits hatte sich die reine Silberwährung, als sie schließlich erreicht war, bereits überholt. Die wirtschaftlich führenden Staaten oder Münzunionen waren längst zum Goldstandard übergegangen. Das Fehlen einer eigenen welthandelsfähigen Goldmünze wirkte sich im internationalen Handel hinderlich aus. Preußen verfügte über kein konsequentes Dezimalsystem. Andere Staaten, wie z.B. Sachsen, waren in diesem Punkt weiter. Die Nominalreihe war durch das Fehlen des Dritteltalers lückenhaft. Zur leichteren Abwicklung des Zahlungsverkehrs wäre eine solche Münze dringend notwendig gewesen. Die ohne zeitliche Begrenzung zirkulierenden Altmünzen mit deutlichen Abnutzungsspuren waren zwar weitgehend eingezogen, aber keineswegs restlos beseitigt. Nach künstlerischen Kriterien waren die preußischen Münzen im Vergleich zu bayerischen (Geschichtstaler) oder sächsischen Münzen (Bergbautaler) eher enttäuschend. Dennoch, auch bei den genannten Schwächen, fällt das Gesamturteil über das preußische Münzwesen, mit dem sich der Staat nach innen und außen darstellte, insgesamt eher positiv aus.

 

11. Juni 2014: Walter Fries aus Bad Kissingen sprach zum Thema „Götter, Nymphen, Ungeheuer. Mythen vom Wasser und ihre Ausprägung im Münzbild der Antike". Über den Inhalt wurde bereits im NNB 7/2012, S. 276, berichtet.

 

14. Mai 2014: Als Ergänzung zum letztjährigen Schwerpunktthema „Die Franzosenzeit" sprach Klaus Roß aus Waldbüttelbrunn über: „Eine numismatische Betrachtung der italienischen Zeit 1806-1814 am Main". Es handelt sich um das kurzlebige Gebilde des Großherzogtums Würzburg unter Ferdinand von Österreich, vormals Großherzog von Toskana und dann Kurfürst von Salzburg. Über den Vortrag wurde bereits im NNB Nr. 1/2013, S. 27 f., ausführlich berichtet.

 

„Der Münzfund von Hersbruck"

9. April 2014: „Der Münzfund von Hersbruck" war das Thema des Vortrags von Anja-Nadine Mayer, seit 2012 Leiterin des Hirtenmuseums Hersbruck. 740 Jahre nach seiner Verbergung und 86 Jahre nach seiner Wiederentdeckung im Jahr 1928 im Kellergewölbe des Lutischen Hauses am Marktplatz, hat der Fund von Hersbruck nichts von seiner Faszination verloren. 1.650 mittelalterliche Münzen von vielleicht ursprünglich 15.000 Stücken des heute weit verstreuten Funds lagern im Hersbrucker Museum, Grund genug, zum 80-jährigen Gründungsjubiläum des Hirtenmuseums eine Sonderausstellung durchzuführen. Die Kuratorin der Ausstellung, Frau Mayer, erläuterte den aktuellen Forschungsstand zu diesem bedeutenden Fund, mit dem sich weiterhin viele Rätsel verbinden. Gab es eine Münzstätte Hersbruck, wie der Erstbearbeiter des Funds, der damalige Leiter der Waffen-, Münzen- und Medaillensammlung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und Vorsitzender des Vereins für Münzkunde Nürn-berg e.V., Dr. August Neuhaus, 1930 vermutete? Oder hat der Zweitbearbeiter, Hans Gebhard, 1935 Leiter der Staatlichen Münzsammlung München, Recht, der die fraglichen Stücke der Münzstätte Nürnberg zuordnete? Für ein Hirtenmuseum naheliegend ist die These, dass die Schatzbildung mit einem frühen Handel mit Ochsen entlang der Donauroute von Ungarn über Wien und Regensburg nach Hersbruck in Verbindung stehen könnte. Eine These, die weder bestätigt noch widerlegt werden kann, aber wie häufig bei Münzfunden, die Fantasie anregt. W.S.

 

Jahreshauptversammlung 2014

9. März 2014: In der Jahreshauptversammlung konnte der Verein auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken. Das Schwerpunktthema „200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig - die Franzosenzeit" wurde mit mehreren Vorträgen von Mitgliedern und Gästen gestaltet. Den thematischen Höhepunkt bildete die dreitägige numismatische Exkursion im Oktober nach Leipzig zum Kolloquium „1813-2013 in nummis" der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft. Erstmalig beteiligte sich der Verein ebenfalls im Oktober an der im Großraum Nürnberg veranstalteten „Lange Nacht der Wissenschaften" mit einem eigenen Beitrag zur Bestimmung von Metalllegierungen. Durch eine großzügige Mitgliederspende konnte eine kleine Sammlung antiker Gepräge erworben werden, die in Zukunft als „Studiensammlung Kurt Wetzel" als Anschauungsobjekt für Mitglieder des Vereins, für Ausstellungen und u.U. schulischen Unterricht genutzt werden soll. Die Zahl der Mitglieder liegt unverändert bei 68 Personen. Nach den erfreulichen Kassenberichten wurden Vorstand und Schatzmeister entlastet. Der Jahresbeitrag bleibt konstant bei 40 bzw. 20 E. Die diesjährige Tagesfahrt geht nach Regensburg zum Besuch der Bayerischen Landesausstellung über Kaiser Ludwig den Bayern.

 

 

„Nürnberger Grundsteinmedaillen"

 

9. Februar 2014: „Nürnberger Grundsteinmedaillen" war das Thema des Vortrags des früheren Leiters des Münzkabinetts im GNM, Dr. Hermann Maue. Medaillen, die eigens für eine feierliche Grundsteinlegung eines öffentlichen Gebäudes angefertigt, in den Grundstein eingemauert und in wenigen Exemplaren an hoch stehende Persönlichkeiten vergeben wurden, sind eine Nürnberger Eigenart. Zwar hatte man schon zuvor in Italien Medaillen in Gebäude eingemauert, doch waren das keine eigens für den Akt der Grundsteinlegung gefertigte Medaillen. Die erste auffallend große Grundsteinmedaille nördlich der Alpen mit einem Durchmesser von gut 7 cm kam in den Grundstein zur Verstärkung der Nürnberger Burgbefestigung 1538. Das Modell für die Vorderseite mit den drei Nürnberger Wappen fertigte Peter Flötner. Auf der Medaillenrückseite liefert eine ausführliche Inschrift die Angaben, die sich sonst auf einem in den Grundstein gelegten Schriftstück finden. Neben der Medaille kamen in aller Regel zwei Flaschen mit weißem und mit rotem Wein und mitunter zusätzliche Münzen in den Grundstein. Außerdem gehörte es zum Brauch einer Grundsteinlegung, Silbergroschen, mitunter eigens zu dem Anlass geprägt, unter jugendliche Teilnehmer auszuteilen. Fast 80 Jahre lang waren Nürnberger Grundsteinmedaillen zwischen 7 und 8 cm groß und orientierten sich in Bild und Schrift an der Medaille auf die Burgbefestigung von 1538: für das Kollegiengebäude der Universität in Altdorf 1571, für das Widerlager der Fleischbrücke auf dem südlichen Pegnitzufer 1597 und dem nördlichen 1598, auf die Wöhrdertor-Bastei 1613 und den Neubau des Rathauses 1616. 1958 fand man bei Aufräumarbeiten des im Krieg zerstörten Rathauses diesen Grundstein mit der entsprechenden Grundsteinmedaille und einigen Münzen in einem bronzenen Gefäß sowie mit den beiden Weinflaschen. Der Fund ist heute in der Halle des Nürnberger Rathauses ausgestellt. H. M.

 

„Neue Erkenntnisse über die mittelalterlichen Münzen des Hochstiftes Passau"

 

12. Januar 2014: „Neue Erkenntnisse über die mittelalterlichen Münzen des Hochstiftes Passau" lautete das Thema des Vortrags unseres Mitglieds Prof. Dr. Gerhard Koniszewski. Ein Münzfund (Obing) und einige Neuheiten aus dem Handel erweitern das bisherige Wissen über die im Mittelalter geprägten Münzen des Hochstifts Passau. Der Münzfund von Obing brachte Denare von Bischof Altmann (1065-1091) zutage. Somit ist von einer durchgehenden Ausmünzung von 1045 (Egilbert 1045-1065) bis 1265 (Otto von Lonsdorf, 1254- 1265) auszugehen. Im November 1265 wurde Petrus von Wratislau Bischof von Passau, wohl unter Einflussnahme von König Ottokar II. Premysl. Zwei noch unbeschriebene Pfennige bestätigen die von Dr. Arnold Ritter Luschin von Ebengreuth (Wiener Münzwesen im Mittelalter, Wien und Leipzig 1913) angenommenen „Konventionsgepräge" von Ottokar II. und Bischöfen von Passau. Die geschichtlichen Ereignisse und abgeschlossenen Verträge zwischen den Bürgern der Stadt und den jeweils regierenden Bischöfen unterstreichen diese Annahme. G. K.

 

Zusammenfassungen 2013

 

8. Dezember 2013: Richard Dietz aus Buckenhof bei Erlangen sprach über „Nürnberger Bürger- und Handwerkerwappen". Herr Dietz hat alle erreichbaren Stammwappen, Berufswappen und Hausmarken von ca. 4900 Personen aus 3200 Familien erfasst und 2012 in einem dreibändigen Katalog mit zusammen über 1200 Seiten veröffentlicht. Zu den wichtigsten Quellen gehören die in Erz gegossenen Epitaphien auf den beiden historischen Friedhöfen von St. Johannis und St. Rochus. Aber auch an den Begräbnisplätzen von Kirchen und anderen Gebäuden befinden sich Wappendarstellungen. Der Vortrag zeigte einen Ausschnitt aus seiner umfangreichen Forschungstätigkeit. Ein Bezug zur Numismatik ergibt sich aus der häufigen Verwendung der Wappen für Nürnberger Personenmedaillen. 

 

6. Dezember 2013: Der traditionelle vorweihnachtliche Abend mit festlichem Essen und den Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder fand mit 25 Teilnehmern wiederum im Gasthof Kirchberger in Fürth-Sack statt. Klaus-Peter Pislor wurde für 40- jährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Antonie Haas erhielt für 35-jährige Mitgliedschaft die Verdienstplakette in Silber. Eva-Maria Schiemann, die ebenfalls 35 Jahre dem Verein angehört, war leider verhindert. Dr. Hermann Maue wurde für 25-jährige Mitgliedschaft die vergoldete und Gottlieb Hofmann für 10 Jahre Mitgliedschaft die silberne Ehrennadel verliehen. Eine Überraschung wurde präsentiert: Durch die großzügige Spende eines Mitglieds konnte eine kleine Sammlung antiker Gepräge erworben werden, die in Zukunft als „Studiensammlung Kurt Wetze!" als Anschauungsobjekt für Mitglieder des Vereins, für Ausstellungen und u.U. schulischen Unterricht genutzt werden soll. W. S.

 

 

10. November 2013: „Carl von Dalberg (1744 - 1817) - Münzen und Medaillen - ein Kirchenfürst in der Zeit des Übergangs" lautete das Thema des Vortrags von Winfried Stein zum Abschluss des Schwerpunktthemas „Franzosenzeit". Carl Frh. v. Dalberg, einem der vornehmsten rheinischen Reichsrittergeschlechter entstammend, durchlief in der Reichskirche des Alten Reiches eine bemerkenswerte Karriere, die ihn in höchste kirchliche und weltliche Ämter führte. In seiner Biografie spiegelt sich beispiellos die so genannte Franzosenzeit mit allen begleitenden Umbrüchen wider. Durch seine zeitweise Nähe zu Napoleon glaubte er, eine gewisse Sonderrolle zu spielen und konnte zunächst für sich und seinen Mainzer Exilkurstaat der Säkularisation entgehen. Im 1806 gegründeten Rheinbund hoffte er vergeblich erneut auf eine Sonderrolle, um seine politische Utopie eines „Dritten Deutschland" neben den Großmächten Österreich und Preußen verwirklichen zu können. Höhepunkt seiner Laufbahn war 1810 das Amt des Großherzogs von Frankfurt, das er aber bereits kurz nach der Leipziger Völkerschlacht durch Flucht in die Schweiz und Abdankung aufgab. Nach einer Zeit der Ungnade wurde ihm schließlich bis zu seinem Tod ein vergleichsweise ruhiger Lebensabend als Erzbischof von Regensburg ermöglicht. Numismatische Zeugnisse in Form von Münzen, Medaillen und Orden belegen die teilweise dramatischen Ereignisse dieser Epoche. 

 

11.-13. Oktober 2013: Statt eines eigenen Vortrags in Nürnberg nahm eine Gruppe von 13 Vereinsmitgliedern und Angehörigen an einer numismatischen Exkursion nach Leipzig zum Kolloquium „1813 - 2013 in nummis" der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft teil. Die Veranstaltung bildete einen der Höhepunkte zu dem vom Verein für 2013 gewählten Schwerpunktthema „200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig - die Franzosenzeit". Über die Tagung wurde an anderer Stelle im NNB berichtet. Auf der Hinfahrt besuchte die Gruppe das „Neue Münzkabinett" im Schloss Friedenstein in Gotha, wobei die Meinungen zur Präsentation im „Triumphbogen" sehr geteilt waren.

 

19. Oktober 2013: Der Münzverein beteiligt sich in diesem Jahr erstmals an der im Großraum Nürnberg veranstalteten „Langen Nacht der Wissenschaften" mit einem eigenen Beitrag: Unter dem Titel: Gold-, Silberlegierung oder vielleicht nur „Blech"? führte unser Mitglied Dr. Dr. Werner Müller von 18 bis 1 Uhr im Lesesaal des Stadtarchivs Erlangen Messungen zur Bestimmung des spezifischen Gewichts von Münzen und Medaillen vor. Dazu wurde mittels Feinwaage das Gewicht bestimmt und anschließend nach dem Prinzip des Archimedes das Volumen über die Wasserverdrängung ermittelt. Das daraus errechnete spezifische Gewicht gibt Aufschluss über den Edelmetallgehalt und somit auch über die Frage „echt oder falsch". Außerdem erfolgte die Verifizierung über die Messung der Leitfähigkeit. Es kamen ca. 70 Besucher, die z. T. auch eigene Stücke zur Prüfung mitbrachten. Einige Jungsammler in Begleitung ihrer Eltern wurden mit Informationsmaterial versorgt.   WS.

 

11. September 2013: Jürgen Schwab sprach zum Thema „Münzen der Münzstätte Schwabach". Begonnen wurde mit der Vorstellung des SVOBACIN-Denars, der früher von numismatischen Experten (Dannenberg, Hävernick) dem heutigen Schwabach zugeordnet wurde. Nach dem Vortrag wurde dadurch eine angeregte Diskussion angestoßen, mit der Schlussfolgerung, dass eine eindeutige Zuordnung nach Schwabach nicht abschließend festgestellt werden kann. Eine gesicherte Prägetätigkeit kann ab 1434 in Schwabach nachgewiesen werden. Hierzu wurde ein Konventionspfennig unter dem Markgrafen Friedrich I. vorgestellt. Aber auch für auswärtige Münzherren wurde geprägt: Für Johann I., Herzog von Pfalz-Neumarkt, ein Konventionspfennig und ein Zwittergroschen geprägt ab 1434. Für Schwäbisch Hall ein Batzen mit der Jahreszahl 1517. Ein Doppelgroschen für Graf Ludwig Gustav zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst von 1685, betrügerisch geprägt 1687 mit Rückdatierung, und ein Konventionstaler von 1781 für Hohenlohe-Kirchberg. Die Örtlichkeiten aller vier für Schwabach gesicherten Münzstätten wurden jeweils anhand von heute vorhandenen Bildern und alten Bauplänen den Zuhörern näher gebracht. Von den eigentlichen Münzherren der Schwabacher Münzstätte, den Markgrafen Brandenburg-Frankens bzw. -Ansbachs, erfolgte die Präsentation eines Goldguldens unter Albrecht Achilles, geprägt ab 1470 unter dem Münzmeister Hans Rosenberger, der vermutlich für die Entstehung der Schwabacher Schrift verantwortlich zeichnet, die erstmalig in der Schedelschen Weltchronik von 1493 eingesetzt wurde, weiterhin ein Goldgulden von 1531 unter Georg dem Frommen. Ein Highlight, nicht zuletzt wegen eines erzielten Verkaufserlöses von 77.500 €, war ein Goldgulden von 1579 auf das Stahlschießen zu Kulmbach, geprägt unter Georg Friedrich. Von 1675 ein Gulden geprägt in der vom Markgrafen Johann Friedrich neu eröffneten Münzstätte in der Münzgasse 5, von 1730 ein Zwittertaler auf die Schwabacher Artikel, von 1735 ein Carolin geprägt unter Carl Wilhelm Friedrich und von Alexander eine Huldigungsmedaille von 1758. Nachdem Schwabach zwischen 1792 und 1806 auch preußisch war, bildete den Abschluss ein Drei-Kreuzer-Stück von 1795, eine der letzten Schwabacher Prägungen. J.Sch.