Verein

Vorsitzender:
Dr. Gerd Dethlefs

Westf. Landesmuseum
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. (0251) 5907-256
Fax (0251) 5907-210
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Homepage:
www.muenster.org/muenzfreunde

 

Mitgliedsvereine:

Verein der Münzfreunde Bielefeld und Umgebung

Münzfreunde Dortmund

Münzfreunde Essen

Münzfreunde im Hochsauerland

Lippische Münzfreunde

Münzfreunde Minden und Umgebung e.V.

Münzfreunde Münster

Münzfreunde Osnabrück

Münzfreunde Paderborn

Münzfreunde Raesfeld

Münzfreunde Soest

 

Termine

 

 


 

Antike Numismatik

11. Tag der antiken Numismatik 2016 - Programm

11. Tag der Antiken Numismatik

Tagungsort: Vortragssaal im LWL-Museum für Kunst und Kultur / Westfälisches Landesmuseum, Domplatz 10, Münster/Westf.

Programm

Freitag 11. November 2016

19.15 Uhr

Abendvortrag: Dr. Vesta Sarkhosh Curtis, London: Parther und Sasaniden. Ein numismatischer Überblick

Samstag, 12. November 2016

ab 9.00 Uhr Eingangskaffee

9.20 Uhr Begrüßung

9.30 Uhr   Hristina Ivanova, M.A., Berlin: auri argentique nihil. Drei Silberhorte aus Münzen von Apollonia Pontike und deren historische Einbettung

10.00 Uhr Dr. Michael Kleu, Köln: Von Ziegen und Göttinnen - Der vermeintliche Bau einer Flotte Philipps V. von Makedonien in Lissos

10.30 Uhr Dr. Bärbel Ruhl, Ochsenfurt: Hermes Imbramos, die Hauptgottheit von Imbros? Neue Untersuchungen zu den imbrischen Münzbildern

11-11.30 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr Günther Gromotka, Steinfurt: Zur Datierung einer späthellenistischen Münzserie von Seleukeia am Kalykadnos

12.00 Uhr Dr. George Watson, Frankfurt: Die sharing in Asia Minor: new approaches, new models, new possibiities

12.30 Uhr Reinhold Schwarz, Köln: Aspekte der alexandrinischen Münzprägung unter Philippus Arabs

13-14.15 Uhr Mittagspause

14.15 Uhr MA Andrea Casoli, Wien: Der elegante Nero: die Porträtbüsten 64-68 n. Chr.

14.45 Uhr Kristina Heubach, M.A., Eichstätt: Germania capta? Die flavischen Kaiser und die römische ‚Eroberung' Germaniens

15.15 - 15.45 Uhr Kaffeepause

15.45 Uhr Dr. Johannes Wienand, Düsseldorf, und Dr. Karsten Dahmen, Berlin: NUMiD

16.00 Uhr Simone Killen, M.A., Louvain-la-Neuve: Pondera Online

16.15 Uhr Prof. Dr. Bernhard Weisser, Dr. Johannes Eberhardt, Berlin: Die Fundmünzen von Priene

16.45-17.00 Uhr Getränkepause

17.00 Uhr Dr. Susanne Börner, Andreas Müller, Heidelberg: Projektergebnisse aus Heidelberg: 69 Tetrici - Aspekte, Perspektiven, Probleme

17.30 Uhr Markus Zimmermann, M.A., Bayreuth: Neue Erkenntnisse zu den germanisch-römischen Beziehungen in Oberfranken anhand bisher unbearbeiteter spätrömischer Fundmünzen

Ende ca. 18.00 Uhr

Infos: http://www.uni-muenster.de/Archaeologie/numismatik/tagdernumisma-tik/index.html, Kontakt: katharina.martin @uni-muenster.de

Die Numismatische Kommission der Länder unterstützt die Veranstaltung mit drei kleinen Reisestipendien für Studierende, die den TAN nutzen wollen, um (tiefere) Einblicke in die Numismatik zu bekommen und um hier Kontakte zu knüpfen. Unterstützt werden wir wieder von der Münzenhandlung Fritz Rudolf Künker GmbH, dem Verband der deutschen Münzenhändler e.V. und der Numismatischen Kommission der Länder.

 

10. Tag der antiken Numismatik 2015 - Programm

PROGRAMM

Freitag, 13.11.2015, 19.15 Uhr LWL-Museum, Domplatz 10, Vortragssaal

Dr. Wolfgang Fischer-Bossert, Wien. Moderne Fälschungen griechischer Münzen

 

Samstag, 14.11.2015 LWL-Museum, Domplatz 10, Vortragssaal

9.00 Uhr Eingangs-Kaffee

9.20 Uhr Begrüßung. Dr. Gerd Dethlefs, Prof. Dr. Dieter Salzmann, Stefan Kötz, M.A.

9.30-10.30 Uhr: Griechen. Ikonografie und Währungsraum

Hülya Vidin, M.A., Münster: Apollon Karneios

Prof. Dr. Linda-Marie Günther, Bochum: Korinthische >Pferdchen< im Adria-Raum. Prägeverbünde oder Währungsunion? (Schulprojekt)

10.30-11 Uhr: Kaffeepause

11-12 Uhr: Zeitalter des Hellenismus. Seleukiden/Ptolemäer & Römische Republik

Andreas Blasius, M.A., Bonn: Antiochos IV. Epiphanes, der Sohn der Isis - zur Familienpolitik eines Wahlptolemäers

David Biedermann, M.A., Berlin: Ein verkanntes Porträt Octavians - Zum Aureus RRC 534/1

12-13 Uhr: Kaiserzeitliche Städteprägungen. Römische Reflexe

Dr. Nina Fenn, Köln: Greek Imperials - Kaiserzeitliches Griechenland im Spiegel der Münzen

Prof. Dr. Jannis Hourmuziadis, Berlin: Die römische Fortuna in Thrakien und Moesien

13-14.30 Uhr: Mittagspause

14.30-15.15 Uhr: Fundmünzen & internationale Vernetzung

Prof. Dr. Aleksander Bursche, Warschau, & Dr. David Wigg-Wolf, Frankfurt: Imagines Maiestatis. Barbarian Coins, Elite Identities and the Birth of Europe

Dr. Karsten Dahmen, Berlin: nomisma.org und Linked Open Data

15.15-15.45 Uhr: Kaffeepause

15.45-16.45 Uhr: Römische Kaiserzeit (1). Ikonografisch-Methodisches

Ilyas Özsen, M.A., Berlin: AVGVSTVS VLTOR - Zur Rekonstruktion der Statue von Prima Porta

Dr. Peter Kritzinger, Jena: Praktische Überlegungen zum antiken Siegelwesen

16.45-17 Uhr: Getränkepause

17-18 Uhr: Römische Kaiserzeit (2). Münzcorpora/Fallstudien

Martin Ziegert, M.A., Wien: Die Münzprägung Kaiser Vespasians

Martin Baer,`M.A., Wien: Repräsentation und Rezeption der Kaiser Marc Aurel, Lucius Verus und Commodus auf Grundlage numismatischer Quantifizierung

18 Uhr: Ende der Veranstaltung

 

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Salzmann & Dr. Katharina Martin, Forschungsstelle Antike Numismatik am Institut für Klassische Archäologie und Christliche Archäologie / Archäologisches Museum der WWU, Domplatz 20-22, Tel. 0251/8323222; E-Mail. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Stefan Kötz, M.A., Münzkabinett, LWL-Museum für Kunst und Kultur / Westfälisches Landesmuseum, Domplatz 10, Tel. 0251/5907258; E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Gerd Dethlefs & Günther Gromotka, Verein der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V., c/o LWL-Museum für Kunst und Kultur / Westfälisches Landesmuseum, Domplatz 10, Tel. 0251/5907256; E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und guenther.gromotka@ gmx.de

 

9. Tag der antiken Numismatik 2014 - Bericht aus: NNB 3/2015, S. 92-94

9. Tag der Antiken Numismatik 2014

 

Ein Bericht (Quelle: NNB 3/2015, S. 92-94)

Zum neunten Mal trafen sich am 14./15. November 2014 etablierte Numismatiker, Nachwuchswissenschaftler und Münzfreunde in Münster und diskutierten lebhaft im neu eröffneten LWL-Museum für Kunst und Kultur verschiedenste numismatische Themenbereiche der Antike, die von naturwissenschaftlichen Methoden über Möglichkeiten ikonographischer Materialauswertung oder klassisch numismatische Techniken der Fundnumismatik und Hortfundanalyse bis hin zu laufenden numismatischen Aktivitäten reichten und damit ganz unterschiedliche methodische Zugänge und Fragestellungen abdeckten.

Prof. Dr. Peter Franz Mittag, Köln, eröffnete die Veranstaltung mit dem traditionellen Abendvortrag am Freitag zum Thema „Heilung und Hoffnung auf reichsrömischen Münzen und Medaillons des 2. Jhs. n. Chr." Er untersuchte darin Darstellung und Funktion der Personifikationen Salus (Gesundheit/Heilung) und Spes (Hoffnung) im Bild. Die Figuren Salus Augusti, Salus Publica und Salus Generis Humani standen dabei im Kontext von Nachfolgeregelungen und fungierten damit als Wunschbilder oder (vermeintliche) Indikatoren der Stabilität des Reiches. Wie ein Exkurs zeigte, bezogen sich Darstellungen des Aesculap auf Medaillons Hadrians, des Antoninus Pius und Marc Aurels stets auf konkret nachweisbare Krankheiten der Kaiser. Spes-Prägungen waren seltener, doch standen auch sie (als Spes Publica) im Zusammenhang mit der Kaisernachfolge. Da Münzen und Medaillons unterschiedliche Funktionen zukamen, sprachen sie auch unterschiedliche Adressaten an und thematisierten entsprechend verschiedene Bereiche: Deshalb beschloss Mittag seinen Vortrag mit einem Ausblick auf die Medaillons insbesondere des Antoninus Pius, die weniger Themen des öffentlich-politischen Lebens repräsentierten als auf die persönliche Vorstellungswelt des Kaisers Bezug nahmen.

Das Samstagsprogramm begann mit zwei Arbeitsberichten aus dem multidisziplinären Frankfurter Projekt „Coinage and the Dynamics of Power: The Western Mediterranean 500-100 BCE": Zunächst fragten Dr. Thomas Birch und Prof. Dr. Fleur Kemmers, Frankfurt a.M., mit „Silver for the Greek colonies: preliminary results from lead-isotope provenancing of coinage from mints in Italy and Sicily, 5th-3rd centuries BCE" nach der Herkunft des Münzmaterials in Unteritalien und Sizilien. Mithilfe naturwissenschaftlicher Analyseverfahren, insbesondere der Bleiisotopenanalyse, sollen diese Fragen beantwortet werden, denn je nach Herkunft verhält sich die Zusammensetzung des Münzmetalls unterschiedlich. Dafür werden die Münzen am Rand angebohrt und drei winzige, von Oberflächenkorrosion etc. unkontaminierte Bohrkerne (0,5 bis 0,8 mm) entnommen, so dass saubere und repräsentative Daten aus dem „Münzinneren" gewonnen werden können. Um eine verlässliche und repräsentative Datengrundlage zu erhalten, müssen die Metallanalysen auf breiter Basis ausgeweitet werden. Anschließend stellte Ulrike Wolf M.A., Frankfurt a.M., in ihrem Vortrag „Die Münze - ein Kommunikationsmittel?!" die Frage, ob und inwieweit bereits in der Zeit vom 5. bis 1. Jh. v. Chr. Münzen über ihre Bilder eine kommunikative Funktion im Kontext der Dynamik der Machtverhältnisse im westlichen Mittelmeerraum ausgeübt haben. Dafür wendet sie die Methode des diachron-systematischen Vergleichs von Münzbildern an, die zunächst auf einer quantitativen Ebene analysiert werden. So entsteht ein Bild von der Verteilung der Münzbilder: Aufkommen, Bewegung, Veränderung und Verschwinden können ebenso beurteilt werden wie Häufigkeit bzw. Seltenheit, Kontinuität bzw. Diskontinuität und Globales bzw. Regionales.

In der folgenden Sektion ging es um die Prägungen der hellenistischen Zeit: Alina Lutz, Stuttgart, präsentierte das Thema ihrer Staatsexamensarbeit „Tot und vergessen? Überlegungen zur Verwendung des Alexanderbildes in den Münzprägungen der ersten Generation der Diadochen" und ging dabei der Frage nach, welche unterschiedlichen Wege die Nachfolger Alexanders (besonders Ptolemäer und Seleukiden) für die äußere Gestaltung ihres Geldes gewählt haben. Denn neben dem Fortlaufen der Alexanderprägungen entwickelten sich dynastisch unterschiedliche Prägungen, die jeweils eigene Antworten auf die politischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Zeit fanden. Mit seinem Vortrag „Antiochos Nikator - Wer bin ich?" leistete Gunnar Dumke M.A. (Halle a. d. Saale) einen Beitrag zu der Frage, wer sich hinter dem in der Serie der Kommemorativprägungen des baktrischen Herrschers Agathokles (t ca. 180 v. Chr.) vorkommenden Antiochos mit dem Epitheton Nikator verbirgt. Handelt es sich um den Seleukiden Antiochos II. (f 246 v. Chr.), unter dessen Herrschaft sich der Satrap in Baktrien, Diodotos I. (t 239 v. Chr.), vom Seleukidenreich lossagte und das gräko-baktrische Reich begründete, oder um einen weiteren unabhängigen baktrischen Herrscher nach Diodotos I. und Diodotos II. (f 235 v. Chr.)? Anhand detaillierter Porträtanalysen sprach sich Dumke klar für die Identifizierung als Seleukiden aus.

Die anschließende Sektion widmete sich den lokalen Städteprägungen des griechischen Ostens: In ihrem Vortrag „Geprägte Tempel. Die römischen Münzen der Provinz Achaia mit Tempeldarstellungen", der einen Teilaspekt ihres Habilitationsprojekts zur „Sakraltopographie Griechenlands in römischer Zeit" behandelt, konzentrierte sich Dr. Nina Fenn, Köln, auf 14 griechische Poleis und römische Kolonien, die Sakralarchitektur auf ihren Münzen thematisierten, und stellte dem numismatischen Material jeweils den archäologischen und den literarisch überlieferten Befund gegenüber. Deutlich wurde u.a., dass es tatsächlich die wichtigsten lokalen Kulte waren, die nicht nur durch ein Götterbild, sondern auch mittels ihres Kultbaus Reflex in der städtischen Münzprägung fanden und damit in ganz besonderem Maße identitätsstiftend wirken konnten. Ebenfalls eingebettet in das Themenfeld Münzprägung und Identität widmete sich Dr. Vera Sauer, Rangendingen/ Odense, in ihrem Vortrag „Städtischer Raum - aus der Perspektive der kaiser-zeitlichen Münzprägung in Nordanatolien" der Transformation des natürlich gegebenen, gleichsam unbewussten Raumes (space) in einen definierten Raum, dessen man sich bewusst ist und den man gestaltet (place). Sie prüfte, inwieweit die Münzprägung diesen Prozess widerspiegelte oder gar zu ihm beitrug. Als Materialbasis für die Analyse der Selbstwahrnehmung bzw. -darstellung auf Münzen sammelte Sauer Raumbezüge (z.B. Architekturbilder, geographisch konnotierte Figuren wie Flussgötter, geographische Beinamen) in der Münzprägung von 18 Städten Nordanatoliens in der römischen Kaiserzeit.

Die folgenden vier Vorträge behandelten unterschiedliche Aspekte der römischen Reichsprägung: Mit seinem Vortrag „9 oder nicht 9? Die Münzfunde von Waldgirmes und die Kalkliesekontroverse" bewertete Dr. David Wigg-Wolf, Frankfurt a. M., die Fundmünzen der Siedlung Lahnau-Waldgirmes neu: Der Befund einer Verfüllschicht in einem Brunnen im Westen der Siedlung weist klar auf 9 n. Chr. als terminus post quem; neben dendrochronologischen Daten einer hölzernen Leiter fand sich u.a. auch eine Varus-Münze. D.h., es gab hier ganz offensichtlich Leben auch noch unter Germanicus nach 9 n. Chr., wenngleich die Siedlung an anderen Stellen, belegt durch den Zerstörungshorizont wie in Kalkriese oder Haltern, offenbar aufgegeben worden war. Daher schloss Wigg-Wolf mit allgemeinen Überlegungen zur Bewertung von Münzfunden: Gründe für die Absenz von Fundmünzen können auch andere Sozialkontexte sein oder eine fehlende/rückläufige Monetarisierung und müssen deshalb nicht zwangsläufig auf das Ende oder die Unterbrechung einer Besiedlungsphase zurückzuführen sein. Martin Ziegert M.A., Wien, widmete sich den Methoden der Hortfundanalyse und sprach in seinem Vortrag über ,Vespasian und die Hortfunde", indem er Gold- und Silberhorte in drei Zeitschnitten - Schlusspunkt beim Tod Vespasians, in der Zeit Marc Aurels bzw. des Septimius Severus - auswertete. Als Grund für die rasche und langanhaltende Präsenz der Münzen Vespasians machte Ziegert nicht nur die Verschlechterung der Standards, sondern vor allem die große Prägemenge aus. Beobachtungen zur Verteilung der Münzstätten und zum regionalen Umlauf, der im Silber weitgehende Übereinstimmungen, im Gold dagegen einige Unterschiede aufwies, schlossen sich an. Ikonographische Fragen standen im Zentrum des Vortrags über „Kaiserzeitliche Münzen mit Schiffsmotiven" von PD Dr. Thomas Schmidts, Mainz. Neben den eindrucksvollen Schiffswracks und -modellen besitzt das Museum für Antike Schifffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz eine der größten Sammlungen von Münzen mit Schiffsdarstellungen (zugänglich in der Datenbank NAVIS III <http://www.rgzm.de/navis3/home/fra-mes.htm>). Handels- und Kriegsschiffe im Münzbild lassen sich aufgrund der oftmals hohen Detailgenauigkeit identifizieren und mit dem archäologisch überlieferten Befund (mit erhaltenen Wracks oder mit Reliefs wie auf der Trajanssäule) abgleichen. Dies bildet die Grundlage für Schmidts' Systematisierung der Prägungen und ihrer inhaltlichen Aussagen in den verschiedenen Phasen der römischen Kaiserzeit. Dr. Peter Kritzinger, Jena, hinterfragte in seinem Vortrag „Graffiti auf Münzen - ein Erklärungsversuch" die Funktion von Punzierungen und Ritzungen, also allgemein Markierungen auf Münzen. Untersuchungsobjekt war der Trierer Goldhort von 1993, verborgen 193/96, der 2.517 Aurei insbesondere von Nero und Vespasian, dann vor allem von Trajan, Hadrian und Antoninus Pius enthielt. Mehr als 16 Prozent aller Stücke sind markiert, 66 Exemplare gepunzt und 347 geritzt, mit Abstand am häufigsten die Prägungen Neros und Vespasians. Wurden derartige Graffiti bisher als Prüfstempel von Geldwechslern oder Händlern angesprochen, so plädierte Kritzinger für Eigentumsmarkierungen, was er mit Quellenzitaten aus dem Römischen Recht, in denen eine Kennzeichnung von Dingen, etwa von Weinfässern, eben als Kennzeichnung des Eigentums behandelt wird, untermauerte.

Zwei Berichte zu laufenden numismatischen Aktivitäten an den Universitäten rundeten den 9. Tag der Antiken Numismatik ab: In seinem Vortrag „Numismatik macht Schule. Die Einbindung antiker Münzen im Rahmen des Rostocker Projekts >Archäologie & Unterricht<" stellte Torsten Bendschus M.A., Rostock, vor, wie einerseits Studierende didaktische Fähigkeiten trainieren und über den universitären Rahmen hinaus wirken können und wie sich andererseits neuen Generationen Motivation im Umgang mit historischen Hinterlassenschaften vermitteln lässt. Besonders die numismatischen Kurse sind dabei beliebt, da speziell mit Münzen Inhalte anschaulich und lebensnah vermittelt werden können. Die Veranstaltung beschlossen Dr. Johannes Wienand und Felix Böttcher M.A., beide Düsseldorf, mit einem Vortrag über „Die aktuellen numismatischen Projekte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf". Sie boten einen Überblick über die Bestände der universitären Münzsammlung (ca. 7.000 Exemplare in drei Sammlungen, der Fund von Brauweiler mit ca. 1.000 Prägungen des gallischen Sonderreichs und ca. 15.000 Gipsabgüsse) und erläuterten die zwei Digitalisierungsprojekte „Digitales Münzkabinett" <http://muenzkabinett.hhu.de> (s. NNB 2015/1) und die Modernisierung der ehemaligen ISE-GriM-Datenbank (Informations-System zur Erfassung Griechischer Münzen) unter dem neuen Namen „The Greek Coinage of Asia Minor": <http://gcam.hhu.de>. Neben den geplanten Printpublikationen, u. a. zur Sammlungsgeschichte und der Veröffentlichung der Sammlung Dr. Erich Roth (ca. 4700 römischen Reichsprägungen des 3. und 4. Ih.), stellte Böttcher kurz sein Dissertationsprojekt „Der freigiebige Monarch. Kaiserliche liberalitas von Septimius Severus bis Diocletian (193 - 305 n. Chr.)" vor, worin er die kommunikative Funktionalität von ritualisierten Inszenierungen kaiserlicher Freigiebigkeit während einer entscheidenden Transformationsphase der Römischen Monarchie eingehend untersucht.

Mit durchgängig rund 80 bis 90 Teilnehmern war ein neuer Besucherrekord zu verzeichnen. Dieser bestätigt sowohl den Erfolg des jährlich wiederkehrenden Veranstaltungsformats als auch die fruchtbare Zusammenarbeit der drei veranstaltenden numismatischen Institutionen: der Forschungsstelle Antike Numismatik an der Universität Münster, des Münzkabinetts am LWL-Museum für Kunst und Kultur sowie des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V. Für das 10-jährige Jubiläum ist 2015 erneut ein abwechslungsreiches und anregendes Programm zu erwarten.

Besonderen Dank schulden wir abschließend denjenigen, die die Veranstaltung finanziell unterstützt haben: der Münzhandlung Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, dem Verband der deutschen Münzenhändler e.V. und dem Verein der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V.

Text: Stefan Kötz und Katharina Martin; Fotos Michael Fehlauer / Robert Dylka; Spintria Künker, Auktion 115 (25.9.2006) Nr. 402

Tagungen

Wintertagung 2016

So., 4. Dezember, 10-13 Uhr:

Wintertagung im Westfälischen Landesmuseum, Domplatz 10, Münster,

Programm:

10.15 Uhr Klaus Giesen: Die Münzen des Grafen Eilardim 11.Jh.

11.00 Uhr Getränkepause

11.30 Uhr Dr. Stefan Gropp: Die ostniederländischen Städte Deventer, Kampen, Zwolle und Nimwegen als Münzstände des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises

13.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen im Museums-Restaurant

14.15 Uhr Führung durch die Ausstellung »Monetissimo"

15.00 Uhr Ende

 

Bericht NNB 2/2017

Mittelalter - Neuzeit - Monetissimo

Auf die 26 Teilnehmer der Wintertagung des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete wartete im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wieder ein interessantes Programm.

 

Klaus Giesen, Damme, beleuchtete „Die EILARD-Denare vom Ende des 10. Jahrhunderts“ aus drei Blickwinkeln. Diese Münzen ähneln den Otto-Adelheid-Pfennigen. Sie zeigen auf der Vorderseite ein Kreuz und ursprünglich eine Königs-in- bzw. -umschrift, auf der Rückseite eine Holzkirche und als Umschrift den Namen EILHARD, EILART o. ä. Zunächst stellte Giesen Fachliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts von Joachim, Götz, Menadier und Dannenberg vor, in der solche Denare bereits beschrieben und abgebildet waren. Aber auch Numismatiker der Gegenwart wie z. B. Bernd Kluge und Peter Ilisch beschäftigte das Phänomen dieser Münzen. Der Referent hatte vier schriftliche zeitgenössische Quellen gefunden, in denen ein Eilhard genannt wurde. Sie lassen einen Prägezeitraum von rd. 25 Jahren (60er bis 90er Jahre des 10. Jahrhunderts) während der ottonischen Kaiser und eine Prägung in Ost-Westfalen, Engern bzw. Ostfalen vermuten.

Giesen hatte bei seinen Untersuchungen 143 Eilhard-Pfennige erfasst, 76 davon mit Bild. In der darauf basierenden Stempeluntersuchung hatte er 13 Vorderseiten- und 12 Rückseitenstempel identifiziert, zu denen sich 26 Stempelkopplungen nachweisen ließen. Die vier häufigsten Vorderseitenstempel waren bei 50 Münzen, die vier häufigsten Rückseitenstempel bei 46 Münzen nachweisbar. Für die Vorderseite waren zwei Münzbilder mit diversen Umschriften zu erkennen: entweder ein Kreuz mit ODDO in den Winkeln oder ein Kreuz mit je einem Punkt in den Winkeln. Die Rückseite zeigte eine Kirche entweder mit einem Winkel in der Front oder mit einem Kreuz. Anhand der Stempelketten stellte Giesen drei Grundmuster dieser Pfennige vor.

 

Dr. Stefan Gropp referierte anschließend über „Die ostniederländischen Städte Deventer, Kampen, Zwolle und Nimwegen als Münzstände des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises“. Die Städte Deventer, Kampen und Zwolle in Overijssel unterstanden dem Fürstbischof von Utrecht, Nimwegen dem Herzog von Geldern. Deswegen waren sie streng genommen keine freien Reichsstädte. Die drei Overijsseler Städte hatten im 14. bzw. 15. Jahrhundert das Münzrecht bekommen und städtische Münzen geprägt. Nimwegen hatte 1442 dieselben allgemeinen Privilegien wie Aachen erhalten, aber keine gesondertes Münzrechtsprivileg. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts prägte die Stadt Kleingeld, es folgten Gold- und Silbermünzen.

Mit der Reichsreform zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die vier Städte dem niederrheinisch-westfälischen Reichskreis, der auch das Münzwesen beaufsichtigte, zugeordnet. 1528 bzw. 1543 fielen das Fürstbistum Utrecht und das Herzogtum Geldern aber an Habsburg. Kaiser Karl V., der in seinen burgundisch-niederländischen Erblanden auch das Münzwesen zentralisieren und vereinheitlichen wollte, gliederte 1548 die vier Städte in den neueren burgundischen Reichskreis ein, der weder den Vorschriften des Reiches noch dem Reichskammergericht unterworfen war. Die vier Städte wehrten sich, fürchteten sie doch, ihr Münzrecht zu verlieren oder die Prägung straffer reglementiert zu bekommen als bisher. Aber auch im übrigen Reich wurden die Bemühungen, im Münzwesen einheitliche Regelungen einzuführen und durchzusetzen, immer intensiver, wie die mehrfachen Reichsmünzordnungen belegen.

So ließ Kaiser Ferdinand 1. 1561 einige kleinere Münzstände, darunter auch Nimwegen, vor das Reichskammergericht laden, da sie nach den Reichsvorschriften nicht hätten prägen dürfen. 1563 wurden Nimwegen und andere Münzstände, darunter nun auch Deventer, Kampen und Zwolle, angeklagt, sowohl gute Münzen nachgeahmt als auch den Feingehalt von Münzen um 20 bis 25 % reduziert zu haben. Die Städte schätzten die Aussichten, beim Reichskammergericht das Verfahren abwenden bzw. einstellen lassen zu können, unterschiedlich ein. Deventer, Kampen und Zwolle wandten sich sofort mit einer direkten Bittschrift an den Kaiser, Nimwegen erst nach einigen juristischen Verteidigungsbemühungen. Maximilian II. ließ das Verfahren einstellen mit der Auflage, dass die Städte sich strikt an die Reichsmünz- und die niederrheinisch-westfälischen Probationsordnungen zu halten hatten. Der Kaiser ließ aber nur die Klage zurückziehen, die weitere Prägeberechtigung war unklar. Deswegen versuchten die vier Städte auf dem niederrheinisch-westfälischen Probationstag sich eine Fortsetzung ihrer Münzprägung genehmigen zu lassen. Das Gremium befürwortete den Antrag zwar, ließ aber Kaiser Maximilian II. entscheiden, der 1567 die Wiederaufnahme städtischer Prägungen erlaubte. Bedingung war, dass sich die Städte strikt an die Vorschriften und Abläufe der Reichsmünz- und Probationsordnungen hielten. Die Städte hatten ihr Münzrecht um den Preis des Beitritts zum niederrheinisch-westfälischen Kreis und einer strengen Kontrolle durch das Reich gerettet.

Bald mussten die vier Städte auf dem Probationstag aber ihr Münzrecht nachweisen. Und als ab 1570 nur noch die vier zentralen Kreismünzstätten Aachen, Köln, Münster und Emden prägen sollten, wandten sich die Städte wieder direkt an Maximilian II. um eine Ausnahmeregelung. Der Kaiser erteilte sie Nimwegen und Deventer und weichte so den Reichstagsbeschluss

wieder auf. In den folgenden Jahrzehnten, mit Beginn des 80-jährigen Krieges, dem Ende der Habsburgerherrschaft 1591 und der Gründung der nördlichen Vereinigten Niederlande wurde die Kreis-Mitgliedschaft immer lockerer, bis sie 1715 förmlich beendet wurde.

 

Abschließend führte Stefan Kötz, durch die sehenswerte Ausstellung „Monetissimo“ die er selbst kuratiert hatte. Rund 600 Exponate aus dem mehr als 100.000 Stücke umfassenden Bestand des Münzkabinetts in Münster waren ausgewählt, um das Phänomen Geld in seiner Facettenvielfalt zu beleuchten. Siehe dazu ausführlich NNB 11/2016, S. 441447 und Besprechung des Ausstellungskatalogs in NNB 1/2017, S. 15.

Axel Obdenbusch

Frühjahrstagung 2017

20 Personen nahmen an der Frühjahrstagung im Hansezimmer des Ruhrtalmuseums in Schwerte teil. In der Jahreshauptversammlung gab der 1. Vorsitzende, Dr. Gerd Dethlefs, nach dem Gedenken für die Verstorbenen einen Rückblick auf die Treffen des Jahres 2016 und informierte über den Stand der Publikation zum Fund von Pilligerheck. Stefan Kötz berichtete aus der Sicht des Geschäftsführers, insbesondere über die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Schatzmeister Helmut Eggert schloss mit dem Bericht über Einnahmen, Ausgaben und Bestand der Kasse. Kassenprüfer Heiner Deutmann testierte Helmut Eggert eine einwandfreie Kassenführung und beantragte die Entlastung des Vorstandes. Der Antrag wurde bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig angenommen. Heiner Deutmann und Dr. Gerd Löffler wurden als Kassenprüfer wiedergewählt, Vorstandswahlen standen nicht an. Das 62. Norddeutsche Münzsammlertreffen soll am 22./23. September 2017 in Osnabrück stattfinden, Thema: Luther /500 Jahre Reformation.

Die Vorträge der Tagung hielten Dr. Gerd Dethlefs über »Münzen und Medaillen aus Schwerte' und Wilfried Schröder über »Das Notgeld von 1917/1923 an der mittleren Ruhr« (s. NNB 6/2017, S.222). Nach dem Mittagessen in geselliger Runde beschloss eine instruktive Stadtführung durch Uwe Fuhrmann den herrlichen Frühjahrstag.

Axel Obdenbusch

Frühjahrstagung 2016

Mehr als 20 Mitglieder nahmen an der Frühjahrstagung teil, die am 13. März 2016 im Gustav-Lübcke-Museum der Stadt Hamm stattfand. Die einleitende Mitgliederversammlung begann mit den Berichten des 1. Vorsitzenden, des Schatzmeisters und der Kassenprüfer. Danach wurde der Vorstand entlastet. Die Neuwahlen führten zu folgender Aufgabenverteilung: 1. Vorsitzender blieb Dr. Gerd Dethlefs, 2. Vorsitzender wurde Stefan Wittenbrink und Geschäftsführer Stefan Kötz. Axel Obdenbusch und Dr. Peter Ilisch blieben Öffentlichkeitsbeauftragter bzw. Beirat für die Wissenschaftliche Numismatik, Andreas Wegner und Günter Gromotka Beisitzer für den Internetauftritt bzw. den Tag der Antiken Numismatik. Dr. Gerd Löffler und Heiner Deutmann wurden zu Kassenprüfern gewählt. Arnold Schwede, bisheriger 2. Vorsitzender, wurde wegen seiner Verdienste um den Verein und seiner wichtigen Veröffentlichungen zur Numismatik Westfalens zum Ehrenmitglied ernannt. Im Vortragsprogramm referierten Arnold Schwede, Paderborn, über „Das Marsberger Münzwesen der Neuzeit 1605-16507“, Andreas Wegner, Münster, über „Hammer Kupfermünzen“ und Dr. Gerd Dethlefs, Münster, über „Hammer Medaillen im LWL-Landesmuseum Münster“ Nach dem Mittagessen führte Dr. Maria Perrefort durch die neue Dauerausstellung zur Hammer Stadtgeschichte im Gustav-Lübcke-Museum. Axel Obdenbusch

Wintertagung 2015

An der Wintertagung im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster nahmen 18 Besucher teil. Nach der Begrüßung führte Dr. Gerd Dethlefs, Münster, die Teilnehmer durch die Ausstellung „Propaganda trifft Grabenkrieg - Medaillen- und Plakatkunst im Ersten Weltkrieg“. Die über 100 Exponate beschäftigen sich mit der deutschen und antideutschen Propaganda auf Plakaten, Karikaturen und 18 Medaillen. Künstlerisch knüpfen die Medaillen zunächst meist an den Vorkriegsstil an. Inhaltlich wurden sie Propagandamedium, glorifizieren sie doch vielfach militärische Erfolge oder die politische und/oder militärische Führung. Sie sind oft eine Kombination von Personen- und Ereignismedaille, indem sie auf der einen Seite ein konkretes Kriegsereignis darstellen und auf der anderen Seite das Porträt einer daran herausragend beteiligten Person. Medaillen wie die, die Küchler bereits 1915 über die Trauer um die Gefallenen schuf, sind eher die Ausnahme (Einzelheiten s. Stefan Kötz: Metallene Propaganda - Medaillen aus der Zeit des ersten Weltkriegs. In: NNB 12/2015, S. 476-481).

Anschließend referierte Dr. Ralf Wiechmann, Museum für Hamburgische Geschichte Hamburg, über „Sceattas, Denare, Dirhems - Münzfunde aus Groß Strömkendorf als Beleg für die Anfänge der Monetarisierung im Ostseeraum“ Der Fundort Groß Strömkendorf ist identisch mit Reric, das im dänisch/obodritischen Konflikt zerstört wurde und dessen Händler nach Haithabu umgesiedelt wurden. Die Lage des frühmittelalterlichen Handelsplatzes Reric war lange unbekannt und wurde erst durch die jüngsten Funde an der Wismarer Bucht identifiziert. Reric gehörte neben Ribe und Hedeby (Haithabu) zu den zentralen wikingerzeitlichen Handelsorten. Dr. Wiechmann stellte die gefundenen Münzen vor, die mit den Händlern an die Ostsee gekommen waren. Anhand von Fundkarten der verschiedenen Münzsorten in West- und Nordeuropa veranschaulichte er die relative Seltenheit östlich der Elbe. Ungefähr die Hälfte der gefundenen Münzen sind Sceattas, englisch-friesische Silbermünzen mit einem Gewicht zwischen 0,5 und 1,5 g und einem Durchmesser von 10 bis 15 mm. Sceatta-Funde sind im Ostseeraum eher spärlich, in Groß Strömkendorf wurden davon jedoch, mit Ribe als Ausnahme, mehr als in ganz Skandinavien gefunden. Die Sceattas waren mit verschiedenen Typen vertreten. Diese Münzen zirkulierten parallel mit den karolingischen Denaren, von denen fünf Exemplare geborgen wurden, als Fernhandelsgeld. Als Fundmünzen traten außerdem noch 44 arabische Münzen auf: neben silbernen Dirhem sehr seltene kupferne Fulus der Abassiden. Alle Münzen datieren in die Zeit vor 810 und dokumentieren den wirtschaftlichen Aufschwung des Ostseegebietes am Beginn der Wikingerzeit.

Axel Obdenbusch

Frühjahrstagung 2015

Am 22. März 2015 fanden sich 28 Teilnehmer in der Pferdestadt Warendorf im neueröffneten Westpreußischen Landesmuseum zur Frühjahrstagung der Münzfreunde Westfalen und Nachbargebiete ein. Nachdem Dr. Steinkühler, Direktor des Museums, die Gäste im ehemaligen Franziskanerkloster begrüßt hatte, begann Dr. Gerd Dethlefs die Jahreshauptversammlung mit dem Bericht des 1. Vorsitzenden über die Rückschau 2014 und den Stand der Publikation zum Fund von Pilligerheck. Geschäftsführer Stefan Wittenbrink informierte über die Mitgliederentwicklung, bevor Helmut Eggert als Schatzmeister Einnahmen und Ausgaben sowie den Kassenbestand erläuterte. Nach Kenntnisnahme des Kassenprüferberichts wurde der Vorstand bei Stimmenthaltung der Betroffenen entlastet. Anschließend erfolgte die Vorschau auf 2015 mit dem 60. Norddeutschen Münzsammlertreffen in Minden und den weiteren Veranstaltungen. Stefan Wittenbrink erläuterte einige künftige Zusatzfunktionen des neuen DNG-Ausweises. Danach folgten die Vorträge, vgl. dazu NNB 6/2015, S. 225 f. Eine fesselnde Stadtführung ließ Professor em. Dr. Paul Leidinger folgen, ehe der Tag mit einer Besichtigung der Schausammlung des neuen Westpreußischen Landesmuseums ausklang.

Axel Obdenbusch

 

Frühjahrstagung 2014

Frühjahrstagung 2014

Die Frühjahrstagung der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete in Werl hatte 26 Teilnehmer angezogen. Dr. Gerd Dethlefs begrüßte die Anwesenden und gab im Rahmen der Jahreshauptversammlung einen Rückblick auf das Jahr 2013 (Frühjahrstagung in Minden, 100-Jahrfeier MWN/Norddeutsches Münzsammlertreffen/2. Deutscher Numismatikertag in Münster, Herbsttagung in Paderborn, Tag der Antiken Numismatik und Wintertagung in Münster) und eine Vorschau auf die Aktivitäten 2014.

Stefan Wittenbrink berichtete über einen leichten Mitgliederrückgang um 8 auf 194 Personen.

Dr. Gerd Löffler schilderte Einnahmen, Ausgaben und Finanzstatus.

Heiner Deutmann gab das Ergebnis der Kassenprüfung bekannt und stellte den Antrag auf Entlastung des Vorstandes, die einstimmig bei Enthaltung der Beteiligten erteilt wurde. Heiner Deutmann und Bernd Terletzki (in Abwesenheit) wurden als Kassenprüfer wiedergewählt.

Helmut Eggert, Werl, wurde als neuer Schatzmeister und damit als Nachfolger von Dr. Löffler gewählt, der sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. Über die Vorträge der Tagung wird in diesem NNB berichtet.

Axel Obdenbusch

Wintertagung 2013

 

Wintertagung 2013

Die Wintertagung in Münster besuchten 17 Mitglieder, Gäste und Referenten. Nach der Begrüßung durch Dr. Gerd Dethlefs gab Dr. Peter Ilisch, Münster, mit „Deutsche Münzen der Wikingerzeit in polnischen Funden" einen Einblick in ein lang-jähriges Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse vor der Veröffentlichung stehen. Ähnlich wie in Skandinavien und Russland begann die Geldwirtschaft in Polen als Geldgewichtswirtschaft, d. h. Edelmetall wurde als Tauschmittel in jeder Form verwendet und nach Gewicht verrechnet. Dies belegen Funde von Waagen und Gewichten sowie solche, in denen vielfach Münzfragmente, stangenförmige Barren, Drähte und Reifen aus Silber enthalten waren. Die Funde der 1. Hälfte des 10. Jhs. sind durch einen starken Zustrom islamischer Münzen gekennzeichnet, der dann schwächer wurde und nach 975 fast komplett aussetzte. Dafür strömten westeuropäische Münzen, u.a. auch deutsche, vermehrt nach Polen. Stark vertreten sind Otto-Adelheid- und bayerische Pfennige. Die regionale Verteilung deutscher Fundmünzen in Polen sieht deutlich anders als in Skandinavien aus: u. a. sind bayerische Münzen in polnischen Funden oft, in skandinavischen dagegen wenig vertreten. Dies liegt an unterschiedlichen Wegen des Münzzustroms in die beiden Regionen. Einzelne deutsche Münzen konnten aufgrund des Fundkontextes präziser als bisher datiert werden. Viele Münzen stammten aus den östlichen deutschen Provinzen - erkennbar an ihrem typischen Randwulst. In Polen fanden sich auch vielfach Münzen aus heimischen oder zumindest slawischen Münzstätten, die sich über verschiedene Stufen aus deutschen Typen entwickelt hatten.

Dr. Gerhard Bankamp, Paderborn, referierte über „Die Medaillen auf den kölnisch-münsterischen Krieg gegen die Niederlande 1672-1674", der Teil eines gesamteuropäischen Konfliktes war. Im kölnisch-münsterischen Krieg ging es um die Zugehörigkeit der Herrschaft Borkelo im Osten der Provinz Gelderland. Nach einem Urteil des Reichskammergerichtes 1642 sah sich der münsterische Fürstbischof Bernhard von Galen als Lehnsherr bestätigt und führte sowohl Wappen als auch Titel eines Herrn von Borkeloh; dies belegte z. B. der doppelte Coesfelder Kreuztaler von 1659. 1672 versuchte Bernhard, seine Ansprüche gegenüber den Niederlanden militärisch durchzusetzen. Er eroberte Coevorden und belagerte Groningen. Zur Belagerung Groningens wurden einseitige, klippenförmige Notmünzen zu 50, 25, 12 1/2 und 6 1/4 Stüber geprägt; teilweise wurden die Rückseiten mit Karikaturen auf Bischof Bernhard graviert. Die Medaillen auf die Belagerungen zeigen auf der Vorderseite die Ansicht Groningens und auf der Rückseite die Ansicht Coevordens oder einen mehrzeiligen Text.

Abschließend führte Dr. Dethlefs mit Dieter von Levetzow, Kranenburg, ein Gespräch mit dem Arbeitstitel "Was soll und kann eine moderne Medaille leisten?", in dem er dessen Biografie und Werke herausarbeitete. 1925 geboren, hatte von Levetzow bereits als 16-Jähriger an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Weimar zu studieren begonnen. Weitere Lebensstationen waren Straelen/Niederrhein, Capri/Italien und Kranenburg/ Niederrhein. Sein Medaillenwerk ist weniger umfangreich als die Skulpturen. Der Künstler arbeitet seine Entwürfe gleich in Ton; sie werden dann mit Reduziermaschinen auf die endgültige Größe gebracht. Im Gespräch wurde das Spannungsfeld zwischen den Wünschen der Auftraggeber und den Vorstellungen des Künstlers angeschnitten. Besonders beeindruckt waren die Münzfreunde von der Karl-Leisner-Medaille. Sie erinnert an die heimliche Priesterweihe des KZ-Häftlings Leisner in Dachau 1944 durch den ebenfalls inhaftierten Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Piguet. Stark reliefiert ist der Bischof, der Karl Leisner segnet, zu sehen; die Mitra ragt aus dem Medaillenrund. Die Rückseite zeigt einen Kelch mit Hostie, der von aneinander geketteten Händen gehoben wird. Das vertiefte Feld wird oben von Stacheldraht eingerahmt.

Axel Obdenbusch

 

Publikationen

Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete

Buchbesprechung:

Gerd Dethlefs; Peter Ilisch; Stefan Wittenbrink (Hrsg.): Westfalia Numismatica 2013. Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete. Numismatischer Verlag der Münzhandlung F. R. Künker, Osnabrück 2013. 400 S., bebildert, 30 Euro, ISBN 978-3-941357-03-7.

Festschriften haben nicht immer den besten Ruf, gerne werden sie zu einer langweiligen Ansammlung von Grußworten und dienen zur unreflektierten Selbstdarstellung. Hier ist die Festschrift anzuzeigen, die der Verein der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete zu seinem 100-jährigen Bestehen vorlegte. Die redaktionelle Betreuung durch Peter Ilisch lässt dabei schon im Vorfeld solide, zielgerichtete Numismatik erwarten. Und der Leser wird nicht enttäuscht: Eine illustre Reihe von Autoren präsentiert ein thematisch an Westfalen ausgerichtetes Beitragsprogramm. Der erste Teil der Festschrift ist der Geschichte der Numismatik in Westfalen gewidmet. Gerd Dethlefs beschreibt die 100- jährige Geschichte des Vereins und präsentiert ebenso wichtiges wie gut lesbares Material zur Geschichte des Münzensammeln und des numismatischen Forschens. Fritz-Rudolf Künker und Manfred Olding stellen ergänzend herausragende Sammlerpersönlichkeiten Westfalens vor und belegen mit Bildern, die einen eigenen Quellenwert haben.

Der zweite Teil des Bandes versammelt Beiträge zur Geldgeschichte Westfalens von ausgewiesenen Fachleute mit z.T. bisher unbekannte Münzen und neuen Sachverhalten: S. Steinbach: Im Zeichen des Dreiecks. Rheinisch-westfälische Nachahmungen irischer Sterlingtypen des 13. und 14. Jahrhunderts. - G. Dethlefs: Quadrantes (Vierlinge) - Obuli (Hälblinge) - Hollandenses. Westfälisches Kleingeld des 12. bis 14. Jahrhunderts. - F. Fey: Ein unbekannter Pfennig Friedrichs II. aus Aachen. - H. Lepper: Eine undatierte Emission des „Dreikönigengroschen" des Markgrafen Wilhelm von Jülich. Eine Notiz zur Geschichte des rheinischen Münzwesens im 14. Jahrhundert. - P. Ilisch: Token westfälischer Städte. - St. Wittenbrink: Stempelkoppelungen bischöflicher und domkapitularischer Prägungen in Münster vom Ende des 15. Jahrhunderts bis 1603. - B. Mäkeler, S. Westphal: Falschmünzerei. Ein norddeutsches Beispiel aus dem Jahr 1568. - R. Schwenkner, R. Meurer: Die Hammer Kupfermünzen 1648 bis 1693. - K. Giesen: Die Münzedikte des Osnabrücker Bischofs Ernst August II. und ihre Bedeutung für den Handel der Stadt 'Wiedenbrück. - A. Tönsmann: Neues zur Coesfelder Münzprägung. - A. Tönsmann: „Die Bedeutung hat nicht ermittelt werden können". Eine Bestandsaufnahme einseitig gepunzter, der Stadt Dülmen zugeschriebener Kupfermarken. - J. Heckl: Ein Münzfund im Franziskanerkloster Hamm (entdeckt 1788) im Spiegel der Währungsverhältnisse in der Grafschaft Mark im ausgehenden 18. Jahrhundert. - A. Schwede: Die Sedisvakanzmünzen des Fürstbistums Münster von 1801.

Der dritte Teil ist Papiergeld und Medaillen gewidmet: D. Heidemann, A. Tönsmann: Der Gutschein der Junggesellen-Schützen Coesfeld von 1922. - B. Thier: Vom Künstlerentwurf zum Lizenzprodukt. Die Medaillen und Plaketten von Albert Mazzotti auf den Bischof von Münster und späteren Kardinal Clemens August von Galen. - B. Weisser: Das Medaillenwerk von Johannes Henke.

Der gesamte Band ist eine fesselnde Fundgrube, viele Beiträge hätten eine Einzelwürdigung verdient, aber der günstige Preis erlaubt es jedem, sich dieses Buch zu besorgen und damit selbst zum forschenden Leser zu werden.

Kurt Scheffler

Weitere Veröfentlichungen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete

Weitere Veröfentlichungen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete

  • Karl Kennepohl (Hrsg.): Festschrift zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Vereins. Münster 1938.49 S., 4 Tafeln.
  • Peter Berghaus (Hrsg.): Hermann Grote 1802-1895. Festschrift aus Anlaß der 150. Wiederkehr seines Geburtstages. Münster 1952. 53 5., 4 Tafeln.
  • Peter Berghaus (Hrsg.): Westfalia Numismatica 1963. Münster 1963. 81 S., II Tafeln.
  • Festgabe Peter Berghaus zum 50. Geburtstag. Münster 1969. 108 5., 10 Tafeln mit Münzen etc., 1 Bild.
  • LAGOM. Festschrift für Peter Berghaus zum 60. Geburtstag am 20. November 1979. Münster 1981. 388 S., zahlreiche Abb.. Karten und Grafiken.
  • Festschrift für Peter Berghaus zum 70. Geburtstag. Münster 1989. 178 S. und 37 Tafeln.
  • Peter Berghaus: Denar - Sterling - Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik. Herausgegeben und eingeleitet von Gen Hatz, Peter Ilisch. Bernd Kluge in Zusammenarbeit mit den Münzfreunden für Westfalen und Nachbargebiete. Verlag der Münzhandlung Künker, Osnabrück 1999. 484 S. mit zahlr. Abb. Karten und Grafiken.
  • Dethlefs, Gert; Ilisch,Peter; Wittenbrink, Stefan: Westfalica Numismatica 2013. Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete. Osnabrück 2013. 400., bebildert, ISBN 978-3-941357-03-7.
  • Kramer, Heinz Josef : Krupp-Medaillen im Ruhrmuseum Essen. Festgabe zum 85. Geburtstag am 9. Juli 2013 mit dem Schriftenverzeichnis des Autors herausgegeben und eingeleitet von Gert Dethlefs. Münster 2013. 60 S., bebildert

Personalia

Dr. Christian-Ewald von Kleist 1930-2016

  • Christian von Kleist

Am 13. November 2016 wurde der frühere Vorsitzende des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete, Dr. Christian-Ewald von Kleist, von längerem Leiden erlöst. Geboren am 16. Juli 1930 in Berlin, aufgewachsen auf dem Familiengut in Pommern und von dort vertrieben, flüchtete er 1961 von Demmin aus nach Westdeutschland und kam als promovierter Chemiker nach Münster, wo er eine Familie gründete und dem Verein beitrat. Breit interessiert, zählte er auch zum Osnabrücker „Münzbold“. 1996 Nachfolger von Peter Berghaus als Vorsitzender, führte er den Verein erfolgreich zehn Jahre lang (vgl. NNB 2015/7, S. 267). Als er sein Amt 2005 aufgab, wurde er zum Ehrenmitglied gewählt. Verdienste erwarb er sich auch um das Kleist-Familienmuseum neben dem Bahnhof in Hamm. Begeisterter Jäger und Jagdhornbläser, war er nach der „Wende“ oft Gast auf dem früheren Familiengut bei Stolp und unterhielt freundschaftliche Kontakte zu den heutigen Besitzern. Sein freundliches, gewinnendes und humorvolles Wesen werden allen seinen Freunden unvergessen bleiben.

Gerd Dethlefs

Dr. Christian-Ewald von Kleist

 

Am 16. Juli 2015 begeht der langjährige frühere Vorsitzende des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete, Dr. Christian-Ewald von Kleist, seinen 85. Geburtstag. Geboren auf dem väterlichen Gut in Pommern, arbeitete er als promovierter Chemiker bei einem internationalen Chemie-Konzern in Münster und trat 1973 unserem Verein bei. Er baute eine qualitätvolle Sammlung der Münzen von Nepal auf und übernahm nach dem Eintritt in den Ruhestand 1996 von Peter Berghaus das Amt des Vorsitzenden – und das war angesichts der starken Persönlichkeit des Vorgängers nicht immer leicht. Er förderte die zum 80. Geburtstag von Berghaus gedruckte, von Gert Hatz / Peter Ilisch / Bernd Kluge herausgegebene Sammlung wichtiger Aufsätze des Jubilars („Denar –Sterling – Goldgulden“, 484 S., 1999). Besondere Verdienste erwarb er sich um die Kontakte mit der Koninklijk Genootschap voor Munt- en Penningkunde. Die von ihm mitorganisierten Treffen in Nijmegen 2002 und Welbergen/Burgsteinfurt 2004 sind unvergessen. Wir verdanken ihm auch schöne Vorträge, und dass 2003 Stefan Wittenbrink zum Geschäftsführer gewählt wurde, gab dem Verein großen Auftrieb. Als er sein Amt 2005 aufgab, wurde er zum Ehrenmitglied gewählt. So wünschen wir dem Jubilar zu seinem Ehrentag gute Gesundheit und ein herzliches „Ad multos annos“!

Gerd Dethlefs

 

Ernst Engelke 1938 -2015

Die Mindener und die westfälischen Münzfreunde trauern um Ernst Engelke, der überraschend am 21. Juli 2015 in Minden verstarb. Geboren am 11. Mai 1938 in Minden, von Beruf Glas- und Gebäudereinigermeister, trat er nach Firmen- und Familiengründung 1971 dem Verein der Münzfreunde für Westfalen bei. Historisches Interesse hatte die Begeisterung für Münzen geweckt, die für ihn Brücken in die Vergangenheit waren. Er gehörte zu den selten gewordenen Allgemeinsammlern, die sich die Welt und die Geschichte in geprägter Form eben „handgreiflich" erschlossen. Zu seinen Münzen - „profane Reliquien" nannte er sie - und ihren Prägeherren recherchierte er sorgfältig und wusste stets spannende Geschichten zu erzählen; einen Sohn nannte er Eligius. Gern teilte er sein reiches Wissen - ein Münzfreund im besten Sinne. Als Ur-Mindener, der bis zuletzt in seinem Elternhaus lebte, gehörte er dem Bürgerbataillon ebenso an wie dem Traditionsstammtisch „Kläranlage", in der täglich - nicht nur Mindener - Probleme „geklärt" wurden. Zeitweise auch Küster „seiner"

Martini-Kirche und ein treuer lutherischer Kirchgänger, war er ein liebenswürdiger und stets hilfsbereiter, zuweilen auch eigensinniger Freund, der sich bei den Mindener Münzfreunden - zuletzt als 2. Vorsitzender - ebenso engagierte wie bei den Norddeutschen Münzsammlertreffen. In den letzten Jahren leider etwas kränklich, besuchte er bis dahin eifrig die westfälischen und deutschen Sammlertreffen. Drei Tage, nachdem er noch mit seinen Mindener Münzfreunden zusammen saß, ist er nun friedlich eingeschlafen. Wir werden seine ruhige, freundliche Art, seine kenntnisreichen und launigen Bemerkungen vermissen. Unser Mitgefühl gilt seinen vier Kindern und fünf Enkeln.

Albert Kruse / Gerd Dethlefs

NMT

Programm - 62. Norddeutsches Münzsammlertreffen in Osnabrück

Programm

Freitag, 22. September 2017

14 Uhr      Eröffnung der Ausstellung

„Osnabrücker GeldGeschichte(n)“

erarbeitet von einer Studierendengruppe von Priv.Doz. Dr. Sebastian Steinbach

Ort: Berliner Carré der Sparkasse Osnabrück, Wittekindstraße 15, 49074 Osnabrück

17 - 20.15 Uhr

Vorträge

Ort: Universität Osnabrück, Hörsaal 15/130,

Seminarstraße 20, Erweiterungsbau, 49074 OS

17 Uhr      Begrüßung

        NN (Universität Osnabrück)

17.15 Uhr  Von Wittenberg nach Osnabrück.

Wie Luthers Reformation in Deutschland ankam

Prof. Dr. Martin H. Jung (Universität Osnabrück,

Institut für Evangelische Theologie)

18.15 Uhr  Reformationsnumismatik - ein Überblick

Dr. theol. Rainer Opitz (Potsdam)

19.15 Uhr  Statements in Metall. Die Reformation in der modernen

und zeitgenössischen deutschen Medaillenkunst

 Ulf Dräger (Kunstmuseum Moritzburg Halle, Münzkabinett)

20.30 Uhr  Gemeinsames Abendessen

         im Osnabrücker Kartoffelhaus, Bierstraße 38

außerdem 18-24    Uhr: Lange Nacht der Kirchen

mit Konzerten und vielen Veranstaltungen

 

Samstag, 23. September 2017

9.30 - 12.30 Uhr

Vorträge: Das Kulturgeschichtliche Museum und seine Sammlungen

Ort: Kulturgeschichtliches Museum,

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

ab 9.30 Uhr Einlass, Begrüßungskaffee

9.45 Uhr   Begrüßung und Eröffnung

Dr. Gerd Dethlefs (Vorsitzender des Vereins der

Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V.)

Dr. Barbara Simon (Präsidentin der Deutschen

Numismatischen Gesellschaft e.V.)

 

10.00 Uhr  Die Schledehaus'sche Münzsammlung im Kulturgeschichtlichen

Museum - eine Sammlung ptolemäischer und provinzialrömischer Münzen aus Ägypten

Jens-Ulrich Thormann (Osnabrück)

10.30 Uhr  Die Sammlung Osnabrücker Münzen des Gutsbesitzers

Johannes Nülle aus Ostercappeln

Klaus Giesen (Damme)

11.00 Uhr  Kaffeepause

11.30-12.30 Uhr

Führung durch die Ausstellung „Osnabrück im Zeitalter der Reformation“

durch Schüler des Gymnasiums Carolinum Osnabrück

12.45-14.00 Uhr

Mittagessen bei Lutter & Wegner –

Ratskeller Osnabrück, Markt 30

14.15 Uhr  Besichtigung des Domes, der Marienkirche und des Historischen

Rathauses als Zeugen der Osnabrücker Konfessionsgeschichte

Führungen durch Studierende der Universität Osnabrück

16.00 Uhr  Getränkepause im Kulturgeschichtlichen Museum

16.30-18.30 Uhr

Vorträge: Reformation und Konfession im Spiegel von Münzen und Medaillen

16.30 Uhr  Reform und Reformation auf Münzen und Medaillen

des 16. Jahrhunderts in Sachsen

Elisabeth Doerk M.A. (Osnabrück)

17.10 Uhr  Luther und das Licht - Bilder der Reformation

Dr. Gerd Dethlefs (Münster)

o17.50 Uhr  „Der Kämpfer unseres Glaubens“. Luther-Medaillen

aus dem Kriegsjahr 1917

Julia Fesca BA (Osnabrück)

gegen 18.30 Uhr Schluss des offiziellen Programms

anschl.     Gemeinsames Abendessen

Hausbrauerei Rampendahl, Hasestr. 35

 

Bericht - 61. Norddeutsches Münzsammlertreffen in Anholt

61. NORDDEUTSCHES MÜNZSAMMLERTREFFEN

Das diesjährige Norddeutsche Münzsammlertreffen fand im Rittersaal des Schlosses Anholt, im deutsch-niederländischen Grenzgebiet, statt. Das Tagungsthema „Das Münzwesen der Grafen und Herren zwischen Rhein und Nordsee" bestritten die Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V. und die Koninklijk Nederlands Genootschap voor Munt- en Penningkunde. 79 Teilnehmer hatten sich angemeldet; Begrüßung und Grußworte sprachen Dr. Gerd Dethlefs (MWN), Martin Bloemendal (KNGMP), Dr. Karlheinz Keller (RMF) und Stefan Wittenbrink in Vertretung für die DNG-Präsidentin Dr. Barbara Simon. Während die niederländischen Sammlerfreunde ihre Vereinsversammlung durchführten, geleitete Museumsleiter drs. Duco van Krugten die deutschen Teilnehmer zur Münzausstellung, wo sie sich an einer kleinen, aber erlesenen Exponatenauswahl, u. a. der Münzen Anholts und benachbarter Münzstände, begeistern konnten.

 

Dr. Peter Ilisch begann danach mit „Die Münzprägung der Herzöge und Grafen in den Niederlanden und Nordwestdeutschland im 10./11. Jahrhundert“. Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts prägten in Nordwestdeutschland und den Niederlanden fast immer nur Kaiser, Könige oder Bischöfe Münzen. In Sachsen tauchten weltliche, nämlich herzogliche Münzen erst gegen 995 auf. Dagegen gab es bereits um 980 Münzen der Grafen Edilhard und Siegfried im nordwestdeutschen Raum, die u.a. als Vorläufer der Otto-Adelheid-Pfennige wirken. Aus dem 11. Jahrhundert sind Pfennige aus Ostfriesland bekannt. Die älteste weltliche Münzprägung aus den Niederlanden aus der Zeit 980/990 trägt mit ADAT COMETISSA den Namen einer Frau; gemeint ist Adela von Hamaland. Aus Friesland sind Pfennige der Grafen Wichmann, Ekbert und Bruno des 11. Jahrhunderts bekannt. Nach etwa 1050 tauchten die ersten Münzen der Grafen von Holland auf, die sich an die Münzbilder Utrechts und Frieslands anlehnten. Die einzige weltliche, dem Kaiser und König nachgeordnete Macht Westfalens, die im 11. Jahrhundert Münzen prägte, waren die Grafen von Werl.

 

Dr. Gerd Dethlefs referierte über „Grafen und Bannerherren. Adelige Herrschaft und Münzrecht am Niederrhein und in Westfalen vom 13. bis zum 17. Jahrhundert“ Das ursprünglich königliche Münzrecht war im Hochmittelalter zunächst an geistliche Fürsten als Privileg vergeben worden. So waren um 1100 von 18 Münzstätten nur fünf im Besitz weltlicher Münzherren. Mit der Gründung zahlreicher Städte auch durch Grafen und kleinere Herren änderte sich das Bild ab 1200 deutlich. Grafen waren ursprünglich königliche Beamte, die Hoheitsrechte verwalteten, zu denen auch das Münzrecht gehörte; sie besaßen auch die Macht, dieses nach 1200 ebenso auszuüben. Dies ist in Nordwestdeutschland für die Grafen und späteren Herzöge von Geldern, Kleve, Jülich und Berg sowie für die Grafen von Holland, Arnsberg/Werl, Rietberg, Oldenburg, Hoya, Ravensberg, Tecklenburg, Bentheim, (Hohen-)Limburg und Mark anhand überlieferter Münzen nachweisbar. Daneben gab es aber in Nordwestdeutschland zwischen Weser und Rhein auch Edelherren, von denen einige später in den Grafenstand erhoben wurden, die das Münzrecht ausübten: Münzen prägten die Herrschaften Ostfriesland, Lippe, Diepholz, Brakel, Büren, Lüdinghausen, Borculo, Anholt, s-Heerenberg und Batenburg. Münzsorten und -bilder lehnten sich meist an das Vorbild mächtigerer Fürsten an, deren Geld im Handelsverkehr anerkannt war. In Krisenzeiten, wenn der Geldbedarf hoch und die politische Kontrolle schwach waren, erlag so mancher Münzherr der Versuchung, unterwertige Münzen nachzuahmen. Die Urheberschaft wurde dabei oft verschleiert. In anderen Fällen wurde das Münzrecht, das über Lehnsbriefe zugestanden worden war, ausgeübt, um den Bestandsschutz dieses Rechtes zu erlangen. In Lüdinghausen versuchte der zuständige Herr, über Münzen mit Namens- und Ortsangabe seine Territorialherrschaft zu etablieren.

In den Niederlanden prägten kleinere weltliche Münzherren für Coevorden und Kuinre (Overijssel), Stevensweert und Gronsveld (Limburg) sowie Anholt, Batenburg, Bredevoort, Borculo, Buren, Culemborg, Hedel und s-Heerenberg während des Mittelalters und/oder der frühen Neuzeit. Die Münzprägung begann oft im Zusammenhang mit Stadtgründungen bzw. der Verleihung von Stadtrechten. Diese Herrschaften konnten ihre Unabhängigkeit z. B. gegenüber dem Herzog von Geldern nur behaupten, solange sie sich an mächtigere Lehnsherren anlehnten, z. B. an den Erzbischof von Köln oder den Kaiser.

 

Professor Dr. Jos Benders, Löwen, setzte mit „Die mittelalterlichen Münzen der Herren von Anholt“ fort. Während Th. Roest 1895 in „Die Münzen der Herrschaft Anholt“ 20 Typen dokumentierte, ist nach den Untersuchungen von Benders die Zahl fast doppelt so hoch. Dabei ist die Abgrenzung zwischen Typ und Variante manchmal schwierig und auch ein bisschen subjektiv. Die ältesten Münzen wurden wohl um die Mitte des 14. Jahrhunderts anonym geprägt. Eindeutig zuordenbare Objekte verteilen sich sehr ungleichmäßig auf fünf Herren von Anholt aus den Häusern Zuylen und Bronckhorst-Batenburg vom Beginn der zweiten Hälfte des 14. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. Es handelte sich vielfach um minderwertige Nachprägungen niederländischer Sorten, darunter Köpfchen und Groschen. Urkunden über eine mittelalterliche Münzrechtsverleihung sind nicht bekannt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde den späteren Grafen von Anholt vom Kaiser das Münzrecht genehmigt. Der Referent stellte noch zwei Dokumente vom Ende des 15. und etwa aus der Mitte des 16. Jahrhunderts vor, in denen Details über die faktische Münzprägung zu finden sind.

 

Dariusz Jasek hatte 2015 einen umfangreichen ersten Band über die Dukaten der Niederlande veröffentlicht und trug nun detailliert in „Golddukaten von Batenburg 's-Heerenberg, Hedel und Nijmegen“ über die Goldprägungen der kleineren niedergeldrischen Münzstände vor. Die Vorderseiten der Batenburger Doppel- und Einfach-Dukaten bilden St. Stephanus, Christus, Kaiser Ferdinand, Wilhelm von Bronckhorst, St. Viktor oder einen stehenden Ritter mit Hellebarde und Reichspafel ab. Die Rückseiten sind Maria mit dem Jesuskind, Helm mit Wappen, St. Viktor, einem stehenden Löwen oder einem quadrierten Wappenschild gewidmet. Die Vorderseiten der s-Heerenberger Goldprägungen zeigen die Brustbilder der jeweiligen Kaiser oder St. Oswalds, die Rückseiten Maria mit dem Jesuskind oder ein quadriertes Wappen. Die Vorderseite der Hedeler Dukaten zieren St. Martin, St. Pankratius oder der Ritter, der uns schon auf den Batenburger Dukaten begegnet ist. Auch die Rückseite ist von den beiden vorgenannten Münzständen bekannt: quadriertes Wappen, steigender Löwe oder Maria mit Jesuskind. Die Dukaten aus Nimwegen tragen auf der Vorderseite das Brustbild der jeweiligen Kaiser oder zeigen St. Stephanus und auf der Rückseite das Stadtwappen oder St. Stephanus. Erhebungen des Referenten zeigten, dass die Goldmünzen z. T. deutlich unterwertig ausgeprägt worden waren.

 

Nach dem Lunch führten drs. Duco van Krugten und Frau Dr. Neugebauer die Besucher durch Museum und Schloss Anholt. Das Sammlertreffen klang mit gemeinsamem Abendessen in gemütlicher Runde aus.

Axel Obdenbusch

Programm - 61. Norddeutsches Münzsammlertreffen in Anholt

61. Norddeutsches Münzsammlertreffen am 24. September 2016 im Museum Wasserburg Anholt

Die Deutsche Numismatische Gesellschaft e.V., der Verein der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e.V. und die Koninklijk Nederlands Genootschap voor Munten Penningkunde laden Sie zum 61. Norddeutschen Münzsammlertreffen herzlich ein in den Rittersaal des Museums Wasserburg Anholt, Schloss 1, 46419 Isselburg-Anholt. Das Tagungsthema lautet:

Das Münzwesen der Grafen und Herren zwischen Rhein und Nordsee

Het muntwezen van de graven en heren tussen Rijn en Noordzee

PROGRAMM

Samstag, 24. September 2016

ab 9.30 Uhr Begrüßung mit einem Kaffee

10.00 Uhr Begrüßung - Grußwort - Eröffnung: Dr. Gerd Dethlefs / Martin Bloemendal / Dr. Karlheinz Keller (Rheinische Münzfreunde) / Vertreter des DNG-Präsidiums

10.15-11.00 Uhr Huishoudelijke vergadering van het Koninklijk Nederlands Genootschap voor Munt- en Penningkunde

parallel für Nichtmitglieder: Besichtigung der Münzsammlung des Museums Wasserburg Anholt (mit Museumsleiter drs. Duco van Krugten)

11.00 Uhr Peter Ilisch Die Münzprägung der Herzöge und Grafen in den Niederlanden und Nordwestdeutschland im 10./11. Jahrhundert

11.30 Uhr Gerd Dethlefs Grafen und Bannerherren. Adelige Herrschaft und Münzrecht am Niederrhein und in Westfa-len vom 13. bis zum 17. Jahrhundert

12.00 Uhr Jos Benders Die mittelalterlichen Münzen der Herren von Anholt

12.30 Uhr Dariusz Jasek Golddukaten von Batenburg, 's-Heerenberg, Hedel und Nijmegen / Gold ducats of Baten-burg, 's-Heerenberg, Hedel and Nijmegen (auf Englisch)

13.00-14.15 Uhr Mittagspause - Lunch im Parkhotel Wasserburg Anholt

14.15 Uhr drs. Duco van Krugten (Museumsleiter Museum Wasserburg Anholt) Die Wasserburg Anholt und ihre Herren

14.45/15.30 Uhr Führungen durch das Schloss (deutsch / niederländisch) Besichtigung der Münzsammlung in zwei bis drei parallel geführten Gruppen Promenade durch den Park

17.00 Uhr Aperitif im Parkhotel Wasserburg Anholt

18.00 Uhr Gemeinsames Abendessen im Parkhotel Wasserburg Anholt

 

Schloss Anholt, um 1850

Die Wasserburg Anholt, dicht an der deutsch-niederländischen Gren-ze, ist mit dem erhaltenen Inventar und der zugänglichen Gemälde-sammlung des Fürstenhauses Salm eine der attraktivsten zugänglichen Schlossanlagen am Niederrhein. Früher Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft und der gleichnamigen Kleinstadt, sind Schloss und Stadt als Sitz einer kleinen Münzstätte ein lohnender Originalschauplatz für eine Numismatiker-Tagung. Zugleich wird das Phänomen der Münzprägung kleinerer weltlicher Herren in Mittelalter und Früher Neuzeit im deutsch-niederländi-schen Grenzraum in Vorträgen behandelt und die Anholter Münzen der fürstlichen Sammlung im Original zugänglich gemacht. Die Tagung wird verbunden mit der regelmäßig durchgeführten Be-gegnung der westfälischen Münzenfreunde mit den Mitgliedern der Koninklijk Nederlands Genootschap voor Munt- en Penningkunde und deren zweiter Jahresversammlung. Insbesondere die Mitglieder der Rheinischen Münzfreunde sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Teilnehmerbeitrag / Übernachtung Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro (einschließlich Kaffee und Museumseintritt), Lunch € 15, Abendessen € 35 (3-Gänge-Menu ohne Getränke). Hotelzimmer sind im Parkhotel Wasserburg Anholt und in den Nach-barorten (Rees, Bocholt) verfügbar.

Eine schriftliche Anmeldung zu der Tagung ist dringend erbeten, bei Teilnahme an Lunch und Abendessen unbedingt erforderlich. Bitte senden Sie die Anmeldekarte bis spätestens 17. September 2016 an den VMWN, GF Stefan Kötz, Landesmuseum Münster / Münzkabinett, Domplatz 10, 48143 Münster (oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).