Verein

 

1. Vorsitzender:
Wilko Krone

Eckenerstraße 14
14547 Beelitz
Tel. (033204) 33780



Zusammenkünfte an jedem 2. Sonntag des Monats um 10 Uhr im „Bürgerhaus am Schlaatz“, Schilfhof 28, 14478 Potsdam

Aktuell

 Sonntag, 12. November 2017

 

Berichte


Jahreshauptversammlung 2014:

 

Am 9. März 2014 führten die Potsdamer Münzfreunde ihre diesjährige Jahreshauptversammlung als Wahlversammlung durch. Der Vorsitzende Jochen Töpfer gab den Rechenschaftsbericht des Vorstandes ab und teilte am Beginn seiner Ausführungen mit, dass er für eine weitere Wahlperiode aus Altersgründen nicht wieder für den Vorstand kandidieren wird. Bereits vor zwei Jahren hatte er darüber informiert und die vorgesehene Übernahme durch eine verstärkte Arbeitsteilung mit dem designierten Nachfolger Wilko Krone vorbereitet. Unter dem Aspekt, dass Jochen Töpfer nach 32 Jahren Ausübung der Funktion des Vorsitzenden diese abgeben würde, ging er im Rechenschaftsbericht auch auf die weiter zurückliegenden Jahre ein. Er streifte die Zeit des Vorsitzes in der Fachgruppe Numismatik im Kulturbund und ging dann insbesondere auf die „Wende" und die ersten Jahre danach ein, also auf die Zeit der Anpassung an die veränderten Verhältnisse, der Gründung des Vereins und des Beitritts zur Deutschen Numismatischen Gesellschaft. Jochen Töpfer stellte besonders heraus, dass die Fachgruppe, der Verein, diese unruhigen Jahre ohne Blessuren überstand. Die Mitgliederzahl reduzierte sich zwar auf ein Viertel, alle Aktivitäten wie Zusammenkünfte, Ausstellungen, oder Vorträge erfolgten aber weiterhin in gleich bleibender Qualität. Übrigens, von den Mitgliedern, die im Jahr 1966 die Fachgruppe Numismatik ins Leben riefen, sind noch Hartmut Claus, Helmut Pantke und Walter Wagner dabei.

Nach diesen Aussagen zur Vergangenheit legte Jochen Töpfer Rechenschaft über den Zeitraum vom April 2013 bis März 2014 ab und ging dann noch einmal auf die Exkursion der Mitglieder des Vereins zum Münzkabinett des Bodemuseums Berlin ein und würdigte besonders, dass Prof. Kluge uns als Gastgeber durch die Sammlung führte, dies war einer der Höhepunkte im Vereinsleben 2013. Im Berichtszeitraum wurden alle vorgesehenen Zusammenkünfte durchgeführt, es waren immer ca. 75 % der Mitglieder anwesend. Jede Zusammenkunft war durch einen besonderen Schwerpunkt gekennzeichnet, auch die Tradition der Vorträge durch die Mitglieder ist weitergeführt worden, wobei häufig die thematische Verknüpfung von Numismatik und Heimatgeschichte im Fokus stand. Eine Zusammenkunft im Spätsommer war einem interessanten Thema, dem der Münzfälschungen, Repliken und Galvanos, gewidmet. An Hand von derartigen Objekten entwickelten sich interessante Gespräche, moderiert von Kurt Richter. Im November veranstalteten wir eine kleine Auktion von durch die Mitglieder gespendeten numismatischen Objekten. Wie in den vergangenen Jahren fand im Dezember wieder die gemütliche „Stollenrunde" statt, bei der witzig kommentierte Bilddokumente einen unterhaltsamen Jahresrückblick gaben. Leider reduzierte sich die Mitgliederzahl durch krankheitsbedingte Austritte und Todesfälle sowie auch durch einen Ausschluss auf derzeit 24 Mitglieder. Es ist bisher nicht gelungen, einen Ausgleich zu erreichen. Der Wunsch, den Verein zu verjüngen, scheiterte besonders an anderen Interessenlagen der jüngeren Generation. Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben war die mit 12 Vitrinen ausgestattete öffentliche Münzausstellung der Potsdamer Münzfreunde in der kleinen märkischen Stadt Trebbin aus Anlass der 800-Jahr-Feier der Stadt. Die Präsentation stand auf der Empore der historischen und erst kürzlich wunderbar sanierten Trebbiner Stadtkirche. Am Ende des Tages ergab die Zählung etwa 260 interessierte Besucher, die auch eine Vielzahl von Fragen zu Münzen und zum Münzsammeln stellten.

Jochen Töpfer dankte allen Mitgliedern für ihre vielfältigen Aktivitäten im Verein und außerhalb des Vereins. Er dankte auch den Ehefrauen von Mitgliedern, die bei besonderen Veranstaltungen für ein immer gern angenommenes Buffet sorgten, Frau Kalbhen, Frau Krone, Frau Thomas und Frau Töpfer. Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden wurde ergänzt durch den Bericht des Verantwortlichen für Finanzen und des Vorsitzenden der Revisionskommission. Die Versammelten bestätigten die Berichte nach einer kurzen Diskussion einstimmig. Im Anschluss daran erfolgte die Wahl, es gab keine Gegenstimmen. Nach der Konstituierung des Vorstandes stellte Wilko Krone als neuer Vorsitzender die Mitglieder des Vorstandes vor: Christina Bach als Vertreterin des Vorsitzenden und Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, Horst Kalbhen als Verantwortlicher für Finanzen und Karl-Heinz Pohlert zunächst noch ohne Festlegung auf eine besondere Funktion. Noch zu klären ist die Verantwortlichkeit des Schriftführers.

Wilko Krone dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und machte Ausführungen zur künftigen Arbeit des Vereins. Alle wichtigen Aktivitäten werden fortgeführt. Dabei soll insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessert werden. Darüber hinaus soll der Kontakt zu Vereinen in Brandenburg verstärkt werden. Ein Schwerpunkt muss die Werbung neuer Mitglieder sein. Dazu sollen unsere Ausstellungen, die Teilnahme an der Potsdamer Geschichtsbörse, Veröffentlichungen Potsdamer Zeitungen und auch Vortragsaktivitäten außerhalb des Vereins genutzt werden. Wilko Krone führte weiter aus, dass es möglich sein sollte, schlummernde Reserven bei numismatisch interessierten Menschen zu wecken und sie für eine Vereinsmitgliedschaft zu interessieren. Schwerpunkt der Arbeit wird in den nächsten Monaten auch die Vorbereitung unseres 50-jährigen Jubiläums sein. Speziell die Vorbereitung der Prägung einer silbernen Jubiläumsmedaille und die Herausgabe unseres Heftes „Potsdamer Münzfreunde erzählen« sind anzugehen.

Jochen Töpfer

 

Nach der Wahlhandlung und der Vorstellung des neuen Vorstandes dankte Wilko Krone dem scheidenden Vorsitzenden für seine langjährige, verantwortungsvolle und erfolgreiche Tätigkeit. Dr. Hans-Dieter Dannenberg, Weggefährte seit 1973, würdigte ausführlich, auch mit kleinen Anekdoten, 32 Jahre Vereinsvorsitz. Dieter Thomas, ältestes Vereinsmitglied, schloss sich mit einigen sehr persönlichen Worten der Danksagung an. Ein Blumengebinde, ein Vereinsgeschenk und persönliche Gaben unterstrichen deutlich das zuvor Gesagte. Jochen Töpfer bedankte sich für Lob und Ehrung und brachte die Überzeugung zum Ausdruck, dass sich der Verein weiter gedeihlich entwickeln wird.

 

Jochen Töpfer

13. DMT 2016

Bericht 13. Deutsches Münzsammlertreffen

 

 

 

Das 13. Deutsche Münzsammlertreffen fand zusammen mit dem 24. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen, dem Jubiläum 50 Jahre Potsdamer Münzfreunde und dem Frühjahrstreffen 2016 des „Numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen“ (60. Treffen im 31-jährigen Bestehen des Arbeitskreises) vom 17. bis 19. Juni 2016 in der Landeshauptstadt Potsdam des Bundeslandes Brandenburg statt und war von Wilko Krone (Potsdamer Münzfreunde e.V.) organisiert und von Lutz Fahron (Numismatischer Arbeitskreis Brandenburg/Preußen) moderiert worden. Die Teilnehmer danken ihnen für das reichhaltige und interessante Programm und für die zügige Durchführung der Veranstaltungen.

 Im „Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte“ wurden die Teilnehmer am 17. Juni 2016 empfangen. Die Begrüßung erfolgte stellvertretend für den Oberbürgermeister der Stadt Potsdam Jann Jakobs durch Frau Dr. Iris Jana Magdowski. Sie würdigte die 50-jährige Sammeltätigkeit in Potsdam und wies auf Sehenswertes in Potsdam hin, was schon die Könige im Sinn hatten. Weitere Grußworte erfolgten durch Dr. Rudolf Reimann, Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft, Kristian Nicol Worbs, Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, und Lutz Fahron, Vorsitzender des Numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen. Danach referierte Dr. Klaus Arlt aus dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zum Thema „Potsdam gestern und heute“. Nicht nur der Wasserreichtum der Gegend war für die Kurfürsten ein wesentlicher Grund, sich niederzulassen. Auch die Armut nach dem 30-jährigen Krieg ließ die Hoffnung, dass etwas entstehen könnte, nicht sinken, nicht nur wegen der Ansiedlung der Hugenotten. Heute finden wir eine Wissenschaftslandschaft neben Berlin vor. Im Anschluss erinnerte sich Dr. Hans-Dieter Dannenberg, Potsdam, seiner 40-jährigen sammelnden und forschenden Tätigkeit: Mehr als 100 Münzfunde bearbeitet, Publikationen ohne Ende, Ergänzungen und Korrekturen zum Bahrfeldt (bislang Standardwerk zu den Denaren der Markgrafschaft Brandenburg) durch Vergleich der Kostüme der Münzherren.

Der 18. Juni 2016, zweiter Tag, wurde durch ein Grußwort des Schirmherren des Münzsammlertreffens Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, überbracht durch Staatssekretär Martin Gorholt, eingeleitet. Er führte aus, dass Münzen einen Blick auf die Vergangenheit und Zukunft werfen, und wünschte den Hobby-Aktivitäten eine gute Weiterentwicklung. Kristian Nicol Worbs dankte den Organisatoren des Treffens und hob hervor, dass die Deutsche Numismatische Gesellschaft weiterhin ein Mittelpunkt für Sammeln und Forschen sein wird und eine entsprechende Einflussnahme auf das zu beschließende Kulturgutschutzgesetz nehmen wird. Er eröffnete das Treffen offiziell.

Danach hörten wir zwei Vorträge zum Motto des Treffens: „Potsdamer Toleranz“: Prof. Dr. Bernhard Weisser, Direktor des Münzkabinetts der Staatlichen Museen Berlin, referierte über „Toleranz und Intoleranz vor 100 Jahren: Medaillen und Medailleure während des Ersten Weltkrieges“. Die gezeigten Medaillen spiegeln Toleranz und Intoleranz der Bevölkerung wider, demonstrieren Verherrlichung und Überhöhung zur Steigerung von Toleranz u.a. mit der Aussage, dass Kriegsverbrechen immer die Kriegsverbrechen der anderen sind. Prof. Dr. Bernd Kluge sprach über „Ein Mann will nach oben. Brandenburg und sein Großer Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688)“. „Der Große“ wurde er schon zu Lebzeiten genannt. Die Ehrung bezog sich auf die Person, nicht auf das Amt. Wechselnde Politik mit den Nachbarn Brandenburgs (Schweden, Polen, Frankreich,...) machte ihn mal erfolgreicher, mal nicht so erfolgreich. Erfolgreich durch seine Maßnahmen, einen Staat zu entwickeln durch Erheben von Steuern als Grundlage, Schaffung eines stehenden Heeres, um die Wehrhaftigkeit zu erhöhen, endgültig durch seinen Sieg bei Fehrbellin 1675. Phase 2 seiner Berühmtheit gelang ihm mit dem „Edikt von Potsdam“. Wenn es auch nicht ganz uneigennützig war, sollte doch seine Hilfe gegenüber Menschen in Not auch bei Widerspruch seiner Bevölkerung ohne Einschränkung gewürdigt werden.

Anschließend gab es weitere Vorträge: Dr. Felix Biermann berichtete über die reichhaltige „Fundlandschaft Land Brandenburg“. Das Land Brandenburg ist zur Schatzkammer der Mittelalternumismatik geworden. Funde im Havelland, an der Oder und in der Uckermark lassen heute erkennen, dass der Ostseehandel weiter nach Brandenburg hineinragte als bisher gedacht. Ehrenamtliche Unterstützung beschleunigen Fundauffindung, Bearbeitung der Funde und die Zugänglichmachung an die Bevölkerung.

Dr. Hans-Dieter Dannenberg berichtete danach über die Ausgrabungen und Bearbeitung des „Fundes von Lühnsdorf“ bei Niemegk südlich Belzig. Zur Zeit der Niederlegung war das Gebiet im Besitz des Hztm. Sachsen-Wittenberg. Dennoch stammt der überwiegend Teil der Denare aus der Markgrafschaft Brandenburg (1270-1305), die Wittenberger aus der Zeit 1320-1325.

In einer Pause konnten wir dem Exerzieren der „Langen Kerls - Preußischer Salut“ beiwohnen.

Nach der Pause erfolgte die „Verleihung des Eligiuspreises 2016“ an Dr. Eberhard Auer, Numismatische Gesellschaft Bonner Münzfreunde e.V., und Dr. Peter Hammer, Numismatische Gesellschaft Zschopau e.V. durch den Präsidenten der Deutschen Numismatischen Gesellschaft Kristian Nicol Worbs. Begleitet wurde die Verleihung mit Gesang und Instrumente von Schülern des Saaly-Ben-Gymnasiums Beelitz. Die Laudatio für Dr. Auer hielt Dr. Gerd Dethlefs von den Münzfreunden Westfalen und für Dr. Hammer Mathias Grimm vom Numismatischen Verein zu Dresden.Beide Preisträger hatten sich erfolgreich den Forschungen zur Metallurgie gewidmet, Dr. Hammer mehr dem Leichtmetall Aluminium, Dr. Auer mehr dem Metall Nickel. Da sie auch Numismatiker sind, führte sie der Weg über die Münzen aus Nickel und Aluminium nach „Auerhammer“ in Sachsen zusammen.

Den Schluss des Münzsammlertreffens bildete die Festveranstaltung „50 Jahre Potsdamer Münzfreunde“ Die Festrede hielt Jochen Töpfer, Vorsitzender der Potsdamer Münzfreunde von 1982-2014. Er berichtete über Gründung, Zunahme und Schrumpfung der Mitgliederzahl, über externe Arbeit, Ausstellungen, Publikationen, Exkursionen, Herausgabe von Vereinsmedaillen, etc. Zum Fortbestehen einer Sammlergruppe nannte er Gründe wie Zusammenhalt und Kontinuität. Verdienstvolle Mitglieder der Potsdamer Münzfreunde erhielten die Silbermedaille der Potsdamer Münzfreunde in Klippenform.

Nach einem Ausblick auf das nächste Münzsammlertreffen am 28. bis 30.4.2017 in Erfurt unter dem Thema „Luther 2017“, einer kleinen Münzausstellung und der Möglichkeit, am dritten Tag einen Museumsbesuch im „Haus der Brandenburg-Preußische Geschichte“ zu besuchen, endete das Münzsammlertreffen. Über die Neuwahl des Präsidiums der Deutschen Numismatischen Gesellschaft bei der anschließenden Jahreshauptversammlung der DNG wurde bereits in NNB 8/2016, S. 300, berichtet.

Edgar Neumann

 

Programm 13. DMT und 24. MMT

 

Freitag, 17. Juni
ab 16.00

Empfang der Gäste im Mercure-Hotel

- Anmeldung beim Veranstalter

- Ausgabe der Teilnehmerausweise

17.00 Stadt- und Orientierungsrundgang
   
  Im Konferenzsaal unserer Tagungsstätte
19.00 Der Oberbürgermeister Jann Jakobs begrüßt die Gäste der Stadt
19.15 „Gebrauchsanweisung für Potsdam gestern und heute“ Dr. Klaus Arlt
20.00

Numismatische Plauderei Dr. Hans-Dieter Dannenberg

Erinnerungen aus 40 Jahren sammelnder, forschender und publizierender Betätigung.

   
Samstag, 18. Juni
ab 08.00

Empfang der Gäste im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

- Anmeldung beim Veranstalter

- Ausgabe der Teilnehmerausweise

   
  Im Konferenzsaal unserer Tagungsstätte
09.00 Eröffnung und Grußworte
09.30

„Toleranz und Intoleranz vor 100 Jahren:

Medaillen und Medailleure während des Ersten Weltkrieges“. Prof. Dr. Bernhard Weisser

10.15 „Ein Mann will nach oben. Brandenburg und sein Großer Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688)“ Prof. Dr. Bernd Kluge
10.30 „Neue mittelalterliche Münzschatzfunde aus Brandenburg“ Dr. Felix Biermann
11.00 Kaffeepause 
12.15

„Der Münzfund von Lühnsdorf“

Fundbericht und numismatische Einordnung. Dr. Hans-Dieter Dannenberg und Wilko Krone

   
  Damenprogramm
10.00 Dampferfahrt auf der Havel vorbei an Potsdams Schlössern.
   
13.00  Mittagspause im Restaurant, "Schmiede 9", (Im Hof der Tagungsstätte)
   
  Am Havelufer nahe des Tagungshotels
14.30 „Preußischer Salut“ Kanoniere böllern an der Havel
15.00 Aufmarsch der Langen Kerls
15.30 Das Potsdamer Stadtschloss Architektur und Landesgeschichte
16.15 Kaffeepause
16.30 Verleihung des Eligiuspreises
17.00 50 Jahre Potsdamer Münzfreunde
18.00 Eine kleine Münzausstellung
   
  Sonntag, 19. Juni
10.00

Museumsbesuch

Ausstellung: „Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg-Preußen“ im: Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Kutschstall Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

13.00

DNG-Jahreshauptversammlung

Im Konferenzsaal unserer Tagungsstätte

Tagungsmedaille von Peter G. Güttler zum 13. DMT und 24. MMT

Peter-Götz Güttler: Medaille für das Deutsche Münzsammlertreffen 2016

 

Tagungsmedaille 13. DMT

 

Als 1999 das 7. Mitteldeutsche Münzsammlertreffen in Potsdam stattfand, war der offizielle Ausrichter im Auftrag der Deutschen Numismatischen Gesellchaft (DNG) der Numismatische Arbeitskreis Brandenburg/Preußen (freilich in Kooperation mit den Potsdamer Münzfreunden). Nun findet das 13. Deutsche Münzsammlertreffen in Potsdam statt, das zugleich als 24. Mitteldeutsches Münzsammlertreffen zählt und das im Auftrag der DNG von den Potsdamer Münzfreunden organisiert wird. Und wieder - wie bei bislang allen Mitteldeutschen Münzsammlertreffen - gibt es dazu eine Medaille von Peter Götz Güttler.

Güttler versteht es erneut überzeugend, mehr als eine Tagungsmedaille zu schaffen. Schon auf der „Zweckseite“ der Medaille mit den Texten zur Tagung und zum gastgebenden Verein, der sein 50-jähriges Bestehen feiert, setzt er in der oberen Hälfte das Tagungsthema „Potsdamer Toleranz“ ins Bild mit der Verkündigung des Potsdamer Edikts von 1685 durch den Großen Kurfürsten. In er unteren Medaillenhälfte steht „13. DEUTSCHES UND / 24. MITTELDEUTSCHES / MÜNZSAMMLERTREFFEN [das „Z“ steht spiegelverkehrt] / IN POTSDAM V. 17.-19.6.2016 / [und dann in geschwungenen Bändern und mit Lorbeerzweigen als Zwischenzeile] 50 JAHRE / POTSDAMER MÜNZFREUNDE / E. - V. / 1966 - 2016". Der Große Kurfürst (hinter dem man auch das „G.“ der Künstlersignatur sieht) holte mit dem Potsdamer Edikt französische Hugenotten in sein Land, das diese Zuwanderung motivierter und gebildeter Menschen brauchen konnte, die sich auch glaubensmäßig gut in die bestehende Gesellschaft einfügten. Darauf verweist die Darstellung der Französischen Kirche. Mit einem kleinen Trick macht Güttler deutlich, dass diese Toleranz auch heute noch von Bedeutung ist, steht doch der Kurfürst mit einem Fuß in der oberen (historischen) Hälfte der Medaille, mit dem anderen in der unteren (der gegenwärtigen). Ein brandenburgischer Denar des frühen 13. Jhs. macht zugleich die Münztradition des Landes deutlich.

Zur Toleranz vielleicht noch eine Begriffserklärung: Das Wort Toleranz wird vom Duden mit „Duldsamkeit" erklärt, es gleitet heute umgangssprachlich oft ab zu „Gleichberechtigung“ was aber dem Wortsinn, wie er auch zu Zeiten des Großen Kurfürsten gebraucht wurde, eben nicht entspricht. Die Toleranz schützt Minderheiten, deren Auffassungen aber deshalb nicht übernommen werden (müssen).

Im Zentrum der anderen Medaillenseite steht eines der bekanntesten Bauwerke Potsdams, das es aber heute gar nicht mehr gibt: die Potsdamer Garnisonskirche. Sie war (und ist) Symbol des „alten“ Preußens, zu dessen Werten eben auch die Toleranz im Sinne der Aufklärung zählte. Nach dem Missbrauch dieses Symbols während der NS-Diktatur sprengte die DDR-Diktatur 1968 die Reste der Ende des 2. Weltkriegs durch einen Luftangriff schwer beschädigten Kirche. Nun diskutiert man den Wiederaufbau. Güttler rückt mit seiner Ansicht der Kirche und den beigegebenen historischen Daten diese wechselhafte deutsche Geschichte in den Blickpunkt und regt - wie so oft - zum kritischen Reflektieren an; zugleich setzt er der Stadt Potsdam und ihrem Münzverein seinerseits ein Denkmal.

Rainer Albert