Gesellschaft


1. Vorsitzender:
Dr. Wolfgang Dreher

Am Viehtriftweg 51 a
67374 Hanhofen
Tel. (06344) 953166
E-Mail: dreher-ngs[at]gmx.de

Homepage
www.numismatische-gesellschaft-speyer.de

Sitzung:
jeden 1. Mittwoch  im Monat, 20.00 Uhr, im Haus der Vereine, Rulandstraße in Speyer

 

Dr. Rainer Albert Ehrenvorsitzender der NGS

In einer kleinen Feierstunde wurde der im Februar 2016 ausgeschiedene langjährige Vorsitzende der Numismatischen Gesellschaft Speyer, Dr. Rainer Albert, zum Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft ernannt. Wie Dr. Wolfgang Dreher, der neue Vorsitzende, erklärte, hat der NGS-Vorstand diese in der Vereinsgeschichte erstmals verliehene Ehrung einstimmig beschlossen. Gewürdigt werden soll damit die 28-jährige Amtszeit von Dr. Albert.

Die Numismatische Gesellschaft Speyer erreichte unter der Führung von Dr. Albert eine Mitgliederzahl von zuletzt 211. Durch vielfältige Aktivitäten ist die Gesellschaft zu einem wichtigen Kulturträger in der Region und auch bundesweit geworden. Rund 100 Ausstellungen zu historischen Münzen und modernen Medaillen hat Dr. Albert organisiert. In Speyer fanden unter seiner Leitung insgesamt sechs Süddeutsche Münzsammlertreffen statt, einmal zusammen mit dem Deutschen Numismatikertag und einmal mit dem Deutschen Münzsammlertreffen. Außerdem initiierte er zahlreiche Medailleneditionen, erweitere die Schriftenreihe der NGS um 27 Bände (z.T. als Autor, z.T. als Herausgeber) und baute die heute mehr als 4000 Bände und zahlreiche Zeitschriften umfassende Fachbibliothek der Gesellschaft auf.

Er war 6 Jahre Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, wofür er schon 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt wurde, und ist seitdem DNG-Vizepräsident, der Speyerer Gesellschaft wird er auch weiter zur Seite stehen.

 

 

Das  Bild zeigt links den NGS-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Dreher, der Dr. Rainer Albert (rechts) die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden überreicht.

 

Termine

Monatsversammlungen
Für Tausch und Handel stellen wir den Mitgliedern ab 19 Uhr gerne kostenlos Tische zur Verfügung; auch Händler sind eingeladen.
Um 20 Uhr beginnt dann das untenstehende (Vortrags-) Programm.

 

Vorschau 4. Quartal 2017

 

4. Oktober 2017

Dr. Barbara Simon: Der römische Kaiser als Bauherr - Architekturdarstellungen auf römischen Münzen und ihre Bedeutung

 

29. Oktober 2017

Letzter Tag der Ausstellung „Reformation und Protestation in nummis“ in der Speyerer Volksbank

 

1. November 2017

Dr. Wolfgang Dreher: Die Münzen der Russischen Zaren von Peter 1 bis Paul (18..Jh.)

 

3. November 2017

NGS-Auktion im Haus der Vereine

 

6. Dezember 2017

Weihnachtsausstellung

 

Berichte

„500 Jahre römische Münzbildnisse“, „Die städtischen Prägungen Erfurts“ „Die Speyerer Medaillen zur Reformation und Protestation“

Am 13. Juli eröffneten wir in der Speyerer Volksbank die Ausstellung „500 Jahre römische Münzbildnisse", die die Entwicklung der Porträts von der späten Römischen Republik bis in die Spätantike mit zahlreichen Münzbeispielen dokumentierte.

Am 15. Juli fand der Jahresausflug gemeinsam mit den Münzfreunden Mannheim-Ludwigshafen nach Erbach im Odenwald statt. Ziel war das dort neu eröffnete Elfenbein-Museum im Erbacher Schloss, später noch der Limes-Wachturm bei Vielbrunn und der Englische Garten beim Jagdschloss Eulbach. Siehe ausführlich dazu bei diesen Vereinsnachrichten unter „Münzfreunde Mannheim-Ludwigshafen“.

Zur 629. Sitzung am 2. August referierte Gunter Walde über „Die städtischen Prägungen Erfurts“, mit denen er sich als Mitautor des Buches „Das Erfurter Groschenkabinett“ ausführlich beschäftigt hat. In der Kipperzeit und danach prägte Erfurt hauptsächlich Kleinmünzen. Eine Ausnahme bildet wohl der schöne Städtetaler von 1633 mit der prachtvollen Stadtansicht. Er soll wohl dokumentieren, dass es der Stadt wichtig war, eine eigenständige Münzprägung zu haben.

Dr. Rainer Albert stellte zur 630. Sitzung am 6. September „Die Speyerer Medaillen zur Reformation und Protestation“ vor.

„Friedrich V. und Maximilian I.- Calvinismus und Katholizismus im Widerstreit“

Bei unserer 628. Monatsversammlung am 5. Juli 2017 beleuchtete Dr. Gerhard Graab in seiner Serie zur Münzkunde der Kurpfalz unter dem Titel „Friedrich V. und Maximilian I.- Calvinismus und Katholizismus im Widerstreit“ die Zeit des 30-jährigen Krieges. Die reformierte Kurpfalz mit ihrem Herrscher Friedrich V. hatte sich mit ihrem Streben nach einer königsgleichen Stellung im Reich als Führer der protestantischen Union in Gegensatz zum Kaiser und den katholischen Ständen gesetzt. Als dann Friedrich die Gelegenheit der böhmischen Krone ergriff; war der Interessenskonflikt mit den Habsburgern und im Gefolge mit den Katholiken unausweichlich. Der „Winterkönig“ konnte seine neue Stellung nur kurze Zeit genießen, der Krieg verwüstete halb Deutschland und insbesondere auch sein Stammland, die Pfalz. Die Münzen Friedrichs aus der Münzstätte Heidelberg, aber auch die aus seinen neu gewonnenen Gebieten Böhmen und Schlesien wurden vorgestellt. Als Folge der Besetzung der Pfalz durch katholische Truppen kam Maximilian I. von Bayern zur Verwaltung der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz und ließ in der Folge in Heidelberg Münzen unter seinem Namen ausgeben.

„Die Gedenkmünzen der USA in der sog. klassischen Phase (18921954),Teil 1“

Am 7. Juni 2017 (627. Sitzung) stellte uns unser Mitglied Dr. Karl Ortseifen, Mainz, „Die Gedenkmünzen der USA in der sog. klassischen Phase (18921954),Teil 1“ vor. Die Gedenkmünzen der USA zwischen 1892 und 1954 werden von den Amerikanern als „klassisch“ bezeichnet, weil in dieser Zeit unter Heranziehung der bedeutendsten Medailleure des Landes zumeist künstlerisch hochstehende Gepräge entstanden, die auch heute noch zu den schönsten Münzen gezählt werden, z.B. der Halbdollar auf den „Oregon Trail“ von 1926. Gleichzeitig traten jedoch auch Schattenseiten auf, die 1954 zur gänzlichen Einstellung von Gedenkprägungen führten. Nach einem Moratorium von 28 Jahren wurden erst 1982 unter veränderten gesetzlichen Bedingungen wieder Gedenkmünzen geprägt. Insgesamt jedoch illustrierten die Prägungen der genannten Phase (59 Typen) einenhochinteressanten Gang durch die amerikanische Prägekunst und Geschichte.

„Verbum Domini manet in aeternum - Bibelverse auf Münzen und Medaillen“

Am 3. Mai (626. Sitzung) sprach Dr. Gunter Quarg von den Münzfreunden Darmstadt zum Thema „Verbum Domini manet in aeternum - Bibelverse auf Münzen und Medaillen“. Seit dem Mittelalter kommen Bibelzitate auf Münzen vor, besonders oft in der Zeit der Reformation und Gegenreformation. Häufiges Zitat ist der Vers aus dem 1. Petrusbrief Kapitel 1 Vers 25 „verbum manet Domini in aeternum“ - Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Passend zum Motto des Lutherjahres »Am Anfang war das Wort' ging der Referent numismatischen Spuren nach.

„Der Silber-Bergbau bei Wiesloch“

Am 5. April 2017 (625. Sitzung) referierte Dr. Ludwig Hildebrandt, Büro für Denkmalpflege und Umweltschutz Wiesloch, über „Der Silber-Bergbau bei Wiesloch“. Im jüngeren Tertiär bildete sich am Ostrand des Oberrheingrabens im Muschelkalk eine Blei-Zink-Silber-Lagerstätte. Diese wurde nachweislich seit römischer Zeit bis zum Jahr 1954 abgebaut. Speziell im späten 10. bis 12. Jh. müssen Bergbau und Verhüttung fast großtechnische Dimensionen angenommen haben, Eine Gewinnung in der Größenordnung von 100 Tonnen Silber lässt sich erschließen, das u.a. in Speyer und Worms ausgemünzt wurde. Gedenkprägung des hessischen Landgrafen Ernst Ludwig zum 200-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags.

Jahreshauptversammlung 2017

Die Jahreshauptversammlung am 1. Februar (623. Sitzung) blickte auf das erfolgreiche Jahr 2016 zurück. Neuwahlen gab es keine, der Beitrag 2018 wurde auf 30 Euro (Zweitmitglieder 15 Euro) festgesetzt. Die Helfer des Jahres 2016 erhielten als Dank die aktuelle Jahresplakette unseres Mitglieds Peter-Götz Güttler, für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Dietmar Frey mit einer Urkunde geehrt. Die Ehrenmedaille der NGS in Bronze erhielten Richard Rothenberger und Karl Heinz Fröhner, die Ehrenmedaille in Gold wurde Herbert Groß verliehen.

Unsere Bibliothek war bei jedem Monatstreffen geöffnet.

Monatsversammlungen 2017

Am 1. März (624. Sitzung) zeigte uns unser Mitglied Hans-Jürgen Schmidt „Die schöne Nymphe Arethusa - Mythos und Münzen aus dem antiken Syrakus“. Er verortete zunächst die Arethusa-Quelle in Syrakus und die tausend Kilometer, welche die Nymphe vor dem begierigen Flussgott Alpheus floh. Ihr Leiden wurde mit Versen Ovids und Kunstwerken aus verschiedensten Epochen illustriert. Die präsentierten Münzen aus der Zeit von 515 bis 406 v. Chr. spiegelten die Glanzzeit des Griechentums wieder: von der Archaik bis zur Spätklassik. Die Stempelschneider nutzten die ungewöhnliche Gestaltungsfreiheit und zeigen uns die Schöne als Mädchen oder Dame oder Göttin. Zitate von Lanckoronki, Winckelmann und Goethe würdigten die Höchstleistung der Stempelschneidekunst. Im Anschluss präsentierte Herr Schmidt zwei Arethusa-Münzen und ein eigenes Gedicht auf die Nymphe.

Das „Numismatische Quiz“ wurde am 4. Januar 2017 (622. Sitzung) vom Vorsitzenden Dr. Wolfgang Dreher durchgeführt und erwies sich als ebenso schwierig wie lehrreich.

Jahreshauptversammlung 2016

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 2016

Die Jahreshauptversammlung fand satzungsgemäß am 3. Februar (611. Sitzung) statt. Zuerst gedachte die Versammlung der 2015 verstorbenen Mitglieder Konrad Bug, Gernot von Freital, Reinhard Goldschmidt, Erich Halbgewachs und Dr. Gerhard Messler. Anschließend gaben der 1. Vorsitzende Dr. Rainer Albert den Rechenschaftsbericht, der Kassierer Robert Ungerer den Kassenbericht und die Kassenprüfer Dietrich Weeber und Herbert Groß den Prüfbericht. Danach wurde die gesamte Vorstandschaft entlastet. Der Beitrag für 2017 bleibt unverändert bei 30 Euro (15 Euro für Zweitmitglieder).

Es schlossen sich die Ehrungen an. Die Vereinsnadel in Bronze erhielten die Neumitglieder Rüdiger Klees, Dr. Lenelotte Möller, Dr. Karl Ortseifen, Sebastian Rehbein. Die silberne Vereinsnadel für fünfjährige Mitgliedschaft bekamen Dr. Volker Breme, Dr. Friedrich Burrer, Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Prof. Dr. Filippo Carlà, Joachim Saga. Mit der goldenen Vereinsnadel für zehnjährige Mitgliedschaft wurden geehrt Denis Dauenhauer, Richard Rothenberger, Hans-Erich Schmidt, Willi Schuebel, Mirko Viviani. Die Urkunde für25-jährige Mitgliedschaft erhielten Maximilian Hayart, Dr. Ulrich Klein, Karlheinz Schöler, Prof. Dr. Karl Strobel, Dr. Hans-Jürgen Ulonska, das Landesmuseum Württemberg. Nachdem 2015 die Gründungsmitglieder der 50 Jahre alt gewordenen Numismatischen Gesellschaft Speyer geehrt wurden (vgl. NNB 11/2015, S. 425), konnten nun erstmals bei einer Jahreshauptversammlung der NGS Mitglieder für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Dazu gestaltete unser Mitglied Peter-Götz Güttler eine Medaille, die mit den Namen der Jubilare graviert wurde. Der Vorsitzende Dr. Albert konnte diese Medaille überreichen an Elmar Diebold, Harald Dobmeier, den Historischen Verein der Pfalz, Herbert Lind. Die ebenfalls von Peter-Götz Güttler gestaltete Jahresplakette erhielten für ihre aktive Mitarbeit im Jahre 2015 Dr. Rainer Albert, Dieter Baader, Michael Bastian, Karl-Heinz Bummel, Dr. Wolfgang Dreher, Hansjörg Eger, Friedrich-Martin Eisensteck, Albert Feldle, Dietmar Frey, Karl Heinz Fröhner, Jörg Gierth, Herbert Groß, Ludwig Haas, Maximilian Hayart, Walter Hook, Erwin Hund, Dr. Egon Joerchel, Thomas Junghans, Joachim Kessler, Franz-Peter Kleiß, Markus Klemm, Sibylle Kuhn, Peter Reimann, Hans-Jürgen Renner, Richard Rothenberger, Konstantin Sarai, Klaus Schiffmann, Dr. Barbara Simon, Dr. Werner Transier, Robert Ungerer, Giorgio Verzieri, Gunter Walde, Ulrich Walter, Dietrich Weeber, Martin Weiß, Rolf Wessel.

Im Anschluss gab Dr. Rainer Albert einen kurzen Rechenschaftsbericht über seine 28-jährige Amtszeit als NGS-Vorsitzender: Von 1988 bis 2016 stieg die Mitgliederzahl von 182 auf 211, der Buchbestand in der NGS-Bibliothek von 1000 auf 4001 (ohne Zeitschriften und Auktionskataloge), die NGS-Schriftenreihe von 28 auf 54 Bände, zahlreiche Medaillen wurden herausgegeben, 94 Münz- oder Medaillen-Ausstellungen fanden in Speyer statt, einige zusätzlich außerhalb Speyers, sechsmal wurde in diesem Zeitraum das Süddeutsche Münzsammlertreffen in Speyer ausgerichtet, einmal verbunden mit dem Deutschen Numismatikertag und einmal mit dem Deutschen Münzsammlertreffen. Zum Schluss dankte Dr. Albert all den vielen Mitstreitern in dieser langen Zeit, ohne die er sein Amt nicht so umfassend hätte führen können, erklärte seinen vor über einem Jahr angekündigten Rücktritt und schlug als seinen Nachfolger Dr. Wolfgang Dreher, den bisherigen Schriftführer, und als neuen Schriftführer Thomas Junghans vor. In der von Dr. Werner Transier geleiteten Wahl wurden beide Kandidaten einstimmig in ihre neuen Ämter gewählt.

Dr. Dreher überreichte mit dem Dank der Vorstandschaft und der Mitglieder seinem Vorgänger die Eligius-Medaille der Gesellschaft mit einer persönlichen Gravur. Er stellte kurz seine Pläne für die NGS vor und bat alle Mitglieder um ihre Mitarbeit und Unterstützung.

Monatsversammlungen 2016

Das Jahr 2016 endete mit der traditionellen Weihnachtssitzung (621. Sitzung) am 7. Dezember 2016. Nach einem festlichen Menu wurden verschiedene Ausstellungsobjekte präsentiert und prämiert, anschließend klang der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

Am 2. November (620. Sitzung) stellte der Vorsitzende Dr. Wolfgang Dreher „Die Münzen von Hessen-Darmstadt im 18. Jahrhundert“ vor. Die Linie Hessen-Darmstadt entstand nach der Teilung Hessens durch Landgraf Philipp den Großmütigen an seine 4 Söhne 1567, wobei die Gebiete von Hessen- Marburg und Hessen-Rheinfels nach Aussterben in erster Generation auf die verbleibenden Linien Kassel und Darmstadt aufgeteilt wurden. Im 18. Jh. regierten in Darmstadt 4 Landgrafen: Ernst Ludwig, Ludwig VIII., Ludwig IX. und Ludwig X., der 1806 Großherzog Ludwig I. wurde. Nach einer Einführung in das Währungssystem und Vorstellung der Münzmeister wurden Leben und Wirken der Landgrafen sowie ihre Münzprägungen präsentiert.

Am 19. Oktober gab es eine Sonderführung durch die Ausstellung „Maya - Rätsel der Königsstädte“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Noch nie gezeigte, spektakuläre Exponate aus mittelamerikanischen Museen sowie interaktive und dreidimensionale Installationen gaben tiefe Einblicke in die Lebenswelt der Hochkultur.

Am 5. Oktober 2016 (619. Sitzung) führte uns Dr. Werner Transier, Historisches Museum der Pfalz, „Am Rande von Abgründen und durch tiefe Täler. Zur Geschichte der Geldzeichen des modernen Griechenland“. Der engagierte Vortrag zeigte eine interessante Geldgeschichte, die zugleich die Verknüpfung mit der nationalen und europäischen Politik offenbart.

Am 23. September wurde im Rahmen der Jahrestagung der DGMK eine Ausstellung „Auf zu neuen Ufern! Die Jahresmedaillen der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst“ mit neuesten Werken der Künstler in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst (dabei auch Einreichungen zur FIDEM und anderen Wettbewerben) in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer eröffnet. Ca. 120 Besucher waren dabei anwesend und sorgten für einen kommunikativen Abend.

Ein großer Anziehungspunkt bei der DGMK-Tagung war am 24. September die „Medaillenmesse“ im Stadtratssitzungssaal im Historischen Rathaus Speyer. Bei dieser Messe boten zahlreiche anwesende Künstler Medaillen und Kleinplastiken zum Kauf an. Zahlreiche Besucher nahmen das Angebot an. Der Tag endete mit einem festlichen Abendessen inklusive Weinprobe im Haus der Vereine.

Am 7. September 2016 (618. Sitzung) stellte Dr. Gerhard Graab, Mannheim, Friedrich IV. und seinen Nachfolger Johann Il. von Pfalz-Zweibrücken als Administrator für Friedrich V. vor. Friedrich IV. als reformierter Fürst gründete die protestantische Union und Stadt und Festung Mannheim. Bei seiner Münzprägung ging Friedrich in der neu eröffneten Münzstätte Mannheim neue Wege, die allerdings nur von kurzer Wirksamkeit waren. Sein Nachfolger Johann II. war ein ruhiger Verwalter des Fürstentums, seine Münzprägungen zeigen aber eine bemerkenswerte Reichhaltigkeit. Es wurden alle Münztypen dieser beiden Herrscher vorgestellt.

Zur 617. Sitzung am 3. August 2016 referierte Winfried Stein, Nürnberg, über „Carl von Dalberg 1744-1817 - Münzen und Medaillen - ein Kirchenfürst in der Zeit des Übergangs“. Carl Frh. v. Dalberg, einem der vornehmsten rheinischen Reichsrittergeschlechter entstammend, durchlief in der Reichskirche des Alten Reiches eine bemerkenswerte Karriere, die ihn in höchste kirchliche und weltliche Ämter führte. Durch seine zeitweise Nähe zu Napoleon glaubte er, eine gewisse Sonderrolle zu spielen und konnte zunächst für sich und seinen Mainzer Exilkurstaat der Säkularisation entgehen. Im 1806 gegründeten Rheinbund hoffte er vergeblich erneut auf eine Sonderrolle, um seine politische Utopie eines „Dritten Deutschland“ neben den Großmächten Österreich und Preußen veiwirklichen zu können. Höhepunkt seiner Laufbahn war 1810 das Amt des Großherzogs von Frankfurt, das er aber bereits 1813 kurz nach der Leipziger Völkerschlacht durch Flucht in die Schweiz und Abdankung aufgab. Nach einer Zeit der Ungnade wurde ihm schließlich bis zu seinem Tod ein vergleichsweise ruhiger Lebensabend als Erzbischof von Regensburg ermöglicht. Numismatische Zeugnisse in Form von Münzen, Medaillen und Orden belegen die teilweise dramatischen Ereignisse dieser Epoche.

Die 616. Sitzung am 6. Juli 2016 bestritt Dr. Rainer Albert mit dem Thema „Die Heidelberger Fass-Medaillen“, in dem er die einschlägigen Medaillen vorstellte und an der Geschichte der verschiedenen „großen Fässer“ in Heidelberg herausarbeitete, dass sie zu einem Symbol der Kurpfalz geworden waren.

Dr. Markus Wesche, Bayerische Akademie der Wissenschaften, München referierte am 1. Juni (615. Sitzung) über „Das Weimarer Jubiläumsjahr 1825: Goethes Medaillenunternehmungen“. Goethe war nicht nur einer der vielseitigsten und gedankenreichsten Medaillensammler seiner Zeit, sondern hatte auch selbst Anteil an der Entstehung von Medaillen. Im Jahre 1825 fielen zwei für das damalige Weimar bedeutende Ereignisse an: die Goldene Hochzeit des Großherzogpaares und Goethes 50-jähriges Jubiläum seiner Ankunft in Weimar. Beide Ereignisse sollten von Medaillen als der dauerhaften Form des Gedächtnisses begleitet werden. Wie Goethe dabei vorging und was ihm selbst widerfuhr, war Gegenstand des Vortrags. Der Vortrag war spannend und lehrreich und löste längere Diskussionen aus.

Zur 614. Sitzung am 4. Mai sprach Karl Heinz Fröhner, 1. Vorsitzender der Münzfreunde Darmstadt, über das „Fürstentum Siebenbürgen im 16. und 17. Jh. - numismatisch betrachtet“. Der Referent führte uns auf den Balkan, wo sich Europa jahrhundertelang türkischer Eroberungsgelüste ausgesetzt sah. Als das ungarische Heer am 29. August 1526 in der Schlacht von Mohács von Süleyman I. vernichtend geschlagen wurde, zerbrach Ungarn in drei Teile. Ein Teil wurde als untertäniges Fürstentum Siebenbürgen unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches gestellt. Die siebenbürgischen Fürsten prägten bis Ende des 17. Jahrhunderts Münzen, die im Vortrag interessant vorgestellt wurden.

Am 6. April 2016 (613. Sitzung) stellte uns unser Mitglied Walter Kraut „Kurfürst Karl Philipp und das Mannheimer Schloss“ vor. Der katholische Kurfürst Karl Philipp wollte 1719, wenige Jahre nach seinem Amtsantritt, die Heilig Geistkirche in Heidelberg als seine Hofkirche beanspruchen. Der Stadtrat und der Reformierte Kirchenrat widersprachen energisch. Der Kurfürst war darüber sehr verärgert und verlegte sogar seine Residenz nach Mannheim und ließ dort ein Schloss bauen. Eine Palastanlage in der Ebene entsprach allerdings auch viel mehr dem damaligen Zeitgeist als das zerstörte Bergschloss in Heidelberg. Etliche numismatische Zeugnisse illustrierten diese turbulente Zeit.

Am 2. März (612. Sitzung) referierte unsere 2. Vorsitzende Dr. Barbara Simon über „Göttliche Väter und rächende Söhne. Legitimation und Nachfolge als Thema römischer Münzen“. Beispiele aus der kaiserzeitlichen Münzprägung von Augustus bis Ende des 3. Jhs. machten deutlich, unter welchen Kaisern und mit welchen Mitteln der Bildpropaganda die Legitimation des Nachfolgers oder die Berufung auf einen Vorgänger durch Münzbilder erfolgte.

Der Jahresbeginn war traditionell: Am 6. Januar 2016 (610. Sitzung) gab es das „Numismatische Quiz“, das wieder der 1. Vorsitzende Dr. Rainer Albert zusammengestellt hatte und das anlässlich von 25 Jahren Wiedervereinigung unter dem Thema „Münzprägung in Ost- und Westdeutschland, in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland“ stand. Es zeigte sich, dass es auch zur jüngeren Vergangenheit knifflige Fragen gibt.

Monatsversammlungen 2015

Am 2. Dezember 2015 (609. Sitzung) fand in traditioneller Form unsere Weihnachtssitzung statt: Nach einem Essen im festlich geschmückten Versammlungssaal waren verschiedene Exponate zu begutachten, mit denen Mitglieder „SammelIdeen“, so das übergeordnete Motto, präsentierten. Nach der Prämierung blieb noch viel Zeit für einen gemütlichen Abend. Wie seit Jahrzehnten üblich, wurden die Exponate dann bis in den Januar in der Speyerer Volksbank den Bürgern Speyers gezeigt.

Neben dem numismatisch ausgefüllten September bot auch der November viele Veranstaltungen:

Am 4. November (608. Sitzung) zeigte uns unser Schriftführer Dr. Wolfgang Dreher „Bergbauprägungen aus dem Erzgebirge“, einer der bekanntesten, ertragreichsten und älteren Bergbauregionen in Mitteleuropa. Im Vortrag wurden sächsische und böhmische Bergbauprägungen bis Ende des 1. Weltkrieges im historischen und bergbaulichen Zusammenhang vorgestellt. Dabei handelte es sich um sächsische und böhmische Ausbeutetaler sowie um Prägungen (meist Medaillen) auf Ereignisse, Personen und Bergbauorte, darunter auch diverse Prägungen mit Bezug auf die Bergakademie Freiberg.

Am 5. November eröffneten wir in der Speyerer Volksbank die Ausstellung ,,Antinoos - ein Gott wird geboren“ mit einem einmaligen Ensemble von Medaillons und Münzen aus der Zeit Kaiser Hadrians. Man vgl. dazu den gleichnamigen Beitrag von Dr. Rainer Pudill im NNB 10/2015, S. 369 ff.

Am 6. November fand unsere 27. Auktion im Haus der Vereine statt, zu der viele Vereinsmitglieder erschienen, etliche aber auch mit schriftlichen Geboten vertreten waren. Franz-Peter Kleiß war wie von Anfang an der souveräne Auktionator, der ca. 700 Lose zuzuschlagen hatte.

 

Am 7. Oktober (607. Sitzung) referierte Dr. Barbara Simon, unsere 2. Vorsitzende, über „Pharmacia in nummis - Münzen und Medaillen aus der Sammlung des Deutschen Apothekenmuseums Heidelberg“. Die Medaillen reichen vom 16. Jh. bis in die Neuzeit. Sie nehmen Bezug auf Einzelpersonen wie Apotheker oder Naturwissenschaftler, aber auch auf Arzneimittelfirmen, Gilden und Gesellschaften oder würdigen Verdienste um die Pharmazie. Als Beispiele für die Spannbreite der Medaillen dienten die Medaille des Wiener Apothekers Abraham Sanger aus dem Jahre 1563 und eine moderne Medaille von Anita Blum-Paulmichl aus dem Jahr 1968 auf die Schutzheiligen der Apotheker, Cosmas und Damian.

 

Vom 25. bis 27. September 2015 feierte die Numismatische Gesellschaft Speyer ihr 50-jähriges Bestehen und richtete dazu das 50. Süddeutsche und 12. Deutsche Münzsammlertreffen aus, die Berichterstattung erfolgte im NNB 11/2015, S. 425 ff.

 

Dr. Gunter Quarg, Münzfreunde Darmstadt, informierte uns am 3. Juni (603. Sitzung) über „350 Jahre Glockenbau des Darmstädter Schlosses im Medaillenbild". Angeregt durch die Grundsteinmedaille zum Glockenbau des Darmstädter Schlosses, begab sich Herr Quarg auf Spurensuche und zeigte die Entstehungsgeschichte des Glockenbaus auf und verfolgte seine Geschichte mit vielen interessanten Medaillen.

 

Ein „numismatisches Randgebiet" brachte uns am 6. Mai (602. Sitzung) Dr. Wolfgang Krauth, Universität Tübingen, mit „Westfälische Städtesiegel im 13. Jahrhundert als Quellen für die Stadtgeschichte“ nahe. Er betrachtete die Siegel als Ausdruck sogenannter symbolischer Kommunikation und fragte, was die verschiedenen Städte Westfalens durch ihre Siegel über sich und ihr Selbstverständnis zum Ausdruck bringen wollten. Aus gegebenem Anlass wagte er dabei auch einen Seitenblick auf die Numismatik.

 

Am 1. April (601. Sitzung) stellte Dr. Alexander Ruske, Deutsche Bundesbank, Numismatik & Geldgeschichte, „Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank" vor. Sein Blick in die Sammlungsbestände war ebenso spannend wie seine Bemerkungen zum Umbau, der im Moment die Schließung des Geldmuseums bedingt. Dr. Ruske war ein hervorragender Botschafter für die Numismatik und die Bundesbank.

 

600. Monatssitzung

Am 4. März feierte die Numismatische Gesellschaft Speyer ihre 600. Monatssitzung und damit ihr 50-jähriges Bestehen. Alle Anwesenden erhielten als Erinnerung an dieses wichtige Datum in der Geschichte der Gesellschaft eine von unserem Mitglied Peter-Götz Güttler gestaltete Erinnerungsmedaille (die bei den Kurznachrichten in diesem NNB abgebildet ist), anschließend richtete der Speyerer Oberbürgermeister als Mitglied der Gesellschaft ein Grußwort an die Versammlung. Den Vortrag des Abends hielt Dr. Rainer Albert zum Thema „50 Jahre Süddeutsche Münzsammlertreffen und ihr Medaillenertrag“. Die NGS, die 2015 das Süddeutsche Münzsammlertreffen organisieren wird, war auch in der Vergangenheit mehrfach mit der Durchführung dieser Treffen beauftragt.

 

Die Bibliothek der NGS im Haus der Vereine, Ruhlandstraße 4, war jeweils an den Tagen der Monatstreffen (jeder 1. Mittwoch im Monat) geöffnet.

Unsere Schriftenreihe wurde mit den nachfolgenden 3 Bänden fortgesetzt (für Mitglieder kostenlos):

Albert, Rainer (Hrsg): Zeitenwende. Münzprägung und Geldwirtschaft in der Zeit Kaiser Heinrichs IV (1056-1106). Numismatische Gesellschaft Speyer, Speyer 2015 (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer, Bd. 52). 86 S., bebildert, 12 Euro.

Albert, Rainer (Hrsg): Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld. Numismatische Gesellschaft Speyer, Speyer 2015 (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer, Bd. 53). 224 S., farbig bebildert, 19,50 Euro.

Albert, Rainer: Die Medaillen und Abzeichen der Süddeutschen Münzsammlertreffen 1966-2015. Numismatische Gesellschaft Speyer, Speyer 2015 (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer, Bd. 54). 112 S., farbig bebildert, 18 Euro.

 

 

Jahreshauptversammlung 2015

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 2015

Am 4. Februar (599. Sitzung) fand die Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen statt. Zuerst gedachte die Versammlung der 2014 verstorbenen Mitglieder Horst Jung, Dr. Klaus Petry und Karl-Heinz Sauerbeck.

Danach gaben der 1. Vorsitzende Dr. Rainer Albert den Rechenschaftsbericht, der Kassierer Robert Ungerer den Kassenbericht und die Kassenprüfer Dietrich Weeber und Herbert Groß den Prüfbericht. Danach wurde die gesamte Vorstandschaft entlastet. Vor der dann anstehenden Neuwahl des Vorstands, die Dr. Gerhard Graab leitete, wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Dr. Werner Transier (mit der Anerkennungsmedaille in Bronze) und Franz-Peter Kleiß (mit der selten verliehenen Eligius-Medaille des Bildhauers Gernot Rumpf) geehrt.

Die Neuwahl des Vorstandes erbrachte folgendes Ergebnis:

Geschäftsführender Vorstand:

Dr. Rainer Albert, 1.Vorsitzender;

Dr. Barbara Simon, 2. Vorsitzende;

Dr. Wolfgang Dreher, Schriftführer;

Robert Ungerer, Kassierer;

Hans-Jügen Renner, Bibliothekar.

Beisitzer:

Albert Feldle, Dietmar Frey, Jög Gierth, Erwin Hund, Thomas Junghans, Joachim Kessler, Richard Rothenberger, Giorgio Verzieri, Gunter Walde, Rolf Wessel.

Dr. Albert wies (wie bereits 2014) darauf hin, dass er bei der JHV 2016 sein Amt niederlegen werde. Als Kassenprüfer wurden gewählt Herbert Groß, Dietrich Weeber und als Stellvertreter Markus Klemm.

Der Beitrag für 2016 bleibt unverändert bei 30 Euro (15 Euro für Zweitmitglieder).

Die Gesellschaft hat aktuell 218 Mitglieder.

Als Neumitglieder erhielten die Anstecknadel in Bronze Erik Eschli, Dr. Markus Gehm, Sibylle Kuhn, Hans-Jürgen Renner, Heinrich Seifert und Florian Hellberg. Die Anstecknadel in Silber für 5 Jahre Mitgliedschaft erhielten Rüdiger Berg, Franz Bitz, Jürgen Grabowski, Dominik Heberling, Dr. Thomas-Michael Kahl und Jürgen Lorenz. Für 10-jährige Mitgliedschaft wurden mit der goldenen Anstecknadel geehrt Karl Bourdy, Peter Heydenreuter, Bernhard Kammleitner und Theo Schäfer.

Die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten Herbert Grün, Friedhelm Litzenberger, Albert Raff, Otmar de Riz, Jutta Schumacher und Gregor Seufert.

Eine Güttler-Medaille als Dank für aktive Mitarbeit im Jahr 2014 erhielten Dr. Rainer Albert, Karl-Heinz Bummel, Dr. Wolfgang Dreher, Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Albert Feldle, Dietmar Frey, Karl Heinz Fröhner, Jörg Gierth, Herbert Groß, Ludwig Haas, Maximilian Hayart, Dominik Heberling, Walter Hook, Armin Hoppe, Thomas Horn, Erwin Hund, Dr. Egon Joerchel, Thomas Junghans, Joachim Kessler, Franz-Peter Kleiß, Markus Klemm, Karlheinz Naber, Peter Reimann, Richard Rothenberger, Konstantin Sarai, Klaus Schiffmann, Klaus Schneider, Dr. Werner Transier, Robert Ungerer, Georg Verzieri, Gunter Walde, Ulrich Walter, Dietrich Weeber, Martin Weiß und Rolf Wessel.

Für besondere Verdienste über viele Jahre erhielt Erwin Hund die goldene Verdienstmedaille der Gesellschaft. Die sehr harmonisch verlaufene Jahreshauptversammlung wurde mit einem Ausblick auf 2015 und das in Speyer stattfindende Süddeutsche Münzsammlertreffen beendet.

 

Monatsversammlungen 2014

 

Monatsversammlungen 2014:

Unsere Adventssitzung am 3. Dezember (597. Sitzung) brachte neben einem hübsch dekorierten Saal und einem gemütlichen gemeinsamen Essen auch die traditionelle Ausstellung, bei der Mitglieder in kleinen Exponaten liebevoll gestaltete Sammelideen präsentierten und alle dafür mit einem kleinen Geschenk belohnt wurden.

 

Dr. Wolfgang Dreher, Hanhofen, stellte am 5. November (596. Sitzung) „Deutsches Notgeld aus der Zeit des Ersten Weltkrieges" vor und zeigte dabei sehr ausgefallene Exponate, die anschließend auch breit diskutiert wurden.

 

Am 1. Oktober (595. Sitzung) referierte Norbert Mersch M.A., Leiter der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln, über einen interessanten Teil der Sammlung: „Agrippina die Jüngere in der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köld. Er stellte antike Prägungen auf Agrippina vor und konnte dann den Bogen bis in die Neuzeit spannen und viel zur rheinischen Geschichte berichten.

 

Am 3. September (594. Sitzung) stellte uns Robert Eberlein M.A., Degussa, München, „Gold und Silber vom Meeresgrund - Die spanische Schatzflotte des Jahres 1622" vor. Der Vortrag handelte von den 28 Schiffen der spanischen Schatzflotte des Jahres 1622. Eines der fünf gesunkenen Schiffe dieser Flotte wurde 1985 von dem amerikanischen Schatztaucher Mel Fisher entdeckt und ein großer Teil der Ladung geborgen. Ausgewählte Exponate wurden vorgestellt und lösten eine lebhafte Diskussion aus.

 

Am 6. August (593. Sitzung) referierte Dr. Sebastian Steinbach, Auktionshaus Künker, Osnabrück, über Würfel, Wein und Walther - Stauferzeitliche ‚Buchführung' am Beispiel der Reiserechnungen Wolfgers von Passau (1191-1204)". Die vorbildliche Interpretation einiger Quellentexte eröffnete interessante Blicke in die stauferzeitliche Wirtschaftsgeschichte.

 

2. Juli 2014 (592. Sitzung). Die im Jahresprogramm angekündigten Vorträge von Juli und August wurden vertauscht, zuerst sprach Dr. Rainer Albert, Speyer, über „Die Rolle der Götter in der augusteischen Münzprägung" und stellte dabei die wichtigsten göttlichen „Helfer" des Prinzeps vor und konnte auch Verschiebungen innerhalb der langen Regierungszeit des Kaisers zeigen.

 

In unserer 591. Monatsversammlung am 4. Juni informierte uns unser Mitglied Dr. Markus Wesche, München, über den Wiener Medailleur Carl Radnitzky (1818-1901), der einer der fruchtbarsten Medailleure Mitteleuropas im 19. Jh. war. Der Vortrag stellte den Medaillenkünstler als Virtuosen und Innovator vor. Radnitzky fand seinen eigenen Stil in Distanz von seinen Vorgängern, zugleich erwies er sich als glänzender Vertreter der Graveurskunst. Vor allem wurden seine Werke aus den 1840er Jahren vorgestellt werden, als Radnitzky sich für eine Karriere im Staatsdienst in Position bringen musste. Dafür erfand er eine Reihe von Lehrstücken der Medaillenkunst.

 

Am 7. Mai (590. Sitzung) sprach unser Mitglied Dr. Konrad Schneider, Frankfurt/M., über „Die wilden 1740er und 1750er Jahre im Südwesten". Die erste Hälfte des 18. Jhs. war nicht nur in der Geldgeschichte des deutschen Südwesten eine Zeit des Umbruches und der Unsicherheit. Es gab kaum gültige Normen. Der Reichsprobationstag von Regensburg von 1736 bis 1738 schuf zwar einen Reichsfuß, der den Leipziger Fuß von 1690 zur Reichsnorm erhob, aber nur missachtet wurde, und nach 1750 neuen Systemen Platz machte, dem süddeutschen Konventionsfuß und dem preußischen „Graumannschen Fuß". Diese Periode führte in die verheerende Geldverschlechterung des Siebenjährigen Krieges, aus dem die beiden neuen Systeme gestärkt hervorgingen.

Dr. Barbara Simon, unser Mitglied aus Ludwigshafen, referierte am 2. April 2014 (589. Sitzung) über „Die Außenpolitik des Augustus im Spiegel der Münzen". Vor allem die Erfolge im Osten durch die Rückgewinnung der Feldzeichen von den Parthern wurde anhand der Münzen thematisiert. Frau Dr. Simon stellte diese Münzen in ihrer Bedeutung für die Erneuerung der militärischen Befehlsgewalt und damit den Machterhalt des ersten Princeps vor. Auch auf den Münzbildern der Nachfolger wurden die Slogans der augusteischen Prägungen in angepasster Form wieder verwendet.

 

Bei unserem Treffen am 5. März (588. Sitzung) stellte unser Mitglied Walter Kraut, Ludwigshafen, sehr übersichtlich und sehr instruktiv das komplexe Thema „Im Spiegel der Münzen und Medaillen: Entstehung und Niedergang der Weimarer Republik" vor.

 

Zum ersten Treffen im neuen Jahr am 8. Januar 2014 (586. Sitzung) gab es wie immer ein Numismatisches Quiz, das diesmal sehr stark auf die (neuen) Euro-Länder abgestellt war.

 

Auktion

Am 7. November leitete Franz-Peter Kleiß in gewohnt souveräner Manier unsere jährliche Auktion, es war die 26. und alle hat er betreut. Es wurde munter geboten und zahlreiche Objekte wechselten den Besitzer.

 

Exkursion

Am 17. Mai  2014 besuchten wir in Basel unser Mitglied Dr. Michael Matzke, der uns die von ihm eingerichtete neue Dauerausstellung des Münzkabinetts im Historischen Museum zeigte. Vgl. dazu NNB 6/2013, S. 209 ff. Die Fahrt, die auch eine Stadtführung einschloss, hatte wieder Rolf Wessel organisiert.

 

Münzbörse

Am 11. Mai 2014 führten wir unsere 40. Pfälzische Münzbörse in der Stadthalle Speyer durch, die sowohl auf Händler- als auch Besucherseite ein volles Haus brachte. Jeder 20. Besucher erhielt eine numismatische Überraschung, zudem war der Umtausch von Umlaufmünzen im Wert von 10 Euro gegen das neueste deutsche 10-Euro-Stück möglich.

Jahreshauptversammlung 2014

Jahreshauptversammlung 2014

Am 5. Februar (587. Sitzung) fand die Jahreshauptversammlung statt. Zuerst gedachte die Versammlung den im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern Harald Dietz, Leimen; Wolfgang Essebier, Schwegenheim; Dr. Helmut Emrich, Flehingen; Wilhelm Eglseer, Bonn; Willi Himmelsbach, Speyer; Adolf Nussbauer, Lingenfeld; Karl-Friedrich Schneider, Sandhausen; und Anfang Januar 2014 Horst Jung, Speyer. Dem Jahres- und dem Kassenbericht 2013 folgte die einstimmige Entlastung des Vorstands. Zu neuen Kassenprüfern wurden gewählt Herbert Groß und Dietrich Weeber, Stellvertreter Markus Klemm, andere Wahlen standen nicht an. Der Jahresbeitrag für 2015 wird 30 Euro betragen.

Die bronzene Anstecknadel erhielten Georg Baums, Wolfgang Eversberg, David Valentin Klemm, Paul Noah Klemm, Frank Klemmer, Lion König, Kai Nußbauer, Peter Stoelben, Dr. Kurt Schumacher; die silberne Anstecknadel erhielten Dr. Wolf Böhm, Ernst Cremer, Michael Deubig, Peter B. Feuser, Dr. Herbert Leube, Andreas Schmitt, Rainer Seelig, Sebastian Sondermann; die goldene Anstecknadel erhielten Bernd Geyer, Peter Lipp, Ulrich Walter.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt Ludwig Bender, Hellmuth Eiberger, Anton Geiger, Liselotte Krämer, Hans-Hermann Mohr, Helmut Steiger, Fritz Theiß. Die Jahresmedaille von Peter Götz Güttler erhielten als Dank für ihr Engagement 2013 die Herren Dr. Albert, Baader, Bummel, Dr. Dreher, Oberbürgermeister Eger, Feldle, Frey, Fröhner, Gierth, Groß, Haas, Hayart, Heberling, Hook, Hoppe, Horn, Hund, Dr. Joerchel, Junghans, Kessler, Kleiß, Klemm, Klett, Köhler, König, Müller, Naber, Reimann, Rothenberger, Sarai, Schiffmann, Schineller, Schneider, Dr. Transier, Ungerer, Verzieri, Walde, Walter, Weeber, Weiß, Wessel.

Für besondere und herausragende Verdienste um die NGS erhielten Dr. Wolfgang Dreher die Anerkennungsmedaille in Silber und Dr. Rainer Albert die Anerkennungsmedaille in Gold.

 

Monatsversammlungen 2013

Monatsversammlungen 2013:

Am 4. Dezember 2013 (585. Sitzung) fand unsere Weihnachtssitzung statt, bei der man verschiedene Ausstellungsobjekte besichtigen und prämieren konnte und traditionell bei einem gemeinsamen Essen lange zusammen saß. Die Ausstellungsobjekte waren dann bis Anfang Januar 2014 in der Volksbank in Speyer als Sammelideen ausgestellt.

 

Am 8. November trafen sich viele Mitglieder zu unserer 25. NGS-Auktion (mit ca. 700 Losen) im Haus der Vereine. Zum 25. Mal schwang Franz-Peter Kleiß den Auktionshammer, so wie er zum 25. Mal die Auktion vorbereitet hatte und auch abwickelte. Eine bewundernswerte Leistung, für die ihm der Vorsitzende Dr. Rainer Albert mit einer Medaille unter dem Beifall der Anwesenden dankte.

 

Am 7. November konnte die Ausstellung „Christus auf römischen und byzantinischen Münzen - in Zeichen, Worten und Bildern" in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer eröffnet werden. Die Entwicklung der Christusdarstellungen bzw. der auf Christus weisenden Zeichen wurde von ihren Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit in einer wahrhaft imponierenden Münzreihe gezeigt, verdeutlicht zudem in vielen Großfotos.

 

Am 6. November (584. Sitzung) musste der im Programm angekündigte Vortrag leider ganz kurzfristig ausfallen. Dr. Rainer Albert sprach dann über „Moechten die Teutschen nie vergessen, was den Befreiungskampf nothwendig machte und wodurch sie gesiegt. Die Befreiungshalle von Kelheim und ihre Bedeutung in der Numismatik". Er hatte diesen Vortrag im Oktober in Leipzig bei einer Tagung der Sächsischen Numismatischen Gesell-schaft zur Völkerschlacht von Leipzig 1813 gehalten und zeigte, wie das Andenken an die Völkerschlacht 1863 und 1913 für die jeweilige Politik genutzt wurde.

 

Am 2. Oktober (583. Sitzung) zeigte uns Dr. Bernd Sprenger, Langenfeld, mit seinem Vortrag „1923 - Vor 90 Jahren erreichte die Hyperinflation in Deutschland ihren Höhepunkt. Chronik einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Katastrophe", welche Auswirkungen die große Inflation in Deutschland 1923 hatte. Es war der jungen Weimarer Republik nicht gelungen, die hoch defizitären staatlichen Haushalte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zu stabilisieren. Die Staatsverschuldung geriet aus dem Ruder. Die Inflationsspirale drehte sich immer schneller. Am Ende betrug der Wechselkurs zum US-Dollar 4,2 Billionen Mark.

Ausstellungen

23. September 2016, 19 Uhr:

Eröffnung einer Ausstellung mit Werken der Künstler in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer .

Ausstellungen 2016

Am 7. April  2016 eröffnete die NGS in der Hauptstelle Speyer der Sparkasse Vorderpfalz die Ausstellung „Giannantonio Bucci (1925-2001) - Medailleur und Bildhauer aus Speyers Partnerstadt Ravenna“. Bucci lehrte nach seiner Ausbildung in Florenz und Carrara an verschiedenen Kunsthochschulen, seit 1985 war er freischaffender Künstler. Bucci widmete sich stark der Porträtgestaltung, in der er es sowohl in der Bildhauerei als auch in der Medaillenkunst zu einer großartigen Meisterschaft brachte. Er verstand es nicht nur, das Wesen des Dargestellten auszudrücken, sondern auch sein Werk im Porträt erstrahlen zu lassen. Seine Porträtarbeiten sind psychologisch und poetisch zugleich. In der Ausstellung, die gut besucht war, war ein breiter Querschnitt seines Medaillenschaffens zusammen mit anderen Zeugnissen zu sehen.

 

Ausstellungen 2015

In der traditionellen Herbstausstellung der Numismatischen Gesellschaft Speyer (Eröffnung am 5. November 2015) wurden diesmal Münzen und Medaillons aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zeigen. Die Darstellungen stammen vorwiegend aus der (griechisch-)römisch-ägyptischen Götterwelt und eben von dem „neuen Gott“ Antinoos - so eröffnete sich uns ein faszinierender Blick in die Vergangenheit.

 

25. September, -18 Uhr: Ausstellungseröffnung „Medaillen und Plaketten zu den süddeutschen Münzsammlertreffen 1965 – 2015“ in der Sparkasse Vorderpfalz, Hauptstelle Speyer.

 

Am 19. März 2015 fand mit großer Publikumsbeteiligung die Eröffnung der Ausstellung „Von der zweiten zur dritten Dimension - Medaille und Kleinplastik im Schaffen zeitgenössischer deutscher Künstler“ in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer statt, vgl. dazu die Berichterstattung im NNB 5/2015, S. 181 ff.

 

Eine weitere Ausstellung eröffneten wir am 26. März in der Sparkasse Vorderpfalz, Hauptstelle Speyer, diesmal mit einer Motivsammlung „Bienen und Imkerei in nummis". Die Ausstellung lockte neben Münzsammlern auch etliche Imker an und beeindruckte durch den in der Antike beginnenden Querschnitt zu Münzen und Medaillen mit Bienenmotiven und schöne Dekorationen, zu denen auch ein originaler Bienenkorb gehörte.

 

Ausstellungen 2014

 

Ausstellung Busch

 

 

„Mensch, was bist du für ein Schlingel! Wilhelm Busch in nummis", so lautete der Titel einer Ausstellung, die wir Dank unseres Mitglieds Reinhard Goldschmidt, Karlsruhe, in der Hauptstelle Speyer der Sparkasse Vorderpfalz am 11. September 2014 eröffnen konnten. Es gab nicht nur Münzen, Medaillen, Geldscheine und vieles anderes zu Wilhelm Busch zu sehen, er war (in Person des Schauspielers Ernst Pilick) auch selbst anwesend und erzählte zur Begeisterung der Besucher humorvoll aus seinem Leben.

 

 

 

 

 

Am 3. April 2014 wurde die Ausstellung „Frommes Geld? - Gottheiten auf Münzen der Römischen Republik" in der Sparkasse Vorderpfalz eröffnet.

 

Am 13. Februar 2014 konnten wir die Ausstellung „Münztechnik auf Münzen und Medaillen. Die Sammlung von Richard Peterhänsel, Plauen" in Anwesenheit des Sammlers in der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer eröffnen, die mit Schautafeln und vielen schönen und interessanten Medaillen die Geschichte der Münztechnik erzählte.

Ausstellungen 2013

 

Am 26. September 2013 eröffneten wir in der Hauptstelle Speyer der Sparkasse Vorderpfalz die Ausstellung „Caesar und Konsorten - Münzen aus dem römischen Bürgerkrieg". Mit Marius begann Ende des 2. Jhs. v. Chr. die Zeit der Imperatoren, die einen tiefgreifenden Wandel der Römischen Republik brachte und an deren Ende Octavian als „Kaiser Augustus" stehen sollte. Diese für die europäische Geschichte so grundlegenden ca. 100 Jahre wurden anhand ausgewählter römischer Münzen sowie Fotos und Texten eindrucksvoll dokumentiert.

Ausstellungen 2012

 

Am 31. Mai 2012 wurde die Ausstellung „Plastisch! – Figur, Medaille, Objekt“, die wir im Arbeitstitel „Junge Künstlerinnen stellen aus - Impulse für Deutschland“ genannt hatten, in der Speyerer Volksbank eröffnet. Bis zum 4. Juli 2012 stellten Adelheid Fuss, Anne Karen Hentschel, Almuth Lohmann-Zell, Anna Martha Napp, Stefanie Petrat, Petra Schwenzfeier und Kornelia Thümmel, die das Kunststudium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle verbindet, Medaillen und plastische Objekte aus und zeigen, welch wunderbare Impulse von Halle ausgehen. Bei der Speyerer Kult(o)urnacht am 1. Juni wurde die Ausstellung von mehreren Hundert Menschen besucht.

 

Ausstellungseröffnung in der VoBa

Unter den „Fliegenden“ von Anne Karen Hentschel: (v.l.n.r.:) NGS-Vorsitzender Dr. Rainer Albert, Anna Martha Napp, Anne Karen Hentschel, Adelheid Fuss, Vorstandssprecher Rudolf Müller bei der Eröffnung der Ausstellung „Plastisch! – Figur, Medaille, Objekt“ in der Speyerer Volksbank.

R.A.

 

50. SMT

50 Jahre Numismatische Gesellschaft Speyer

50. Süddeutsches Münzsammlertreffen

12. Deutsches Münzsammlertreffen 2015

 

Zum 50-jährigen Bestehen der Numismatischen Gesellschaft Speyer (NGS) gab es ein großes Festprogramm. Die Deutsche Numismatische Gesellschaft vergab zur Ehrung einer ihrer größten und aktivsten Mitgliedsgesellschaften das 12. Deutsche zusammen mit dem 50. Süddeutschen Münzsammlertreffen nach Speyer.

Der Reigen der Veranstaltungen begann am Freitag, dem 25. September 2015, mit einem großen Empfang in der Speyerer Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz (die ein Gründungsmitglied der NGS ist). Gezeigt wurde eine einmalige und vollständige Ausstellung aller Medaillen und Abzeichen, die in 50 Jahren zu den Süddeutschen Münzsammlertreffen herausgegeben wurden. Dazu legte der NGS-Vorsitzende Dr. Rainer Albert auch einen farbig bebilderten Katalog vor, in dem diese Objekte mit ihrem jeweiligen numismatischen Hintergrund erfasst sind. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden auch die Gründungsmitglieder, die der Gesellschaft noch angehören, geehrt, sie erhielten eine mit ihrem Namen und einer Widmung auf der Rückseite gravierte Kunstmedaille des Bildhauers Klaus Kowalski mit dem Titel „Numismatica — NGS 1965-2015“.

 

Impressionen, fotografiert und zusammengestellt von Andreas Meyer, Neumarkt

Die Gründungsmitglieder der Numismatischen Gesellschaft Speyer (NGS) erhielten während der Eröffnungsveranstaltung zum „50. Geburtstagsfest" der NGS in der Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz als Würdigung für ihre Verdienste um die NGS eine speziell angefertigte und individuell gravierte Medaille des Künstlers Klaus Kowalski. Auf dem Bild v.l.n.r.: Dr. Barbara Simon (2. Vorsitzende der NGS), Helfried Ehrend, Gerhard Puderer, Norbert Rotter (für das Gründungsmitglied Sparkasse), Friedrich Martin Eisensteck, Dr. Rainer Albert (1. Vorsitzender der NGS). Auf dem Bild fehlt der Gründungsvorsitzende Roland Jossé.

 

Ausstellung in der Sparkasse Vorderpfalz, 25.09.2015

 

Für Speis und Trank war ausreichend gesorgt, 25.09.2015

 

Am Samstag, dem 26. September 2015, eröffnete dann im Speyerer Stadtratssitzungssaal der DNG-Präsident Nicol Worbs das Münzsammlertreffen und überreichte anschließend den Eligius-Preis der Deutschen Numismatischen Gesellschaft an Dr. Wolfgang Steguweit aus Gotha, es folgten dann Vorträge zum Tagungsthema „Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld“. Im Begleitprogramm wurden Führungen in den Kaisersaal des Domes und ein Stadtspaziergang gerne wahrgenommen.

Eligiuspreisträger 2015 Dr. Wolfgang Steguweit, 26.09.2015

 

Pflege der zwischenmenschlichen Beziehungen, 26.09.2015

 

Die Vorträge waren sehr gut besucht, 26.09.2015

 

Interessantes gab es bei der Stadtführung, 26.09.2015

 

Der Tag endete mit einem festlichen Abendessen mit begleitender Weinprobe im großen Festsaal im Speyerer Haus der Vereine, was den Gästen aus ganz Deutschland eindrucksvoll Pfälzer Gastfreundschaft und Weinkultur vermittelte und begeisterte Reaktionen hervorrief.

 

Viele zufriedene Gesichter bei der Weinprobe, 26.09.2015

 

Das Treffen wurde am Sonntag, dem 27. September 2015, mit weiteren Referaten zum Tagungsthema fortgesetzt und endete am Nachmittag mit der DNG-Jahreshauptversammlung und einer Präsidiumssitzung der Deutschen Numismatischen Gesellschaft. Zum Treffen gestaltete der Künstler Carsten Theumer aus Halle eine Kunst-gussmedaille (vorgestellt im NNB 7/2015, S. 258 f.), außerdem erschien zum Tagungsthema ein Sammelband mit 10 Beiträgen: „Rainer Albert, Hrsg.: Böses Geld, schlechtes Geld, falsches Geld. Speyer 2015“ (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer, Bd. 53; 224 S., farbig bebildert). Die Speyerer Gesellschaft wurde insgesamt ihrem Ruf als eine führende numismatische Gesellschaft glänzend gerecht.

Börse

Münzbörse Speyer 2017

14.5.2017

43. Pfälzische Münzbörse der Numismatischen Gesellschaft Speyer in der Speyerer Stadthalle (9 - 15 Uhr)

 

Am 14. Mai fand mit großem Erfolg unsere 43. Pfälzische Münzbörse in der Speyerer Stadthalle statt. Alle Tische waren schon lange von ca. 50 Händlern belegt, über 500 Besucher sorgten für gute Umsätze, die NGS konnte neue Mitglieder gewinnen.

 

 

 

Diebstahl

Münzdiebstahl

Cistophor

12 - Ephesos, Cistophor, 131 v.Chr.  - 29,2 mm

 

22 - Speyer, Halbtaler 1770 - 32,8 mm

 

 

24 - Speyer, Taler 1770 - 41 mm

 

Literatur

Rainer Albert (Hrsg.): Zeitenwende. Münzprägung und Geldwirtschaft in der Zeit Kaiser Heinrichs IV. (1056-1106). Speyer 2015 (= Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer e. V., Bd. 52). 88 5. bebildert, 12 Euro, Bezug: E-Mail katoju[at]web.de oder Tel. 06232/65050.

Die Schriftenreihe der Numismatischen Gesellschaft Speyer e. V. hat im September 2015 nach vierjähriger Pause einen Zuwachs von gleich drei Bänden erfahren (Bde. 52-54). Pünktlich zum 12. Deutschen und 50. Süddeutschen Münzsammlertreffen in Speyer hat sich eine der größten und zugleich aktivsten numismatischen Vereinigungen in Deutschland damit drei würdige Geschenke zu ihrem 50. Geburtstag gemacht. Der Entstehungsgrund für den ersten der drei Bände, herausgegeben von Rainer Albert, liegt freilich bereits vier Jahre zurück: das „Salierjahr“ 2011 in Speyer. Gleich drei Jubiläen für die Stadt wie für die Salier wurden damals mit der Sonderausstellung Die Salier - Macht im Wandel im Historischen Museum der Pfalz begangen, in der auch die Numismatik nicht zu kurz kam (siehe dazu den Beitrag des Rezensenten im NNB 4/2011). Bereits 2006, im 900. Todesjahr Heinrichs IV, wurden bei den Monatstreffen der Numismatischen Gesellschaft drei Vorträge zur späteren Salierzeit gehalten, die 2011 erweitert und aktualisiert im Druck vorgelegt werden sollten. Da dies erst jetzt geschehen konnte, kam von 2011 ein salierzeitlicher Vortrag hinzu, und zwei weitere Zugaben haben nunmehr den speziell der Zeit des vorletzten Saliers gewidmeten kleinen Band komplettiert.

Zu Beginn bietet Sebastian Steinbach (Von Münzrechtsverleihungen, Handelszöllen und Inlandsfunden - Heinrich IV (1056-1106) und der Beginn der Geldwirtschaft in der Salierzeit, S. 9-2.5) in großen Zügen einen Überblick über die münz- und geldgeschichtlichen Entwicklungen der Salierzeit und deren wirtschaftsgeschichtliche Grundlagen. Er zeichnet das Bild vorn allgemeinen Wirtschaftswachstum im 10. bis 13. Jahrhundert, der durch den Aufschwung des Städtewesens, des Binnenhandels und der Bautätigkeit im 11. Jahrhundert eine besondere Dynamik entfaltete. Vor diesem Hintergrund arbeitet Steinbach anhand von Geldnennungen, Münzrechtsverleihungen, Prägetätigkeiten und Inlandsfunden eine Zunahme von Geldversorgung und Geldgebrauch in breiteren Bevölkerungskreisen heraus. Gerade die Zeit Heinrichs IV markiert somit auch geldwirtschaftlich einen Umbruch, wenn auch vielleicht nicht den Beginn der Geldwirtschaft an sich. 15 Abbildungen illustrieren den Beitrag und vermitteln dabei eine instruktive Vorstellung von der Vielfalt der Münzprägung der Zeit.

Den Anfang der regionalen Beiträge macht für den Nordwesten des Reiches, also für das Herzogtum Niederlothringen, aber ohne Friesland, Peter Ilisch (Das Münzwesen im Nordwesten des Reiches zu Zeiten Heinrichs S. 27-38). Ilisch bietet jedoch keinen Überblick über das Münzwesen der Region im eigentlichen Sinne, sondern begibt sich speziell auf die Suche nach dem Umfang königlicher Prägetätigkeit. Mit klarem Fokus auf die Zeit Heinrichs IV. kommen die Verhältnisse in Köln, Tief, Groningen, Aachen, Maastricht, Lüttich, Antwerpen, Duisburg und dem westfälischen Dortmund zur Sprache. Geboten werden Spezialdiskussionen einzelner Typen oder kleinerer Typenfolgen, die auf Ilischs 1997/98 und 2014 in bislang zwei Bänden vorgelegter grundlegender Neubearbeitung der Münzprägung in mehreren niederlothringischen Landschaften zur Zeit der Ottonen und Salier beruhen. Die Argumentation wird gestützt von 13 Abbildungen - wie im gesamten Band meist von hervorragender Qualität - die zugleich einen guten Querschnitt niederlothringischer Münzkunst repräsentieren.

Für den Südwesten des Reiches bietet dann Ulrich Klein (Die südwestdeutsche Münzprägung in spätsalischer Zeit und der Straßburger Bischof Kuno von Michelbach (1100-1123), S. 39-59) zwar nicht ganz das, was der Titel andeutet. Denn einen Überblick eben über die Münzprägung zumindest in den wichtigeren schwäbischen Prägestätten Straßburg, Basel, Zürich, Konstanz und Ulm gibt es nicht - gab es aber natürlich im ursprünglichen Vortrag. In der Druckfassung konzentriert sich Klein stattdessen auf den letzten Straßburger Bischof der Salierzeit und legt nach einem biographischen Abriss sowie einer ausführlichen Forschungsgeschichte ein Corpus der Prägungen Kunos von Michelbach vor. In typisch Klein’scher, vorbildhafter Manier wird hier das Material, das sich auf drei Denartypen und zwei dazugehörige Obole in sieben Haupt- bzw. Untervarianten verteilt und in insgesamt 28 Exemplaren vorliegt, ausgebreitet; jedes Stück ist exakt beschrieben, verifiziert und auf sieben Tafeln, die auch Stempelidentitäten verzeichnen, in einfacher und doppelter Originalgröße abgebildet.

Michael Matzke (Münzprägung zwischen Immobilisierung und Umbruch. Geld und Münzen im regnum Italicum unter Heinrich IV, S. 61-75) geht zuletzt nach Reichsitalien, der seit dem 11. Jahrhundert (geld-)wirtschaftlich führenden Region Europas. Auf eine Forschungsgeschichte - den Schlusspunkt setzt 2015 der Norditalien-Band des MEC-Projekts - folgt ein Überblick über die langobardisch-karolingische bis salische Münzprägung und -verwaltung. Der Schwerpunkt aber liegt auf den Emissionen Heinrichs IV aus Pavia, Mailand, Venedig, Verona und Lucca, wie alle italienischen Denare konsequent bildlos und von Immobilisierung geprägt. Um 1100 kam es in Pavia, Mailand und Lucca dabei erstmals zu einer massiven Münzverschlechterung, die Matzke auch mit den Kosten für den Ersten Kreuzzug erklärt. Ein Ausblick auf die nachsalische Zeit, die einige neue Münzstätten zeitigte, und die Mailänder Imperialis-Prägung Friedrichs I. Barbarossa von 1162/67, die bewusst auf Stil und Standard unter Heinrich IV zurückgriff, beschließt den mit 35 Abbildungen sehr anschaulichen Beitrag.

Die erste der zwei Zugaben ist eine von Peter Ilisch und Sebastian Steinbach konzipierte Karte „Königliche“ Münzprägung in der Regierungszeit Heinrichs IV (1056-1106) (5. 76f.). Sie verzeichnet Münzrechtsverleihungen und -bestätigungen sowie allein oder teilweise königliche Münzstätten, doch wäre über einzelne Punkte speziell im süddeutschen Raum durchaus noch zu diskutieren. Die zweite Zugabe - ein Wiederabdruck aus dem NNB 8/2011 - hat zwar nichts mit Salierzeit und Münzen, dafür aber mit den Saliern und moderner Medaillenkunst zu tun und stammt von Rainer Albert (Künstlerwettbewerb zum Salierjahr 2011. Numismatische Gesellschaft Speyer fördert Kunststudenten, 5. 79-86). In Bild und Wort stellt Albert den ersten bis dritten Preis sowie drei weitere Arbeiten des Medaillenwettbewerbs „Kunstmedaille Salierjahr 2011" vor, den die Numismatische Gesellschaft Speyer in Kooperation mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle durchgeführt hat. Entstanden sind thematisch und künstlerisch teils sehr eigenwillige, auch die Grenzen der Medaille sprengende, stets aber hochinteressante (Medaillen-)Objekte, die das Speyerer Salierjahr würdig bereichert haben. Letztlich bieten die meisten Beiträge zwar nicht viel Neues – bzw. neue Ergebnisse haben die Autoren bereits anderweitig publiziert -, sie werden als allgemeinverständliche und kompakte Einführungen für ihren jeweiligen Bereich aber Bestand haben. Der Beitrag von Ulrich Klein ist freilich genuin - sollte er der Auftakt sein zum dringend erwarteten Straßburg-Corpus? - und wird dem Band einen festen Platz in der dannenbergzeitlichen Literatur sichern. Um jedoch die numismatische „Zeitenwende“ der Zeit Heinrichs IV in all ihren Facetten und Implikationen richtig herauszuarbeiten, bräuchte es einen räumlich wie thematisch deutlich umfassenderen Band - Forschungsstoff gibt es genug!

Stefan Kötz