Verein

Dr. Gerd Dethlefs

Westf. Landesmuseum
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. (0251) 5907-256
Fax (0251) 5907-210
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Treffen:
jeden 2. Dienstag im Monat ab 17.30 Uhr im Westf. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte , rückwärtiger Eingang.

Termine

 

Vorschau 2./3. Quartal 2018:

 

10. April: Wilfried Schröder: Westfälische Kleingeldscheine aus der Zeit 1915 bis 1922

8. Mai: Vorlagen der Mitglieder (Neuerwerbungen, Aufgefallenes, Fragen, etc.)

12. Juni: Peter Ilisch, Numismatisches aus dem „Münsterischen Intelligenzblatt“ 1765-1810

10. Juli: Gerd Dethlefs: Nachträge zum Fund von Schüttorf (Grafschaft Bentheini).- Englische Münzen im westfälischen Geldumlauf der frühen Neuzeit

August kein Treffen

11. September: Katharina Martin: Athena und Roma im Osten des Mittelmeerraumes

 

Archiv


Jahresprogramm 2018

9. Januar 2018: Günther Gromotka: Zur Datierung einer späthellenistischen Münze von Seleukeia am Kalykadnos

13. Februar 2018: Stefan Wittenbrinck: Der Schatzfund von Wettringen

13. März 2018: Stefan Kötz: Neue numismatische Funde aus Westfalen

Jahresprogramm 2017

10. Januar 2017: Dr. Jens Heckl: Staatliche Münzfälschung. Zur Produktion von Kriegsgeld im Siebenjährigen Krieg

14. Februar 2017: Dr. Peter Ilisch: Die Münzsammlung der Universität Leipzig - Bericht von einem Besuch

14. März 2017: Stefan Kötz: Neue Münzfunde aus Westfalen

10. Oktober 2017: Peter Ilisch, Münster: Neue Forschungen zu Otto-Adelheid-Pfennigen. Am Beispiel eines vom Förderverein dem Münzkabinett geschenkten Pfennigs

14. November 2017: Jens Heckl, Münster: Alten Münzsortenzettel im Archiv und die Identifizierung der entsprechenden Münzen

12. Dezember 2017: Alfred Tönsmann, Dülmen: Die Coesfelder Münzprägung 1713 und ihre Münzstätten. Eine Werrkstoffuntersuchung

Jahresprogramm 2016

Jahresprogramm 2016

 

12. Januar 2016: Günther Gromotka, Die Münzen von Diokaisarea in Kilikien

9. Februar 2016: Dr. Peter Ilisch, Münzen am Niederrhein vom 11. bis 14. Jh.

8. März 2016: Stefan Kötz, Neue Münzfunde in Westfalen

12. April 2016: Vorlagen aus dem Kreis der Mitglieder

10. Mai 2016: Gebhard Aders, Münzfälscher im Münsterland 1820-1860

14. Juni 2016: Dr. Gerd Dethlefs, Moderne Medaillen seit 1986

12. Juli 2016: Dr. Peter Ilisch, Englische Münz- und Geldgeschichte

13. September 2016: Vorlagen aus dem Kreis der Mitglieder

12. Oktober 2016: Stefan Kötz, Führung durch die Ausstellung "Monetissimo"

8. November 2016: Dr. Gerd Dethlefs: Medaillenbilder auf barocken Glaspokalen

13. Dezember 2016: Klaus Giesen: Sammeln!

Jahresprogramm 2015

Jahresprogramm 2015

13. Januar 2015: Vorlagen aus dem Kreis der Mitglieder

10. Februar 2015: Dr. Gerd Dethlefs, Deutsche Gedenkmünzen seit 1952 - Neuauflage oder Fortsetzung des Buches von 2005

10. März 2015: Stefan Kötz M.A., Neue Münzfunde aus Westfalen

11. August 2015: Dr. Gerd Dethlefs, Der Schatzfund von Nordhorn (1964, vergr. nach 1795)

8. September 2015: Vorlagen aus dem Kreis der Mitglieder

10. November 2015: Dr. Bernd Thier, Ein archäologischer Neufund zur Talerprägung der (Wieder)-Täufer in Münster 1534

 8. Dezember 2015: Klaus Giesen, Der Deutsche Orden und seine Kriege gegen die Litauer im 14. Jh.

 

 

Jahresprogramm 2014

 

Jahresprogramm 2014

14. Januar 2014: Vorlagen aus dem Kreis der Mitglieder

11. Februar 2014: Dr. Peter Ilisch: Münsterische Münzen 983 - 1200

11. März 2014: Dr. Jens Heckl: Die Befreiungskriege 1813-1815 im Spiegel zeitgenössischer Marken und Medaillen

 8. April 2014: Dr. Gerd Dethlefs: Briefmarkengeld

13. Mai 2014: Dr. Peter Ilisch: Kölner Münzen des 10.- 12. Jahrhunderts

10. Juni 2014: Der neue Landesnumismatiker Westfalens stellt sich vor.

 8. Juli 2014: Dr. Gerd Dethlefs: Alte und neue Münzschatzfunde in der Grafschaft Bentheim

9. September 2014: Detlev Hölscher, Enger: Bielefeld oder Emmerich? Zu den Prägeorten der Ravensberger Kupfermünzen 1620-1623

14. Oktober 2014: Dr. Peter Ilisch, Münster. Römisches Kleingeld um 400

11. November 2014: 17 Uhr Führung durch das neue Münzkabinett

9. Dezember 2014:  Klaus Giesen, Falsche preußische Dritteltaler von 1758 aus der städtischen Münzstätte Osnabrück

Deutsches Münzsammlertreffen

 

15. Deutsches und 63. Norddeutsches Münzsammlertreffen in Münster, 4. bis 5. Mai 2018

Thema: „Friedensbilder und Friedensprozesse auf Münzen und Medaillen“

Das 15. Deutsche und 63. Norddeutsche Münzsammlertreffen 2018 gilt einem Thema von leider zeitloser Aktualität: Frieden. Die Sehnsucht nach Frieden ist so alt wie die Menschheit, genährt von der Erfahrung von Krieg und Gewalt. „Frieden“ ist in diesem Jahr das Thema eines großen Ausstellungsprojekts in Münster: „Frieden. Von der Antike bis heute“. Fünf münsterische Museen zeigen in vielen Facetten Bilder vom Frieden und Wege zum Frieden: wie Frieden zustandekommt, wie Friedensprozesse funktionieren und welche Bilder und Symbole Frieden veranschaulichen, für Frieden werben. Die Veranstaltung untersucht numismatische Aspekte des Themas mit dem Anspruch, sie in größere Zusammenhänge zu stellen und so neue Einsichten und Forschungsergebnisse zu vermitteln.

Bericht

Friedensbilder und Friedensprozesse auf Münzen und Medaillen

Das 15. Deutsche und 63. Norddeutsche Münzsammlertreffen 2018

Ergänzend zu dem fünfteiligen Ausstellungsprojekt Münsteraner Museen „Frieden. Von der Antike bis heute“ standen die numismatischen Aspekte dieses Themas im Mittelpunkt des 15. Deutschen und 63. Norddeutschen Münzsammlertreffens, zu dem die Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e. V. zusammen mit der Deutschen Numismatischen Gesellschaft ins LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster eingeladen hatten.

Den Abendvortrag „Der Friede in den Medien der Frühen Neuzeit“ hielt Professor Dr. Eva-Bettina Krems, Münster. Nach Friedensmotiven aus den Schlössern Friedenstein, Stockholm und Versailles sowie in Medaillenkunst und Malerei stellte die Referentin die Segnungen des Friedens auf den Bildern „Das Goldene Zeitalter“ (L. Cranach) und „Peacable Kingdom“ (E. Hicks) vor. Das friedliche Miteinander ist der Idealzustand des menschlichen Daseins, ist jedoch fragil. Frieden manifestierte sich aber auch als Teil der politischen Theorie, ist doch das Erreichen und Bewahren des Friedens an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Dies zeigt z. B. eine Freskenreihe Lorenzettis zu Allegorien von Tugenden zum guten und zum schlechten Regieren, in denen der Friede u. a. mit Klugheit, Stärke und Gerechtigkeit verknüpft wurde. Auch in anderen Gemälden und Skulpturen trat Pax mit wechselnden personifizierten Tugenden auf, aber meist mit Justitia. Krieg und Frieden wurden aber auch als Teil des politischen Handelns verstanden und entsprechend medial dargestellt. Friede als flüchtiger Zustand - Einhaltung und Dauer des Friedens hingen von der Art des Friedens, den Friedensbedingungen, ab. Ein Siegfriede, in dem der Sieger dem Unterworfenen die Bedingungen diktierte, war labiler als ein Verhandlungsfriede zwischen gleichgestellten Parteien.

Am Samstag begrüßten Dr. Gerd Dethlefs als 1. Vorsitzender des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e. V. und Dr. Hermann Arnold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, die Teilnehmer der Veranstaltung. Dr. Barbara Simon, Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft e. V., schloss sich an und eröffnete die Tagung.

Anschließend verlieh sie den Eligius-Preis der Deutschen Numismatischen Gesellschaft an Fritz Rudolf Künker, Osnabrück. Albert Raff, Stuttgart, hielt die Laudatio (s. NNB 6/2018, S. 215 f.). Der Preisträger trug danach zur „Überregulierung als Gefahr für die völkerverbindende Kraft der Numismatik“ vor. Einerseits führte er anhand von Beispielen seines Handelshauses aus, wie sich gegenseitiges Vertrauen und unbürokratisches Handeln kultur- und länderübergreifend zum Nutzen von Sammlern und Öffentlichkeit auswirken. Anderseits zeigte er aber auch auf, wie zunehmende Regulierungen dieses sensible Netzwerk beschädigen können.

Silke Hockmann, Münster, referierte zu „Friedensdarstellungen in der antiken Münzprägung“ und brachte Beispiele aus dem Zeitraum vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 200 n. Chr. Waren Friedensmotive auf griechischen Münzen noch selten, so nahmen sie in der Römischen Republik zu und erlebten ihren Höhepunkt im Kaiserreich. Die Römer übertrugen die Personifikation des Friedens aus der griechischen Mythologie (Eirene) in ihre Welt als Pax. Als Göttin wird sie meist mit den Attributen Palmen- oder Oliven- bzw. Friedenszweig, Botenstab und/oder Füllhorn, der segenbringenden Wirkung des Friedens, dargestellt. Als Friedensmotiv erscheinen auch oft die Geste des versöhnenden Handschlags, das Wort PAX in der Legende, der geschlossene Janustempel und der Friedenstempel in Lyon. Münzen aus der Zeit der Flavier sind nach der Niederschlagung des Aufstandes in Judäa beredte Zeugnisse, dass für die Römer Frieden immer ein Siegfrieden ist. Das flavische Kolosseum auf Münzen ist in doppelter Hinsicht Friedenssymbol: Die Fassade des Amphitheaters trägt das Bild einer Triumphquadriga, das Bauwerk als solches ist ein Zeichen von Frieden und Wohlstand. Ab dieser Zeit zeigen die Münzbilder neben den gängigen Friedensattributen den besiegten Gegner oft in demütiger Haltung eines Unterworfenen. Im 2. und 3. Jahrhundert erscheinen auch andere Götter mit Friedenssymbolen als „Pacifero' als Friedensbringer.

Professor Dr. Johannes Hahn, Münster, setzte mit „Das diskrete Verschwinden der Friedensgöttin aus der Numismatik der Spätantike“ fort. Nach dem Ende des Bürgerkrieges betrieb Octavian/Augustus eine massive Friedenspropaganda durch reale Politik, aber auch durch Münzbilder mit der Friedensgöttin mit Olivenzweig in variierenden Posen oder der Inschrift PAX mit dem Bild des versöhnlichen Handschlages. Verwandte Propagandakonzepte, für die die PAX AUGVSTI die Voraussetzung war, traten hinzu: Felicitas, Tranquillitas, Securitas, Salus, Concordia, Clementia, Abundantia und Laetitia erschienen als Rückseitenmotive. Unter den Flaviern traten die Attribute militärischer Triumphe immer häufiger ins Münzbild. Dies setzt sich unter den Adoptivkaisern fort. Pax war für die Römer ein Siegfrieden, kein Verhandlungsfrieden, Pax wurde als Sieghaftigkeit, als Unterwerfung des Gegners verstanden. Dies zeigte auch die kaiserliche Titulatur der Prinzipatszeit, die Beinamen mit Bezug zum unterworfenen Gegner wie z. B. Germanicus, Britannicus usw. aufnahm. Auch die Pax-Legenden wurden durch zahlreiche Adjektive variiert. Das Pax-Thema wurde zwischen 193 und 284 n. Chr. von den einzelnen Kaisern unterschiedlich stark bespielt. Die höchsten Anteile an der jeweiligen Gesamtemission hatten die Münzen von Philippus Il. (18%), Tacitus und Carus (jeweils 13%). Im Laufe des 3. Jahrhunderts wurde die Friedensgöttin auf den Münzbildern immer seltener. Die Umschrift PAX wurde mit anderen Siegesmalen, mit EXERCITI oder EQVITVM verknüpft, der Kaiser oder andere Götter als Friedensbringer propagiert. Bis schließlich die Friedensgöttin unter den konstantinischen Kaisern als Münzbild eher die Ausnahme ist. Der Frieden wird als persönliche Leistung des Kaisers dargestellt, vielfach mit militärischem Kontext. PAX wird in den Umschriften durch GAVDIVM und GLORIA oder FEL(icium) TEMP(orum) REPARATIO ersetzt.

Georg-D. Schaaf, Münster, stellte in „Pax - und Eirene in der byzantinischen Münzprägung“ einige byzantinische Münzen verschiedener Herrscher vor, die zwischen der zweiten Hälfte des 5. und dem Anfang des 8. Jahrhunderts geprägt worden waren und deren Rückseiten die Buchstaben P, A, X zeigen. Bis auf wenige Fälle war wohl eindeutig das Wort „Pax" gemeint. Bei näherer Betrachtung der jeweiligen Regierungszeit zeigte sich, dass die PAX-Prägungen sowohl einen religiösen Charakter hatten als auch der kaiserlichen Repräsentation dienten. Darin sind sie auf den ersten Blick vergleichbar mit den kaiserzeitlichen und auch spätrömischen Münzprägungen mit Personifikationen der Securitas, der Concordia, der Victoria oder der Pax. Konkrete historische Ereignisse, wie z. B. militärische Siege oder Friedensschlüsse, waren mit der Verwendung dieser Münzbildgestaltung in keinem Fall verbunden. Um 800 n. Chr. ließ Kaiserin Eirene ihr Bildnis und ihren Namen auf Solidi prägen. Bei diesen Münzen wird vermutet, die Kaiserin habe sich zur Personifikation des Friedens stilisieren wollen - vormals Pax, nun Eirene. Für eine Fortschreibung der PAX-Thematik auf den Münzprägungen der Kaiserin Eirene durch Umdeutung des kaiserlichen Namens als gräzisierte Personifikation des lateinischen Wortes für Frieden gibt es jedoch keine stichhaltigen Hinweise.

Danach gab Stefan Kötz, Münster, einen Einblick in „Friedensäußerungen auf Münzen des Mittelalters“. In dieser Zeit schwächte sich die Propagandafunktion der Münzen ab, da die Münzbilder unspezifisch waren, ein Publikum als Adressat fehlte und die Prägequalität gering war. Zu den ältesten mittelalterlichen Pax-Münzen, d. h. Münzen mit dem Wort PAX, gehören Merowinger Tremisses aus Amiens, St. Paulien und Banassac. Aus dem Hochmittelalter folgten Denare des Bistums Lüttich, des Herzogtums Normandie und der Grafschaft Holland, die zumindest teilweise die Idee des Gottesfriedens in diesen Regionen als Münzthema aufgriffen. Es folgten zahlreiche englische Pennies Edwards des Bekenners, Haralds II., Wilhelms des Eroberers und Heinrichs I., deren Rückseite in den Kreuzwinkeln PAXS oder PACS zeigten. Manchmal stellte der Begriff Pax einen Wunsch oder ein Omen dar, manchmal das Verkünden eines allgemeinen Friedenszustandes. Den Abschluss bildeten Pfennige des Erzbistums Trier. Die Inschrift PAX auf einer Münze Poppos mit Kaiser Konrad propagierte die Eintracht von kirchlicher und weltlicher Macht als Friedensgarantie. Pfennige mit Erzbischof Bruno und Kaiser Heinrich V. trugen die Aufschriften PAX TREVERIS und PAX PETRVS, die sich vermutlich auf das Wormser Konkordat bezogen. Bruno war ein umsichtiger Vermittler zwischen Kurie und Kaiser, er propagierte auch die Aussöhnung zwischen Heinrich V. und den Erzbischöfen von Mainz und Köln.

Dr. Gerd Dethlefs, Münster, dokumentierte in „Türkenfrieden - Der ‚Clash der Kulturen‘ auf Medaillen“, wie Feindbild, Friedensprozess und verschiedene Friedensschlüsse propagiert wurden. Es handelte sich immer um Medaillen einer siegreichen christlichen Macht. Der besiegte Türke wurde mal durch einen sinkenden Halbmond, mal durch eine vielköpfige Hydra als Inkarnation des Bösen dargestellt. Während andere Bildquellen z. B. zum Frieden von Passarowitz eine protokollarische Gleichheit der Vertragspartner zeigten, propagierten die Medaillen eindeutig Siegfrieden, in dem der christliche Sieger, u. a. Habsburgermonarchie bzw. Kaiser, Venedig, Polen und Russland, in Wort und/oder Bild meist erhöht und der Besiegte in demütiger, unterwürfiger Pose dargeboten werden. Das galt auch für Friedensschlüsse mit Befristung, die aus türkischer Sicht eher den Charakter eines Waffenstillstandes trugen. Der Referent hatte 60 Medaillen recherchiert, die zu zwölf siegreichen Friedensschlüssen ausgegeben worden waren. Davon betrafen allein 17 Typen den Frieden von Passarowitz, 1718, sowie je acht die Friedensschlüsse von Karlowitz, 1699, und Paris, 1856. Dabei dominierten Sieg und Triumph in Text und/oder Bild, erinnerten also eher an Kriegsmedaillen. Kaiser Rudolf wurde auf einem Podest erhöht, Triumphwagen, Triumphbogen, siegreiche, hochfliegende Adler, der siegreiche Jupiter, Engel die den siegreichen Kaiser bekränzen, erscheinen im Medaillenbild. Die Legenden haben einen ähnlichen Tenor. Die Besiegten knieten oder lagen am Boden, als zusammengebrochene Titanen oder Bittsteller um Frieden bezeichnet. Die Demütigung in der Medaillenpropaganda entsprach nicht der politischen Realität. Insofern spiegelte die Medaillenikonographie die Propagandafunktion wider.

Den Schlusspunkt setzte Dr. Matthias 0hm, Stuttgart, mit „Friedensorte - Friedensstifter - Friedensbilder. Zur, Ikonographie des Friedens auf barocken Medaillen“. Er zeigte zunächst Medaillen auf die Friedensschlüsse von Münster 1648, von Rijkswijk 1697 und von Rastatt 1714, die die Stadtansicht bzw. die Schlösser abbilden, in denen die Frieden geschlossen wurden. Als Friedensstifter erschienen zum Rastätter Frieden sowohl Karl VI. mit Ludwig XIV. als auch die beiden Verhandlungsführer Prinz Eugen von Savoyen und Marschall de Villars, die sich in antiken Rüstungen unter Palmen sitzend die Hand reichen. Eine Medaille auf den Frieden zu Dresden 1745 zeigt die Trias von August III., Maria Theresia und Friedrich II. als Befrieder Deutschlands. Das Motiv des geschlossenen Janustempels griffen Medaillen auf den Frieden von Rastatt, den Frieden von Teschen 1779 und den Frieden von Preßburg 1805 auf; der Krieg war hinter den Toren des Tempels eingesperrt. Den Janustempel zierte auch eine Medaille auf die Verletzung des Preßburger Friedens: Das Tor war aber jetzt zertrümmert, der Kriegsgott wieder ausgebrochen. Als weiteres Friedensbild wurde der Marshelm aufgegriffen. Der Helm, nicht mehr benötigt, lag am Boden und war Nistplatz für die Friedenstauben und Bienen, die die süßen Segnungen des Friedens symbolisierten. Schließlich stellte der Referent das ungestörte „Säen und Pflügen“ der Bauern vor, ein beliebtes Symbol für Friedenszeiten.

Zwischen den Vorträgen führten Dr. Larissa Düchting, Dr. Gerd Dethlefs und Dr. H.-Helge Nieswandt durch verschiedene Teile des Münsteraner Ausstellungsprojektes.

Axel Obdenbusch

Programm

Programm

Freitag. 4. Mai 2018 Ort: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10. Auditorium

Kuratorenführungen durch die Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“

15:30 bis 16:15 Uhr    Ausstellungsteil des Stadtmuseums Münster: „Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden“

Treffpunkt: Salzstraße 28 (Foyer)

16:30 bis 17:30 Uhr    Ausstellungsteil des Bistums Münster (zu Gast im LWL-Museum für Kunst und Kultur): „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“

Treffpunkt: Domplatz 10 (Foyer)

18:00 bis 19:00 Uhr    Öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Eva-Bettina Krems (Münster): „Der Friede in den Medien der Frühen Neuzeit“

ab 19:30 Uhr      Gemeinsames Abendessen („EnchiIada“ Arztkarrengasse 12)

 

Samstag, 5. Mai 2018 Ort: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, Auditorium

ab 09:00 Uhr      Begrüßungskaffee

Grußworte

09:30 bis 09:45 Uhr    Dr. Hermann Arnhold (Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur)

Dr. Barbara Simon (Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft)

Dr. Gerd Dethlefs (Vorsitzender des Vereins der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete e. V.)

Verleihung des Eligius-Preises der Deutschen Numismatischen Gesellschaft an Fritz Rudolf Künker

09:45 bis 10:15 Uhr    Verleihung durch Dr. Barbara Simon (Speyer)

Laudatio durch Albert Raff (Stuttgart)

10:15 bis 10:45 Uhr     Eligius-Vortrag von Fritz Rudolf Künker (Osnabrück): „Überregulierung als Gefahr für die völkerverbindende Kraft der Numismatik“

10:45 bis 11:15 Uhr    Getränkepause

Vorträge

11:15 bis 11:45 Uhr    Silke Hockmann, M. A. (Münster): „Friedensdarstellungen in der antiken Münzprägung“

11:45 bis 12:15 Uhr    Prof. Dr. Johannes Hahn (Münster): „Das diskrete Verschwinden der Friedensgöttin aus der Numismatik der Spätantike“

12:15 bis 12:45 Uhr    Georg-D. Schaaf (Münster): „Pax und Eirene in der byzantinischen Münzprägung“

 

12:45 bis 14:00 Uhr     individuelle Mittagspause

 

Kuratorenführunen durch die Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“

14:00 bis 16:00 Uhr    Je zwei Führungen (14:00 bis 15:00 und 15:00 bis d16:00 Uhr) durch den Ausstellungsteil des LWL-Museums für Kunst und Kultur: „Wege zum Frieden“ bzw. durch den Ausstellungsteil des Archäologischen Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: „Eirene/Pax - Frieden in der Antike“ Treffpunkt: Domplatz 10 (Foyer) bzw. Domplatz 20-22 (Foyer)

 

Parallel: Mitgliederversammlung der Deutschen Numismatischen Gesellschaft (separate Einladung)

 

16:00 bis 16:30 Uhr    Getränkepause

 

Vorträge

16:30 bis 17:00 Uhr    Stefan Kötz, M. A. (Münster): „Friedensäußerungen auf Münzen des Mittelalters“

17:00 bis 17:30 Uhr    Dr. Gerd Dethlefs (Münster): „Türkenfrieden - Der ‚Clash der Kulturen' auf Medaillen“

17:30 bis 18:00 Uhr    Dr. Matthias Ohm (Stuttgart): „Friedensorte - Friedensstifter - Friedensbilder. Zur Ikonografie des Friedens auf barocken Medaillen“

 

ab 18:30 Uhr      Gemeinsames Abendessen („Töddenhoek“ Rothenburg 41)

 

Die Teilnahme am Münzsammlertreffen ist kostenlos. Eine Anmeldung (bis 25. April 2018) zu den Vorträgen am Samstag, den Abendessen am Freitag und Samstag sowie den Führungen am Freitag und Samstag ist erforderlich. Für die Teilnahme an den Führungen sind entweder Einzeltickets oder das Kombiticket für alle fünf Ausstellungsteile (fünfter Teil im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster [Picassoplatz 1]: „Picasso - Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“) zum Preis von 25 €/ 16 € zu erwerben, das für den einmaligen Besuch jedes Ausstellungsteiles an beliebigen Tagen berechtigt.