Verein

Christian Koch

Hoeninghausstr. 15 B
47809 Krefeld
Tel. (02151) 54 28 69

 

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Zusammenkünfte:
jeden 1. Mittwoch im Monat, 19-21 Uhr,

Achtung neue Versammlungsstätte:

Restaurant Niederrheinischer Hof, Hülser Strasse 398-402, 47803 Krefeld

 

Aktuell

Aktuell:

1. November 2017

 

Vorträge

In 2017 sind 4 Vorträge geplant, bei 3 Vorträgen stehen die Termine und die Arbeitsthemen bereits fest:

- 5. April, Dr. Knud Reuter: „Die germanischen Münzen der Völkerwanderungszeit“

- 7. Juni, Manfred Schmid: „Deutsche Pfennignominale vom 16. bis 20 Jh.“

- 2. August, Dr. Klaus Skupin: „Heilige und Märtyrer auf Münzen“

 

Vortragsprogramm 2016

Manfred Schmid: Münz- und Geldwesen von Karl XII. im Nordischen Krieg

Dr Klaus Skupin: Ausbeutetaler von Westf(ph)alen

Dr. Knud Reuter: Prägeauflagen antiker Münzen - Kaffeesatzleserei oder seriöse Numismatik?

Wilfried Kremer: Zeit ist nicht Geld, sondern eine U(h)rsache.

Vortragsprogramm 2015

Dr. Knud Reuter: Eine Rarität aus dem Umfeld des byzantinischen Reiches – über Lese- und Rechtschreibschwäche

Manfred Schmid: Nichtnumismatische Walzenprägung Iserlohner Tabaksdosen während des 7-jährigen Krieges

Dr. Reinhard Becker: Lateinische Münzunion

Achim Tenelsen: Spardosen

 

Berichte

„Pfennignominale vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“ 2017

Manfred Schmid berichtete am 7. Juni 2017 über das Thema „Pfennignominale vom 16. bis zum 20. Jahrhundert“. Der Pfennig ist ein Nachfahre der römischen und mittelalterlichen Denare. Durch das Entstehen größerer Münzeinheiten hatte er seine ehemals marktbeherrschende Rolle verloren und war im Berichtszeitraum nur noch „Kleingeld“. Immerhin ließ sich selbst dieses noch teilen, gab es doch kupferne ½-Pfennigstücke, die am Beispiel von Würzburg und Schwarzburg-Rudolstadt gezeigt wurden. 1-Pfennigstücke finden sich in riesiger Vielfalt aus dem gesamten mittleren und nördlichen Reichsgebiet. Sie bestehen überwiegend aus Kupfer, gelegentlich auch aus Silber. Die Mehrfachnominale der Pfennigstücke mögen uns heute teilweise ein wenig verwundern, doch erklären sie sich größtenteils aus dem lange vorherrschenden Duodezimalsystem, hielt doch der Groschen (wie auch der Schilling) 12 Pfennige. Die Stückelung der Groschen ergab somit die Nennwerte 6, 4, 3 und 2 sowie als halbe Dreier ½-Pfennigstücke, die während des gesamten Berichtszeitraums in Deutschland zu finden waren. In Braunschweig-Lüneburg finden wir im 18. Jh. 2½-Pfennigstücke. Das kurioseste Nominal scheint das silberne und gleichzeitig sehr seltene 4 ½-Pfennigstück der Stadt Braunschweig zu sein. Die Entstehung dieses Pfennigstücks soll mit einer Erhöhung des Bierpreises zusammenhängen. In Westfalen kommen Münzen zu 7, 8 und 9 Pfennigen vor, vermutlich waren sie für bestimmte Warenpreise erforderlich gewesen. Der Zwölfer ersetzte als relativ große Kupfermünze systembedingt den silbernen Groschen. Von Anhalt-Zerbst wird eine Silbermünze zu 16 Pfennigen aus 1767 katalogisiert, diese sollte 5 Kreuzern entsprechen. Das Bistum Osnabrück hat 1721 ein 18-Pfennigstück entsprechend 1 ½ Groschen prägen lassen. Münzen auf glatte Zehnerbeträge sind größtenteils eine Folge der Einführung des Dezimalsystems wie die sächsischen Neugroschen zu 10 Pfennigen. Nach Einführung der Mark als Umlaufmünze (1873) finden wir Nominale zu 5, 10, 20, 25 (fallende Stückelung, „Kastemännchen“) und 50 Pfennigen. Der 1932 geprägte „Brüningta1er", ein kupfernes 4-Pfennigstück in Größe eines 1Mark-Stückes, ist eine Besonderheit der späten Weimarer Republik. Notzeiten im 20. Jh. machten weitere Nennwerte wie 12 ½, 15, 17, 30, 35, 40, 70 und 100 Pfennigen erforderlich, die bei Firmen-Notmünzen, Militär- sowie Lagergeldern gefunden werden. Höhere Nominalwerte kennt der Sammler vor allem als Zahlungsmittel für Kriegsgefangene, zumeist mit der Bezeichnung „Wertmarke“.

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„Die germanischen Münzen der Völkerwanderungszeit“ 2017

In der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde informierte Dr. Knud Reuter am 5. April über „Die germanischen Münzen der Völkerwanderungszeit“. In der ersten Hälfte des Vortrages behandelte er die „Einsteigermünzen“ der germanischen Reiche auf dem Boden des untergegangenen Weströmischen Reiches. Insbesondere die Münzen der Ostgoten in Italien sind relativ leicht zu beschaffen. Goldmünzen imitieren als pseudoimperiale Prägungen aktuelle byzantinische Münzen mit dem Kaiserporträt. Silbermünzen zeigen außer dem Kaiserporträt auf der Vorderseite und/oder auf dem Revers oft spezifisch ostgotische Motive, wohingegen Bronzemünzen frei gestaltet werden, aber auch das Kaiserporträt zeigen können. Auf einer Silbermünze der Gepiden (früher den Ostgoten =„Sirmium Group“ zugewiesen) ist außer dem längst verstorbenen Kaiser Anastasius ein Theoderich-Monogramm auf dem Revers dargestellt. Die Vandalen hingegen haben keine Goldmünzen geprägt: In einem Vertrag mit Rom von 442 wurden sie als unabhängiges Reich anerkannt; und es wurde daher kein „Legitimationsproblem“ mehr gesehen. Die Bronzeprägung lehnt sich an gleichzeitige byzantinische Münzen an. Im zweiten Teil wurden typische Goldmünzen der Westgoten, Burgunder und Merowinger dargestellt, die bei Künker (227. Auktion 2013) versteigert worden sind. Sie stammen aus der Sammlung Dr. Edoardo Curti und zeigen oft skurrile Porträts des Kaisers, kombiniert mit zahlreichen Rechtschreibfehlern - bis hin zum Analphabetismus des Stempelschneiders.

Mitgliederversammlung 2017

Mitgliederversammlung 2017

Die Krefelder Münzfreunde hatten am 1. Februar 2017 ihre Jahreshauptversammlung. Der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Esters wurde in seinem Amt bestätigt. Aus der Reihe der Beiräte ist Paul Donhuysen ausgeschieden, für seine langjährige Mitarbeit im erweiterten Vorstand erhielt er ein für sein Sammelgebiet passendes Präsent. Als Beiräte neu gewählt wurden die Jürgen Hermanns und Jürgen Esser, die den Verein zukünftig mitlenken werden.

„Museum rund ums Geld“ in Xanten 2017

Die Krefelder Münzfreunde haben am 18. März 2017 das „Museum rund ums Geld“ in Xanten besucht. Der Museumleiter Herr Norbert Müller (Geldgeschichtlicher Verein Niederrhein) führte uns kompetent durch die Ausstellungsstationen. Zum Museum siehe den Bericht im NNB 7/2017.

Zeit ist nicht Geld, sondern eine U(h)rsache 2016

Münzfreunde sammeln Geld verschiedener Epochen und Zeiten und tauschen mit Geld. Diese Thematik wurde am 2. November in dem Vortrag von Wilfried Kremer aus einer neuen und sicherlich ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet, nämlich „Zeit ist nicht Geld, sondern eine U(h)rsache“. Winfried Kremer wies in seinem Vortrag auf die historischen Ursprünge der Zeitmessung hin und begann mit Stonehenge in England, vermutlich 2000 v. Chr. erbaut, war Stonehenge möglichweise als Tempel, Begräbnisstätte oder auch zugleich als Kalendarium bestimmt. Die Ägypter brachten den jährlichen Aufstieg des hellen Sterns Sirius mit der Nilflut in Zusammenhang und erfanden damit die Sonnenuhr als den ältesten Kalender. Unser heutiges Datumssystem basiert immer noch auf der jährlichen Reise der Erde um die Sonne. Um 1600 wurden ringförmige Äquinoktialuhren gebaut, die aus einem freihängenden Ring mit einem Loch im Reif bestehen, wodurch der Sonnenstrahl auf eine Skala im Innenreif gelenkt wird. Mit der technologischen Revolution verschob sich das Zeitsystem zunehmend auf die Zeiteinteilung der Räderuhren. Heute gilt oft der Satz „Tempus fugit“ (die Zeit enteilt), das Geld als unser Sammelgebiet bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten.

Christian Koch

Ausbeutetaler von Westf(ph)alen 2016

Im Rahmen der Vortragreihe der Krefelder Münzfreunde berichtete Dr. Klaus Skupin am 1. Juni 2016 über „Ausbeutetaler von Westf(ph)alen“. Von einer Ausbeutemünze spricht man, wenn das Münzmetall aus dem Erz eines bestimmten Bergwerks gewonnen wurde und in der In- oder Umschrift oder im Münzbild darauf hingewiesen wird. Ausbeutemünzen waren normale Zahlungsmittel. Die Bezeichnung Ausbeutetaler resultiert aus der großen Anzahl, in der dieses Zahlungsmittel im Umlauf war. Im Gebiet des heutigen Westfalen wurden im ausgehenden Mittelter und der frühen Neuzeit mehrere schöne Ausbeutemünzen aus Silber und Gold geprägt. Auftraggeber waren die Fürstbischöfe von Köln, die Grafen von Berg sowie die Kurfürsten von der Pfalz bzw. Herzöge von Jülich-Berg, welche die Erzgruben von Wildberg im Oberbergischen sowie von Ramsbeck im Sauerland in Besitz hatten. Bei den silbernen Münzen handelte es sich um Gulden (= 2/3 Taler) sowie um ganze Taler, auf denen die Herkunft des Silbers angegeben wurde. Die Goldmünzen in Form eines doppelten Souvereigns d'or stammten von einem Goldvorkommen bei Beringhausen zwischen Brilon und Marsberg, von dem zwischen 1696 bis 1717 einige wenige Ausbeutemünzen angefertigt wurden. Im kurzzeitig von 1807 bis 1813 bestehenden Königreich Westphalen, das Teile Brandenburgs, Nordhessens und das östliche Niedersachsen umfasste, ließ der jüngste Bruder von Napoleon, Hieronymus Napoleon, aus dem Silber des Ober- und Unterharzes silberne Ausbeutemünzen prägen. Sie erinnern an eine Harzreise von Hieronymus Napoleon und seiner Frau Katharina von Württemberg im Jahre 1811, bei der er auch die Erzgruben in Clausthal (Oberharz) und Mansfeld (Unterharz) aufsuchte.

Christian Koch

Erfolgreiche Münzbörse 2016

Nach längerer Suche haben die Krefelder Münzfreunde nun ein neues Vereinslokal gefunden. Unsere Gäste, die Rat und Unterstützung suchen, sowie alle Mitglieder werden um Beachtung des neuen Treffpunktes gebeten.

Die Krefelder Münzfreunde hatten am Sonntag, dem 7. August 2016, ihre 2. Münzbörse in der Halle des Marienheims in Tönisvorst veranstaltet. Händler und Sammler belegten rund 40 m Tische mit Angeboten für Münzen, Geldscheine, Medaillen und Abzeichen. Es kamen 70 bis 80 Besucher, die das numismatische Angebot durchsuchten und in vielen Fällen für ihr Sammelgebiet fündig wurden. Somit waren Händler, Sammler und Gäste mit dem Ergebnis durchweg zufrieden. Etliche Besucher brachten ihre Sammlung oder Teile davon gleich mit, um in einer persönlichen Beratung eine Schätzung und Bewertung zu erhalten. Die Krefelder Münzfreunde hoffen, auf diesem Weg wieder ein Stück bekannter geworden zu sein.

Münz- und Geldwesen von Karl XII. im Nordischen Krieg

In der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreund berichtete Manfred Schmid am 4. Mai 2016 über das schwedische Geldwesen unter Karl XII. während des Großen Nordischen Kriegs. 1697 übernahm Karl im zarten Alter von 15 Jahren in Schweden ein wirtschaftlich und militärisch mächtiges Land im Frieden. Doch schon 3 Jahre später befand er sich im Krieg gegen 3 mächtige Gegner: Russland, Dänemark-Norwegen und Sachsen-Polen. Das Kriegsglück war bei vielen Unternehmungen auf seiner Seite, erst 1708 musste er kapitulieren. Er floh mit Getreuen in die Obhut des osmanischen Sultans Achmed II. und kehrte 1714 nach Stralsund zurück. Zur Fortsetzung des Krieges benötigte er erhebliche Finanzmittel. Der holsteinische Baron Görtz trat 1715 als Finanzminister in seine Dienste, beschloss Steuerhöhungen, Ablieferungspflicht für Edelmetalle, die Aufnahme von Auslandskrediten und Zwangsanleihen, die Ausgabe von Notgeld und die Einziehung und Aufwertung von Plattenmünzen durch Überprägung mit höheren Werten. Karl konnte eine neue Armee aufstellen, starb aber 1718 während eines Inspektionsganges durch eine Kugel in Form eines bleigefüllten Uniformknopfes. Zu Beginn der Regentschaft von Karl XII. gab es Dukaten, Riksdaler, Mark-Stücke und Öre-Stücke in verschiedenen Stückelungen. Abstimmungsdifferenzen in der Bewertung von Silber- und Kupfergeld und hinsichtlich der auf Kupfer angebrachten Bezeichnungen „S.M.“ (söllf mynt - Silbermünze) und „K.M.“ (Kupfermünze) führten zu einer Parallelwährung der verschiedenen Metalle, aus der sich folgende kuriose Bewertung ergab: 96 Öre S.M. = 1 Riksda1er = 3 Daler S.M. = 9 Daler K.M. Es folgten 16-Schilling-Münzen in Billon oder Silber. Schweden konnte auch während des Krieges weiterhin Gold-und Silbermünzen prägen. Erst 1718 wurde mit den silbernen Carliner eine neu Münzeinheit geschaffen, die 2 Mark oder 1/2 Daler S.M. entsprachen. 1719, ein Jahr nach dem Tode Karls, führte Schweden wieder die Mark ein. Im Vortrag wurden verschiedene Medaillen, Notmünzen, Plattenmünzen und das Papiergeld gezeigt, die das ereignisreiche Leben, das Wirken, die Schlachten und den Tod von Karl XII dokumentieren.

Mitgliederversammlung 2016

Mitgliederversammlung 2016

Die Krefelder Münzfreunde hatten am 3. Februar 2016 ihre Jahreshauptversammlung. Nach dem Tätigkeitsbericht, dem Kassenbericht und dem Bericht der Kassenprüfer entlastete die Versammlung den Vorstand. Zur Wahl standen satzungsgemäß die Ämter des Schriftführers und des Vorsitzenden. Der bisherige Schriftführer Georg Krupke kandidierte nicht erneut. Für die kommende Amtsperiode wurde Dr. Klaus Skupin als Schriftführer gewählt und der Vorsitzende Christian Koch in seinem Amt bestätigt. Weitere wichtige Punkte waren die Mitgliederwerbung und die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit. Die Versammlung beschließt, in diesem Jahr wieder eine Börse zu veranstalten. Der Termin wird in den numismatisch en Medien rechtzeitig bekanntgegeben. Außerdem finden dieses Jahr 4 Vorträge mit den nachstehenden Arbeitsthemen statt:

4. Mai: Manfred Schmid: Münz- und Geldwesen von Karl XII. im Nordischen Krieg

1. Juni: Dr Klaus Skupin: Ausbeutetaler von Westf(ph)alen

5. Oktober: Dr. Knud Reuter: Prägeauflagen antiker Münzen - Kaffeesatzleserei oder seriöse Numismatik?

Wilfried Kremer: Zeit ist nicht Geld, sondern eine U(h)rsache. Termin wird noch bekanntgegeben.

Christian Koch

„Münzbörse 2015“

Am 20. September 2015 veranstalteten die Krefelder Münzfreunde nach zweijähriger Pause eine Börse für Münzen, Papiergeld und Ansichtskarten. Die Börse fand im Marienheim in Tönisvorst statt. Es hatten sich Händler und Sammler angemeldet, die zusammen auf knapp 40 m Tischen ihre Waren präsentierten. Insgesamt kamen rund 80 Besucher. Etwa 30 Personen erschienen aufgrund von Hinweisen in der örtlichen Presse oder weil sie unsere Plakate in den Filialen der Sparkasse Krefeld/Viersen und in etlichen Geschäften gesehen hatten. Viele Besucher erweiterten ihre Sammlung aus dem dargebotenen Münzen und Geldscheinen, andere wollten gerne Informationen über den Wert ihrer vorhandenen Sammlung haben und wie man diese weiter fortführt. Die Deutsche Numismatische Gesellschaft unterstützte die Krefelder Münzfreunde mit zahlreichen Zeitschriften und Werbematerialien, die komplett an die Besucher verteilt werden konnten. Die Krefelder Münzfreunde hoffen auf diese Weise den Bekanntheitsgrad ihrer Börse zu erhöhen.

„Spardosen, Sammeln und ihre Kulturgeschichte“

Die Krefelder Münzfreunde hatten am 4. November zum vierten Vortrag in 2015 eingeladen, den Achim Tenelsen über das Thema „Spardosen, Sammeln und ihre Kulturgeschichte“ hielt. Spardosen gibt es schon seit über 2000 Jahre. Die älteste erhaltene, die sogenannte „Thesaurus“, datiert 360 Jahre v. Ohr. In ihr sparten die Griechen Kleinmünzen. Das Sammeln von Spardosen als Kulturgeschichte im größeren Umfang begann ca. Anfang des 20. Jhs. Spardosen spannen einen Bogen über alle Länder vom alten Griechenland bis zur Neuzeit. Es gibt sie in vielen Materialien und unendlicher Vielfalt. Als Kostbarkeiten in Gold und Silber, im Gebrauch aus Keramik oder Eisen, in neuer Zeit auch vielfach in Kunststoff. Bei uns überwiegen die Neufertigungen aus Keramik (Ton). Amerikanische Dosen waren vielfach aus Gusseisen. Sehr selten und wertvoll sind die amerikanischen mechanischen Objekte. Originale sind kaum unter 1000 Euro zu bekommen, meist sind sie teurer. Nachbauten sind in 2 Stadien vorhanden die frühen und auch schon gesuchten Objekte sowie die heutigen asiatischen Billigproduktionen für 10 bis ca. 35 Euro. Materialien sind und waren Pappe oder Papier, Holz, Blech (Eisen), Keramik) Ton und diverse Kunststoffe bis hin zu Nussschalen. Uns allen bekannt dürften die Bank- und Sparkassendosen sein, meist oval, in vielen Farben und mit Kassenbeschriftung Für diese hatte nur der Kassierer einen Schlüssel. Der ernsthafte Sammler versucht natürlich, besondere Exemplare zu erhaschen, zum Beispiel mechanische Sparautomaten oder automatisch einziehende Objekte sowie Besonderheiten. Einige Spardosen wurden gezeigt und dabei auf den Besuch der Spardosenmuseen hingewiesen. Christian Koch

„Die Lateinische Münzunion“

Im Rahmen der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde informierte Dr. Reinhard Becker am 2. September 2015 über das Thema „Die Lateinische Münzunion". Die Idee einer einheitlichen Währung für Europa entstand bereits vor über 200 Jahren. Politische Voraussetzung war die Dominanz Frankreichs (Napoleons) über weite Gebiete Europas. Der 1795 in Frankreich eingeführte „Franc Germinal" mit einem Feinsilbergehalt von 4,5 g wurde bald auch in einigen napoleonischen Satellitenstaaten wie der Schweiz, Westphalen sowie mehreren italienischen Staaten (hier als Lira) geprägt. 50 Jahre nach dem Ende Napoleons gab es die Franken- bzw. Lire-Währung immer noch, allerdings schwankte der Silbergehalt von Land zu Land zwischen 800 und 900. Zur Beförderung des Handels war eine erneute Vereinheitlichung der Münzen geboten. Im Jahre 1865 wurde in Paris eine Konvention zwischen Frankreich, Italien, Belgien und der Schweiz geschlossen, die wegen gemeinsamer lateinischer Wurzeln dieser Länder bald den Namen „Lateinische Münzunion" (LMU) erhielt. Die Franken- bzw. Lire-Münzen wurden in Größe und Silbergehalt normiert und zu gesetzlichen Zahlungsmitteln in allen beteiligten Ländern. Außerdem wurden Goldmünzen zu 5, 10, 20, 50 und 100 Francs bzw. Lire normiert. Das Wertverhältnis Silber zu Gold wurde auf 1:15,5 festgesetzt. 10 Francs in Silber (45 g) entsprachen also 2,9 g einer 10-Franken-Goldmünze. Der Bimetallismus (Silber-Gold) der Währung, d.h. das starre Verhältnis von 1:15,5, ließ sich angesichts des Preisverfalls bei Silber Anfang der 1870er Jahre nicht durchhalten. Durch Spekulanten wurden in großem Stil in Frankreich Silbermünzen geprägt und diese dann gegen Goldmünzen eingetauscht. Praktisch musste der Bimetallismus bereits 1874 und endgültig dann 1878 dem Goldstandard weichen. Ein anderes Problem der LMU bestand in der fehlenden Regelung der Ausgabe von Papiergeld, was zu Verstimmungen und Verdächtigungen zwischen den Staaten führen musste. Papiergeld hatte man 1865 von jeder Regulierung ausgenommen, da Banknoten damals noch gar nicht als »richtiges« Geld angesehen wurden, sondern als Schuldscheine der emittierenden Notenbank, die jederzeit entsprechend ihrem Nennwert in Gold oder Silber eingelöst werden konnten. Dennoch überlebte die LMU bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges und wurde offiziell erst im Jahre 1926 beendet. Die letzten Silbermünzen nach den Vorgaben der LMU wurden 1967 in der Schweiz geprägt - es waren die 0,5-, 1- und 2-Franken-Münzen. Die LMU wuchs nie über die 4 Gründungsmitglieder und Griechenland (1868) hinaus, beeinflusste aber die Münzprägungen vieler europäischer (z.B. Spanien, Rumänien, Bulgarien) und südamerikani-scher Länder (Argentinien, Venezuela). Diese assoziierten Länder übernahmen die Normen der Münzprägung - ihre Münzen wurden aber nicht gesetzliche Zahlungsmittel innerhalb der Länder der LMTJ.

Christian Koch

„Nichtnumismatische Walzenprägungen Iserlohner Tabaksdosen - praktisch, dekorativ und informativ“

Das Vortragsthema von Manfred Schmid am 3. Juni war die „Nichtnumismatische Walzenprägungen Iserlohner Tabaksdosen - praktisch, dekorativ und informativ“. Nach der Entdeckung Amerikas wurde das Tabakrauchen auch in der Alten Welt eingeführt, im 16. Jh. in Form des Rauchens, später auch des Schnupfens. Auf der Suche nach geeigneten Aufbewahrungsmöglichkeiten für das edle Kraut oder Pulver entstanden Tabaksdosen aus Holz, Horn, Messing und Kupfer. In den Niederlanden entwickelte sich seit dem 17. Jh. eine regelrechte Dosenindustrie. Die Hersteller versahen ihre Produkte mit ansprechenden Gravuren und Bildern. Für die aus den Niederlanden in großer Zahl nach Deutschland gelangenden Tabaksbehältnisse bürgerte sich der Begriff der Holländischen Dose ein. Seit Mitte des 18. Jhs. wurden auch in Iserlohn Tabaksdosen hergestellt. Sie waren durchschnittlich 16 cm lang, 4,5 cm breit und 2,5 bis 4 cm hoch und wurden zunächst nach Art der Holländischen Dosen durch Kupferstecher graviert. Am 2. April 1755 verlieh Preußens König Friedrich II. der „Iserlohner Kessel- und Dosenfabrique“ das alleinige Recht zur Herstellung von Tabaksdosen für die „Provinzen Cleve, Meurs und Mark“. Der Iserlohner Kupferstecher und „Dosenfabricant“ Iohann Heinrich Giese entwickelte jetzt ein Verfahren, nach Art der Münzherstellung durch Walzenprägung auch die Dosenblätter zu bearbeiten. Bei Verzicht auf individuelle Gravuren konnten hierdurch die Herstellungskosten der Dosen um rund 2/3 gesenkt werden, gleichzeitig wurde eine Serienproduktion bei Verwendung und beliebigem Austausch zahlreicher Motive ermöglicht. Die so preiswerteren und doch attraktiven Iserlohner Dosen entwickelten sich rasch zum Verkaufsschlager. Bei ihrer Motivauswahl orientierten sich Giese und seine Nachfolger bzw. Konkurrenten am Tagesgeschehen und umgaben ihre Darstellungen mit Rocaillen und dem Zeitgeschmack entsprechendem Zierrat. So sind fast alle Siege Friedrichs des Großen und seiner Heerführer sowie besondere Ereignisse des Siebenjährigen Krieges als Motive auf den Deckeln von Iserlohner Dosen wiederzufinden, stets versehen mit markigen vaterländischen Texten. Von den 5 namentlich bekannten Herstellern der Iserlohner Tabaksdosen seien hier nur die Namen lohan Adolph Keppelmann und Iohan Heinrich Giese genannt, die als einzige Dosen mit Krefeld-Bezug geprägt haben.

„Eine Rarität aus dem Umfeld des Byzantinischen Reiches"

Im Rahmen der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde informierte Dr. Knud Reuter am 1. April 2015 über das Thema „Eine Rarität aus dem Umfeld des Byzantinischen Reiches". In dem Vortrag wurde über einen seltenen Tremissis mit dem Porträt des byzantinischen Kaisers Iustinus I. (518 — 527) berichtet. Diese kleine Goldmünze ist an verschiedenen Merkmalen (dabei auch ein typischer Rechtschreibfehler des Münzmeisters) als Münze der Ostgoten erkennbar. Während die Zuordnung zur Prägestätte (Rom oder Ravenna) lange Zeit ebenso unklar war wie der verantwortliche Herrscher (Theoderich d. Gr. oder sein Nachfolger Athalarich), ist dies seit den Arbeiten von E. Arslan 1989/92 gesichert. Die Münze wurde während der Herrschaft von Athalarich 526 bis 527 in Rom geprägt. Der kurze Prägezeitraum von 11 Monaten erklärt ihre Seltenheit; zur Zeit der Arbeiten von Arslan waren nur 5 Exemplare bekannt - davon 3 in Museen. Die früher unsichere Einordnung wirkt bis heute bei Auktionshäusern nach, ebenso die offenbar vergleichsweise niedrige Auflage des aktuellen Katalogs von M. Metlich „The Coinage of Ostrogothic Italy" (2004). Die zuweilen nicht aktuelle Beschreibung macht die Suche nach den im Handel auftauchenden Exemplaren schwierig. Nach der Recherche des Referenten sind heute 8 Exemplare bekannt, dabei auch stempelgleiche — Katalog-Nr. „Metlich 33“.

Mitgliederversammlung 2015

Die Krefelder Münzfreunde hatten am 4. Februar 2015 ihre Jahreshauptversammlung. Nach dem Tätigkeitsbericht, dem Kassenbericht und dem Bericht der Kassenprüfer entlastete die Versammlung den Vorstand. Zur Wahl stand das Amt des Kassiers. Der bisherige Amtsinhaber Horst Fischer-Both kandidierte erneut und wurde für die kommende Amtsperiode gewählt. Als zusätzliche Beisitzer konnten die Herren Norbert Müller und Dr. Reinhard Becker gewonnen werden, die die Arbeit des Vorstandes unterstützen. Weitere wichtige Punkte waren die Mitgliederwerbung und die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit. Hierzu wurden mehrere Vorschläge gemacht, die der Vorstand in den nächsten Monaten umsetzen wird. Die Versammlung beschloss, in diesem Jahr wieder eine Börse zu veranstalten. Der Termin wird in den numismatischen Medien rechtzeitig bekanntgegeben.

Außerdem finden 2015 vier Vorträge mit den nachstehenden Arbeitsthemen statt (Beginn der Vorträge ist jeweils um 20.30 Uhr in unserem Vereinslokal):

1. April: Dr. Knud Reuter: Eine Rarität aus dem Umfeld des byzantinischen Reiches – über Lese- und Rechtschreibschwäche

3. Juni: Manfred Schmid: Nichtnumismatische Walzenprägung Iserlohner Tabaksdosen während des 7-jährigen Krieges

2. September: Dr. Reinhard Becker: Lateinische Münzunion

4. November: Achim Tenelsen: Spardosen

Christian Koch

 

Mitgliederversammlung 2014

Mitgliederversammlung 2014

Die Krefelder Münzfreunde hatten am 5. Februar 2014 ihre Jahreshauptversammlung. Nach dem Tätigkeitsbericht, dem Kassenbericht und dem Bericht der Kassenprüfer entlastet die Versammlung den Vorstand. Zur Wahl steht das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Der bisherige Amtsinhaber Jürgen Esser kandidiert nicht mehr. Sein Nachfolger wird Ulrich Esters. Der Vorsitzende spricht Herrn Esser für seine vieljährigen Aktivitäten als Vorsitzender (1997 bis 2000) und als stellvertretender Vorsitzender (2001 bis 2013) der Krefelder Münzfreunde den Dank des Vereins aus.

 

„Der Kaiser und seine Rupien, ein Ausflug durch die Geldgeschichte Deutsch-Ostafrikas"

Das Thema von Achim Tenelsen am 3. Dezember 2014 war „Der Kaiser und seine Rupien, ein Ausflug durch die Geldgeschichte Deutsch-Ostafrikas". Im Jahr 1910 konnte ein Lehrer seine Schüler fragen, welches der höchste Berg des Kaiserreiches sei. Hätten Sie es gewusst? Es ist der Kilimandscharo in Deutsch-Ostafrika, von 1902 bis 1964 auch Kaiser-Wilhelm-Spitze oder Wilhelmskuppe genannt. Deutsch-Ostafrika war ca. zweimal so groß wie das kaiserliche Reichsgebiet, abweichend vom Reich galt hier jedoch die Rupien-Währung. Beim Papiergeld liefen Scheine von 1 bis 500 Rupien um. Diese Scheine weisen ein besonderes Merkmal auf, sie sind die einzigen deutschen Banknoten, die Wilhelm II. in Uniform (Kürassier und Admiral) zeigen. Beim Hartgeld existierten Heller bis 20 Heller sowie 1 Pesa und weiterhin V4 Rupie bis 15 Rupien in Gold. Das sind die einzigen deutschen Notgeldmünzen in Gold. Die anderen bestehen aus Kuper, Messing, Silber oder Kupfernickel. Durch die Kriegsbedingungen wurden Teile der Währung auch im Land selbst hergestellt, so z.B. die späteren Buschnoten in allerdings recht primitiver Ausführung. Ein Überblick einschließlich der Geschichtsereignisse wird ansatzweise vorgestellt.

„Einkauf mit Lebensmittelkarten"

Im Rahmen der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde berichtete Norbert Müller am 5. November 2014 über den „Einkauf mit Lebensmittelkarten". Bereits vor 100 Jahren wurde die Grundlage für die Bewirtschaftung von Lebensmitteln gelegt, und zwar auf der Reichstagssitzung am 4.8.1914. Ein militärischer Mobilmachungsplan war zwar vorhanden; aber ein Plan für die Versorgung von 70 Millionen Menschen existierte nicht. Im Laufe des Krieges wurden alle Lebensmittel rationiert. Jede Personen erhielt die gleiche Menge an Lebensmitteln. Zusatzkarten gab es für Kleinkinder, werdende Mütter, Kranke und Schwerarbeiter. Die Lebensmittelkarten waren unterteilt in Bestellmarken und Bezugsmarken (die eigentlichen Lebensmittelkarten). Die Bestellmarke bildete die Zuteilungsgrundlage für den jeweiligen Händler. Durch den Händlerstempel auf der Karte war der Kunde 4 Wochen an den Händler gebunden. Alle Karten hatten fortlaufende Seriennummern/Registriernummern und enthielten Angaben über Ausgabeort, Datum, den Namen des Händlers und den Namen des Kunden. - Mit Beginn des 2. Weltkrieges begann die Rationierung für alle Lebensmittel. Bereits 1937 waren Lebensmittelkarten als geheime Reichssache von der Reichsdruckerei Berlin hergestellt worden. In der damaligen Zeit war die Schere für den Kaufmann das wichtigste Werkzeug. Die abgeschnittenen Marken klebte er dann zur Abrechnung mit dem Ernährungsamt auf Papier. Zerschnittene Karten sind die eigentlichen Zeitzeugnisse. Für Lebensmittelkarten wurden aufwendig gestaltete Mappen hergestellt. Die DDR hatte adäquate Karten. Entwertete Marken wurden oftmals auf Plakate geklebt, die das damalige politische System widerspiegelte, so z.B. der Aufruf zum 1. Mai-Marsch. Durch die leidvolle Erfahrung während der Berlin-Blockade wurden 1968 Berlin-Karten für alle Dinge des täglichen Lebens von der Bundesdruckerei hergestellt und bis 1992 sogar die entsprechenden Lebensmittel, Brennstoffe und Kleidung vorgehalten. Erst danach erfolgte die Vernichtung der Karten. Die letzte Lebensmittelkarte der Bundesrepublik Deutschland wurde im April 1950 ausgegeben. Für Anregungen und Literaturtipps zu diesem Thema freut sich der Vortragende (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

„Historische Entwicklung der Münzherstellung (Münzprägung)"

Das Thema von Reinhard Becker im Oktober 2014 war die „Historische Entwicklung der Münzherstellung (Münzprägung)". Bei der altgriechischen Hammerprägung mit Bronzestempeln mussten die Münzrohlinge noch rotglühend ausgeprägt werden. Mit den härteren Stempeln aus Eisen wurde im Römischen Reich ab dem Jahr 300 nur noch kalt geprägt. Die Hammerprägung dominierte das Mittelalter und wurde erst Ende des 18. Jhs. ganz aufgegeben. Die maschinelle Münztechnik beginnt parallel zur Ausweitung der Münzproduktion am Anfang der Neuzeit. Die Spindelpresse (Marx Schwarz) und die Walzenpresse wurden um 1550 erfunden. Diese Neuerungen waren auch im Ausland (England und Frankreich) bekannt, konnten sich aber gegen den Widerstand der handwerklichen Münzer zunächst nicht durchsetzen. Erst ab Mitte des 17. Jhs. werden Walzwerke (für die Zaine) und Spindelpressen für die Prägung allgemein üblich. Walzwerke mit gravierten Walzen wurden auch zum Prägen eingesetzt, so in Hall (1571). Auf zwei gegeneinander rotierenden Walzen waren je 6 bis 8 Stempel graviert. Wurden die Münzen im Walzwerk ausgeprägt, mussten sie nach der Prägung noch aus der Zaine ausgeschnitten werden. Diese Maschinen waren jedoch teuer, anfällig und auf Dauer nur in Hall erfolgreich. Auch die einfacher herzustellenden Taschenwerke (Walzwerke mit auswechslbaren Stempeln) setzten sich nicht durch. Inzwischen war die Hammerprägung durch eine exakte Führung des Oberstempels im sog. Klippwerk verbessert worden. Eine interessante Neuerung war die in Russland und auch in England verbreitete Fallpresse, einer Guillotine ähnlich (doch älter als diese), bei der anstelle des Hammers ein schweres Gewicht aus etwa 2,5 m auf den Oberstempel fällt. Ab Mitte des 17. Jhs. setzte sich die Spindelpresse endgültig durch. Nun waren auch größere Münzen leichter zu prägen und die Profiltiefe konnte zunehmen. Dampfbetriebene Spindelpressen wurden ab 1788 in Birmingham von Boulton gebaut. Die letzte bedeutende Entwicklung der Prägetechnik verdanken wir Uhlhorn mit der Kniehebelpresse (1818). Anders als der durch Stoß (Impuls) wirkenden Spindelpresse wird bei der Uhlhornschen Presse ein im Prozess stark zunehmender definierter hoher Druck aufgebaut. Die Prägebedingungen waren reproduzierbar und die Qualität (Schärfe) war verbessert. Vorteilhaft war auch, dass die im Vergleich zur Spindelpresse kleine Kniehebelpresse überall aufgestellt werden konnte und dass die Abnutzung der Prägestempel verringert war.

„Briefmarkengeld"

Im Rahmen der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde berichtete Manfred Schmid am 3. September 2014 über das Thema „Briefmarkengeld". Hierbei handelt sich um ein Sammelgebiet an der Schnittstelle zwischen Philatelie und Numismatik. Bei Kleingeldverknappungen in der Vergangenheit wurde gelegentlich auf vorhandene Briefmarkenbestände zurückgegriffen und frankaturfähige Marken als Wechselgeld eingesetzt. So hat der amerikanische Kongress per Gesetz vom 17. Juli 1862 Briefmarken zum offiziellen Zahlungsmittel erklärt, um den Kleingeldmangel zu beheben. Die im angelsächsischen Sprachraum üblichen Token hatten als Kleingeldersatz nun ausgedient. Die Verwendung von unverpackten Briefmarken als Kleingeldersatz war kurzlebig, so dass bald Schutzhüllen verschiedenster Art mit werbe-wirksamen Aufdrucken erhältlich waren. Albert Pick, ehemals Kurator der Geldscheinsammlung der Hypothekenbank München, listet in seinem 1970 erschienen Werk „Briefmarkengeld" bereits Briefmarkengelder aus 27 Ländern und Briefmarken-Kapselgeld aus 16 Ländern auf. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von staatlichen und privaten Ausgaben in unterschiedlichster Gestaltung, die in etlichen Exemplaren gezeigt wurden.

„Byzantinische Schüsselmünzen-Skyphaten"

Im Rahmen der Vortragsreihe berichtete Dr. Knud Reuter am 2. April 2014 über das Thema „Byzantinische Schüsselmünzen-Skyphaten". Schüsselförmige Münzen wurden nicht zuerst vom Byzantinischen Reich geprägt, doch nur dort spielte diese Form (griech. „Skyphat") über Jahrhunderte eine so herausragende Rolle. In dem Vortrag wurde hauptsächlich die Geschichte der Skyphat-Prägung beleuchtet, beginnend mit der Vergrößerung der Standard-Goldmünze (Histamenon) zur leichteren Unterscheidung von den ein wenig leichteren Tetartera. Die zwecks besserer mechanischer Stabilität eingeführte Schüsselform wurde in den ca. 3 1/2 Jahrhunderten ihrer Anwendung zunehmend auf die Prägungen aus weniger edlen Metallen (Elektron, Silber, Billon und Bronze) ausgedehnt. Auch für die aus dem Byzantinischen Reich hervorgegangenen Teilreiche, wie z. B. das Lateinische Kaiserreich, Thessalonike oder Nikäa, und das restaurierte Reich nach der Rückeroberung Konstantinopels bis zum Ende dieser Prägungen um 1350 wurden typische Beispiele gebracht. Die Anerkennung der Schüsselform als Kennzeichen für eine besonders vertrauenswürdige Währung hatte zeitweilig zur Einführung ähnlicher Münzen, teilweise auch zu Imitationen in Nachbarstaaten wie Ungarn, Bulgarien oder dem normannischen Süditalien geführt, wofür ebenfalls einige Beispiele gezeigt wurden.

 

„Götter, Kaiser und Christus - Anmerkungen zu ihren Porträts auf römischen und byzantinischen Münzen"

Dr. Knut Reuter referierte am 6. November 2013 über „Götter, Kaiser und Christus - Anmerkungen zu ihren Porträts auf römischen und byzantinischen Münzen".  Die Götterdarstellungen auf Münzen der römischen Republik zeigen in vielfacher Weise die Grundeinstellung der Römer hinsichtlich Toleranz und der Bereitschaft zur Übernahme fremder Götter. Der Vortrag schildert die Wandlung der Kaiserporträts. Cäsar, der erste auf Münzen lebend abgebildete römische Politiker, ist auf Münzen mit einem relativ lebensnahen Bildnis zu erkennen. Ihm folgen später mehr symbolhafte Darstellungen von Diokletian und anderen Tetrarchen mit „programmatischem Erscheinungsbild" als durchsetzungsfähige und bullige Macher. In der konstantinischen Dynastie ändert sich das Porträt zu edlen und schmalen Gesichtern. In der theodosianischen Zeit sind Parallelen zwischen Kaiserporträts und Christusporträts (z.B. Reliquienkästchen von Nazaro) feststellbar. Grundlegende Arbeiten hierzu stammen von Helga Tichy (Dissertation) und Prof. Martin Büchsel. Nach einer kurzen Zeitspanne zu Beginn des 7. Jahrhunderts mit einer Rückkehr zu lebensnäheren Porträts folgen in der byzantinischen Zeit stark stilisierte Darstellungen. Sie zeigen eine erneute Annäherung der Kaiserbildnisse an die seit Iustinianus II. auf Münzen zu findenden Christusporträts (nach M. Büchse).

 

„Französische Spottmedaillen auf Napoleon III"

Im Rahmen der Vortragsreihe der Krefelder Münzfreunde berichtete Manfred Schmid am 2. Oktober 2013 über das Thema „Französische Spottmedaillen auf Napoleon III". Zitat: „Da ich nicht den Mut besaß, an der Spitze meiner Armee zu sterben, bitte ich um ein Versteck beim König von Preußen." Nach der verlorenen Schlacht bei Sedan und der Gefangennahme Napoleons III. dauerte der Krieg noch ein Jahr an. Währenddessen ergossen sich Spott und Häme der Franzosen über den bisherigen Kaiser, was sich u. a. durch umgravierte französische Münzen und Spottprägungen nach dem Vorbild von 10-Centimes-Münzen ausdrückte: aufgravierte preußische Pickelhaube, Adler mit Schärpe „Sedan", aus „Empire francais" wird Vampire de la France", aus „Napoleon Empereur" wird „... le miserable" oder „... le petit", in seltenen Fällen finden sich auch Kraftausdrücke. Gezeigt wurden 40 solcher Stücke sowie eine zeitgenössische Zeitungskarikatur mit Darstellung der Degenübergabe Napoleons an Wilhelm I.

 

 Christian Koch