Gesellschaft

Vorsitzende:
Christina Höhn

Nikolaistraße 25
04109 Leipzig
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homepage: www.thueringer-muenzkunde.de

Jahrestagungen

Jahrestagung 2016 - Rückblick

Die Jahrestagung der Gesellschaft fand vom 30. September bis 2. Oktober 2016 in Neustadt an der Orla statt. Zum Vortragsprogramm:

Dieter Heus, Naumburg, nahm eine Münzstättenzuweisung der bisher „heimatlosen“ Schwarzburger Hohlpfennige mit dem Namen der Herrschaft vor. Für die in der Periode des regionalen Pfennigs für Schwarzburg aktiven Münzstätten Saalfeld und Königsee liegen keine Nachweise von Parallelprägungen städtischer und herrschaftlicher Münzen vor. Der politische und wirtschaftliche Mittelpunkt der Schwarzburger in dieser Zeit war Arnstadt. Heus vermutet, dass die Münzherren aus wirtschaftlichen Erwägungen auch der Stadt das Recht zur Münzprägung gestatteten, die jedoch zur Unterscheidung der herrschaftlich ausgebrachten Münzen in der Umschrift den Namen der Stadt zu verwenden hatte. Die Hohlpfennige selbst sind vom gleichen Stil mit ähnlichen Münzbildern. Dr. Thomas Arnold, Geithain, stellte die Hohlpfennige der Münzstätte Naumburg vor, deren Schrift-und Bildgestaltung sowie meteorologischen Kriterien dem Muster Thüringer Hohlpfennige entsprechen. Der erste, als Einzelexemplar bekannte Naumburger Hohlpfennig stammt aus dem Zeitraum 1350-1360. Es folgt ein Beischlag nach Erfurter Vorbild. Danach kam eine offenbar lebhafte Prägetätigkeit mit immer neuen Typen und vereinzelten Stempelvarianten in Gang, die insbesondere die Jahre um 1400 einschloss. Nach der vom Meißner Groschen ausgegangenen Krisenzeit um 1400 folgte ab etwa 1405/1410 eine Zeitspanne mit erheblicher Produktivitätssteigerung. Insgesamt konnten einschließlich der Varianten 39 verschiedene Stempel erfasst werden.

Matthias Grimm, Neustadt/Sa., erinnerte anlässlich des 700. Geburtstages von Karl IV. (14. Mai 2016) an die Auseinandersetzung zwischen Karl IV. von Böhmen und Günther XXI. von Schwarzburg um das deutsche Königtum 1349. Als Kaiser Ludwig der Bayer 1347 starb, gelang es der bayerischen Partei zunächst nicht, einen eigenen Kandidaten als Nachfolger aufzustellen. Schließlich wurde Günther XXI. von Schwarzburg vorgeschlagen, am 6. Februar 1349 wurde er in sein Amt eingeführt. Daraufhin rüstete Karl IV. gegen ihn. Er musste am 26. Mai 1349 mit dem Vertrag von Eltville zu Gunsten von Karl IV. gegen eine Entschädigung von 20.000 Mark Silber und 1.200 Mark für entstandene Kosten der deutschen Königskrone entsagen.

Philipp Schwinghammer, Leipzig, sprach über „Münzen entlang der Weihrauchstraße. Zwischen Imitation und Transkulturalität“. Anhand ausgewählter Beispiele skizzierte er die arabische Münzgeschichte, die sich insbesondere durch ein interessantes Imitationsstufenmodell auszeichnet, welches erlaubt, die Imitation an sich in verschiedene Untergruppen zu unterteilen.

Wilfried Matzdorf Halle, stellte den Weißenfelser Goldschmied und Medailleur Kurt Pötzsch vor, anläßlich des 50. Todestages von Pötzsch (* 24.8.1888; † 13.9.1966) fertigte Matzdorf eine biografische Skizze an. (siehe dazu „Münzen & Sammeln“, 9/2016, S. 34- 36).

Ronny Schwalbe, Neustadt/Orla., referierte über „Neustadt in landesherrlicher Dimension. Die Bedeutung der Stadt vom Hohen Mittelalter bis zum Wiener Kongress in Schlaglichtern“. Ab dem 10. Jh. gelangte die terra orla in Verbindung mit der Osterweiterung des Reichs in den Focus des Besitzstrebens. Das Reichsland Saalfeld, zu dem auch der Orlagau gehörte, war etwa 120 Jahre im Besitz des Erzbistums Köln, bis Kaiser Friedrich I. Barbarossa dieses Territorium 1179 im Zuge der Anbindung des Pleißenlandes an das Reich eintauschte. Im 13. Jh. traten die Grafen von Lobdeburg-Arnshaugk vermutlich als Ministerialien im oberen Orlagau auf. Nach deren Aussterben gelangte ihre Güter und Herrschaftsrechte durch Heirat an die Wettiner. In der Folgezeit spielte Neustadt stets eine zentrale Rolle in der wettinischen Hauspolitik und als Pfand für das Reich. Bei Spaltung der Wettinischen Lande in einen Ernestinischen Teil (mit der Kurwürde) und einen Albertinischen Teil. Neustadt gehörte zur Ernestinischen Linie. Zwischen 1705 und 1713 war Neustadt kurzzeitig Residenz der sächsisch-herzoglichen Nebenlinie Sachsen-Zeitz-Neustadt. Im Ergebnis des Wiener Kongresses wurde Neustadt am 18. Mai 1815 kurzzeitig der neu geschaffenen preußischen „Provinz Sachsen“ zugeschlagen. Aber bereits im März 1816 trat Preußen es an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach ab. Resümierend formulierte der Referent: „Wohl kaum ein anders Gebiet, wohl kaum eine andere Stadt kann so eine bewegte Territorialpolitik in ihrem Geschichtsbuch vorweisen“.

Matthias Grimm

Jahrestagung 2016 - Programm

Freitag, den 30. September 2016

ab 18.00 Uhr               Zusammentreffen im Restaurant des Hotel Schlossberg in Neustadt an der Orla mit anschließendem Tauschabend

 

Samstag, den 1. Oktober 2016

09.15 Uhr        Einlass 

10.00 Uhr        Begrüßung 

10.15 Uhr        Dieter Heus

                           Die bisher heimatlos gebliebenen Schwarzburger Hohlpfennige

11.00 Uhr        Philipp Schwinghammer          

                            Münzen entlang der Weihrauchstraße. Zwischen Imitation und Transkulturalität 

11.45 Uhr       Pause 

12.00 Uhr        Dr. Thomas Arnold

                          Die Naumburger Hohlpfennige

12.45 Uhr       Mittagspause  

14.00 Uhr        Wilfried Matzdorf

                           Der Weißenfelser Goldschmied und Medailleur Kurt Pötzsch

14.45 Uhr        Matthias Grimm

                           Über den Umlauf schwarzburgischer Kleinmünzen 1623-1750

15.00 Uhr       Kaffeepause 

15.30 Uhr        Ronny Schwalbe 

Neustadt in landesherrlicher Perspektive. Die Bedeutung der Stadt vom hohen 

Mittelalter bis zum Wiener Kongress

17.00 Uhr       Vorstellung neuer Literatur, Trends & Interessantes,

Diskussion und Kurzbeiträge der Mitglieder, 

Ausblick Tagung 2017

19.00              Abendessen im Hotel Schlossberg mit Thüringer Büfett 

 

Sonntag, den 2. Oktober 2016

10.00 Uhr        Abfahrt nach Knau

                       Schlossführung im Rittergut Knau, dem 400 Jahre alten Renaissanceschloss

Anschließend Mittagessen (Fischwochen im Land der Tausend Teiche – Delikatessen aus  den Himmelsteichen)

Jahrestagung 2015 - Programm

Programm der Jahrestagung 2.-4. Oktober 2015


Freitag, 2. Oktober 2015

 

15.00 Uhr

Stadtführung von „Graf Günther Anton"

Treffpunkt: Hotel „Goldene Henne",

 

17.00 Uhr
Hannelore Wallendorf: Einführung in die Stadtgeschichte Arnstadt (im Hotel zur Goldenen Henne)

 

19.00 Uhr

Abendessen im Kloßhotel „Goldene Henne"

 


Samstag, 3. Oktober 2015


Tagungsort: Barocksaal im Hotel „Goldene Henne"

 

08.30 Uhr Einlass

 

09.30 Uhr Begrüßung durch die Vorsitzende Christina Höhn

 

09.45 Uhr

Dieter Heus: Vorstellung des aktuellen Jahrbuches unter ausgewählten Aspekten: „Die mittelalterlichen Münzen des Hauses Käfernburg-Schwarzburg mit einem Anhang Hersfelder Pfennige aus Arnstadt"

 

10.15 Uhr

Uta Wallenstein: Gotha und Arnstadt — der große Münztransfer von 1712

 

10.45 Uhr Kaffeepause

 

11.00 Uhr

Dr. Christiane Hemke: Archäologisch ans Licht gebracht. Mittelalterlicher Silberbergbau im Erebirge

 

11.45 Uhr

Matthias Grimm: Die Münzprägung der Grafen von Schwarzburg in Arnstadt — ein Überblick

 

12.30 Uhr Mittagspause

 

14.00 Uhr

Lothar Koppe: Henneberg und ähnliche Irrtümer

 

Samstag, 3. Oktober 2015


14.45 Uhr

Richard Peterhänsel:  Münztechnik auf Münzen und Medaillen


15.30 Uhr Kaffeepause


16.00 Uhr

Dr. Jürgen Wild: Zur Zuordnung eines Westthüringer Reiterbrakteaten mit Balkenwappen zur Münzstätte Mihla


16.45 Uhr 

-Rechenschaftsbericht, Entlastung des Vorstandes und Wahl des neuen Vereinvorstandes

- Diskussion und Kurzbeiträge der Mitglieder

- Ausblick Tagung 2016 in Neustadt an der Orla

- MMT 2017 in Erfurt

 

19.00 Abendessen im Hotelpark „Stadtbrauerei Arnstadt"

 

Sonntag, 4. Oktober 2015

10.00 Uhr

Führung durch das Museum „Neues Palais" mit der Ausstellung: „Mon Plaisir"


Hotel und Tagungsort:
Goldene Henne

Historisches Gast- & Logierhaus seit 1608

Inhaber: Jörg Becker

Ried 14, 99310 Arnstadt

Telefon: 03528/589550 Fax: 036281589561 

www.henne-amstadt.de

henne.arnstadt[at]t-online.de


Mitglieder, die nicht an der Tagung teilnehmen können, bitten wir den Jahresbeitrag von 26,- Euro auf da Konto des Vereins zu überweisen: Konto-Nummer: 81175, BLZ 830 505 05 , Kreissparkasse Saale-Orla. IBAN: DE32 8305 0505 0000 0811 75 / BIC: HELADEF1SOK

 

Tagungspauschale: 15,- Euro für Nichtmitglieder (inkl. Kaffeepause und Getränke)

 

Rückblick Jahrestagung 2014

Rückblick Jahrestagung 2014

Vom 19. bis 21. September 2014 trafen sich die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde in Neustadt an der Orla zur Jahrestagung 2014. Nachfolgend eine Zusammenfassung der Vortragsinhalte:

Jan-Erik Becker, Dresden, sprach über die Brakteatenprägung der Benediktinerabtei Pegau. Die Brakteaten von Pegau zeigen seit der Mitte des 12. Jhs. als charakteristisches Münzbild ein Krücken-kreuz mit unterschiedlichen Symbolen in den Kreuzwinkeln, das in der Münzprägung rund 150 Jahre unverändert blieb. Pegauer Brakteaten sind für die Datierung mittelalterlicher Münzfunde bedeutsam, da sie fast immer die Namen der amtierenden Äbte nennen, deren Amtszeiten überliefert sind. Aufgrund ihres hohen Silbergehaltes und Ge-wichtes erfreuten sich die Pegauer Brakteaten im Zahlungsverkehr großer Beliebtheit und wurden von mehreren geistlichen und weltlichen Münzherren wie den Markgrafen von Meißen, den Grafen von Brehna und den Erzbischöfen von Magdeburg nachgeprägt.

Dr. Manfred Mehl, Hamburg, stellte Erfurter Martinspfennige und ihre Beischläge vor. Der Erzbischof von Mainz, Gerhard II. von Epstein, verpfändete 1289, 1291 und 1294 seine Münze an die Stadt Erfurt, die daraufhin eigene Münzen ausprägen ließ. In diese Zeit gehören die sogenannten „Martinspfennige", die einen Geistlichen zeigen, der meist vom Namen des hl. Martin umgeben ist. Als Leitwährung für den Raum um das bedeutende Handelszentrum Erfurt waren sie Anlass für benachbarte Dynasten zur Ausprägung fast gleichartig aussehender Imitate, mit denen man eigene Gewinne zu machen hoffte.

Dr. Thomas Arnold, Geithain, der sich seit Jahr-zehnten mit Problemen der Hohlpfennigprägung befasst, erläuterte, warum und wie die Forschung an (Thüringer) Hohlpfennigen erfolgt. Hohlpfennige könnten als Datierungshilfe in der Archäologie eine weitaus größere Rolle spielen, als bisher, Bildinhalte anhand der Gepflogenheiten des Spätmittelalters gedeutet werden. Letztliche Auswertung und Zuordnung erfolgt nach der Umschrift, die sehr oft anzutreffen ist und meist den Herkunftsort nennt.

Helmut Kahnt, Ammelshain, sprach über die Tätigkeit des Münzunternehmers Jonas Zipfel in der Regierungszeit von Kurfürst Johann Georg II. Zipfel wurde 1666 als Bergrat in der Oberlausitz angestellt und richtete im gleichen Jahr in Bautzen eine Münzstätte ein. Das Kapital zur Einrichtung der Münzstätte und jährlich Silber für 100000 Taler sollte er von den Dresdner Brüdern Heusch bekommen. Zipfel ließ danach Nominale vom Dritteltaler bis zum Pfennig prägen, stieß damit aber auf den Widerstand der Stände in der Oberlausitz. Letztlich scheiterte er aber daran, dass er die vertraglich zugesicherte Silbermenge nicht erhielt und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Im September 1667 wurde die Münzstätte Bautzen geschlossen. Zipfel fiel dadurch jedoch beim Kurfürsten nicht in Ungnade, denn er erhielt 1669 die Erlaubnis, in Leipzig eine Pachtmünzstätte einzurichten, die von Juli 1669 bis Januar 1670 in Betrieb war.

Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha, sprach über den Ersten Weltkrieg im Spiegel der Medaille und weiterer künstlerischer Medien. Namhafte Bildhauer-Medailleure wie Artur Löwental oder Walther Eberbach haben den Krieg zunächst als „Läuterung" empfunden und in Feldherren die Protagonisten einer gesellschaftlichen Erneuerung gesehen. Demgegenüber haben Künstler wie Ludwig Gies, Else Fürst oder Sophie-Burger-Hartmann den Krieg und seine Auswirkungen mit ihrer pazifistischen Haltung abgelehnt. Der Rückblick auf den Ersten Weltkrieg wurde mit Werken heutiger Medailleure verbunden, die mit ihren Medaillen zum Gewaltverzicht aufrufen.

Matthias Grimm, Dresden, erläuterte die historischen Bezüge zur Ausgabe der Medaille auf das Löwendenkmal auf der Rudelsburg, das zu den 4 Denkmalen im Bereich der ehemaligen Vorburg gehört, deren Errichtung der Verband alter Corpsstudenten (V.A.C.) veranlasste. Im Mai 1921 beschloss der Abgeordnetentag des V.A.C. den Bau eines Gefallenendenkmals zur Ehrung von 2360 Toten des Ersten Weltkrieges aus den Reihen der Kösener Corps, das durch Hermann Hosaeus gestaltet und am 16. Oktober 1926 eingeweiht wurde. Zu diesem Anlass schuf er ebenfalls eine Medaille, die „Kösener Gedenkmünze".

Heinz Brehme, Erfurt, stellte das Künstlerische Notgeld von Alfred Hauff der Thüringer Städte Erfurt, Gebesee und Weißensee vor. Architektur und historische Ereignisse prägten die künstlerischen Werke des Erfurter Malers und Graphikers Hanf (1890 - 1974). Als Spätexpressionist und Bildchronist von Erfurt bediente sich Hanf des ältesten Vervielfältigungsverfahrens, dem Holzschnitt beispielhaft wurde im Vortrag die Brücke vom Entwurf bis zum gedruckten Nominal dargestellt.

Helmut Richter, Mönchenholzhausen, sprach über das Barrengeld Vietnams und seiner Nachbarstaaten im 19. Jh. Die ersten Silberbarren Vietnams wurden um 1807 in der Hauptstadt Hue durch Nguyen Phuc Änh. Er begann das gesamte Staatswesen nach thailändischem Vorbild zu reformieren. Basierte in Vietnam und Thailand der Großhandel vor 1807 auf dem chinesischen Regierungstael zu 37,78 g, wurde die Bezeichnung der Einheit von „Tael" auf „Lang" verändert und dessen Gewicht geringfügig auf 38,5 g erhöht. In Vietnam entsprach das Gewichtsmaß auch dem Zählmaß. Das Gussverfahren der Barren beeinflusst deren äußere Gestalt. Durch den Abkühlungsprozess sind Barren aus offenen Formen nach oben gekrümmt mit erhöhten Seitenrändern. Die meisten Kleinbarren sind bohlen- oder balkenförmig, da sie in geschlossenen Formen gegossen wurden.

In der Rubrik „Neuigkeitendienst" stellte Dr. Lothar Koppe, Berlin, einen bislang unbekannten Münztyp eines Sechsbätzners der Weimarer Kippermünzstätte Rothenstein von 1621 vor. Entgegen der typischen Kleeblattstellung ist das Wappenschild dieses Stückes geviert mit Mittelschild und gehört vermutlich zu den ältesten in Rothenstein hergestellten Kippermünzen. Matthias Grimm, Dresden, wies die unedierte 12-Kreuzer-Klippe 1621 von Schwarzburg-Rudolstadt ohne Münzzeichen (WAG 71.3414) der Kippermünzstätte Blechhammer („Friedeburg") zu. Klippen aus der Kipperzeit sind keine Umlaufmünzen, sondern Probeabschläge von neuen Stempeln.

Rückblick Jahrestagung 2013

 

Rückblick Jahrestagung 2013

Die Jahrestagung der Gesellschaft fand vom 27. bis 29. September 2013 in Altenburg statt. Tagungsort am 28. September war der Bachsaal im Altenburger Schloss. Nach der Begrüßung durch die Museumsleiterin Frau Künzel und unsere Vorsitzende Christina Höhn standen sechs Vorträge, die Besichtigung des Festsaales sowie der Besuch der Sonderausstellung Orden, Ehrenzeichen und Medaillen um die Ereignisse der Befreiungskriege 1813-1815 auf dem Programm.

Kathleen Dittrich und Jan-Erik Becker, Münzkabinett Dresden, stellten die Medaillen und Gedenkmünzen der Sekundogenitur Sachsen-Zeitz im Bestand des Münzkabinetts Dresden und ihren sammlungsgeschichtlichen Hintergrund vor. Als Herzog Moritz Wilhelm 1718 ohne einen Erben zu hinter-lassen verstarb und dadurch die erste der drei Sekundogenituren ausstarb, fielen seine Landesteile und sein Privatbesitz an die Kurlinie in Dresden zurück. Neben wertvollem Kunstbesitz war darunter eine hervorragende Kollektion von 1941 antiken griechischen, römischen und keltischen Münzen. Zeitgleich mit der Münzsammlung kamen aus Zeitz auch vier von Christian Weidling kalligraphisch gestaltete Inventarbände mit dem Titel „Hoch-Fürstliches Sachsen-Zeitzsches Medaillen-Cabinet" nach Dresden. Weiterhin gelangte ein kleiner, aber bedeutender Bestand an Medaillen und Gedenkmünzen der Sekundogenitur in das Dresdener Münzkabinett. Dieses Erbe stellte eine beachtliche Sammlungserweiterung dar. Außer den Kursmünzen ist das Herzogtum Sachsen-Zeitz heute mit einem kleinen Bestand von zehn Medaillen und vier Exemplaren einer Gedenkmünze aus dem Jahr 1667 vertreten. Die Medaillen zeigen u.a. Porträtdarstellungen der Herzöge Moritz und Moritz Wilhelm und veranschaulichen bedeutende historische Ereignisse dieser albertinischen Nebenlinie.

Dr. Thomas Arnold, Geithain, erläuterte den aktuellen Wissenstand über die Münzstätte Altenburg im Mittelalter. Die Altenburger Brakteatenprägung setzte etwa 1158 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa ein, der auf den ältesten Geprägen noch mit Rex tituliert wird, obwohl er bereits ab 1155 Kaiser war. K. P. Brozatus unterscheidet bei den Altenburger Geprägen fünf Gruppen, von denen vier der chronologischen Abfolge entsprechen, während die fünfte in ihrer Zuordnung nach Altenburg nicht sicher erscheint. Alle Altenburger Brakteaten sind im schweren kaiserlichen Münzfuß geprägt, im Schrötling etwas kleiner als die gleichzeitigen Thüringer Brakteaten, jedoch größer als die 1170 einsetzenden markmeißnischen Prägungen nach Freiberger Fuß. Die Stempel wurden vermutlich durch den überregional tätigen Eisenschneider Luteger von Altenburg gefertigt. Die anfangs gut lesbaren Umschriften werden in den späten Regierungsjahren Barbarossas flüchtiger und gehen am Ende in Trugschrift über. Das gilt auch für die unter Kaisers Heinrich hier geschlagenen Pfennige. Urkunden belegen, dass auch im späteren 13. und beginnenden 14. Jh. in Altenburg Brakteaten geprägt wurden. Untersuchungen für diese Zeit liegen noch nicht vor. Der Referent begründet anhand von Münzfunden in Thüringen, dass der etwa 1340 endenden Altenburger Brakteatenprägung eine Hellerzeit folgte, wobei man sich vermutlich zunächst mit den in großen Mengen aus Süddeutschland eingeströmten Hellem behalf. Aus der Zeit von 1400 bis 1451 stammen die letzten mittelalterlichen Prägungen. Es sind Hellertypen mit einem „A" sowie Elementen des Altenburger Stadtwappens (Hand, Rose) im Münzbild. Im Gegensatz zu den einseitigen Hohlpfennigen und -hellem der sächsisch-thüringischen Nachbarregionen sind die Altenburger Heller zweiseitig nach süddeutschem Vorbild.

Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha, von 1971 bis 1986 Betreuer und von 1986 bis 1988 Direktor des Münzkabinetts Gotha, hatte seit 2007 im Auftrage der Kulturstiftung der Länder wesentlichen Anteil an der Rückführung der 1945 nach Coburg verbrachten wertvollen Bestände an Münzen und Medaillen des Gothaer Kabinetts. Sein Vortrag: „Hort des Wissens und barocke Schatzkammer. Die Münzsammlung des Fürsten Anton Günthers II. (1653-1716) von Schwarzburg-Arnstadt" stellte mit neuen, noch unpublizierten Forschungsergebnissen einen herausragenden fürstlichen Sammler im Zeitalter des Barock vor. Dessen ca. 18.000 Münzen und Medaillen umfassende Universalsammlung von der Antike bis zum Beginn des 18. Jhs. in Gold und Silber erwarb der Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676-1732) im Jahre 1712 komplett im Gegenwert von 100.000 Taler. Die mit zahlreichen Aufnahmen des Verfassers vorgestellten Pretiosen in Gold und Silber stammen aus der Arnstädter Sammlung. (vgl. NNB 11/2013,S. 413f.)

Dr. Lothar Koppe, Berlin, sprach über die sächsische Münzprägung in Nürnberg, die Kurfürst Friedrich III. „der Weise« veranlasste, nachdem er 1507 durch Kaiser Maximilian I. zum Generalstatthalter des Reichs bestellt wurde. In den sächsischen Münzstätten konnte er durch die Bindung an die gemeinsame Geldausgabe mit seinen albertinischen Vettern kein eigenes Geld prägen. Der Referent wies darauf hin, dass über die Münzprägung von Friedrich dem Weisen in Nürnberg trotz zahlreicher Publikationen in vielfacher Hinsicht noch immer viel Unklarheit besteht. So sind mehrfach Münzstempel aktenkundig

belegt, von denen bislang keine Prägungen bekannt sind. Auch ist für mehrere Münzen bisher nicht geklärt, wer von den drei für den Kurfürsten tätig gewesenen Münzmeistern (Krug, Ebner, Kraft) diese Stücke geschaffen hat. Und schließlich kann die Frage nicht als beantwortet gelten, ob die sogenannten „Schaumünzen" nun Münzen oder Medaillen sind. Während für die Gepräge der Jahre 1512-1519 die Entscheidung noch offen bleibt, sind nach Ansicht des Referenten die Gulden und Schreckenberger des Jahres 1522 anhand der vom Kurfürsten vorgegebenen Prägevorschriften eindeutig Münzen. Völlig falsch erfolgte bisher die Zuordnung der 1523 geprägten Halbschreckenberger mit dem Altersporträt des Kurfürsten. Obgleich vom gleichen Typ wie die 1522 geprägten Münzen, sind sie nicht in Nürnberg, sondern von Andreas Funcke in Wittenberg geprägt worden. Das trifft auch für die mit den gleichen Stempeln geprägten goldenen Doppelgulden zu.

Den Vortrag von Michael Autengruber, Konstanz, über 200 Jahre Eisernes Kreuz trug Manfred Höhn vor. Das „Eiserne Kreuz« wurde am 10. März 1813 durch König Friedrich Wilhelm III. als neue preußische Kriegsauszeichnung für Verdienste der Untertanen im Krieg gegen Napoleon gestiftet. Matthias Grimm, Dresden, stellte nach einem landesgeschichtlichen Rückblick und der Vorstellung der Schlossanlage die Medaillen auf das Altenburger Schloss vor. Altenburg, an der von Magdeburg über Leipzig nach Böhmen laufenden Reichsstraße gelegen, war im Mittelalter die wichtigste Ansiedlung im Reichsland Pleißen und Kaiserpfalz. Die Wettiner erhielten das Pleißener Land 1253 als Pfand, behaupteten es 1307 in der Schlacht bei Lucka gegen das Reichsheer, erhielten darüber 1311 die Schutzherrschaft und konnten es 1329 nach dem Aussterben der Burggrafen von Altenburg mit der Mark Meißen vereinigen. 1485 wurde Altenburg der Ernestinischen Linie zugeschlagen und war zwischen 1603 bis 1918 Haupt- bzw. Nebenresidenz. Die erste Medaille mit dem Schloss im Hintergrund schuf Christian Wermuth auf den Tod von Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der in Altenburg am 23. März 1732 starb. Im 20. Jh. folgten Medailleneditionen im historistischen Stil. An den Einzug Hannoveraner Truppen im Oktober 1848 zur Sicherung der herzoglichen Zentralgewalt erinnert eine von Fickenscher geschaffene Medaille. Das Residenzschloss ist von Südwesten mit den herzoglichen Wohn- und Repräsentationsgebäuden und die spät-gotischen Schlosskirche im Vordergrund zu sehen. Auch spätere Medaillenausgaben auf regionale Ereignisse, die u.a. vom Hofgraveur C. F. Haseroth, Hofgoldschmied E. Eberhardt oder Lauer stammen, zeigen diese typische Schlossansicht. Trotz ständiger Baumaßnahmen im Stile der jeweiligen Zeit, die dem herzoglichen Repräsentationsbedürfnis geschuldet oder als Folge von Bränden erforderlich wa-ren, blieb beim Altenburger Schloss neben den westlichen Repräsentationsbauten auch der Charakter der früheren Burg- und Verteidigungsanlage im Nordostteil erhalten. Beide Ansichten sind auf einem unsignierten Jeton dargestellt.

Matthias Grimm

Publikationen

Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde (Hrsg.): Jahrbuch, Bd. 6 ff., Leipzig 1994 ff. (bisher 14 Bände erschienen, aktuell Heft 19, 2011-13)

Zuvor: Jahrbuch des Arbeitskreises Münz- und Geldgeschichte Thüringens, Hefte 1 (1985) - 5 (1989)

Jahrbuch 2011-2013 (Heft 19)

Jahrbuch 2011-2013 (Heft 19)

•  In memoriam Heidrun Höhn

•  Die Schlotheimer Prägungen mit Scherenwappen der verpachteten erzbischöflich Mainzer Münzstätte Mihla Münztypen, Funde, Bestände (Dr. Jürgen Wild)

•  Die mittelalterlichen Münzen von Coburg, Eisfeld und Hildburghausen V. Teil (1369) 1374-1406 (Dieter Heus)

•  Münzen aus Thüringer Funden: Ein Hohlpfennig der Münzstätte Wildungen – seine Zuordnung anhand von Schrift-Hohlpfennigen (Dr. Thomas Arnold / Jochen Schäfer)

•  Verschiedene Kurznachrichten zu Fragen der thüringischen Hohlpfennige: Eisenach (FREDER-Hohlpfennig), Bad Langensalza, Mühlhausen, Naumburg, Zeitz (Dr. Thomas Arnold)

•  Eine neue Zuordnungshypothese zu einem vermeintlich durch Mühlhausen gegengestempelten Meißner Groschen – Osnabrück (Dr. Thomas Arnold)

•  Ein Schleusinger 24-Kipper-Kreuzer des Jahres 1621 mit Würzburger Gegenstempel des Jahres 1622 (Dieter Heus / Horst Nussmann)

•  Die erste, erst jetzt bekannt gewordene Silberdreierprägung Herzog Bernhards von Sachsen-Meiningen 1680-1706 (Jürgen Weise)

•  Das Prägejahr 1761 bei den Stolberger Gemeinschaftsmünzen (Helmut Kahnt)

•  Eine Medaille auf Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg im Stile des Barock (Dr. Wolfgang Kümpfel)

•  Münzen und Medaillen zur Luftfahrtgeschichte (Dr. Wolfgang Kümpfel)

•  Manfred Mehl: Münz- und Geldgeschichte des Erzbistums Magdeburg im Mittelalter (2 Bände) (Dr. Thomas Arnold)

Jahrbuch 2008-2010 (Heft 18)

Jahrbuch 2008-2010 (Heft 18)

•  Heidrun Höhn zum LX. Geburtstag

•  In memoriam Prof. Dr. Günther Röblitz (Dr. Thomas Arnold)

•  Nachruf Jürgen Otto (Dieter Heus)

•  Das Papiernotgeld der Stadt Neustadt an der Orla (Werner Rothe)

•  Die mittelalterlichen Münzen von Coburg, Eisfeld und Hildburghausen IV. Teil (1382–1443) (Dieter Heus)

•  „... für einen Esel und guten Wein“ – Reisekosten eines süddeutschen Bischofs um 1200 (Dr. Sebastian Steinbach)

•  Die Gegenstempelung fremder Groschen in Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen ab 1465 bis 1467/1468 (Paul Lauerwald)

•  Zwei thüringische Reiterbrakteaten (Dieter Kern)

•  Verschiedene Kurznachrichten über thüringische Hohlpfennige: Ellrich, Gotha, Ilmenau? und Nordhausen (Dr. Thomas Arnold)

•  „Nochmals Hähne oder Hennen im Zusammenhang mit der Umschrift +VlmEnE“ (Prof. Dr. Jürgen Müller)

•  Schlotheim oder Mihla? Überlegungen zur Zuordnung Thüringer Reiterbrakteaten mit Raddarstellungen (Dr. Jürgen Wild)

•  Das Gothaer Münzkabinett von 1945 bis 2009 (Uta Wallenstein)

•  Die Münzen Friedrich August I. von Sachsen (Jürgen Weise)

•  Lothar Koppe: Die Münzen des Hauses Sachsen-Weimar 1573 bis 1918 (Prof. Dr. Günther Röblitz)

•  Dr. Thomas Arnold: Der Hohlpfennigfund von Mühlhausen (1990) – verborgen um 1430 – Spiegelbild des Thüringer Kleingeldumlaufs (Prof. Dr. Günther Röblitz)

Jahrbuch 2006/07 (Heft 17)

Jahrbuch 2006/07 (Heft 17)

•  Kurt Kluge (1866–1940) und sein Medaillenwerk – ein Schüler der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig (Dr. Hartmut Coch)

•  Der Münzfund aus der Weberstraße in Jessen/Elster Landkreis Wittenberg; Sachsen-Anhalt (Dr. Ulrich Fach)

•  Die Unterscheidung der in den Jahren 1812 und 1813 auf Fürst Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt ausgebrachten Speziestaler (Matthias Grimm)

•  Die mittelalterlichen Münzen von Coburg, Eisfeld und Hildburghausen III. Teil (1312–1381) (Dieter Heus)

•  Der angebliche Elisabeth-Brakteat des Nikolaus Seeländer (1862–1744) (Prof. Dr. Niklot Klüßendorf )

•  Hähne, Hennen oder Doppeladler – ein Hohlpfennig der Münzstätte Ilmenau? (Dieter Heus)

•  Die Münzen des Fürsten- und Herzogtums Coburg von 1577 bis 1918. Die Prägungen der in Coburg regierenden sächsischen Herzöge (Dr. Lothar Koppe, O. Kozinowski †, J. Otto †, Dr. Hubert Ruß)

•  Zur Neuordnung der Meißner Groschenprägungen von 1405 bis 1412 nach einer Mitteilung eines bisher unbekannten Groschens durch Holger Mehner (Prof. Dr. Günther Röblitz †)

•  Der sächsische Münzfundbericht von Paul Arnold und Wilhelm Hollstein für die Jahre 1999–2002

•  Verschiedene Kurznachrichten über thüringische Pfennige: Gotha, Naumburg, Sömmerda (Dr. Thomas Arnold)

•  Sachsen-Hildburghausen – Kurzkatalog der Gepräge 2. Teil: Die Anhänge H-V (Peter Kress)

•  Erwin Jacob (1906–1981), ein Thüringer Medailleur (Bernd Müller)

Jahrbuch 2005 (Heft 16)

Jahrbuch 2005 (Heft 16)

•  Zum Geleit (Heidrun Höhn)

•  Der Hohlpfennigfund von Mühlhausen – eine Kurzinformation (Heidrun Höhn)

•  Die mittelalterlichen Münzen von Coburg, Eisfeld und Hildburghausen II. Teil (1250–1308/12) (Dieter Heus)

•  Über Hohlpfennige, die existieren, die es aber gar nicht geben dürfte und über solche, die nicht existieren, die es aber geben müsste (Dr. Thomas Arnold)

•  Die Colditzer Groschenprägung als Abgeltung einer Schuld an Margaretha von Österreich (Holger Mehner)

•  Ein undatierter Vierteltaler Johann Friedrichs secundus (Dr. Lothar Koppe)

•  Sachsen-Altenburger Kipper mit M (1621/1622) (Andreas Adler)

•  Herzog Ernst II. als Förderer des Friedensteinischen Münzkabinetts (Uta Wallenstein)

•  Kuxe der Ilmenauer Bergwerksgesellschaft (Dieter Heus)

•  Historische Finanzdokumente zu Südharzer Unternehmens- und Kapitalgeschichten (Harry Heck)

Jahrbuch 2004 (Heft 15)

Jahrbuch 2004 (Heft 15)

•  Worbis als Münzstätte (Paul Lauerwald)

•  Die bedeutsame Erwähnung einer Münzstätte zu „Ilmina“ in einer Hersfelder Urkunde aus dem Jahre 1273, 1. Teil (Dieter Heus)

•  Verschiedene Kurznachrichten zu Fragen der thüringischen Hohlpfennige: Erfurt, Langensalza, Kelbra (Dr. Thomas Arnold)

•  Maskierte Hohlpfennige – Vortrag, gehalten zum Jahrestreffen der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde e.V. am 03.10.2003 in Neustadt an der Orla (Dr. Thomas Arnold)

•  Ein unbekannter Groschen aus der Münzstätte Weimar (Holger Mehner)

•  Überlegungen zur Tätigkeit von Kippermünzstätten der Grafen von Schwarzburg-Sondershausen – die Prägungen von 1619–1622 (Matthias Grimm)

•  Sachsen-Hildburghausen – Kurzkatalog der Gepräge (Peter Kress)

•  Heinrich XIII. Reuß zu Greiz und seine Konventionstaler von 1812 (Dr. Jürgen W. Faul)

•  Wie eine Relique europäischer Geschichte Crawinkel bekannt werden ließ – Ergänzungen zu einer französischen Medaille (D.H.E. Vogel)

•  Historische Wertpapiere – ein Streifzug durch die Thüringer Wirtschaftsgeschichte unter exemplarischer Hervorhebung einzelner zentralen

Branchen und Firmen (Michael Zilvar)

Jahrbuch 2003 (Heft 14)

Jahrbuch 2003 (Heft 14)

•  Geleit (Heidrun Höhn)

•  Die Sächsisch-Ernestinischen Schreckenberger aus der Münzstätte Saalfeld (1552–1573) (Dr. Lothar Koppe / Gunter Walde)

•  Die mittelalterlichen Münzen von Coburg, Eisfeld u. Hildburghausen (Dieter Heus)

•  Grundlinien des thüringischen Hohlpfennigmünzwesens (Thomas Arnold)

•  Verschiedene Kurznachrichten zu Fragen der thüringischen Hohlpfennige (Thomas Arnold)

•  Hinweise einer möglichen Prägung Prager Groschen Johanns von Luxemburg (1311–1346) aus der Münzstätte Wolkenstein im sächsischen Erzgebirge (Prof. Dr. Jürgen Müller)

•  Die sächsischen Schaustücke von 1490 (Claus Keilitz)

•  Schwarzburger Taler aus Erfurta (Matthias Grimm)

•  Interessante sächsisch-thüringische Münzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert (Helmut Kahnt)

•  Ein falscher Meininger Spruch-Doppelgroschen 1715 (Peter Ilisch)

•  DIE ÆQUIVALENTE VON CLOSTER V EILSDORF und weiterer thüringischer Porzellanfabriken und Manufakturen 100 Jahre Fabrikgeld von 1759–1855 (Peter Kress)

•  Unedierte Not- bzw. Geldersatzmarken und Bankschecks aus Gräfenroda in Thüringen (Dieter Heus)

•  50 Jahre Münzen sammeln – Münzstätten- und Münzherrenforschung (Prof. Dr. Hilmar Sachse)

•  In Personalia: Herrn Prof. Dr. Günther Röblitz zur Vollendung des 80. Lebensjahres

Jahrbuch 2002 (Heft 13), Band 1 und 2

Jahrbuch 2002 (Heft 13)

Band 1:

•  20 Jahre „Thüringer Münz- und Geldgeschichte“ – „Thüringer Münz- und

Medaillenkunde“ (Heidrun Höhn)

•  Kleinmünzen der ernestinischen Herzöge aus der zweiten Hälfte des

16. Jahrhunderts (Dieter Heus)

•  Tabellen zur ernestinischen Münzprägung 1551–1573 (Lothar Koppe)

•  Hintergründe für das Aufkommen von Anlassprägungen – dargestellt am

Beispiel von Sachsen-Weimar (Prof. Dr. Günther Röblitz)

•  Verschiedene Kurznachrichten zu Fragen der thüringischen Hohlpfennige:

Nordhausen, Querfurt, Weißenfels, unbestimmte Münzstätte im Ostthüringer

Raum (Thomas Arnold)

•  Bemerkungen zu zwei Henneberger Prägungen aus dem 16. Jahrhundert

(Horst Nußmann)

•  Herzog Friedrich II. (1691–1732) von Sachsen-Gotha-Altenburg – Sammler

und Mäzen (Uta Wallenstein)

•  Heidecksburgmedaillen (Matthias Grimm)

 

Band 2:

•  Medaillen, Plaketten, Marken und Zeichen der Stadt Bad Langensalza, eine historische Darstellung aus der Sicht der Numismatik (Dietmar Zacher)

Jahrbuch 2011-2013 (Heft 12)

Jahrbuch 2001 (Heft 12)

•  In Memoriam Gerd Behr (Heidrun Höhn)

•  Der Übergang von der Brakteaten- zur Hohlpfennigprägung in Mühlhausen und die Datierung der Brakteatenfunde von Kachstedt und Taubach (Thomas Arnold)

•  Ein seltener thüringischer Hohlpfennig der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus Ilmenau? (Jürgen Müller)

•  Verschiedene Kurznachrichten über thüringische Hohlpfennige: Eisenach, Heiligenstadt, Kahla, Königsee, Nordhausen, Weißenfels

(Thomas Arnold, Theobald Seitz, Jochen Schäfer, Horst Konietzko)

•  Die Doppelschreckenberger Johann Friedrich des Älteren (Lothar Koppe)

•  Münzwesen und Münzen von Sachsen-Alt-Weimar 1572–1603 (Prof. Dr. Günther Röblitz)

•  Friedeburg – Münzstätte oder nur Münzzeichen Schwarzburg-Rudolstädter Kipperprägungen? (Matthias Grimm)

•  Sankt Martin als Münzmotiv (Dieter Heus)

•  250 Jahre Nickel – Die Geschichte eines Metalls auf Münzen und Medaillen (Dr. Eberhard Auer)

•  Die Medaillen der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (Ulf Dräger)

 

Jahrbuch 2000 (Heft 11)

Jahrbuch 2000 (Heft 11)

•  Münzen des Vogtlands in der Zeit der Pfennigwährung (Ewald Hausmann)

•  Bericht über ein seltenen Jenaer Stadthohlpfennig (Beischlag?) der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Jürgen Müller)

•  Die allegorische Darstellung auf den Beisetzungsmünzen für Albert von Sachsen-Eisenach 1645 (Günther Röblitz)

•  Kontermarkierte 2/3 Kuranttaler der gemeinschaftlich sächsischen Bergmünzstätte Ilmenau (Dieter Heus)

•  Die Groschen mit dem gekrönten, kursiven F von 1760 (Peter Kress)

•  Angeblich aus Schwarzagold geprägt (Matthias Grimm)

 

Jahrbuch 1999 (Heft 10)

Jahrbuch 1999 (Heft 10)

•  Hohlpfennige der Münzstätte Naumburg (Thomas Arnold)

•  Ein unedierter Hohlpfennig von Weißenfels (Thomas Arnold)

•  Ein unedierter Hohlpfennig von Erfurt aus der Zeit von 1335–1350 (Thomas Arnold / Gerd Behr)

•  Die in Franken umgelaufenen Hohlpfennige aus dem letzten Drittel des 14. Jahrhunderts (Dieter Heus)

•  Die Vierteltaler von Sachsen-Alt-Weimar 1574 bis 1602 (Günther Röblitz)

•  Wertbezeichnungen auf thüringer Münzen (Lothar Koppe)

•  Die Huldigungsmedaillen der Stadt Langensalza für die Herzöge von Sachsen-Weißenfels (Dietmar Zacher)

•  Die tragisch kurze Ehe eines coburgischen Prinzen mit der Thronerbin von England (D.H.E. Vogel)

•  Heidrun Höhn zum 50. Geburtstag (Lothar Koppe)

Jahrbuch 1998 (Heft 9)

Jahrbuch 1998 (Heft 9)

•  Ein Fund Weidaer Brakteaten (Ewald Hausmann)

•  Die Nordhäuser Königskopf-Hohlpfennige um 1350 (Thomas Arnold)

•  Heiligenstädter Radpfennige aus der Mitte des 15. Jahrhunderts (Thomas Arnold)

•  Die Vierteltaler von Sachsen-Alt-Weimar 1574 bis 1602 (Günther Röblitz)

•  Der Niederschlag des Vorrangstreites zwischen Sachsen-Altenburg und Sachsen-Weimar auf den Münzen der beiden Herzogtümer 1612/13 (Günther Röblitz)

•  Das Wappen der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg auf Münzen – eine Betrachtung aus heraldischer und landeskundlicher Sicht (Matthias Grimm)

•  Peter Nikolaus Schulten: Die Münzen der Grafschaft Hohnstein (Thomas Arnold)

•  Lebensdaten und Verzeichnis des Schrifttums zur Numismatik (Prof. Dr. Günther Röblitz zur Vollendung des 75. Lebensjahres)

•  Zum 200. Geburtstag von Johann Jakob Leitzmann (24.09.1798 – 23.10.1877) (Helmut Steinecke)

•  Eine Schule der Medailleure an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Zur Erinnerung an den Leipziger Bildhauer und Medailleur Adolf Lehnert anläßlich seines 50. Todestages am 6. Januar 1998 (Hartmut Coch)

 

Jahrbuch 1997 (Heft 8)

 

Jahrbuch 1997 (Heft 8)

•  Die Reichsmünzstätte Altenburg zur Zeit Friedrichs I. (Klaus-Peter Brozatus)

•  Neumark, eine Münzstätte während der Periode des regionalen Pfennig? (Uwe Risch)

•  Ein Hohlpfennig der Münzstätte Kahla (Thomas Arnold)

•  Die Hohlpfennigprägung von Erfurt von ca. 1335 bis 1350 (Thomas Arnold)

•  Die Groschengegenstempelung der Stadt Mühlhausen (Thomas Arnold)

•  Wie echt sind Prägedaten auf Erfurter Münzen? (Gerd Behr)

•  Münzmeister in Weimars zweiter Prägeperiode 1619 bis 1691 (Hubert Erzmann)

•  Der numismatische Inhalt des Turmknopfes der Kirche von Großrudestedt /Thüringen (Gerd Behr)

•  Die alchemistischen Medaillen Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg von 1685 und 1687 (Eberhard Auer)

•  Eine nicht alltägliche Medaille (Dieter Heus)

Jahrbuch 1995/96 (Heft 7)

Jahrbuch 1995/96 (Heft 7)

•  Thüringen und die Währungsgeographie (Dr. Torsten Fried)

•  Die Anfänge der Brakteatenprägung in Thüringen und ihre Entwicklung bis etwa 1150 (Walter Kühn)

•  Die Nordhäuser Hohlpfennigprägung zwischen 1336 und etwa 1350 (Thomas Arnold)

•  Die meißnisch-sächsischen und hessischen Schildgroschen von 1405 bis 1431 sowie ein uneditierter Beischlag (Günther Röblitz)

•  Die hennebergische Münzprägung zwischen 1516 und 1540 (Dieter Heus)

•  Die Feldklippen von 1547 des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrichs I. (Heinz Kernbach)

•  Die Münzprägung der Ernestiner nach 1547 durch Johann Friedrich und seine Söhne (L. Koppe)

•  Johann Friedrich Bachoven von Echt 1643 geboren in Gotha (Dietrich H. E. Vogel)

Jahrbuch 1994 (Heft 6)

Jahrbuch 1994 (Heft 6)

•  Die Hennebergische Münzprägung zwischen 1480 und 1516 (Dieter Heus)

•  Der Schmalkaldische Krieg 1546 bis 1547 und die erste Talerprägung von Erfurt 1548 (Günther Röblitz)

•  Die erste Talerprägung der Stadt Erfurt (Gerd Behr)

•  Die Medaillen Napoleons I. auf die Schlacht bei Jena (Werner Grosse)

•  Eine Medaille auf die Besetzung Altenburgs im Jahre 1848 (Lothar Koppe)

•  Die Blüte des Saalfelder Silberbergbaues (1540-1635). Grundlage der dortigen ernestinischen Münzen (Heinz Pfeiffer)

•  Der Historiker und Numismatiker Christian Schlegel (Kurt Langbein)

•  Bibliographie Numismatik – Thüringen Teil 5 (Helmut Steinecke)

Jahrbuch 1989 (Heft 5)

Jahrbuch 1989 · Numismatische Hefte 45 (Heft 5)

•  Zur Frage der lobdeburgischen Münzstätten Schleiz und Roda nach 1230 (Wolfgang Steguweit)

•  Die Nordhäuser Hohlpfennigemission von 1382 (Thomas Arnold)

•  Fränkische Münzfunde, ein Überblick über Umlauf und Einfluss des fremden Geldes zwischen 1495 bis 1566 (Dieter Heus)

•  Zur Geschichte des Vierteltalers unter besonderer Berücksichtigung der Prägung des Thüringer Raumes (Lothar Koppe)

•  Zur Geschichte der Münzstätte Weimar im 17. Jahrhundert (1619-1690) (Hubert Erzmann)

•  Zu den Dukatenprägungen der Münzstätte Erfurt für Gustav II. Adolf von Schweden (Gerd Behr)

•  Bibliographie Numismatik - Thüringen 4 (Helmut Steinecke)

Jahrbuch 1988 (Heft 4)

Jahrbuch 1988 · Numismatische Hefte 43 (Heft 4)

•  Heiligenstädter Groschenprägung des Mainzer Erzbischofs Dietrich I. in ihrem Bezug zur sächsischen und hessischen Geldproduktion (Günther Röblitz)

•  Die Münz- und Geldgeschichte der Grafschaft Henneberg-Schleusingen von (1480) 1495 bis 1569 (Dieter Heus)

•  Zur Problematik der Feingehaltsbestimmung von Münzen (Dieter Heus)

•  Gabriel Andrae, ein Weimarer Münzmeister zur Kipperzeit (Hubert Erzmann)

•  Zwei Medaillen mit dem Portrait von Friedrich Josias – einem österreichischen Feldmarschall von Sachsen-Coburg-Saalfeld (Fritz Schittko)

•  Ergänzung zu den Erfurter Talerprägungen unter Gustav II. Adolf von Schweden (Gerd Behr)

•  Literaturübersicht zur Münz- und Geldgeschichte sowie Medaillenkunde und Geschichte der Numismatik Thüringens (Wolfgang Steguweit)

Jahrbuch 1987 (Heft 3)

Jahrbuch 1987 · Numismatische Hefte 33 (Heft 3)

•  Zum 5jährigen Bestehen des Arbeitskreises (Heidrun Höhn)

•  Der Übergang von der Brakteaten- zur Hohlpfennigprägung in Nordhausen (Thomas Arnold)

•  Die im 14. Jahrhundert auf dem Gebiet der Grafschaft Schwarzburg tätigen Münzstätten und die Hohlpfennige mit dem Namen der Dynastie in der Umschrift – ein Beitrag zur Münzgeschichte Thüringens (Günther Röblitz)

•  Legendenvariante – Prägefehler – Fälschung

•  Ein Beitrag zur stempelkritischen Analyse Meißner Groschen (Wolfgang Steguweit)

•  Unterschiedliche Deutungen eines Münzzeichens auf Erfurter Gerpägen des Jahres 1468 und Folgerungen daraus (Günther Röblitz)

•  Die Kipper-Zwölfkreuzer-Prägungen des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel aus der Grafschaft Hohnstein (Paul Lauerwald)

•  Neue Erkenntnisse bei der Zuordnung von Münzprägungen in Deutschland durch Gustav II. Adolf von Schweden zur Münzstätte Erfurt (Gerd Behr / Jürgen Ulonska)

•  Zum historischen Umfeld des Groschenfundes von Nordhausen-Salza (Paul Lauerwald)

•  Nordhausen (1985) und Tautenburg (1986) – zwei neue Schatzfunde in Thüringen. Eine Annotation (Wolfgang Steguweit)

•  Bibliographie Numismatik – Thüringen 3 (Helmut Steinecke)

•  W. Steguweit, Geschichte der Münzstätte Gothavom 12, bis zum 19. Jahrhundert, Hermann Bohlaus Nachf. Weimar 1987, 263 S. u. 494 Abb. (Paul Arnold)

•  Literaturübersicht zur Münz- und Geldgeschichte sowie Medaillenkunde und Geschichte der Numismatik Thüringens (Wolfgang Steguweit)

Jahrbuch 1986 (Heft 2)

Jahrbuch 1986 · Numismatische Hefte 30 (Heft 2)

•  Die ersten Schwarzburger Groschenprägung der Münzstätte Königsee in herrschaftlicher sowie geld- und münzgeschichtlicher Sicht (Wolfgang Steguweit)

•  Die Kippermünzstätte Schleusingen (Dieter Heus)

•  Die Goldprägungen Sachsen-Saalfelds und Sachsen-Coburgs (Fritz Schittko)

•  Fund Leubingen – ein kleiner Münzfund (Helmut Steinecke)

•  Die Regesten des Staatsarchivs Weimar zur thüringischen Münzgeschichte (Hubert Erzmann)

•  Bibliographie Numismatik – Thüringen 2 (Helmut Steinecke)

•  Literaturübersicht zur Münz- und Geldgeschichte Thüringens 1985 •  Nachträge 1983/84 (Wolfgang Steguweit)

•  Rezensionen zu Leitzmann, Wegweiser auf dem Gebiet der deutschen Münzkunde (Helmut Steinecke)

Jahrbuch 1985 (Heft 1)

Jahrbuch 1985 (Heft 1)

•  Zum Umbruch des Geld- und Münzwesens in Thüringen während des 12. Jahrhunderts (Günther Röblitz)

•  Brakteaten der Übergangszeit zur Hohlpfennigprägung in Thüringen (Thomas Arnold)

•  Versuch der Zuweisung Henneberger Pfennige aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (Dieter Heus)

•  Begründung, Aufbau und Inhalt einer Geld- und Münzgeschichte der Groschenzeit in Thüringen (Günther Röblitz)

•  Der Münzfund von Pferdlingsleben bei Gotha (Gerd Behr)

•  Ein Familienetat aus dem Jahre 1790 (Karl Eichhorn)

•  Bibliographie Leitzmann, Numismatische Zeitschrift (Helmut Steinecke)

•  Neuerscheinungen 1983/84 zur Münz- und Geldgeschichte Thüringens (Wolfgang Steguweit)

•  Rezensionen zu Günther Röblitz, Die Brakteaten der Herren von Lobdeburg, Berlin 1984 (Wolfgang Steguweit)

 

Münzsammlertreffen 2017

Tagungsbericht 14. Deutsches und 25. Mitteldeutsches Münzsammlertreffen vom 28. - 30. April 2017 in Erfurt

Das 14. Deutsche und 25. Mitteldeutsche Münzsammlertreffen führte

vom 28. bis 30. April 2017 mehr als 160 Tagungsteilnehmer aus allen Teilen Deutschlands in der Thüringer Landeshauptstadt nicht nur zur wichtigsten Jahresveranstaltung der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, sondern auch zum numismatischen Höhepunkt des Reformationsjahres 2017 in Erfurt zusammen. Eingeladen hatte die Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde e.V. mit Sitz in Neustadt an der Orla. Allein schon diese Konstellation ohne eine numismatische Institution vor Ort, selbst das Stadtmuseum war geschlossen, war für das in verschiedenen Orten in Thüringen und Sachsen tätige Vorstandsgremium der Gesellschaft von Anfang an eine Herausforderung, wobei aber das Thema „Eine Reise in die Zeit der Reformation in Thüringen“ günstige Gestaltungsmöglichkeiten bot.

Für die Eröffnung der Tagung konnte der historische Rathaussaal der Stadt Erfurt gebucht werden. Viele Teilnehmer nutzten vorab den angebotenen Stadtrundgang „auf Luthers Spuren“ bzw. eine Stadtrundfahrt mit Straßenbahn. Am späten Nachmittag begrüßte die Vorsitzende der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde Christina Höhn etwa 150 Teilnehmer in der „guten Stube Erfurts“ mit einem monumentalen Wandbildzyklus zu geschichtlichen Episoden der Stadt. Die Schirmherren des Sammlertreffens, Andreas Bausewein, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt, und Uwe Höhn, Vizepräsident des Thüringer Landtages, überbrachten persönlich ihre Grußworte. Während Oberbürgermeister Bausewein an Luthers Zeit in Erfurt, das als Wiege der Reformation gilt, erinnerte und prägnant die erfolgreiche Entwicklung seiner Stadt darstellte, würdigte Vizelandtagspräsident Höhn insbesondere die Synergie zwischen Sammlerschaft, Wissenschaft und Münzhandel in der Numismatik für die Geschichtsforschung und die Bewahrung unseres kulturellen Erbes. Anschließend eröffnete die Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, Frau Dr. Barbara Simon, das 14. Deutsche und 25. Mitteldeutsche Münzsammlertreffen. Zu diesem besonderen Jubiläum umriss Dr. Rudolf Reimann, Präsident der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft, die Erfolgsgeschichte der Mitteldeutschen Sammlertreffen, die seit nunmehr 25 Jahren in stetiger Folge in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ausgerichtet werden. Für alle Mitteldeutschen Münzsammlertreffen hat Peter-Götz Güttler anlassbezogene Medaillen geschaffen, die am Vortragstag in einer kleinen Exposition besichtigt werden konnten.

Anschließend nahm Frau Dr. Simon die Verleihung des Eligiuspreises 2017 an Dr. Ulrich Klein aus Stuttgart vor. Die Laudatio hielt Albert Raff, Vorsitzender der Eligiuspreis-Jury und langjähriger Vereinskollege des Preisträgers, vgl. dazu NNB 6/2017, S. 231f. In seinem Vortrag über einen Turnosenfund aus dem Bergischen Land nahm Dr. Klein einen numismatischen Bezug auf den 1998 bei Bauarbeiten in Erfurt entdeckten Jüdischen Schatz, der unter anderem 3141 Turnosen enthielt. Die französischen Turnosen fanden als guthaltige hochmittelalterliche Silbermünzen viele Nachahmungen in Deutschland und sind Vorläufer der Prager und Meißner Groschen. Der von Preisträger vorgestellte Münzfund umfasste 54 derartige Münzen mit enormer Typenvielfalt. Danach wurde zu einem Thüringer Grillabend im Hotel am Kaisersaal eingeladen, den die Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn sponserte.

Am Sonnabend fand das Vortragsprogramm im Großen Festsaal des „Collegium Maius“, dem Hauptgebäude der Alten Erfurter Universität, die von 1392 bis 1816 bestand, statt. Martin Luther absolvierte hier von 1501 bis 1505 sein akademisches Grundstudium der sieben freien Künste, das er im Januar 1505 als Magister abschloss. Die Tagungsteilnehmer erlebten mit neun Vorträgen einen numismatischen Studientag auf historischem Boden.

Frank-Joachim Stewing, aktuell mit der Bearbeitung der mittelalterlichen Handschriften des Bistums Erfurt befasst, versetzte die Zuhörer mit seinem Beitrag „Lucerna aliorum oppidorum circumvicinorum“ in die vorreformatorische Zeit der Stadt. Durch die günstige Lage an der Via Regia prosperierten hier Handel und Handwerk. Mit etwa 20.000 Einwohnern war Erfurt damals eine der größten deutschen Städte sowie geistiges und Bildungszentrum mit überregionaler Bedeutung.

Dr. Rainer Opitz, Sammler, Mäzen und Herausgeber des Korpus „Reformatio in Nummis“ erläuterte im anschließenden Vortrag Wappen, Symbole und Embleme auf Münzen und Medaillen der Reformationsgeschichte. Die Protagonisten sowie wichtige Aussagen der reformatorischen Lehre wie „Verbum Domini manet in aeternum“ wurden so publik. Aus den Reihen der Gesellschaft sprach Matthias Grimm. Da Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521 vor dem Kaiser und den Reichsfürsten seine Lehre nicht widerrufen hatte, ließ ihn Friedrich der Weise auf der Wartburg verbergen. Aus dem Theologen Martin Luther wurde „Junker Jörg“. Eine Bilddarstellung von Lukas Cranach d. Ä. in der Malerei fand schnell in der Grafik Verbreitung. Die erste Aufnahme in das Medaillenrund erfolgte 1967.

Nach der Kaffeepause referierte Uta Wallenstein zur Thematik „Verdammnis und Erlösung“ - Medaillen als Propagandamedium der Reformation im Kontext bildkünstlerischen Schaffens. Die Mcdailleure der Renaissance nutzten gezielt Gemälde und Holzschnitte als Vorlagen für Medaillenbilder.

Die Reformation hatte allen theologischen und militärischen Auseinandersetzungen widerstanden. Zur zweiten Säkularfeier 1717 gaben die Herzöge der sechs damals blühenden sächsisch-ernestinischen Linien zum Reformationsgedenken verschiedene vom barocken Repräsentationsverständnis geprägte Münzen und Medaillen heraus, die Dr. Wolfgang Steguweit vorstellte.

Nach der Mittagspause sprach Ulf Dräger zum Thema „Das Ringen um das richtige Sinnbild. Der Blick von Goethe und Schinkel auf die Reformationsmedaillen 1817“. Das Zeitalter der Aufklärung und die Herausforderungen durch den Krieg gegen Napoleon ließen in Glaubensfragen die theologischen Differenzen zwischen der lutherisch-protestantischen und der calvinistisch-protestantischen Konfession vor den Gemeinsamkeiten in den Hintergrund treten und führten u. a. in Preußen zur Kirchenunion.

Dr. Hans-Jürgen Ulonska behandelte ausgewählte Interimsprägungen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in Deutschland. Nach seiner 1630 erfolgten Landung forderte er für seine Kriegsdienste von der protestantischen Union Geldzahlungen, die ab 1631 in Gold und Silber geleistet und zumeist in Reichsmünzstätten hergestellt wurden. Der Referent konnte früher Erfurt zugeordnete schwedische Siegestaler von 1632 nach Archivstudien eindeutig Hildesheim zuweisen und nach Vorlage eines bisher nur aus der Literatur bekannten Dukaten von 1632 sowie weiterer 1633 entstandener Stücke deren Prägung in Straßburg bestätigen.

Den Bogen der Reformation spannte Dr. Matthias Ohm unter der Überschrift „1617-1730-2006. Südwestdeutsche Münzen und Medaillen auf Reformationsjubiläen“ von Thüringen nach Württemberg. Bemerkenswert war die Vorstellung einer handschriftlichen Überlieferung, dem Zeytregister des Ulmer Schuhmachers Hans Heberle, worin jener festhielt, dass sein Landesherr anlässlich der Hundertjahrfeier der Reformation ein Jubelfest anordnete und dazu allen Kindern zur Erinnerung einen guten halben Batzen schenkte.

Das Vortragsprogramm wurde von Dr. Manfred Mehl mit einem münzgeschichtlichen Beitrag über „Erfurter Martinspfennige und deren Nachahmungen“ abgeschlossen. Der heilige Martin ist als Stiftsheiliger des Erzbistums Mainz auch Schutzpatron von Erfurt und fand bei der Geldausgabe der Erzbischöfe im 13. und 14. Jahrhundert Aufnahme in das Münzbild. Hohlpfennige mit dem Schutzheiligen galten als guthaltig und wurden deshalb von umliegenden Münzständen nachgeahmt und in Umlauf gebracht.

Der informative Vortragstag klang bei angenehmen Gesprächen im „Luther-Keller“ am Abend aus. Der Vortrag des Eligiuspreisträgers sowie die Vorträge der Referenten sollen 2018 als Tagungsband in der Jahrbuchreihe der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde erscheinen.

Das Sonntagsprogramm umfasste zunächst die Besichtigung einer Ausstellung über Luther und die Reformation in Erfurt, die im Angermuseum präsentiert wurde, sowie anschließend eine Führung durch die Alte Synagoge mit dem einzigartigen Jüdischen Schatz, der 1349 im Zuge des Judenpogroms vergraben wurde, ein Gewicht von fast 30 Kilogramm Silber aufweist und dessen Wert einer Jahressteuer der Jüdischen Gemeinde an den Erzbischof als Landesherrn entsprach.

Matthias Grimm

Programm 14. Deutsches und 25. Mitteldeutsches Münzsammlertreffen vom 28. - 30. April 2017 in Erfurt

14. Deutsches und 25. Mitteldeutsches Münzsammlertreffen vom 28. - 30. April 2017 in Erfurt

 

Die Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde e.V. lädt Sie zu einer Reise in die Zeit der Reformation nach Thüringen ein.

 

Freitag, 28. April 2017

ab 11.00 Uhr Anmeldung im Hotel am Kaisersaal 14.30-16.30 Uhr

Stadtführung „Martin Luther in Erfurt" oder Stadtrundfahrt mit der historischen Straßenbahn

ab 17.30 Uhr

Begrüßung im Rathaussaal der Stadt Erfurt, Fischmarkt 1 Uwe Höhn, Grußwort des Vizepräsidenten des Thüringer Landtages Andreas Bausewein, Grußwort des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Erfurt

Dr. Barbara Simon, Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft e.V. Eröffnung des 14. Deutschen und 25. Mitteldeutschen Münzsammlertreffens

Dr. Rudolph Reimann: "25 Jahre Mitteldeutsche Münzsammlertreffen - Eine Erfolgsgeschichte"

Verleihung des Eligiuspreises an Dr. Ulrich Klein, Stuttgart, Laudator Albert Raff

Vortrag des Preisträgers Dr. Ulrich Klein: Ein Tournosenfund aus dem Bergischen Land

ab 19.30 Uhr

Thüringer Grillabend im Hotel am Kaisersaal, eingeladen von der Firma Leipziger Münzhand-lung und Auktion Heidrun Höhn

 

Samstag, 29. April 2017

„Collegium maius”, Hauptgebäude der Alten Uni-versität Erfurt, heute Landeskirchenamt in der Michaelisstraße 39

8.00-9.00 Uhr Anmeldung im Collegium maius ab 9.00 Uhr

Begrüßung durch Christina Höhn, Vorsitzende der Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medail-lenkunde e. V.

Hardy Eidam, Erfurt: Stadtgeschichte und Reformation

Dr. Rainer Opitz, Potsdam: Symbole und Embleme aus der frühen Reformationszeit auf Münzen und Medaillen

Matthias Grimm, Dresden: Martin Luther als Junker Jörg auf der Wartburg

10.45 Uhr Kaffeepause ab 11.15 Uhr

Uta Wallenstein, Gotha: "Verdammnis und Erlösung" - Medaillen als Propagandamedium der Reformation im Kontext bildkünstlerischen Schaffens

Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha: Das Reformationsjubiläum 1717 auf Münzen und Medaillen der Ernestiner

12.30-14.00 Uhr Mittagessen in Form eines Imbiss ab 14.00 Uhr

Ulf Dräger, Halle /Sa.: Das Ringen um das richtige Sinnbild. Der Blick von Johann Wolfgang von Goethe und Karl Friedrich Schinkel auf die Reformationsmedaillen zum Jahrhundertjubiläum 1817

Dr. Hans-Jürgen Ulonska, Erfurt: Gustav II. Adolph im Spiegel von Münzen und Medaillen

15.30-16.00 Uhr Kaffeepause ab 16.00 Uhr

Dr. Matthias Ohm, Stuttgart: 1617 - 1730 - 2006. Südwestdeutsche Münzen und Medaillen auf Reformationsjubiläen

Dr. Manfred Mehl, Hamburg: Die Erfurter Martinspfennige und Ihre Nachahmungen

 

18.30 Uhr Abendessen im „Luther-Keller", im Kaisersaal Erfurt, Futterstraße 15/16 (auf eigene Rechnung)

 

Damenprogramm für Samstag, 29. April 2017 10.00-11.45 Uhr Kombinierte Führung Dom & St. Severi Kirche

 

Sonntag, 30. April 2017

10.00 Uhr

Führung durch die Ausstellung "Tolle Jahre. An der Schwelle der Reformation" im Stadtmuseum "Haus zum Stockfisch" (Johannesstraße 169) mit der Kuratorin Frau Noll

oder/und

Führung durch die Ausstellung "Erfurter Schatz" in der Alten Synagoge (Waagegasse 8) mit Herrn Schlapke

13.00 Uhr

Jahreshauptversammlung der Deutschen Numismatischen Gesellschaft e.V. (für Vereinsvorsitzende) Tagungsraum im Mercure Hotel Erfurt Altstadt

 

Die Tagungsgebühren betragen einschließlich Getränke und Imbiss für das Gesamtprogramm 35,-€, für das Vortragsprogramm am Samstag, dem 28. April 2017 25,-€ pro Person. Herausgabe einer Tagungsmedaille von dem Medailleur Peter Götz Güttler und von Helmut König. Bestellungen werden bis zum 31. März 2017 erbeten. Tagungsmedaille von Peter Götz Güttler 14. Deutsches und 25. Mitteldeutsches Münzsammlertreffen in Erfurt  80,- €. Die Ausgabe einer Medaille auf 25 Jahre Mitteldeutsche Münzsammlertreffen (P.-G. Güttler) sowie einer Prägemedaille für das Sammlertreffen (H. König) ist vorgesehen.

 

Anmeldung bis zum 15. März 2017 an: Christina Höhn, Nikolaistraße 25, 04109 Leipzig, oder per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Überweisung der Tagungsgebühren bitte an:

Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde e.V. Kreissparkasse Saale-Orla IBAN: DE32 8305 0505 0000 0811 75 BIC: HELADEF1SOK Kennwort 25. MMT Name des Einzahlers und Personenanzahl

Übernachtung

Bitte selbst buchen unter dem Abrufkontingent „ MMT - Mitteldeutsches Münzsammlertreffen":

  1. Tagungshotel: Hotel am Kaisersaal EZ 129,- € / DZ 149,- € (Preise inkl. Frühstück) Futterstraße 8, 99084 Erfurt Telefon: 0361 / 658560
  2. Hotel Mercure Altstadt EZ: 120,- € / DZ 142,-€ (Preise inkl. Frühstück) Meienbergstraße 26-27, 99084 Erfurt Telefon: 0361 / 59490
  3. Hotel Zumnorde (im Anger) EZ: 105,- € / DZ 135,- (Preise inkl. Frühstück) Weitergasse 26, 99084 Erfurt Telefon: 0361 / 56800

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!  

Gesellschaft für Thüringer Münz- und Medaillenkunde e.V.