Verein

Vorsitzender:
vakant

2. Vorsitzender:
Bodo Heyne
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Schriftführer:
Mathias Lindemann

12157 Berlin
Poschinger Str. 22
Tel. 8559511

Sitzungen:
Sitzungen im Rathaus Charlottenburg, Sitzungssaal 1, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin (U-Bhf. Richard-Wagner-Platz, U7, Bus 145) am 2. Montag im Monat, ab 17 Uhr Tausch, ab 19 Uhr Arbeitssitzung und Vortrag.

Termine

8. Januar 2018

12. Februar 2018

12. März 2018

9. April 2018

14. Mai 2018

11. Juni 2018

9. Juli 2018

13. August 2018

10. September 2018

8. Oktober 2018

12. November 2018

10. Dezember 2018

Berichte

Rückblick

 

"Das Geld in deutschen Einfluss- und Besatzungsgebieten 1933-45"

November 2017: Es gab einen Vortrag mit Vorlagen zum Thema „Das Geld in deutschen Einfluss- und Besatzungsgebieten 1933-45“. Gegenstand waren Banknoten und ggf. Münzen der Reichsbank, der Rentenbank, der Konversionskasse, der Reichskreditkasse, der Wehrmacht und der Lager für Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Bauarbeiter der Organisation Todd (OT). Schwerpunkt waren die Ausgaben der Reichskreditkasse (RKK) als Zahlungsmittel der besetzten Gebiete (Besatzungsgeld für Militär und Zivilbevölkerung). Dargestellt wurden auch die Geldmittel der Kriegszeit 1939-45 (Landeswährungen und RKK) in den Besatzungsgebieten. Den Abschluss bildeten Hinweise auf Ausgaben von Exilregierungen (z.B. „Freies Frankreich“), Fälschungen und Fantasie-Prägungen.

"Vorlage von zwei Medaillen in Form eines Paravents"

Oktober 2017: Vorlage von zwei Medaillen in Form eines Paravents, die erste zeigt ein auflaufendes Segelschiff an der Küste Japans (3-geteilt, beweglich), auf der Rs. sind verschiedene Aufschriften zum 25. Jubiläum der Firma Toyota in Portugal, zu 450 Jahre zum ersten Kontakt zwischen Japan und Europa sowie zum Zweihunderttausendsten verkaufte Toyota Hiace. Die zweite Medaille ist ebenfalls in Form eines Paravent gestaltet, aber nicht beweglich; Vs. rechts ein Segelschiff und links die sinngemäße Aufschrift „Die Ankunft in Japan 1543", Rs. Darstellung von Portugiesen in der alten Tracht, rechts daneben japanische Schriftzeichen und die Jahreszahlen 1543 1993. Beide Stücke in Bronze Dazu wurden noch einige 200-Escudo-Münzen von 1993 zeigen, die die Landung des Schiffes vor 450 Jahren in Tanegashima im Süden Japans thematisieren.

"Vorlage Portugiesische Königsmedaillen"

August 2017: Wir hatten 6 portugiesische Königsmedaillen zur Vorlage von folgenden Herrschern 1. König Ferdinand I. der Höfliche, er regierte 13671382, 2. König Dionysos der Ackerbauer, er regierte 1277-1325, 3. König Johann V. der Großherzige, er regierte 1706-1750, 4. König Pedro II. der Friedliche, er regierte schon seit 1667, später unter der Regentschaft seiner Schwester Catarina von Braganza wegen seiner Erkrankung, 5. König Johann IV. der Restaurator, er regierte 1640-1656, 6. König Alfonso VI. der Siegreiche, er regierte bis 1662 unter der Regentschaft seiner Mutter, Luiza von Guzman, auch bis nach der Volljährigkeit des Königs. Alle Porträtmedaillen aus Bronze, dazu gab es einen kleinen Vortrag.

"Die Insel Mallorca, Geschichte und Numismatik"

Juli-Sitzung: Zum Anfang konnten wir 14 portugiesische Schiffsmedaillen bewundern, die uns zur Ansicht vorlagen. Herr Heyne hielt einen Vortrag über die Urlaubsinsel Mallorca mit einem zeitlichen Rückblick und Überblick zu den numismatisch interessanten Teilen, ab der arabischen Besetzung nach 903. Mit der Abbildung des Templer-Hauses in Palma sowie von verschiedenen Münzen. Den Schluss bildeten Münzen zu 5 Peseten Ag 1823 Palma de Mallorca sowie 30 Sueldos 1808 Ag unter Ferdinand VII. 1808-1833.

B. Heyne

"Neuprägungen, Fälschungen"

Unser Juni-Treffen (2017) ist mit einem Handicap gestartet, denn unser Vereinsraum war anderweitig vergeben worden und so verlegten wir unser Treffen ins Rathausrestaurant. Unser Vortrag fiel deswegen aus und wird nachgeholt, Thema: Die Insel Mallorca, Geschichte und Numismatik. Dadurch kam es zu interessanten Diskussionen zu dem Thema Neuprägungen, Fälschungen sowie einige Informationen dazu. Ich möchte darauf hinweisen das unter der Webseite www.delcampe.de/Münzen/Replika massenweise Nachprägungen aller Art angeboten werden. Auch 2-Eurostücke für 150 Euro das Stück.

"Spionagemünzen und Agentenmünzen"

Unser Mitglied Bodo Heyne hielt im unserer Sitzung im Februar 2017 einen Kurzvortrag über Spionagemünzen und Agentenmünzen und legte diese auch vor. Früher und auch jetzt werden diese zu Spionage- und zu Sabotagezwecken eingesetzt. Insbesondere im 1. Weltkrieg fanden solche Münzen Einsatz. Die französische Widerstandsbewegung benutzte auch im 2. Weltkrieg diese Münzen. Meist hatten die Agenten eine klappbare Münze in der „Restance“. Der Rand war aufgeschnitten, das Innere war ausgehöhlt. Im Inneren waren dann Botschaften oder Mikrofilme eingelegt und wurden so transportiert. der Vortrag stieß auf großes Interesse. Eine Lesehinweis dazu: Frank Vorster: Abwehr englischer Gangstermethoden (Kindle Edition). WH.

"Lehr-, Zucht- & Versuchsanstalt für Heeresbrieftauben"

Am 10. Oktober 2016 hielt Lutz Fahron einen Vortrag über die in Berlin-Spandau 1899-1945 ansässige „Lehr-, Zucht- & Versuchsanstalt für Heeresbrieftauben“. Für die Auszeichnung der Leistungen in der Zucht und dem Einsatz der Militär-Brieftauben gab es im Deutschen Kaiserreich eine Anzahl von Medaillen und ein Ehrenkreuz, die vorgestellt wurden. Anlass zu diesem Vortrag war die diesjährige Herbstexkursion des Numismatischen Arbeitskreises Brandenburg/Preußen, die im 1906 erbauten Taubenmeister-Wohnhaus, heute liebevoll umgebaut zu einem Restaurant und Hotel, stattfand.

Nach dem verstärkten Einsatz von Brieftauben durch die französische Armee im belagerten Paris 1870 begann sich auch das deutsche Heer für dieses Kommunikationsmittel zu interessieren. 1883 gründete die Heeresleitung in Köln den Verband Deutscher Brieftaubenliebhaber und richtete in der Folge eigene Zucht- und Ausbildungsstationen ein. Eine der größten Abteilungen wurde in Berlin-Spandau errichtet (und 1958 fast komplett abgerissen). Über den gesamten Zeitraum überbrachten etwa 25.000 Brieftauben Nachrichten von der Front an die Kommandozentralen. Im 1 Weltkrieg vor allem im Einsatz bei den schweren Stellungskämpfen in Frankreich und am Beginn des 2. Weltkrieges erfolgte der Brieftaubeneinsatz vorranging beim Westfeldzug. Seit 1883 wurden 268 Gold-, 4.345 Silber- und 11.248 Kupfer/Bronzemedaillen ausgegeben. Dazu kamen kriegsbedingt noch 2.101 Medaillen aus Eisen, deren letzte Bestellung bei der Berliner Münze im August 1918 erfolgte. Auf der Vorderseite sieht man eine aufsteigende Taube über einer Festungsanlage mit Zweckinschrift und auf der Rückseite den Kopf von Wilhelm I. bzw. Wilhelm II. In den Jahren 1895-1909 gab es diese ähnlich gestaltete Medaille auch „Für Verdienste im Marine-Brieftaubenwesen“ mit insgesamt 1.930 Stück in Gold, Silber und Bronze. Elke Bannicke hat alle diese Ausgaben in den „Beiträgen zur Brandenburgisch/preußischen Numismatik“, Numismatisches Heft Nr.4, 1997, akribisch katalogisiert. Hier wird auch die im Namen des Kaisers 1918-1921 (!) in 549 Exemplaren ausgegebene tragbare Medaille (aufgrund der Form als „Kreuz“ bezeichnet) am blauen Band für Verdienste um das Militär-Brieftaubenwesen beschrieben. Auch die Alliierten setzten in beiden Weltkriegen Brieftauben ein und 1943 wurde in Großbritannien die Dickin Medal (nach Maria Dickin) als höchste britische Auszeichnung für Tiere, die sich im Kriegseinsatz verdient gemacht haben, gestiftet. So bekam 1944 die Taube „G.1.-Joe“ diese Medaille für die Überbringung einer wichtigen Nachricht, die nachweislich mindestens 1.000 Soldatenleben rettete. Zum Abschluss sei bemerkt, dass die schweizerische Armee ihr Brieftaubenkorps erst 1995 auflöste. In ihren Dienstvorschriften war nachzulesen, dass es sich bei Brieftauben um „selbstreproduzierende Kleinflugkörper auf biologischer Basis mit festprogrammierter automatischer Rückkehr aus allen beliebigen Richtungen und Distanzen“ handelt.

"Kursächsische Halbtaler"

September-Sitzung 2016: U. Pilz hielt einen Vortrag über kursächsische Halbtaler mit Ergänzung der Vierteltaler und Taler unter Bezug auf seinen Artikel in Münzen und Sammeln, Heft 7-8, 2016, S. 76. Unter dem Titel „Interessante kursächsische Halbtaler von "Vater August". Zahlreiche Stücke konnte er vorlegen und erklären, da es mehrere Varianten gibt. Diese wurden in den Münzstätten Annaberg, Freiberg und Dresden hergestellt.

 

"Publikation: Radio- und Rundfunk-Motive auf Münzen, Medaillen, Marken, Banknoten und Aktien; Nachprägungen französischer Medaillen; Belege vor aus der Zeit des Dritten Reiches"

Juni 2016. Es gab nur wenige Vorlagen, aber unser Mitglied B. Heyne hat seine gerade erschienene Publikation „Radio- und Rundfunk-Motive auf Münzen, Medaillen, Marken, Banknoten und Aktien“ vorgestellt. Es hat 246 Seiten im Farbdruck, gebunden und ist in kleiner Auflage im Selbstverlag erschienen, es kostet 26,90 Euro + Porto.

Juli 2016. Der Sommermonat ohne Vortrag wurde genutzt für eine ausführliche Diskussion zum Problem der Erkennung von Nachprägungen französischer Medaillen. Eine Hilfe ist wohl das eingeprägte Wort „Bronze“ am Rand.

August 2016. Ein Mitglied legte verschiedene Belege vor aus der Zeit des Dritten Reiches:

- Identitäts-Anhänger von 5 verschiedenen Juden aus Auschwitz, die zum Kupferbergwerk BOR im besetzten Jugoslawien verliehen wurden. Von 6000 überlebten nur 400 Menschen.

- Schwedische Verdienstmedaille für die Rettung aus Dänemark 1943 nach Schweden vor der SS.

- Medaille für die Rettung von Juden über den Belt mit der Abbildung einer Familie im Rettungsboot.

- Von der SS in Dänemark hergestelltes Papiergeld von 50 Öre bis  Kronen.

- Ein Briefmarkenblock mit den sog. Weißen Bussen, mit denen skandinavische Staaten ab März 1945 ihre aus Konzentrationslagern geretteten Bürger zurückholten.

- Israelische Medaille auf die Durchbrechung der englischen Blockade vor Israel.

- Niederländischer Orden für die Arbeiter, die mit Streiks die Menschentransporte in die Konzentrationslager zu verhindern suchten.

- Medaille auf Dietrich Eckert, einen persönlichen Freund Hitlers, er war u.a. Chefredakteur des Völkischen Beobachters.

"Literatur zu Notgeld, Wertmarken und Ersatzgeld aller Art"

Unser Vereinsmitglied Heidenreich hielt am 11. April 2016 einen Vortrag über Literatur zu Notgeld und aller Art Ersatzgeld. Der Vortragende wirbt wie immer für Beschäftigung mit den numismatischen Nebengebieten: Notgeld, Wertmarken und Ersatzgeld aller Art. Während das Sammeln klassischer Münzen für den Normal-Sammler oft nur ein Abhaken im Katalog bedeutet, da fast alles bereits mehrfach bearbeitet und veröffentlicht wurde, ist das Sammeln der Nebengebiete interessanter, aber auch aufwendiger. Es wurden Beispiele zu Erstbeschreibungen von Wertmarken vorgelegt und erläutert, es sind wohl noch Tausende unveröffentlicht. Allein der neue Katalog 2014 von Menzel enthält über 10.000 Neuzugänge seit 2005. Im Gegensatz zu klassischen Gebieten, wo Sammler u. U. mit nur einem Katalog auskommen können, erfordert die Bestimmung von Wertmarken den Zugang zu umfangreicher und allgemeiner Literatur. Um den Überblick dazu nicht zu verlieren, hat der Vortragende damit begonnen, für sich eine Literaturliste aufzubauen. Diese erfasst alle ihm bekannt werdenden Veröffentlichungen weltweit zu dem Thema und weist auf zahlreiche Unterlagen allgemeiner Art mit Standortnachweis hin, Firmenregister, Branchenverzeichnisse, Militär-Quartierlisten usw. Ein vorläufiges Arbeitsexemplar (über 30 Seiten A4) wurde vorgelegt und Interessenten ausgehändigt. Hauptanliegen aber war die Vorlage einer größeren Auswahl entsprechender Literatur zur Einsichtnahme, besonders ausländische und seltene Ausgaben. WH.

"Jordanien-Reise"

Bodo Heyne berichtete in der Januar-Sitzung 2016 über eine Jordanien-Reise: Während des Ersten Weltkriegs hat 1917 der britische Staatsmann Balfour die sogenannte Balfour-Erklärung bekannt gemacht: Errichtung einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina. 1918 eroberten britische Truppen Teile des Türkischen Reichs, das ehemalige Emirat Trans-Jordanien und Teile Palästinas. Von 1914 bis 1945 waren diese Eroberungen Britisches Mandatsgebiet. 1948/49 gab es Feindlichkeiten zwischen Jordanien und Israel, nachdem 1946 Abdulla Hussein König von Jordanien geworden war. Der König ernannte Annam zur Hauptstadt des Haschemitischen Königreichs Jordanien. 1967 gab es den „Sechs-Tage-Krieg“ gegen Israel. Herr Heyne legte Münzen und Medaillen vor, die er auf der Reise erworben hat. Er war auch in Petra, der Hauptstadt der Nabatäer, und berichtete über die dortigen Bauten, z.B. das sog. Schatzhaus der Pharaonen. w:h:

"Südamerika-Reise"

Bei einer weiteren Sitzung berichtete der Vorsitzende von einer mehrwöchigen Südamerika-Reise mit verschiedensten Transportmitteln und vielen Natur- und Kulturerlebnissen. In Quito beeindruckten im Museum die Münzen aus der spanischen Kolonialzeit. Per Flugzeug ging es weiter zur Inka-Hauptstadt, die die Spanier 1533 erobert haben. Im Historischen Museum stammt vieles aus der kolonialen Zeit. Münzen gab es in beachtlicher Zahl aus der Zeit der Spanier. Nach vielen anderen Städten führte die Reise auch nach La Paz, mit 4085 m hoch gelegen, die höchste Hauptstadt der Welt. Geldwechsler boten auch Münzen aus der Spanischen Kolonialzeit an. Das sog. Goldmuseum ist so herrlich, dass es mehrfach besucht wurde, die goldenen Totenmasken sind der Höhepunkt. Herr Farohn zeigte einen Film, den er selber produziert hat, er behandelte die Geschichte von Ghana und dessen Geldscheine. Um 1600 begann der Aufstieg des Aschantireichs und sie eroberten das ganze Gebiet des heutigen Ghana. An der Goldküste gab es seit dem 17. Jh. die befestigten Niederlassungen europäischer Mächte. Anfang des 20. Jhs. wurde der Staat von dem britischen Kolonialherrn bezwungen und am 6. März 1957 unabhängig. Nun wurden neue Geldscheine ausgegeben. Diese wurden mehrfach durch die Militärputsche in den Jahren 1955, 1972, 1973 und 1979 erneuert, immer wechselte das Aussehen. Herr Farohn zeigte Ausgaben seit der Gründung des Staates Ghana. Es war nicht nur für Papiergeldsammler ein interessanter Vortrag. W. H.

"55 Jahre Berliner Münzfreunde"

November-Sitzung: In diesem Jahr wurde unser Verein vor 55 Jahren gegründet. Erich Heinatz war der Gründer des Vereins, er wurde der 1. Vorsitzende. Es folgte nach seinem Tode Günther Schlüter. Jetzt ist seit 29 Jahren 1. Vorsitzender Wolfgang Haney. Einmal im Monat ist Vereinstreffen. Es wird immer ein Sachvortrag gehalten. Zwei Vereinsmitglieder erhielten den Eligius-Preis. Mehrere Münzausstellungen wurden von den Mitgliedern durchgeführt. Diverse Besuche bei anderen Münzvereinen wurden gemacht, Bremen, Nürnberg, Hamburg und Kassel waren es. Gegenbesuche erfolgten bei uns. Unser Mitglied Heinz Huhne gab eine Veröffentlichung „Kleine Münzkunde“ heraus. Eine Zeit lang waren Mitglieder unseres Vereins im American-Coin-Club, dieser tagte im Harmack Haus. Engen Kontakt hatten wir zu den französischen Numismatikern. Weihnachtsfeiern gestalteten wir zusammen. Mit den Berliner Numismatikern arbeiteten wir 1975 für den Deutschen Numismatikertag zusammen. Ein Empfang durch den Senat von Berlin fand im Charlottenburger Schloss statt. Seit Jahren reduziert sich die Zahl unserer Mitglieder. In unserer Zusammenkunft im November legte ein Mitglied 25 verschiedene interessante Original-Dokumente aus der Zeit von 1933 bis 1946 vor.

"Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal"

September 2015: Bodo Heyne sprach über Medaillen auf numismatische Ereignisse oder zu Sammlertreffen. 47 verschiedene Exemplare legte er vor und stieß damit auf allgemeines Interesse.

August 2015: Vor einigen Jahren flogen wir von Indien nach Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal. Diese hat ca. 1,7 Millionen Einwohner. Nach der Landung waren wir in einer völlig anderen Welt. Viele Stupa mit den allsehenden Augen Buddhas waren in großer Anzahl zu sehen. Straßenaltäre und Gebetsmühlen wechselten sich ab. Wir waren auf dem Hof des Palastes der Kumari. Die lebende jüngliche Göttin in Kathmandu, eine Reinkarnation der Göttin Taleju. Sie bleibt nur bis zur ersten Monatsblutung Kumari. Oft trafen wir Sadu, heilige Männer. Am Palast waren Holzschnitzereien zu bewundern, das Pfauenfenster war berühmt. Zahlungsmittel sind Kauri-Muscheln, auf Sockeln von Bauten werden Münzen angeboten. 2008 war in Kathmandu Bürgerkrieg, die Verfassung und Führung wechselten. Im April 2015 war ein Erdbeben und zerstörte historische Gebäude und Plätze, meist in der Altstadt. 3.000 Menschen starben, 42.000 Menschen waren obdachlos, verschont blieben neuere Gebäude. 

"Deutsches Geld von der Einführung der Mark bis zur Einführung des Euro"

Vortrag eines Mitglieds am 13. Juli 2015  über „Deutsches Geld von der Einführung der Mark bis zur Einführung des Euro“. Die schon länger angestrebte Einheitswährung für Deutschland wurde nach der Gründung des Kaiserreichs 1872 als Goldwährung eingeführt und erhielt die amtliche Bezeichnung „Mark deutscher Währung“, kurz „Mark“. Betrachtet wurden die Perioden 1872- 1914 (Goldmark) und 1914-23 (Papiermark). Nachfolgend galten die Renten- bzw. Reichsmark (RM) 1924-48 und die Deutsche Mark (DM-West) in den Westzonen BRD 1948-2002. Parallel dazu gab es die DM Ost, später MDN, in der SBZ/DDR 1948-90. Vorgelegt wurden Abbildungen und Originale der Münzen und Geldscheine. Der wesentliche Zweck des Vortrages aber war der Hinweis auf die Tatsache, dass zu keiner Zeit eine wirkliche Einheitswährung existierte, denn es gab immer zusätzliches Geld. Es galten zeitweise noch Münzen der Altdeutschen Staaten, Österreichs und Frankreichs (Elsass-Lothringen) sowie Länder- und Privatbanknoten. Zusätzlich gab es Geld für Kolonien und Auslandsbanken, das Militär, besetzte Gebiete, Gefangenenlager, Danzig, das Saarland und große Mengen von amtlichem und privatem Notgeld. Im 3. Reich galten zeitweise der Österreichische Schilling neben der RM sowie Ausgaben der Reichskredit- und der Konversionskasse. Außerdem gab es verschiedene Währungen der besetzten Gebiete, Geld der Wehrmacht, der Gefangenen- und Konzentrationslager sowie Notausgaben zum Kriegsende. Bis 1948 wurde parallel zur RM das Alliiertengeld der USA und der SU ausgegeben sowie von den Franzosen die Saarmark und Papier-Kleingeld in ihrer Zone. Nach der Währungsreform 1948 bis zur Einführung des Euro galt in den Westzonen und der BRD die DM (West) als alleiniges Zahlungsmittel, in der SBZ/DDR gab es neben der DM (Ost), später MIN, noch Devisen-Zahlungsmittel (Forumschecks, Mitropa-Geld), LPG-Geld und anderes Ersatzgeld. Für alle diese Nebengebiete wurde ebenfalls Material vorgelegt.

"Politische Propaganda auf Meißener Medaillen"

Am 8. Mai 2015  legte Herr Heidenreich 54 Meißener Medaillen vor, die alle der politischen Propaganda dienten. Fast alle waren doppelt vorhanden, d.h. sowohl in weißem Porzellan als auch in Böttger-Steinzeug. Bis auf die Moskau-Ausgabe 1947 waren alle farbig dekoriert. Solch eine zur Auktion vorgesehene Kollektion als Original betrachten und in die Hand nehmen zu können, war für alle ein Erlebnis, das sicher nur selten möglich ist. Es lagen u.a. vor: 1918-33: Hungertaler 1922, Not- und Schmach-Taler, Schmach an der Ruhr, Deutschlands schwerste Zeit, Schlageterkreuz, Zeppelinfahrt 1929; 1933-45: Ostmarkanschluss, Sudetenland, Tschechoslowakei, Polen, Norwegen, Belgien, Holland, Frankreich, Kreta, Balkan, Afrika, See- und Luftkrieg gegen England, Krieg in Russland (Kiew, Brjansk u. Wjasma, Sewastopol) und die Einnahme von Singapur durch die Japaner; 1947: Moskau 30 Jahre Oktoberrevolution, eine extragroße Medaille (105 mm).

 

"Musikinstrumente auf antiken griechischen Münzen"

Bei der Sitzung im April  2015 hielt ein Vereinsmitglied einen Vortrag über antike griechische Münzen, auf denen griechische Musikinstrumente aufgeprägt sind. 20 verschiedene Objekte wurden gezeigt Herr Heidenreich legte eine seltene französische Medaille vor. Es war eine Siegesdenkmedaille für den siegreichen deutsch-französischen Krieg 1870/71. Diese Medaille sollte an französische Krieger verliehen werden. Der Ruf  „á Berlin“ ertönte im ganzen Land. Beides, die Medaille und der Ruf, sind unerfüllt geblieben.

"Willi Senff, Nationalökonom, Zeitungsverleger und Redakteur"

Sitzung Februar 2015 mit Vortrag über Willi Senff, Nationalökonom, Zeitungsverleger und Redakteur, nebenbei an der Börse in Berlin tätig, im Oktober 1919 Beauftragter des Reichsfinanzministeriums bei den Ausschuss-Sitzungen der deutschen Nationalversammlung. In einer seiner Zeitungen hospitierte Hjalmar Schacht, ab 1933 Reichsbankpräsident, später Reichswirtschaftsminister. 1933 teilten Senff der Präsident der Reichsschrifttumskammer und der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Zeitschriften-Verleger mit, dass seine Zeitungen arisiert werden und er mit sofortiger Wirkung ausscheiden muss. 1935 emigrierte Senff nach Dänemark, wo Emigranten keine Tätigkeit ausüben durften. Am 9. April 1940 besetzte die Deutsche Wehrmacht bis 1945 Dänemark. Island, welches zu Dänemarkgehörte, gab bereits 1933 durch die Nationalistische Partei eine Serie „Geldscheine" heraus (50 Aurar, 1, 2, 5 und 10 Kronur), jeweils mit groß abgebildeter Hakenkreuzfahne. Es gab später von verschiedenen Institutionen weitere Ausgaben. Senff überlebte trotz Juden- Deportierungsbefehl diese Zeit bei einer Familie, bekam später die dänische Staatsbürgerschaft und lehrte an der Universität.

WH.

 

"Die Tughra - das großherr(schaft)liche Zeichen"

Im September 2014 hielt Bodo Heyne einen Vortrag über „Die Tughra - das großherr(schaft)liche Zeichen". Diese war eine Erscheinung der Kalligrafie, und zwar die kalligrafische Gestaltung des Namenszugs des zur Zeit regierenden Sultans. Das kunstvolle Emblem setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: Aus dem Namen des Sultans, dessen Vater sowie deren Titel. Es beschränkt sich in der Regel auf die Bezeichnung „Shah" (persisch: König) sowie dem ursprünglichen Herrschertitel „han/khan", aber auch Ehrentitel (z.B. Al-Gazi, osmanisch-türkischer Vorderer des Islam) als Bestandteil des Zeichens. Dazu kam noch eine von Murat II. (1421-1451) eingeführte Wunsch- oder Siegesformel, die Invocatio (muzaaffer), diese lautete „al-muzaaffer daima" (arab.: Der allzeit Siegreiche immerdar). Auch konnte man die Signatur des Kalligrafen bei der Tughra finden oder man konnte den Namen eines Heiligen, einen Koranvers oder Hadit beifügen. Die Übersetzung einer einfachen Tughara lautet: „Schah XX, Sohn des Schah YY Khan, der allzeit Siegreiche". Seit dem Sultan Orhan (1325-1360) war die Tughra Herrschaftsemblem. Ihre Grundform entstand unter Mehmet II., genannt der Eroberer (1451-1481). Er war einer der wichtigsten Osmanischen Herrscher. Die klassische Ausführung erhielt die Tughra unter Süleyman I. Herr Heyne überreichte den Anwesenden eine vergrößerte Abbildung und weitere Texte.

"Pfennig-Schilling-Pfund"

 

Am 11. August 2014 referierte unser Mitglied Freimut Heidenreich über „Pfennig-Schilling-Pfund". Ausgehend vom Münzsystem Karls des Großen wurde die weitere Entwicklung dieser Begriffe als Worte und als Münznominale in den 1200 Jahren nach ihrer Einführung betrachtet. Durchgehend hat nur Großbritannien diese System bis 1971 beibehalten: 12 Pennies = 1 Shilling, 20 Shilling = 240 Pennies =1 Pound Sterling. Im übrigen Europa wurde dieses System durch die Einführung des Groschen und des Talers verlassen, die Nominale Pfennig und Schilling aber unabhängig davon weiter benutzt. Neben der Betrachtung der Britischen Münzgeschichte wurde die Regionalisierung des Pfennigs in Europa, speziell in Deutschland, erläutert. Nach Einführung des EURO benutzt diesen Begriff nur noch GB, jetzt aber im Dezimalsystem als 1/100 des britischen Pfundes. Weiterhin wurden die Nominale „Schilling" und „Pfund" betrachtet. In Europa wurde ersteres im Laufe des 19. Jhs. überall abgeschafft und erst in Österreich 1924 wieder eingeführt (Münzen und Papiergeld), allerdings ohne jeden Bezug auf frühere Werte. Letzteres gab es außerhalb der englischen Einflussgebiete nur im französischen Sprachraum als „Livre". Als Abschluss wurde auf Papiergeld eingegangen. Neben den höheren Werten Schilling und Pfund gibt es in GB auch Three- und Sixpence-Scheine, aber wohl nur beim Militärgeld. In Deutschland hingegen ist die Ausgabe von Scheinen mit Pfennig-Angabe fast unüberschaubar, zumindest im Bereich Notgeld. Amtliche Werte gibt es für Danzig, die SBZ, die französische Zone, die BRD und die Wehrmacht. Vorgelegt wurden Originale, Abbildungen und die passende Fachliteratur.

 

"Einkauf über eBay im Internet, Abkürzungen im Text bei Auktionen, welche zum Nachteil des Käufers (Bieters) werden können"

In der Sitzung im Juli 2014 hielt unser Vereinsmitglied Bodo Heyne mehrere Kurzvorträge: "Einkauf über eBay im Internet, Abkürzungen im Text bei Auktionen, welche zum Nachteil des Käufers (Bieters) werden können", »Drei neue Medaillenvorlagen zum Thema Radio, Rundfunk, Telegrafie der Firma Marconi, Portugal, sowie eine Steingutmedaille der ehemaligen DDR: Rundfunk der DDR", „Eine neue Besprechung des neuen Huschka Katalogs der Medaillen von Hettstedt (DDR)", „Preispolitik in den Krause-Mishler-Katalogen".

"Original-Urkunden aus der Nazi-Zeit"

In der Mai-Sitzung  wurden Original-Urkunden aus der Nazi-Zeit gezeigt. Hitler vergab kurz vor seinem Tod noch eine Dotation von 5.000 RM. Sein Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Lammers überreichte das per Brief an den Empfänger zusammen mit Belehrungen über sein Verhalten beim Finanzamt. Und das nur wenige Tage vor dem Ende von Hitler. Reichsminister Speer gratulierte dem Empfänger der Dotation und dieser bedankte sich bei beiden und versprach, er werde weiterhin für den Sieg, für Großdeutschland und den Führer kämpfen. Die Post von Speer und von Lammers musste bereits als Kurierpost befördert werden, weil die normale Post nicht mehr arbeitete. Ein Brief von Reichsminister Goebbels an die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger teilte mit, dass er diese auflöst. Bormann, Sekretär des Führers, schreibt an den Chef der Sicherheitspolizei über staatsfeindliche Gerüchte. Diverse Briefe des Chefs des Distrikts Krakau stellten Anforderungen nach Ausweisen für die im Judengebiet liegende Adler-Apotheke (kommt in dem Film „Schindlers Liste" vor). Zahlreiche andere Dokumente dieser Zeit folgten.

"Albertinisch-Sächsische Kurfürsten und Könige"

Unser Vereinsmitglied Herr Pilz hielt im März 2014 einen interessanten Vortrag über Albertinisch-Sächsische Kurfürsten und Könige. Er begann seinen Vortrag mit Herzog Moritz, dessen Regierungszeit begann 1541. Von seinem Vater übernahm er das Herzogtum. Die Kurwürde verlieh ihm Kaiser Karl V. Mehrere Kriege führte der Kurfürst und starb während einer Schlacht 1553. Aus seiner beachtlichen Münzensammlung hatte Herr Pilz Taler, Talerklippen, Halb- und Vierteltaler und Sterbemünzen als Begleitung zu seinem Vortrag in beachtlicher Zahl vorgelegt. 1697 wird Kurfürst Friedrich August I. König von Polen. Mehrere Könige folgten, zweimal war Polen ein Interregnum. Friedrich August I. wurde 1806 König von Sachsen und 1807 Großherzog von Warschau. Der sechste aufeinander folgende König, Friedrich August III., regierte von 1904 bis 1919. Streiks, Massendemonstrationen und die folgende Machtübernahme des Arbeiter- und Soldatenrates führten dazu, dass der König am 13. November 1918, 2 Tage nach' Beendigung des 1.Weltkrieges, abdankte. Ein Vereinsmitglied legte im Mai Original-Armbinden aus den Jahren 1939 bis 1945 vor. Sehr umfangreich war die vorgeschriebene Gestaltung des Judensterns, ca. 25 Stück wurden vorgelegt. Der Gelbe Stern wurde ab September 1939 im besetzten Polen und in Deutschland ab 1. September 1941 per Gesetz von Juden getragen. Auf Geheiß der Regierung des von Deutschen besetzten Kroatiens mussten Kleinkinder im Kinderwagen mit dem Judenstern gekennzeichnet werden. Dänemarks König Christian X. drohte den Deutschen Besatzern, er und seine ganze Familie würden bei Zwang auch den Judenstern tragen, er wurde daraufhin nicht eingeführt. Gezeigt wurden die aufgenähten Häftlingsnummern mit dem farbigen Dreieck und den Buchstaben des jeweiligen Landes. In der Slowakei gab es einen kleinen und einen großen Stern. Im Getto von Warschau befand sich auf der Rückseite eine verschließbare Tasche, das grausame Sonderkommando TRAWNICKI hatte gesonderte Armbänder. Die 5 verschiedenen nummerierten Blechmarken trugen die 6000 Juden, die in BOR in Jugoslawien arbeiten mussten, sie starben bis auf 400 Personen. Theresienstadt hatte nach der Befreiung 2 verschiedene Armbinden. Als sich die Wehrmacht zurückzog, gründete sich eine Stadtwacht, diese bestand aus Häftlingen aus Buchenwald, deren Armbinden hatten den Ortsstempel, ferner sehr groß Stadtwacht und den Stempel Org.Kom.Buchenwald. Es folgten die US-Armee und die Sowjet-Armee jeweils mit eigenen Armbinden.

WH

Personalia

Nachruf - Wolfgang Haney 1924-2017

 

Am 9. Januar 1924 wurde Wolfgang Haney so geboren wie er - z.T. unfreiwillig - auch lebte: höchst ungewöhnlich! Er kam in Berlin auf der Fahrt in die Klinik in einem Pferdekutschen-Taxi zur Welt. Ein Karton mit Notgeldscheinen, ein Geschenk des Bruders seiner Mutter, sollte die erste Beziehung zu Geld und Numismatik werden, wenn die bunten Scheine auch zunächst nur Spielzeug waren. Notgeld kaufte er später beim Trödler mit dem beim Flaschensammeln verdienten Geld. Und ungewöhnlich ging es weiter: Obwohl er wegen der Nürnberger Rassegesetze die Schule vorzeitig verlassen musste, konnte er nach einer Maurerlehre und einer Hochbegabten-Sonderreifeprüfung studieren und wurde 1944 Diplom-Ingenieur und Sprengmeister und arbeitete als Bauleiter. Nach dem Krieg gründete er ein Baugeschäft und ging nach 35 Jahren Haus- und Grundstücksverwaltung 1991 in Pension.

1948 beginnend veröffentlichte er mehrere Bücher über Berlin und über Belege zum Schicksal der Juden im Dritten Reich. Zuletzt erschienen 2008 „Das Geld des Terrors. Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos“; 2014 „Kennzeichen Jude. Antisemitismus, Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung“ und 2015 „Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck... Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs“.

Das Interesse an Münzen führte ihn zu den Berliner Münzenfreunden, die ihn nach einer Probezeit (das war damals weithin üblich) am 1. Januar 1960 als Mitglied aufnahmen. Bei Neuwahlen wurde er Schriftführer, dann 2. Vorsitzender, 1987 1. Vorsitzender, dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod am 13. Oktober 2017. Zahlreiche Ausstellungen in Europa (allein 66 in Deutschland) und den USA und über 150 Vorträge zeugen von einem ungewöhnlichen Numismatikerleben, für das er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde und vor dem wir uns in Respekt verneigen.

Rainer Albert

Wolfgang Haney - 30 Jahre Vorsitzender der Berliner Münzfreunde

Wolfgang Haney übernahm 1987 nach dem Tod von Günther Schlüter den Vorsitz der Berliner Münzfreunde, man kann ihm heute also zum 30-jährigen Jubiläum gratulieren. Das ist noch kein Rekord, aber außergewöhnlich ist sicher, dass die Gratulation sich an einen 93-Jährigen richtet, der immer noch numismatisch sehr aktiv ist und zugleich auf ein bewegtes Leben blicken kann: Obwohl er wegen der Nürnberger Rassegesetze die Schule vorzeitig verlassen musste, konnte er nach einer Maurerlehre und einer Hochbegabten-Sonderreifeprüfung studieren und wurde 1944 Diplom-Ingenieur und Sprengmeister und arbeitete als Bauleiter. Nach dem Krieg wurde er Leiter des Tiefbauamtes Berlin-Charlottenburg und kaufte später eine Großtischlerei und betrieb noch zusätzlich ein Sprengunternehmen. Nach 35 Jahren Haus- und Grundstücksverwaltung ging er in Pension. 1948 beginnend veröffentlichte er mehrere Bücher über Berlin und über Belege zum Schicksal der Juden im Dritten Reich, so erschienen z.B. im Battenberg Gietl Verlag (jeweils zusammen mit Hans-Ludwig Grabowski) 2008 „Das Geld des Terrors. Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos“ 2014 „Kennzeichen Jude. Antisemitismus, Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung" und 2015 „Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck... Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs“. Zahlreiche Ausstellungen in Europa (allein 66 in Deutschland) und den USA und über 150 Vorträge zeugen von einem ungewöhnlichen Numismatikerleben, für das er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Wolfgang Haney, vielen Dank für alles, herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Elan beim Sammeln!

Rainer Albert