Sächsische Numismatische Gesellschaft

Präsident:
Dr. Rudolf Reimann

Elsteraue 114
01917 Kamenz
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Fax (03578) 301031
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Auch zur 3. Sächsischen Landesausstellung veranstaltete die SNG ein Numismatisches Wochenende mit einer Medaille von Peter Götz Güttler (vgl. NNB 9/2011, S. 351). Der Görlitzer Verein richtete gemeinsam mit den Münzfreunden aus Schönau-Berzdorf ein gelungenes Treffen aus. Den bereits am Freitagabend angereisten Münzfreunden erläuterten Frau Dr. Probst und Herr Enke, die Macher, das Konzept der Ausstellung und die Mittel zu dessen Realisierung. Das Vortragsprogramm für den Samstag wurde allen Erwartungen gerecht. Dr. Hollstein vom MKD stellte die Funde der frühesten Mittelaltermünzen in Sachsen vor. Er konnte deutlich machen, wie vom 10. zum 11. Jh. hin Hacksilber und arabische Dirhems von Otto-Adelheid- und Hochrandpfennigen abgelöst wurden, was die Ausbreitung der Geldwirtschaft im Osten des Reiches belegt. Wie zu erwarten war, reihen sich die meisten Fundorte in den Verlauf alter Handelswege ein. - Der spektakuläre Fund, der vor einem Jahrhundert in Nordböhmen geborgen wurde, lieferte Herrn Schier aus Seifhennersdorf Material für die Bestimmung bisher unbekannter Brakteatentypen. Er konnte die von Olding im 6. Dresdner Heft vorgenommenen Zuweisungen in mehreren Fällen präzisieren. Sein Fazit: die Münzprägung in Zittau setzte früher ein als bisher angenommen und erbrachte eine Reihe von Brakteaten, die sich deutlich von denen aus Bautzen und Görlitz unterscheiden. - Stadtarchivar Hoche aus Görlitz schilderte die Münz- und Geldpolitik seiner Heimatstadt im ausgehenden Mittelalter. Assoziationen mit Praktiken der Gegenwart konnten dabei nicht ausbleiben. Schon damals wurde schlechtes Geld weithin akzeptiert, solange genügend Wirtschaftskraft dahinter stand. Aber eben nur so lange. - Herr Pechstedt aus Halle ging auf die lange Geschichte der Salzgewinnung in der Saalestadt ein. Eben so lang ist die Geschichte des Salzhandels auf einem umfangreichen Wegenetz, das auch ein Netz von Zollstationen war. Aus dem Jahr 1325 ist überliefert, dass für einen Wagen auf dem Weg von Halle nach Prag insgesamt 11 Pfennige Zoll zu entrichten waren. Bei einem Salzpreis von etwa 1 Pfennig pro Pfund war das leicht zu verkraften. Die Vorstellung der Münztypen, mit denen der Händler vom Otto-Adelheid-Pfennig bis zum Rheinischen Gulden zu tun bekam, rundete das Bild ab. - Am Samstagnachmittag führten Frau Probst und Herr Enke die Teilnehmer durch die Ausstellung. Exponate aus Museen in Dresden, Freiberg, Prag, Breslau, Warschau und Lemberg demonstrieren die Bewegung von Menschen, Waren und Ideen. Besonders stolz sind die Aussteller auf ein Kruzifix von Veit Stoß aus Warschau, um das sich auch eine Ausstellung in Berlin beworben hatte. Die (Reserve-) Königskrone, die August der Starke für seine Krönung anfertigen ließ, ist ebenfalls ein Publikumsmagnet.
Ewald Hausmann