Geschichte

  Geschichte der Deutschen Numismatischen Gesellschaft
 
 



Das am 05.09.2010 neu
gewählte Präsidium der DNG

Die Geschichte der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, so wie wir sie heute als Dachverband der deutschen Münzvereine kennen, beginnt 1951. Es war der Initiative des unermüdlichen Walter Hävernick zu verdanken, dass beim Deutschen Numismatikertag 1951 in Göttingen der Dachverband der Münzvereine gegründet wurde, zunächst unter dem die politischen Verhältnisse widerspiegelnden Namen „Verband der westdeutschen Münzvereine“. Im Januar 1952 erschien dann, ebenfalls von Hävernick angeregt, die erste Nummer des Numismatischen Nachrichtenblattes. Das NNB ist seitdem als Verbandsorgan die Klammer der Vereine im Verband, aber auch zu anderen Institutionen, insbesondere zur Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, deren Verlautbarungsorgan das NNB wurde, und zum 1952 gegründeten Verband der deutschen Münzenhändler.

Von 1951 bis 1956 war Karl Kennepohl aus Osnabrück Vorsitzender; diese Jahre standen ganz im Zeichen des Aufbaus, der auch gelang: bis 1956 waren 17 Mitgliedsvereine gewonnen und die Auflage des NNB auf ca. 1250 Exemplare monatlich gestiegen. 1955 wurde die Idee zum Verbandssignet geboren, 1956 das erste Nordwestdeutsche Münzsammlertreffen (heute: Norddeutsches Münzsammlertreffen) in Minden abgehalten, das damit nach dem NNB die zweitälteste Einrichtung des Verbandes ist.

Als Vorsitzender folgte von 1956 bis 1965 Gerhard Goedecke aus Berlin, in seiner Amtsperiode wuchs der Verband kräftig weiter und änderte 1961 seinen Namen in „Verband der Deutschen Münzvereine“. Es war zugleich die Zeit z.T. heftiger Diskussionen um den weiteren Weg des Verbandes, die auch zu Austritten und Konkurrenzgründungen führten. Aber immerhin war der Verband bis 1965 auf 32 Mitgliedsvereine und über 2700 Mitglieder gewachsen.

Karl-Heinz Buhse aus Bremen übernahm von 1965 bis 1975 die Leitung, auf seine Anregung wurde 1966 das erste Süddeutsche Münzsammlertreffen in Nürnberg veranstaltet. Die Süddeutschen Treffen werden seitdem jährlich wechselnd in verschiedenen Städten abgehalten, während das Norddeutsche Treffen bis 2010 immer in Minden stattfand. Seit dem letzten Jahr wechselt auch das Norddeutsche Treffen die Orte, 2011 in Osnabrück, 2012 in Duisburg usw.

Als Vorsitzender folgte von 1975 bis 1977 Günther Schlüter aus Berlin, dessen Amtszeit durch eine hitzige Auseinandersetzung um die Zukunft des NNB geprägt war. Zwar konnte eine Lösung gefunden werden, aber der Vorsitzende wollte nicht mehr und stellte sein Amt zur Verfügung.

Gerd Frese aus Heidelberg übernahm von 1977 bis 1989 den Vorsitz und prägte den Verband durch die Stiftung des Eligiuspreises noch 1977 und durch die erste geschriebene Satzung. Der Eligiuspreis, der später vom Verband übernommen wurde und inzwischen in geänderter Form vergeben wird, steigerte das Ansehen des Verbandes. Das Fehlen einer Satzung über ein Vierteljahrhundert hinweg dokumentiert, dass es den Verbandsmitgliedern nicht um Vereinsmeierei, sondern um das gemeinsame Hobby ging; erst das Bestreben, steuerlich als gemeinnützig anerkannt zu werden, machte die Satzung notwendig. Allerdings war sie dem stetig wachsenden Verband dann auch in anderen Fragen nützlich.

Im Mai 1990, in der von 1989 bis 1995 währenden Amtszeit von Rainer Albert aus Speyer, erhielt der Verband seinen heutigen Namen „Deutsche Numismatische Gesellschaft“ und eine neue Satzung, die auch eine Reaktion auf die deutsche Wiedervereinigung war. Die Öffnung der DNG für alle deutschen Münzvereine war Hauptziel des neuen Präsidenten, und so werden im NNB 1/1991 erstmals Mitgliedsvereine aus dem Gebiet der ehemaligen DDR aufgeführt, nämlich der Numismatische Verein zu Dresden und die Sächsische Numismatische Gesellschaft. 1993 wurde dann auch folgerichtig das erste Mitteldeutsche Münzsammlertreffen in Freiberg/Sachsen durchgeführt und damit die Reihe der Sammlertreffen ergänzt. Es wurden auch die Weichen für das NNB in seiner neuen Form gestellt.

1995 übernahm Walter Trapp aus Düsseldorf die Präsidentschaft und konnte seitdem die DNG glänzend fortentwickeln. Die Zahl der Mitgliedsvereine aus den neuen Bundesländern stieg deutlich an, außerdem kam mit der Gesellschaft Vorarlberger Münzfreunde erstmals ein Verein von außerhalb Deutschlands. Die Verbindungen der DNG zum Münzenhandel und zur wissenschaftlichen Berufsnumismatik wurden gezielt weiter ausgebaut.

Als Albert Raff aus Stuttgart die DNG-Präsidentschaft 1998 übernahm, richtet sein Augenmerk auf Konsolidierung, die nicht Erstarrung, und Fortentwicklung, die nicht Aktionismus werden sollte. Deshalb wurden die Münzsammlertreffen in ihrer Struktur und Zielrichtung geprüft und umgestaltet. Der regionale Charakter der Nord-, Süd- und Mitteldeutschen Münzsammlertreffen wurde betont, dazu trat das Deutsche Münzsammlertreffen (das im Regelfall mit einem der regionalen Treffen zusammenfallen wird) als bundesweites Treffen mit der Jahreshauptversammlung der DNG. Der Schwerpunkt seiner Arbeit war die Betreuung der Vereine und der Sammler, getreu dem Motto der DNG-Medaille: SAMMELN, FORSCHEN, BEWAHREN.

2004 wurde Gerd Dethlefs aus Münster DNG-Präsident. Sein Anliegen, neue Mitglieder an die DNG heranzuführen, brachte u.a. das Buch "GeldKunst - KunstGeld" über die deutschen Gedenkmünzen hervor, das ein großer Verkaufserfolg wurde.

Mit dem Ziel, ein Präsident zum Anfassen zu werden, ließ sich Helmut Schubert aus Frankfurt/M. 2007 ins Präsidentenamt wählen. Seine Präsidentschaft war geprägt von zahlreichen Besuchen bei zahlreichen Münzvereinen in ganz Deutschland.

2010 wählte die Jahreshauptversammlung der DNG Kristian Nicol Worbs, den Vorsitzenden der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, zum DNG-Präsidenten. Seine Aufgabe wird es insbesondere sein, die DNG zu konsolidieren und zukunftssicher zu machen.