| | Eligiuspreisträger 2009 : Peter Götz Güttler |
 | Peter Götz Güttler
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| Alljährlich vergibt die Deutsche Numismatische Gesellschaft (DNG)) den Eligiuspreis, benannt nach dem Goldschmied und späteren Bischof von Noyon, an eine verdienten Numismatiker, sei es Fachwissenschaftler, Händler oder Sammler. In diesem Jahr kürte die fünfköpfige Jury den Dresdner Künstler Peter Götz Güttler. Im Namen der DNG gratulieren wir, das Präsidium der DNG, herzlich zu dieser Auszeichnung!
Mit dürren Lebensdaten, die zweifellos am Anfang stehen müssen, ist es nie getan. 1939 in Greifswald geboren, Forstarbeiter-Lehre, Abitur 1959 in Potsdam, Studium der Architektur in Dresden und seit 1969 in einem namhaften Dresdner Architekturbüro tätig, deckt nur die eine Seite der Persönlichkeit ab, Hinzu kommt eine Weiterbildung auf dem Sektor Malerei, Grafik, Plastik, die Güttler teilweise auch autodidaktisch betreibt. Und die dritte Seite: die Heirat mit Heiderose Heger, einer künstlerisch tätigen Frau.
Güttlers Werk umfasst, wie Rainer Albert in NNB 48, 1999, S. 313 f. feststellt, mehr als 300 Medaillen, „… fast alle Stücke aus Weißmetall und patiniert von ihm selbst ohne jegliche Inanspruchnahme von Fremdleistungen als reiner Künstlerguß …“
Warum Güttler als neuen Eligius-Preisträger auszeichnen? Der Sprecher der Jury, Prof. Dr. Dr. Bernhard Overeck, fasste es in einem Schreiben kurz so zusammen: „… der Preisträger (kommentiert) in ganz besonderem Maße und in seiner unverkennbar und immer ansprechenden Art Ereignisse und auch die Persönlichkeiten der DNG und der unter ihrem Dach organisierten Vereine… Das geschieht mit Hilfe des Mediums Medaille.“
Um das Gesagte noch deutlicher und augenfälliger werden zu lassen, sei Güttlers zum 17. Deutschen Numismatikertag geschaffene Plakette, 8,2 x 8,7 cm, 240 g schwer, aus Weißmetall, noch einmal herangezogen. Wie kaum eine andere Schöpfung Güttlers lässt sie Absicht, Numismatik mittels der Medaille zu beflügeln, erkennen. Im Folgenden stütze ich mich auf Rainer Alberts feinsinnige und nachfühlende Interpretation.
„Die Vorderseite variiert den wohl 1503 entstandenen Kupferstich „Nemesis“ von Dürer, gern auch als das ‚Große Glück‘ bezeichnet. Die Flügelgestalt saust mit wehendem Haar und nachflatterndem Gewandzipfel auf einem schaukelndem Seil mit traumwandlerischer Sicherheit auf den rechts als Segment angedeuteten Erdkreis zu. Die Glückskugel aber, auf der Dürers ‚Großes Glück‘ dahin rollt, wurde bei Güttler zu einer Münze …. Da die Numismatiker immer wieder das Bestimmen von Münzen als ‚großes Glück‘ empfinden, hat es ihnen Güttler ermöglicht.“ Die Glückskugel wird von Güttler in einen Taler von 1517 des Speyerer Bischofs Marquard von Hattstein (1560-1584) umgewandelt. Albert resümiert zutreffend: Der „wahre Numismatiker hat sich von der Fessel des Alltags befreit, er hält dem Sauseschritt der Zeit stand und kommt … dank seiner geliebten Objekte, zu innerer Ruhe. Die Numismatik wird so nicht nur personifiziert, sie wird zum Ideal…“ (NNB 44, 1995, S. 111 f.) Bedarf es eines besseren Zeugnisses, um die gute Wahl der Jury zu belegen? Ihr sei an dieser Stelle für ihre gute Arbeit ein herzlicher Dank gesagt.
Wenn Peter Götz Güttler am 3. Oktober 2009 den Eligiuspreis überreicht bekommt, dann empfängt er eine Medaille, die er selbst geschaffen hat. Wie mit aller Kunst, die der Öffentlichkeit übergeben wird, so geschieht es auch jetzt: Des Künstler Schöpfung verabschiedet sich von ihrem Schöpfer und gewinnt ein Eigenleben. Kehrt sie in die Hand des Schöpfers zurück, dann geschieht es mit dem aufrichtigen Dank derer, denen diese Medaille übergeben wurde. Helmut Schubert
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| Peter Güttler: Ehrenplakette der DNG, Vorderseite, 1995, Guss |
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